{"id":7246,"date":"2022-04-14T13:11:27","date_gmt":"2022-04-14T13:11:27","guid":{"rendered":"https:\/\/tippingpoint.net\/?p=7246"},"modified":"2022-06-01T09:12:19","modified_gmt":"2022-06-01T09:12:19","slug":"die-friedensdiener","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/die-friedensdiener\/","title":{"rendered":"Die Friedensdiener"},"content":{"rendered":"<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Aleksandar Petrovi\u0107 kommt aus einer serbischen, Dennis Miski\u0107 aus einer bosnischen Familie. Gemeinsam leisten die beiden jungen M\u00e4nner als erste \u00d6sterreicher ihren Zivildienst in Srebrenica ab.<\/strong><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tFrost und Matsch bedecken den Friedhofsboden von Poto\u010dari in der ostbosnischen Gemeinde Srebrenica. Durch die Reihen wei\u00dfer Marmorstelen stapfen Dennis Miski\u0107 und Aleksandar Petrovi\u0107, zwei junge Wiener, an deren Schuhen ein Brei aus feuchter Erde und Grashalmen klebt. Ihre Aufgabe: Die Gr\u00e4ber mit den muslimischen Namen darauf aus drei verschiedenen Perspektiven zu fotografieren. Insgesamt rund 20.000 Aufnahmen. \u201eMir dreht es jedes Mal den Magen um, wenn ich hier bin\u201c, sagt Miski\u0107. \u201eDas ist schon ein mulmiges Gef\u00fchl, neben einem Massengrab zu arbeiten\u201c, erg\u00e4nzt Petrovi\u0107. Nach wochenlanger Arbeit schie\u00dfen sie die letzten Bilder. Rechtzeitig, bevor der Winter den Friedhof unter einer Decke aus Schnee begraben und erst im Fr\u00fchling wieder freigeben wird. Aus den Fotos der Burschen soll eine 3D-animierte Datenbank aller Grabsteine entstehen, die es vereinfacht, auf Standort und Informationen der Beigesetzten zuzugreifen. In Sichtweite verwittert ein einsamer Wachturm wie ein Mahnmal. \u201eUN\u201c steht darauf geschrieben, Vereinte Nationen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tVor den Augen niederl\u00e4ndischer Blauhelm-Soldaten spielt sich zwischen 11. und 22. Juli 1995 mitten in Europa ein Kriegsverbrechen ab. Unter der F\u00fchrung des bosnisch-serbischen Generals Ratko Mladi\u0107 t\u00f6ten Soldaten der Armee der Republika Srpska, sowie bosnisch-serbische Polizisten und serbische Paramilit\u00e4rs \u00fcber 8.000 bosniakische Jungen und M\u00e4nner in der UN-Schutzzone Srebrenica. Zum Zeitpunkt des systematisch geplanten V\u00f6lkermordes an den bosnischen Muslimen sind Dennis Miski\u0107 und Aleksandar Petrovi\u0107 noch nicht einmal ein Gedanke in den K\u00f6pfen ihrer Eltern, die f\u00fcnfzig Flugminuten von dem Massaker entfernt im sicheren Wien leben. Miski\u0107s Eltern stammen aus Bosnien-Herzegowina und sind dem Krieg in ihrer Heimat gerade noch entkommen, Petrovi\u0107s Eltern kamen bereits in den 1980er-Jahren als Gastarbeiter aus Serbien, damals noch als Jugoslawen. In der \u00f6sterreichischen Hauptstadt begegnen sich die jeweiligen Paare zum ersten Mal, verlieben sich. Wenige Wochen nach den Ereignissen in Srebrenica werden sie unabh\u00e4ngig voneinander heiraten, Dennis und Aleksandar kommen erst Jahre sp\u00e4ter zur Welt.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"https:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/R65A4057-scaled.