Ukraine

Die Magie, die bleibt.

Vor dem Krieg war Kyjiw eine Stadt mit einer pulsierenden und aufstrebenden Kreativszene. Doch dann stellte der Angriff Russlands die junge Generation plötzlich vor die Wahl: fliehen oder für die Freiheit kämpfen?

Seit seiner Kindheit träumte Vlad Shast davon, die Ukraine zu verlassen. Sein Geburtsland, das Menschen wie ihm nie eine geborgene Heimat bot. Shast passt nicht in die klassischen Rollenbilder von Frauen und Männern, die viele seiner Landsleute vertreten. „Ich bin weder ein Mann noch eine Frau, sondern beides gleichzeitig. Ich habe etwas von beiden Seiten und will mich nicht für eine entscheiden müssen“, erklärt der 26-Jährige, der bis zum 24. Februar sein Geld als Stylist und Perfomance-Künstler in Kyjiw verdiente. Doch als Russland die Ukraine angriff, schloss sich Shast den „Territorialen Verteidigungskräften“ an, die im Jahr 2014 als Reaktion auf den Ausbruch des Krieges in der Ostukraine gegründet wurden und mittlerweile offiziell Teil der ukrainischen Streitkräfte sind. Auf seiner Camouflage-Jacke trägt er stolz einen Aufnäher mit seinem Kampfnamen: Britney.

Seine Freunde und Freundinnen im Ausland konnten es nicht fassen und fragten verwundert: „Warum bleibst du?“ „Mein Verhältnis zur Ukraine ist gestört“, antwortet Shast. „Aber ich weiß, dass ich das Richtige mache. Ich stehe nicht für die ukrainische Nation ein, sondern für die Menschheit. Denn die russische Aggression ist nicht nur ein Angriff auf die Ukraine, sie ist ein Angriff auf die zivilisierte Welt“, sagt Shast. „Wenn ich in einer friedlichen Welt leben will, wenn ich eine Zukunft für meine Familie und meine Freunde will, muss ich hier sein und mich gegen dieses Unrecht wehren.“

“Mein Verhältnis zur Ukraine ist gestört. Aber ich weiß, dass ich das Richtige mache. Ich stehe nicht für die ukrainische Nation ein, sondern für die Menschheit,” erklärt Vlad Shast.

Die Ärmel seiner Armeejacke hochgekrempelt, auf Plateau-Sneakers und mit einem Hauch Glitzerpuder im Gesicht – so betritt Shast das hippe Café in der zentralen Einkaufsstraße in Kyjiw, das mit alten Büchern und Vintage-Schreibmaschinen dekoriert ist und wo das junge Publikum bei Cappuccino gedankenverloren über Schachbrettern und MacBooks brütet. Selbstbewusst platziert Shast seine Spendenbox aus Plexiglas auf dem Tresen, über dem die Kellnerin gerade eine hausgemachte Quiche hinwegreicht.

Shast kämpft nicht an der Front, sondern engagiert sich als freiwilliger Helfer für bedürftige Menschen in der Region, die mit dem Nötigsten versorgt werden müssen. „Obijmi“ – Umarmung, so heißt die Wohltätigkeitsorganisation, die er Anfang Mai gegründet hat. Nach mehr als drei Monaten Krieg haben viele Menschen ihren Job verloren und leben in existentieller Not. Mit seinem Team aus 20 Leuten bringt Shast deshalb Lebensmittel, Kleidung und Medikamente in die Kyjiwer Vororte, unterstützt die Kämpfer und versorgt, wann immer es möglich ist, auch Haustiere, die zurückgeblieben sind. Ein paar Tage später fährt er dann noch einmal hin, um zu kontrollieren, ob die Hilfsgüter auch wirklich ankommen. „Die Ukraine ist korrupt, und es gibt noch immer Leute, die sich bereichern. Es ist, wie es ist. Aber jetzt sind wir in der Lage, gegen diese Leute vorzugehen. Und wir werden ein neues Land aufbauen und es besser machen.“

Shast schloss sich den „Territorialen Verteidigungskräften“ an, Kampfname: Britney.

