{"id":7758,"date":"2022-05-31T13:41:00","date_gmt":"2022-05-31T13:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tippingpoint.net\/?p=7758"},"modified":"2022-06-08T10:03:08","modified_gmt":"2022-06-08T10:03:08","slug":"zwischen-vr-und-wg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/zwischen-vr-und-wg\/","title":{"rendered":"Zwischen VR und WG"},"content":{"rendered":"\n\n\t\n\t\t\t
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\n\tW\u00e4hrend der COVID-19-Pandemie wurden die Probleme im Pflegebereich verst\u00e4rkt sichtbar: ein akuter Fachkr\u00e4ftemangel und die Belastung des Personals stellen die Branche vor gro\u00dfe Herausforderungen. Unsere Autorin hat sich angesehen, an welchen Ideen und Konzepten f\u00fcr eine zukunftsf\u00e4hige Pflege gearbeitet wird und was es f\u00fcr eine Entlastung und faire Entlohnung der Pflegekr\u00e4fte braucht.<\/strong><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\t\u201eEigentlich ist das respektlos gegen\u00fcber den Menschen, die wir betreuen\u201c, sagt Csilla F. Sie ist 24-Stunden-Betreuerin. Sie lebt mit alten oder hilfsbed\u00fcrftigen Menschen, leistet Gesellschaft, kocht f\u00fcr sie, hilft beim Waschen und Medikamente einnehmen. Csilla liebt ihren Job. Eigentlich. Doch die Rahmenbedingungen, in denen sie arbeiten muss, erschweren es ihr, den Beruf gut zu machen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tCsilla hat keine Ausbildung und was sie macht, wird nicht kontrolliert. Bis zu 24 Stunden am Tag ist sie rufbereit. Zeit f\u00fcr ihr Privatleben bleibt fast keine. Noch dazu bekommt sie einen extrem geringen Stundenlohn. An ihrem Arbeitsalltag zeigt sich, wo die Probleme der Pflege liegen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tSeit mehr als 20 Jahren pendelt Csilla von der Slowakei nach \u00d6sterreich, um \u00e4ltere und hilfsbed\u00fcrftige Menschen zu versorgen. \u201eIch liebe es, so f\u00fcr die Menschen da zu sein\u201c, sagt sie. Trotzdem: W\u00fcrde sie eine andere Arbeit finden, w\u00fcrde sie ihren Job aufgeben.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tWie Csilla geht es vielen. Aufgrund der Bedingungen wollen immer weniger Menschen in der Pflege und Betreuung arbeiten. Laut einer Bedarfsprognose f\u00fcr \u00d6sterreich wird der Bedarf an Pflege und Betreuung aber zunehmen: Aktuell sind etwa 127.000 Personen in der Pflege besch\u00e4ftigt. Eine Studie<\/a> der Gesundheit \u00d6sterreich GmbH geht bis 2030 von einem zus\u00e4tzlichen Bedarf von 75.700 Kr\u00e4ften aus. Sp\u00e4testens ab 2024 k\u00f6nne nicht mehr davon ausgegangen werden, dass der Bedarf gedeckt werden k\u00f6nne.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\t\u201eEs gibt nicht gen\u00fcgend Menschen, die diesen Job unter den herrschenden Bedingungen machen wollen\u201c, sagt Gesundheits\u00f6konomin Monika Riedel. Sie ist Volkswirtin und forscht zu Finanzierungsmodellen f\u00fcr die Pflege. Sie wei\u00df: Die Pflegekr\u00e4fte m\u00fcssen aktuell unter gro\u00dfem Zeitdruck arbeiten und bekommen dazu verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig geringen Lohn.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\t\u201eEs gibt nicht gen\u00fcgend Menschen, die diesen Job unter den herrschenden Bedingungen machen wollen.\u201c<\/p>

\n\t\u2014 Monika Riedel, Gesundheits\u00f6konomin<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tEine 24-Stunden-Betreuerin kann laut Arbeitsmarktservice \u00d6sterreich (AMS) mit einem Einstiegsgehalt zwischen 1.670 Euro und 1.780 Euro rechnen, ein diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit einem Gehalt zwischen 1.570 und 2.260 Euro. Schon jetzt gibt es einen Fachkr\u00e4ftemangel, doch mit dem demografischen Wandel werde der Druck auf das Finanzierungssystem in den n\u00e4chsten Jahren steigen: \u201eDie Menschen werden \u00e4lter, die Familienstrukturen und Gewohnheiten \u00e4ndern sich\u201c, so Riedel. Wenn es so weiter geht, steht \u00d6sterreich eine Pflegekrise bevor. Wie l\u00e4sst sie sich verhindern?<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\t\u201eEs gibt viele L\u00f6sungen\u201c, sagt Richard Stern. F\u00fcr den Fachexperten f\u00fcr Digitale Innovation beim Kuratorium der Wiener Pensionisten-Wohnh\u00e4user<\/a> ist Technologie zentral f\u00fcr die Zukunft des Pflegeberufs. Sein Team \u00fcberlegt, wie Digitalisierung die Pflege entlasten und \u2013 das betont Stern \u2013 das Leben der Menschen verbessern kann.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tVielleicht sieht die Zukunft der Pflege dann so aus: Die 106-j\u00e4hrige Martina F. fr\u00fchst\u00fcckt Semmeln und Marmelade, wie immer. Eine Pflegekraft begleitet sie in den Aufenthaltsraum, wo sie erstmal zwei Runden Karten spielt mit ihren Freundinnen Hildegard und Sara von nebenan. Nach einer kurzen Kaffeepause steht sie auf und f\u00e4hrt f\u00fcnf Mal hintereinander den Kitzb\u00fcheler Hahnenkamm hinunter. Klingt unm\u00f6glich? In Wiens Pensionisten-Wohnh\u00e4usern soll das mehr und mehr Alltag werden. Seit rund 2020 hat jedes Haus eine Virtual-Reality-Brille. So k\u00f6nnen Menschen, die l\u00e4ngst nicht mehr alleine zum Supermarkt gehen k\u00f6nnen, einen Berggipfel sehen, demente Personen alte Wege wieder gehen und 106-J\u00e4hrige Schifahren. \u201eDiese Brillen erm\u00f6glichen Lebensqualit\u00e4t\u201c, sagt Stern. Das erleichtert den Pflege- und Betreuungskr\u00e4ften ihre Arbeit, denn neben K\u00f6rperpflege, Medikamentengaben und vielen anderen Aufgaben sind sie auch f\u00fcr die Freizeit der betreuten Personen zust\u00e4ndig.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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