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tDer Grundstein f\u00fcr das Srebrenica-Poto\u010dari Memorial Center f\u00fcr die Opfer des V\u00f6lkermords von 1995 wurde auf Beschluss des Hohen Repr\u00e4sentanten f\u00fcr Bosnien und Herzegowina im Jahr 2000 gelegt. Der Gedenktag findet j\u00e4hrlich am 11. Juli statt. Foto: Martin Zinggl \/ tippingpoint.net<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tW\u00e4hrend ihre Herkunftsl\u00e4nder miteinander Krieg f\u00fchren, leben die Eltern der beiden Burschen in Wien in benachbarten Bezirken. Getrennt nur durch die Donau werden sie einander dennoch niemals kennenlernen \u2013 und auch nicht mehr auf den Balkan zur\u00fcckkehren, um dort zu leben. Ihre S\u00f6hne hingegen schon. <\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tIm Oktober 2021, also mehr als ein Vierteljahrhundert nach den Kriegsverbrechen in Srebrenica, legen der mittlerweile 19-j\u00e4hrige Miski\u0107 und der 23-j\u00e4hrige Petrovi\u0107 ihre Wertgegenst\u00e4nde in eine dunkle Plastikschale und treten durch die Sicherheitsschranke ins Wiener Justizministerium. Ihre Blasen dr\u00fccken, die K\u00f6pfe err\u00f6ten, die H\u00e4nde schwitzen, ihre Stirnen sind nass. Die Burschen sind nerv\u00f6s, denn Justizministerin Alma Zadi\u0107 nimmt die beiden in Empfang, um sie offiziell zu verabschieden. Zadi\u0107, selbst geb\u00fcrtige Bosnierin, ist daf\u00fcr bekannt, junge Menschen ins Ministerium einzuladen, vor allem, wenn eine Verbindung zwischen Ex-Jugoslawien und \u00d6sterreich besteht. Miski\u0107 und Petrovi\u0107 werden ihren Zivildienst in Bosnien-Herzegowina absolvieren, einen sogenannten Friedensdienst leisten. Erstmals in der Geschichte der Entsendeorganisation, des \u00d6sterreichischen Auslandsdienstes, reisen Freiwillige nach Poto\u010dari, keine zehn Kilometer von Srebrenica entfernt, wo neben dem Friedhof ein Gedenkzentrum errichtet wurde.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tSeit 2003 gibt es diese staatliche Einrichtung, die Wissen und Geschichte vermitteln m\u00f6chte. Ein Archiv aus Erinnerungsst\u00fccken der Get\u00f6teten, Fotos, Videos und tausenden Stunden dokumentierter Interviews, das in Ausstellungen die Ereignisse vom Juli 1995 und deren Folgen aufarbeitet, um an das Grauen und seine Opfer zu erinnern \u2013 und an das Z\u00f6gern der Internationalen Gemeinschaft. Eineinhalb Jahre Vorbereitung und hunderte E-Mails investierte Miski\u0107 in die Antragstellung bei den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden, bevor die Genehmigung f\u00fcr den Auslandseinsatz kam. Kurz darauf folgte Petrovi\u0107 der Initiative seines Kollegen. F\u00fcnf Monate lang unterst\u00fctzen die ersten ausl\u00e4ndischen Friedensdiener das Memorial Center, werden in die Projekte involviert: Interviews mit \u00dcberlebenden f\u00fchren, transkribieren und \u00fcbersetzen, Grabsteine fotografieren, Ausstellungen vorbereiten, versuchen, aus der Geschichte die Fakten herauszuarbeiten. Danach f\u00fchrt sie der zweite Teil ihres Einsatzes f\u00fcr weitere f\u00fcnf Monate ins US-amerikanische Dayton.  <\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--biggest paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-quote__paragraph\">\n\t\u201eSo lange in Bosnien zu sein, erstmals weg von zu Hause und dann auch noch als Serbe. Ich bewege mich dort auf d\u00fcnnem Eis.\u201c<\/p><p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-quote__author\">\n\t\u2014 Aleksandar Petrovi\u0107<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDorthin, wo im November 1995 durch den Friedensvertrag von Dayton das dreieinhalb Jahre andauernde Lynchen, Vergewaltigen und Zerst\u00f6ren offiziell beendet, das Staatsgebilde Bosnien-Herzegowina geschaffen wurde. Wo Bill Clinton, Jacques Chirac und Helmut Kohl sich damit r\u00fchmten, das kleine Land zu seinem Besten in zwei halbautonome Entit\u00e4ten geteilt zu haben, dessen komplexe Struktur bis