Shast weiß, wovon er spricht. Er wuchs in einem Dorf im zentralukrainischen Oblast Kirowohrad auf. Bis er 16 war, durchlebte er seinen ganz persönlichen Alptraum: „Ich wurde jeden Tag gemobbt. Ich wusste damals nicht, dass ich nichtbinär bin, ich hatte noch nie von diesem Begriff gehört. Doch die ständigen Anfeindungen haben mich zu einer stärkeren Person gemacht.“ Mittlerweile erfahren queere Menschen wie er in der Ukraine etwas mehr Akzeptanz. Immerhin, so Shast, ginge die Regierung nicht aggressiv gegen sie vor, so wie es in Russland der Fall ist.

„Die Ukraine ist korrupt, und es gibt noch immer Leute, die sich bereichern. Es ist, wie es ist. Aber jetzt sind wir in der Lage, gegen diese Leute vorzugehen. Und wir werden ein neues Land aufbauen und es besser machen.“

— Vlad Shast (26) hat sein Geld als Stylist und Perfomance-Künstler in Kyjiw verdient.

In Städten wie Kyjiw gibt es heute auch sichere Orte für die Community, den Kyrylivska-Club etwa, dessen Eröffnung im Jahr 2019 für viele die inoffizielle Geburtsstunde der ukrainischen Queer-Kultur markiert. „Endlich haben wir diesen Ort, an dem wir auf diese innere Suche gehen können, um herauszufinden, wer wir sind, mit wem wir Sex oder ob wir überhaupt Sex haben wollen. Man kann sich verwandeln und darüber sprechen. Das ist der größte Unterschied zu Russland.“ Doch der Weg, den Shast bis hierher hinter sich legen musste, war lang. „In meiner dunkelsten Zeit war ich alkohol- und amphetaminsüchtig. Das ging einher mit meinem Club-Leben und dem Versuch, vor mir selbst wegzulaufen, weil ich nicht das Maß an Akzeptanz um mich herum hatte und die Hilfe, die ich brauchte.“

In seine Wohnung im 16. Stock eines himmelblauen Wohnhauses, das sich in der Nähe des Bahnhofs befindet, ist Shast erst vor einem Monat wieder zurückgekehrt. Davor lebte er wochenlang mit seiner Mutter in einem Einkaufszentrum. Seit den Luftangriffen auf Kyjiw ist die Angst davor, in einem Hochhaus zu wohnen, groß.

In seine Wohnung im 16. Stock eines himmelblauen Wohnhauses, das sich in der Nähe des Bahnhofs befindet, ist Shast erst vor einem Monat wieder zurückgekehrt. Davor lebte er wochenlang mit seiner Mutter in einem Einkaufszentrum. Seit den Luftangriffen auf Kyjiw ist die Angst davor, in einem Hochhaus zu wohnen, groß. Im Wohnzimmer erinnern halb abgebrannte Räucherstäbchen, eine friedvoll dreinblickende Buddha-Statue, Federboas und extravaganten Kostüme an die Zeit vor dem Krieg. Als noch Platz war für Selbstverwirklichung, Selfcare und Partys. „Mein Leben ist auf Eis gelegt“, stellt Shast nüchtern fest. Heute widmet er seine Energie ganz denjenigen, die weniger Glück als er haben.

Zehntausende Menschenleben hat der russische Angriffskrieg bereits gekostet und die Bevölkerung eines ganzen Landes terrorisiert. Junge Ukrainer und Ukrainerinnen, die vorher in Städten wie Kyjiw eine Perspektive hatten, stellte er plötzlich vor die Wahl: fliehen oder für die Freiheit kämpfen?

Auch die beiden stadtbekannten Straßenkünstlerinnen Michelle und Nicol Feldman entschieden sich fürs Bleiben. Die zweieiigen Zwillinge, die sich mit ihren Graffitis und Murals schon auf vielen Mauern in der Stadt verewigt haben, tragen Baggy-Hosen und festes Schuhwerk, mit dem man Skaten kann – oder eben auf Panzerigel klettern, die heute das Kyjiwer Straßenbild prägen. Bis vor Kurzem lebten die Schwestern mit den blond gefärbten Haaren das relativ sorglose Leben, das 25-Jährige führen sollten. Sie interessierten sich für Kunst, reisten, feierten Partys. „Wir wollten einfach unser Leben genießen“, sagt Nicol. „Seit der Krieg anfing, sind wir unfassbar wütend.“ Wütend über das russische Gerede von der Entnazifizierung der Ukraine und über Putin, der dem Land seine Existenzberechtigung abspricht. Und wütend darüber, dass mittlerweile mehr als 14 Millionen Ukrainer und Ukrainerinnen fliehen mussten: Fünf Millionen haben das Land verlassen, der Rest suchte in anderen Regionen innerhalb der Ukraine Schutz.