heute Gesellschaft und Politik im W\u00fcrgegriff h\u00e4lt. Seitdem leben im Landesteil \u201eRepublika Srpska\u201c mehrheitlich bosnische Serben, in der \u201eF\u00f6deration\u201c sind vorwiegend bosnische Kroaten und Bosniaken zu Hause. Srebrenica und die Gedenkst\u00e4tte in Poto\u010dari liegen ganz im Osten der Republika Srpska, keine f\u00fcnfzehn Kilometer entfernt von der Grenze Bosnien-Herzegowinas mit Serbien. \r<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Ein Ort ohne Zukunft<\/strong><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tEinst war Srebrenica bekannt f\u00fcr seine Silber- und Zinkminen, und als Kurort bei Jugoslawen aus allen Teilen des Vielv\u00f6lkerstaates beliebt. Eine prosperierende Kleinstadt in einer 40.000-Einwohner-Gemeinde, mehrheitlich von Bosniaken bewohnt. Dann verwirrte Nationalismus den Bewohnern die K\u00f6pfe, f\u00fchrte zu Krieg und gipfelte in dem V\u00f6lkermord f\u00fcr den Srebrenica traurige Ber\u00fchmtheit erlangte. Nach dem Krieg lag das Leben brach. Wenige kehrten zur\u00fcck, heute z\u00e4hlt die Stadt keine 5.000 Menschen, ist ein Ort ohne Zukunft, nur mit einer kaum ertr\u00e4glichen Vergangenheit. Jeder kennt hier jeden. Darum wissen die Opfer, wer die T\u00e4ter sind und umgekehrt.\r<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"https:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/R65A3783-scaled.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tViele fl\u00fcchteten im Krieg aus ihrer Heimat f\u00fcr immer, was blieb ist die kaum ertr\u00e4gliche Vergangenheit. Heute z\u00e4hlt die einst prosperierende Bergbaustadt Srebrenica keine 5.000 Menschen. Auch vom Glanz des ehemals beliebten Kurorts ist nichts mehr zu sp\u00fcren. Foto: Martin Zinggl \/ tippingpoint.net<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tKaum ein Ort in Bosnien-Herzegowina sorgt aufgrund seiner Geschichte und Lage f\u00fcr mehr Aufruhr unter den Nachbarn, die einander einst besuchten ohne zu klopfen und schlie\u00dflich aufeinander losgingen. Miski\u0107 und Petrovi\u0107 sind sich der Brisanz ihres gew\u00e4hlten Einsatzortes bewusst, und um die der Gedenkst\u00e4tte, deren \u00fcber siebzig Mitarbeiter sich aus \u00dcberlebenden und Angeh\u00f6rigen von Opfern zusammensetzen. Dass die Wurzeln der beiden Burschen aus Wien bis ins ehemalige Jugoslawien reichen, macht die Aufgabe nicht unbedingt einfacher, vor allem f\u00fcr Petrovi\u0107.\r<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t\u201eDas ist eine gro\u00dfe Aufgabe f\u00fcr mich\u201c, sagt er im Gespr\u00e4ch mit Justizministerin Zadi\u0107. \u201eSo lange in Bosnien zu sein, erstmals weg von zu Hause und dann auch noch als Serbe. Ich bewege mich dort auf d\u00fcnnem Eis.\u201c Zadi\u0107 antwortet: \u201eIch finde es toll, dass du dich dem stellst und bewundere deinen Mut.\u201c \u201eIch m\u00f6chte ein Idol sein, so wie Sie, Frau Ministerin\u201c, sagt Petrovi\u0107. \r<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<div class=\"story-card block-story-card__story-card\">\n\t<hr class=\"story-card__divider\">\n\t<div class=\"story-card__wrap\">\n\t\t<a class=\"story-card__image-container\" href=\"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/srebrenica-heute\/\">\n\t\t\t<div class=\"image-wrap story-card__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<div\n\t\t\tstyle=\"background-image:url(https:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/01_portrait_marijantadic_1_small-1-1200x801.jpg)\"\n\t\t\tclass=\"image image--bg story-card__image\"\n\t\t>\n\t\t<\/div>\n\t\n\t<\/div>\t\t<\/a>\n\t\t<div class=\"story-card__content\">\n\t\t\t<a \n\thref=\"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/srebrenica-heute\/\"\n\tid=\"\"\n\tclass=\"link-heading link-heading__color--primary link-heading__size--small link-heading__align--left link-heading__font--primary  link-heading--no-margin story-card__link-heading\"\n>\n\t<h2 class=\"link-heading__heading\" >\n\t\tSrebrenica Heute\t<\/h2>\n<\/a>\t\t\t<a href=\"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/srebrenica-heute\/\" class=\"story-card__link\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal story-card__paragraph\">\n\tErhard Busek<\/p>\t\t\t<\/a>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\t<hr class=\"story-card__divider\">\n<\/div>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t\u201eHaben Sie einen Rat f\u00fcr uns, Frau Ministerin?\u201c, fragt Miski\u0107. \u201eDurch die Geschichten aus erster Hand von \u00dcberlebenden und Angeh\u00f6rigen vor Ort bekommt man pl\u00f6tzlich einen anderen Eindruck als jenen, den einen Freunde und Familie vermitteln\u201c, antwortet Zadi\u0107. \u201eDie Gesamtperspektive ist wichtig, da sie zur Aufarbeitung beitr\u00e4gt.\u201c \r<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tAnd\u00e4chtig sitzen ihr die zwei jungen Herren in Anz\u00fcgen gegen\u00fcber wie Kandidaten bei einer Maturapr\u00fcfung. Zwei Menschen, die einander vor dem Auslandsdienst nicht kannten, die nicht unterschiedlicher sein k\u00f6nnten und doch dasselbe Ziel verfolgen: etwas zur V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung beizutragen, wenngleich ihre Motivationen auseinandergehen. \r<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--biggest paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-quote__paragraph\">\n\t\u201eDurch die Geschichten aus erster Hand von \u00dcberlebenden und Angeh\u00f6rigen vor Ort bekommt man pl\u00f6tzlich einen anderen Eindruck als jenen, den einen Freunde und Familie vermitteln.\u201c<\/p><p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-quote__author\">\n\t\u2014 Alma Zadi\u0107, Politikerin und seit 2020 \u00d6sterreichs Bundesministerin f\u00fcr Justiz<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tMiski\u0107 hat sein lockiges Haar zu einem volumin\u00f6sen Kn\u00e4uel zusammengebunden, tr\u00e4gt Vollbart und Ringe an Ohr und Finger. Sein Auftreten wirkt selbstbewusst, er ist kommunikativ, sprudelt vor Elan und Energie, hat neugierige Augen. Ein Reflektierender, ein Extrovertierter, ein Lebemann, der wei\u00df, dass er die Welt nicht ver\u00e4ndern kann, aber zumindest einen Schritt in eine gute Richtung geht. \r<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tPetrovi\u0107 leidet aufgrund einer Autoimmunerkrankung an Haarausfall. Ein paar Bartstoppeln sprie\u00dfen aus dem Kinn und oberhalb der Lippen. Eine Brille sch\u00fctzt seine sanften Augen. Er ist nachdenklich, ruhig und hochsensibel. Ein Musiker, ein Asket, ein Tr\u00e4umer, der sich w\u00fcnscht, dass alle, deren Nachname auf -i\u0107 endet, in Frieden miteinander Bier trinken. Gerade hat er eine Friedenshymne fertiggestellt. \u201eUnsere Eltern lehrten uns, unsere Nachbarn zu hassen, mit denen sie fr\u00fcher noch Kaffee getrunken haben. Wir benehmen uns wie Feinde, aber heimlich lieben wir einander\u201c, rappt Petrovi\u0107 darin. \r<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"https:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/R65A3523-scaled.