Die beiden stadtbekannten Straßenkünstlerinnen Michelle und Nicol Feldman haben sich mit ihren Graffitis und Murals schon auf vielen Mauern in der Stadt verewigt.

Das Geschwisterpaar wuchs in einer jüdischen Familie in der Stadt Dnipro auf. Die Mutter ist Malerin, ein Bruder ist Schauspieler und der andere Tattoo-Künstler. Und Vater Boris der ehemalige Vizepräsident der Slawjanskij-Bank. In den Nullerjahren wurde er unter dem damaligen Präsidenten Leonid Kutschma zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Kutschmas Amtszeit war von zahlreichen Korruptionsskandalen und der Beschneidung der Medienfreiheit geprägt. Die Verurteilung Feldmans führte damals zu einem Aufschrei von Menschenrechtsaktivisten und -aktivistinnen. Das Verfahren sei nicht fair gewesen. Doch der Protest half nichts, Michelles und Nicols Vater musste hinter Gitter. „Wir waren damals acht Jahre alt und haben ihm ein Bild geschenkt“, erzählt Michelle. „So haben wir angefangen zu malen.“

„Wenn man einfach nur lebt und alles in Ordnung ist, kümmert man sich nicht um die eigene politische Geschichte. Und plötzlich betrifft es einen und man begreift, dass man lernen und sich bilden muss.“ 

— Nicol Feldman (25) und ihre Schwester Michelle arbeiten als Künstlerinnen.

Vor acht Jahren, nach der Maidan-Revolution, zogen die beiden Schwestern nach Kyjiw. Am Anfang lebten beide in einem Hostel namens Dream Story. „Monatelang haben wir uns das Zimmer zu zehnt geteilt, aber das macht uns nichts aus, weil wir selbst aus einer großen Familie kommen“, erklärt Nicol. Manchmal sprechen sie auf Russisch, manchmal auf Ukrainisch. Politik habe sie nie interessiert, erzählen die beiden Schwestern. „Wenn man einfach nur lebt und alles in Ordnung ist, kümmert man sich nicht um die eigene politische Geschichte. Und plötzlich betrifft es einen und man begreift, dass man lernen und sich bilden muss“, sagt Nicol. Während die zwei erzählen, heult in der Stadt die Sirene auf, eine tägliche Begleiterscheinung des Krieges. „Wir sind das Geräusch schon gewohnt. Wir sind die Angst gewohnt. Aber an jedem Tag, an dem wir in Kyjiw aufwachen, sind wir glücklich hier zu sein“, erzählt Michelle. Ihre Kunst beschäftigt sich mit dem Krieg oder mit ukrainischen Themen und Symbolen. Und sie sind damit nicht allein.

Bis vor Kurzem lebten die Schwestern mit den blond gefärbten Haaren das relativ sorglose Leben, das 25-Jährige führen sollten. Sie interessierten sich für Kunst, reisten, feierten Partys.

An einem sonnigen Tag im Mai, den man am liebsten mit Freunden im Park verbringen möchte, arbeitet Vitalii Symonenko allein an seinen Tracks. Seit dem Krieg vergisst der DJ oft, seine Wohnung im vierten Stock eines sowjetischen Gebäudes zu verlassen. Symonenko ist Mitte 30, hat kurz rasierte Haare und trägt einen silbernen Ohrring. Auf dem Weg ins Wohnzimmer bahnt er sich den Weg vorbei an einer Menge Sneakers, Dr. Martens, Lederjacken und Topfpflanzen, die auf dem Boden herumstehen, aber von denen nicht alle die letzten Monate heil überstanden haben. An den Wänden hängen improvisiert angebrachte, stylische Stofffetzen, für die Katze, zum Kratzen. Es hat viele Monate und Diskussionen mit der Besitzerin gebraucht, bis er und seine Partnerin endlich die vielen Schichten an postsowjetischen Tapeten und PVA-Kleber entfernen durften und die Wohnung so einrichten konnten, wie sie sie haben wollten. Im Arbeitszimmer angekommen, setzt sich der große schlaksige Mann in eine Hängematte und schaukelt vor den Fenstern hin und her, die – wie es dieser Tage in der Ukraine üblich ist – mit Klebeband abgesichert sind. Zum Schutz vor Glassplittern bei Luftangriffen.