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tAleksandar Petrovi\u0107 und Dennis Miski\u0107 im Memorial Center. Zwei Menschen, die einander vor dem Auslandsdienst nicht kannten, die nicht unterschiedlicher sein k\u00f6nnten und doch dasselbe Ziel verfolgen: etwas zur V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung beizutragen, wenngleich ihre Motivationen auseinandergehen. Foto: Martin Zinggl \/ tippingpoint.net<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tWas die Friedensdiener verbindet? Beide sind ihrer eng verwandten Muttersprachen, Bosnisch und Serbisch, nicht flie\u00dfend m\u00e4chtig. Beiden ist der Balkan nur aus j\u00e4hrlichen Urlauben bekannt, der Krieg der 1990er-Jahre \u00fcberhaupt nur aus Erz\u00e4hlungen und sozialen Medien. Beide sind unbelastet, da unpolitisch und nicht religi\u00f6s. Beide wollen dabei helfen, den Genozid aufzuarbeiten.\r<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Balance f\u00fcr das Zusammenleben <\/strong><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tUnd das m\u00fcssen sie auch, denn 26 Jahre nach Ende des Krieges wackelt das Friedenskonstrukt zwischen den beiden Entit\u00e4ten, die gezwungenerma\u00dfen koexistieren. Das Abkommen von Dayton wird durch neu gesch\u00fcrten Nationalismus auf die Probe gestellt, das Land in seiner Stabilit\u00e4t bedroht. Allerdings nicht mehr unterhalb der Oberfl\u00e4che, sondern als alltagbestimmendes Thema auf politischer B\u00fchne. Am lautesten schreit das serbische Mitglied im dreik\u00f6pfigen Staatspr\u00e4sidium Bosnien-Herzegowinas: Milorad Dodik. Als Chef der bosnisch-serbischen Partei SNSD boykottiert er das Parlament in Sarajevo, will die Republika Srpska aus der bosnischen Zentralregierung ausgliedern. Er fordert eine eigene Armee, ein eigenes Steuer- und Justizsystem, eine eigene Verfassung. Es ist ein Schritt Richtung Abspaltung von Bosnien-Herzegowina, wobei Dodik immer mit einem Auge auf einen Zusammenschluss mit dem Nachbarland Serbien schielt. Dort erh\u00e4lt der rechtskonservative Pr\u00e4sident Aleksandar Vu\u010di\u0107 lautstark den einstigen Traum vom ethnisch reinen Gro\u00dfserbien am Leben. Schenkt man Dodik Glauben, soll der Austritt in sechs Monaten vollzogen sein. <\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDoch damit nicht genug: Zuletzt machte Dodik auf sich aufmerksam, als er den V\u00f6lkermord in Srebrenica \u00f6ffentlich leugnete. In Bosnien-Herzegowina sind solche Aussagen seit Juli 2021 verboten, auf Initiative des Hohen Repr\u00e4sentanten, der h\u00f6chsten internationalen diplomatischen Instanz im Land, dem Garant f\u00fcr das friedliche Miteinander seit Dayton. Nach zw\u00f6lf Jahren als Amtsinhaber verabschiedete der \u00d6sterreicher Valentin Inzko am letzten Tag vor der \u00dcbergabe an seinen Nachfolger Christian Schmidt ebendieses Gesetz, das sich viele \u00dcberlebenden und Hinterbliebene schon vor zwei Jahrzehnten gew\u00fcnscht h\u00e4tten. Auf Genozidleugnung stehen nun Haftstrafen von bis zu f\u00fcnf Jahren. Und das Gesetz zeigt bereits Wirkung, wie das Memorial Center in seinen Pressespiegeln erfasst. W\u00e4hrend einschl\u00e4gige Medien sich seither mit Leugnungen und Hasstiraden zur\u00fcckhalten, lehnt der politische Anf\u00fchrer der bosnischen Serben weiterhin ab, das Massaker in Srebrenica als V\u00f6lkermord zu bezeichnen und l\u00e4chelt demonstrativ in die Kameras: \u201eVerhaftet mich doch!\u201c  <\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--biggest paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-quote__paragraph\">\n\t\u201eIch habe Angst davor, meinen Kindern in 30 Jahren vom zweiten Bosnien-Krieg erz\u00e4hlen zu m\u00fcssen. Um das zu verhindern, sind die Serben nicht die Einzigen, die etwas tun m\u00fcssen. Auch die Bosniaken m\u00fcssen ihren Teil dazu beitragen.