Trotz nächtlicher Ausgangssperre und täglichem Luftalarm ist die Atmosphäre in Kyjiw nicht mehr vergleichbar mit der zu Anfang des Krieges, als der Angriff auf die Hauptstadt noch in vollem Gange war. Viele Menschen sind zurückgekehrt und viele Lokale haben wieder geöffnet. Viele, nicht alle. „Selbst jetzt versuchen die Bullen noch immer uns Probleme zu machen und filzen uns, weil sie denken, dass wir kiffen. Der Krieg geht weiter, aber sie versuchen, Leute zu verhaften wegen Gras“, erzählt Symonenko. Seit neun Jahren legt er in Kyjiw auf, das kurz vor dem Angriffskrieg von vielen noch als „das neue Berlin“ bezeichnet wurde. Dafür stand vor allem das Szeneviertel Podil mit seinen Clubs, Bars und kreativen Menschen wie Symonenko, die hier arbeiten.

„Aber nur fünf Kilometer von hier stadtauswärts wirst du bereits mit der postsowjetischen Grobheit konfrontiert. Und du verstehst, dass du in einer Blase lebst, die dich leicht vergessen lässt, wo du dich wirklich befindest“, sagt er. Vor dem Krieg konnte er den Vergleich mit Berlin vielleicht noch mit einem ironischen Augenzwinkern durchgehen lassen. Heute ginge das schon allein aufgrund der politischen Haltung Deutschlands nicht mehr. „Berlin ist schön, die Atmosphäre ist besonders. Vielleicht gehe ich irgendwann mal wieder dorthin“, sagt Symonenko. Aber der zögerliche politische Kurs der deutschen Regierung ist den meisten Ukrainern und Ukrainerinnen ein Rätsel. „Viele dieser ‚aufgeklärten‘ Gesellschaften in Europa sind nicht bereit, Demokratie und Freiheit aktiv zu verteidigen, sondern nehmen sie als selbstverständlich hin. Was viele Linke nicht verstehen: Kapitulation bedeutet für uns den Tod.“

„Viele dieser ‚aufgeklärten‘ Gesellschaften in Europa sind nicht bereit, Demokratie und Freiheit aktiv zu verteidigen, sondern nehmen sie als selbstverständlich hin. Was viele Linke nicht verstehen: Kapitulation bedeutet für uns den Tod.“

— Vitalii Symonenko, Musikproduzent und DJ

So wie alle Männer im wehrfähigen Alter stand auch er am 24. Februar unter Schock, und vor der Frage: Wie weitermachen? Flucht war keine Option, weil die Regierung das Kriegsrecht erlassen hat. Die ersten drei Nächte verbrachte er mit seiner Partnerin im Keller ihres Wohnhauses. Dann packten sie ihre Sachen und flohen nach Lwiw, Richtung ukrainisch-polnische Grenze. „Wir sind auf den Schießstand und brachten uns bei, wie man eine Waffe bedient. Es wäre einfach unglaublich dämlich, wenn wir nicht wüssten, wie man schießt, wenn wir von den Russen überfallen werden.“

Vitalii Symonenko wuchs in Luhansk auf. Vor zehn Jahren, als es noch keinen Krieg in der Ostukraine gab, dachte Symonenko noch anders über Russland. Er lebte sogar für einige Zeit in Moskau. Und er hat Verwandte dort, von denen sich jedoch keiner bei ihm gemeldet hat, seitdem die russischen Truppen sein Land angriffen. Seine Muttersprache Russisch will er heute nicht mehr sprechen.

Vieles von dem, was derzeit in der Ukraine passiert, hat Symonenko schon einmal erlebt. Er wuchs in Luhansk auf, in der ostukrainischen Donbas-Region, die seit Jahren unter russischer Kontrolle steht und wo seit 2014 gekämpft wird. Seine Eltern sind noch immer dort. Das letzte Mal hat er sie im August des Vorjahres gesehen. „Ich habe sie in die Karpaten eingeladen, in die Westukraine, weil ich wollte, dass sie unsere Kultur sehen und sich inspirieren lassen. Und es hat funktioniert. Sie waren die ganze Zeit am Nachdenken, sie haben reflektiert“, sagt Symonenko. Doch die Eltern haben ihr ganzes Leben in Luhansk verbracht, haben ihre Arbeit, ihren Besitz, ihre Freunde dort. So einfach ziehen Menschen im höheren Alter nicht mehr um und beginnen ein neues Leben. Symonenko erklärt, dass er vorsichtig sein muss mit dem, was er sagt. „Es ist schon öfter vorgekommen, dass ich in Radiointerviews meine Meinung sagte und meine Eltern daraufhin bedroht wurden. Sie stehen in der Mitte. Sie sind keine Russen. Aber sie sind auch keine Ukrainer mehr. Sie leben in einer Gegend, in der der Rubel eingeführt wurde und wo das russische Militär die Kontrolle ausübt. Und die russische Propaganda ist wie eine Seuche.“ Vor zehn Jahren, als es noch keinen Krieg in der Ostukraine gab, dachte Symonenko noch anders über Russland. Er lebte sogar für einige Zeit in Moskau. Und er hat Verwandte dort, von denen sich jedoch keiner bei ihm gemeldet hat, seitdem die russischen Truppen sein Land angriffen. Seine Muttersprache Russisch will er heute nicht mehr sprechen.

Aus den Lautsprechern wummern seine Techno-Klänge, konzentriert sitzt er vor seinem PC. Viele seiner Nachbarn seien geflohen, aber die, die noch da sind, seien kulant, wenn es um seine laute Musik geht. „Musik zu machen ist wie Magie. Sie erscheint aus dem Nichts“, schwärmt er. Früher spielte er in einer Indierock-Band, vor fünf Jahren wagte er sich an Techno heran. „Jetzt ist nicht die Zeit zum Feiern. Es würde sich falsch anfühlen, Party zu machen.“ Musik produziert er trotzdem. Einer seiner neuesten Tracks heißt „Russky voyenny korabl, idi na khuy“, eine Hommage an die Männer des ukrainischen Grenzschutzes auf der Schlangeninsel im Schwarzen Meer. Sie wurden am ersten Tag des Krieges vom russischen Kriegsschiff Moskwa über Funk aufgefordert, sich zu ergeben. Ihre Antwort an die russischen Angreifer: „Russisches Kriegsschiff, fick dich.“ Der Audiomitschnitt des Funkgesprächs hat in der Ukraine Kultstatus erlangt und ist mittlerweile überall im Land auf T-Shirts, Socken, Autoscheiben und Hauswänden zu lesen. „Der Satz steht für unseren Widerstand“, sagt Symonenko. „Ich stand unter Schock, wie alle. Aber als ich diesen Spruch hörte, habe ich mir gesagt: Okay, es ist Zeit etwas zu unternehmen. Zeit für Beats.“ Insgesamt zehn sollen es werden. „Der Letzte soll erscheinen, wenn die Ukraine den Krieg gewinnt.“

Erstmals publiziert in der Ausgabe #02/2022 (Juni) von period.

Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt: © Daniela Prugger / period. Bei Interesse an Wiederveröffentlichung bitten wir um Kontaktaufnahme mit der Redaktion. Urheberrechtliche Angaben zu Bildern, Grafiken und Videos sind direkt bei den Abbildungen bzw. am Beginn vermerkt. Titelbild: Bis vor Kurzem lebten die Schwestern und stadtbekannten Straßenkünstlerinnen Michelle und Nicol Feldman mit den blond gefärbten Haaren das relativ sorglose Leben, das 25-Jährige führen sollten. Foto: Astrig Agopian

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