\u201c<\/p><p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-quote__author\">\n\t\u2014 Dennis Miski\u0107<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t\u201eGenauso wie es Serben gibt, die den V\u00f6lkermord leugnen, missbrauchen manche Bosnier Srebrenica als Kanal f\u00fcr ihren Serbenhass\u201c, sagt Petrovi\u0107 nach zwei Monaten Friedensdienst in Srebrenica. Auch Miski\u0107 wei\u00df Bescheid \u00fcber die Vorurteile und nationalistischen Narrative, die bis heute in vielen Familien weitergegeben werden, auch in der Diaspora. \u201eIch habe Angst davor, meinen Kindern in 30 Jahren vom zweiten Bosnien-Krieg erz\u00e4hlen zu m\u00fcssen. Um das zu verhindern, sind die Serben nicht die Einzigen, die etwas tun m\u00fcssen. Auch die Bosniaken m\u00fcssen ihren Teil dazu beitragen\u201c, sagt er.\r<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"https:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/R65A4595-1-scaled.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tDas Memorial Center und seine Friedensdiener versuchen vorzuleben, was es bedeutet, Br\u00fccken zu bauen. In all den Jahren hat die Gedenkst\u00e4tte nicht eine einzige serbische Bewerbung auf die \u00f6ffentlich ausgeschriebenen Stellen erhalten. Aleksandar Petrovi\u0107 ist der erste und daf\u00fcr wird ihm gro\u00dfen Respekt gezollt. Amra Begi\u0107 ist &#8220;sehr froh dar\u00fcber, dass sich junge Menschen hier einsetzen, vor allem aus der Diaspora\u201c. Foto: Martin Zinggl \/ tippingpoint.net<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t\u201eNiemand will hier Krieg, aber das wollte in den Neunzigern auch niemand. Es braucht nicht viel, um alte Wunden wieder aufzurei\u00dfen.\u201c Die Stimme der Vernunft ist tief und verraucht. Sie geh\u00f6rt Amra Begi\u0107, Vizedirektorin des <a href=\"https:\/\/srebrenicamemorial.org\/en\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Memorial Centers in Poto\u010dari<\/a> und Vorgesetzte der beiden \u00f6sterreichischen Friedensdiener. Sie ist besorgt um die Zukunft Bosnien-Herzegowinas. Dass Gewaltpotenzial und Rachegedanken da sind, wei\u00df die 43-j\u00e4hrige Bosniakin aus erster Hand \u2013 und darum auch Bedarf f\u00fcr die Gedenkst\u00e4tte und den Friedensdienst. Als 16-J\u00e4hrige \u00fcberlebte Begi\u0107 den V\u00f6lkermord in ihrer Heimatstadt Srebrenica, verlor dabei 28 Familienmitglieder, darunter Vater und Gro\u00dfvater. Sie fl\u00fcchtete, studierte Kriminalwissenschaften und Recht in Sarajevo und kehrte erst 2005 zur\u00fcck, um f\u00fcr das Memorial Center zu arbeiten. Dem Mann, der ihren Vater seinen Peinigern ausgeliefert hat, begegnet sie seitdem beinahe t\u00e4glich. Ein Serbe. Einer von vielen, die an den Kriegsverbrechen beteiligt waren, aber nicht strafgerichtlich verfolgt werden. Eine Frage, die sich Begi\u0107 oft stellt, wenn sie diesem oder anderen T\u00e4tern \u00fcber den Weg l\u00e4uft: W\u00fcrden sie es wieder tun? \u201eMan muss eine Balance finden und sich an ein Zusammenleben gew\u00f6hnen, aber das Gep\u00e4ck, das man hier zu schleppen hat, ist noch schwerer als sonst wo\u201c, sagt sie. <\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--biggest paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-quote__paragraph\">\n\t\u201eEs braucht nicht viel, um alte Wunden wieder aufzurei\u00dfen. Man muss eine Balance finden und sich an ein Zusammenleben gew\u00f6hnen, aber das Gep\u00e4ck, das man hier zu schleppen hat, ist noch schwerer als sonst wo.\u201c<\/p><p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-quote__author\">\n\t\u2014 Amra Begi\u0107, Vizedirektorin des Memorial Centers in Poto\u010dari<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tKann eine Gesellschaft \u00fcberhaupt jemals wieder funktionieren, obwohl so ein Gr\u00e4uel zwischen den Menschen steht? Kann die Trennung in \u201ewir\u201c und \u201esie\u201c \u00fcberwunden werden? Begi\u0107 berichtet von einem jungen Mann, viel zu jung, um an dem Massaker teilgenommen zu haben. Nachdem er Begi\u0107 im Fernsehen gesehen hatte, kam er auf sie zu und entschuldigte sich im Namen der Serben f\u00fcr den V\u00f6lkermord an ihrer Familie und den anderen Bosniaken. \u201eLeute wie er geben mir Hoffnung, dass es m\u00f6glich ist, hier wieder ein gemeinsames Leben aufzubauen.\u201c\r<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Memorial Center als Br\u00fcckenbauer <\/strong><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDas Memorial Center und seine Friedensdiener versuchen, diesen Gedanken vorzuleben, doch bisher sind die Erfolge \u00fcberschaubar. In all den Jahren hat die Gedenkst\u00e4tte nicht eine einzige serbische Bewerbung auf die \u00f6ffentlich ausgeschriebenen Stellen erhalten. \u201eAleksandar ist der erste und f\u00fcr diesen Schritt zollen wir ihm Respekt. Ich bin sehr froh dar\u00fcber, dass sich junge Menschen hier einsetzen, vor allem aus der Diaspora. Denn das ist im Kern die Essenz dieser Gedenkst\u00e4tte: Br\u00fccken zu bauen, die das Land in eine bessere Zukunft f\u00fchren.\u201c\r<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"https:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/R65A5577-scaled.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\t\u00dcber die Unterst\u00fctzung der allerersten Freiwilligen aus dem Ausland wunderte sich zun\u00e4chst das gesamte Memorial Center: \u201eDass sie aus einer heilen und privilegierten Welt kommen, um hier leben wollen, war f\u00fcr uns alle \u00fcberraschend.\u201c Nun hofft Amra Begi\u0107 (Mitte) auf eine langfristige Zusammenarbeit mit dem \u00d6sterreichischen Auslandsdienst. Foto: Martin Zinggl \/ tippingpoint.net<br><\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t\u00dcber die Unterst\u00fctzung der beiden allerersten Freiwilligen aus dem Ausland wunderte sich zun\u00e4chst das gesamte Memorial Center: \u201eDass sie aus einer heilen und privilegierten Welt kommen, um hier leben wollen, war f\u00fcr uns alle \u00fcberraschend.\u201c Nun hofft Begi\u0107 auf eine langfristige Zusammenarbeit mit dem \u00d6sterreichischen Auslandsdienst. Ein Wunsch, den auch Initiator Miski\u0107 hegt: \u201eWenn ich in zehn Jahren auf Besuch komme, w\u00fcrde ich mich freuen, hier weiterhin Friedensdiener zu sehen, wer wei\u00df, dann vielleicht sogar welche aus Serbien.\u201c \r<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tMiski\u0107 und Petrovi\u0107 blicken im Memorial Center in Poto\u010dari gebannt auf die Monitore ihrer Rechner, lauschen den Interviews von \u00dcberlebenden. \u201eManchmal tr\u00e4ume ich danach vom Krieg, laufe selbst im Wald vor den Serben davon\u201c, sagt Miski\u0107. Beide sind nun an Horrorgeschichten gew\u00f6hnt, zudem an Politik interessiert, besch\u00e4ftigen sich mit Religion \u2013 drei Themen, an denen in Bosnien-Herzegowina kein Weg vorbeif\u00fchrt.\r<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"https:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/R65A3117-scaled.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tIm Memorial Center in Poto\u010dari transkribiert Dennis Miski\u0107 Interviews von \u00dcberlebenden. Eine der Aufgaben f\u00fcr die beiden Friedensdiener. Foto: Martin Zinggl \/ tippingpoint.net<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tSeinen Einsatz in Dayton hat Miski\u0107 kurzerhand abgesagt, um in Srebrenica zu verl\u00e4ngern. \u201eIch bin nach Bosnien gekommen, um die Wurzeln meiner Eltern kennenzulernen\u201c, sagt er. \u201eNun f\u00fchre ich ihr Leben hier fort, wie es h\u00e4tte sein k\u00f6nnen, lerne die Kultur richtig kennen. Nun denke, rede und esse ich wie ein Bosnier. Wann bekomme ich diese Chance noch einmal, mich zehn Monate lang mit meiner Geschichte auseinanderzusetzen? Srebrenica ist ein Thema, das jeder Bosnier kennen sollte.\u201c\r<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tPetrovi\u0107 hadert mit der Sprachbarriere. Vor ihm drei vollgeschriebene Bl\u00e4tter mit Begriffen, die ihm gleich doppelt fremd sind: ni\u0161an \u2013 Grabstein, halaliti \u2013 vergeben, \u0107ilim \u2013 Gebetsteppich, rahmetli \u2013 Verstorbener. Lehnw\u00f6rter aus dem T\u00fcrkischen und Arabischen, Begriffe aus dem Islam. Der Idealist w\u00fcrde gern mehr tun, traut sich aber nicht. Doch Angst hat er nicht vor den Reaktionen der Bosnier, sondern vor jenen seiner eigenen Leute. \u201eIch werde das schaffen\u201c, sagt Petrovi\u0107, \u201eschlie\u00dflich will ich ein Idol sein. Das ist halt nicht einfach.\u201c Aber was ist schon einfach in Srebrenica?\r<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tPl\u00f6tzlich ereilt sie die Nachricht von der Entdeckung eines neuen Massengrabes, erstmals seit 2016. Mindestens zehn Leichen darin sind Opfer aus Srebrenica. Die Kunde wird im Memorial Center ern\u00fcchtert wahrgenommen, es ist das neunzigste Grab bisher. \u00dcberrascht ist man nur \u00fcber den Fundort: 200 Kilometer von Srebrenica entfernt \u2013 eine so gro\u00dfe Distanz ist auch f\u00fcr Begi\u0107 neu. Nicht jedoch, dass noch Opfer gefunden werden. \u00dcber eintausend Personen gelten immer noch als vermisst. Ihrer gilt es zu gedenken. \u201eSolange nicht alle Toten heimgekehrt sind, kann hier kein neues Leben entstehen\u201c, sagt sie. <\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--small paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<em>Erstmals publiziert in der Februarausgabe des Monatsmagazins <a href=\"https:\/\/datum.at\/zwei-die-dem-frieden-dienen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">DATUM &#8211; Seiten der Zeit<\/a> im Februar 2022. Die Produktion des Artikels wurde aus Mitteln der ERSTE Stiftung finanziert.<\/em><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--small paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<em>Dieser Text ist urheberrechtlich gesch\u00fctzt: \u00a9 Martin Zinggl \/ tippingpoint.net. Bei Interesse an Wiederver\u00f6ffentlichung bitten wir um Kontaktaufnahme mit der <a href=\"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/kontakt\/\">Redaktion<\/a>. Urheberrechtliche Angaben zu Bildern, Grafiken und Videos sind direkt bei den Abbildungen vermerkt. Titelbild: Aleksandar Petrovi\u0107 und Dennis Miski\u0107 in der Gedenkst\u00e4tte in Poto\u010dari. Foto: Martin Zinggl \/ tippingpoint.net<\/em><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aleksandar Petrovi\u0107 und Dennis Miski\u0107 sind die ersten \u00f6sterreichischen Zivildiener in Srebrenica. 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