{"id":3757,"date":"2022-05-10T11:58:00","date_gmt":"2022-05-10T11:58:00","guid":{"rendered":"https:\/\/erste-foundation.byinfinum.co\/?p=3757"},"modified":"2022-05-10T11:48:45","modified_gmt":"2022-05-10T11:48:45","slug":"die-show-geht-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/die-show-geht-weiter\/","title":{"rendered":"Die Show geht weiter"},"content":{"rendered":"
\n\tDie Covid-19-bedingten Lockdowns stellen die Kreativit\u00e4t (und Resilienz) der Theater und der Musik- und Kunstschaffenden in Ungarn auf die Probe.<\/strong><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tMaria Takacs hat sich f\u00fcr den Abend in Schale geworfen. Sie tr\u00e4gt eine elegante Seidenbluse, dazu einen schicken knielangen Rock, eine Perlenkette und High Heels. Auch f\u00fcr das Make-up nimmt sie sich mehr Zeit als gew\u00f6hnlich, legt etwas Rouge und knallroten Lippenstift auf. Sie ist bereit f\u00fcr ihren gewohnten Theaterabend. Nur, dass in Ungarn aufgrund der Covid-19-Pandemie alle Theater geschlossen sind.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tStattdessen hat die etwa 70-j\u00e4hrige Budapester Intellektuelle, deren w\u00f6chentliche Theater- oder Konzertbesuche seit 30 Jahren fester Bestandteil ihres Lebens sind, den digitalen Sprung gewagt und wollte sich eben eine gestreamte Auff\u00fchrung von Ibsens \u201eEin Volksfeind\u201c aus dem Jozsef-Katona-Theater in Budapest ansehen. Sie genehmigt sich sogar ein Glas Sekt in der Pause, so wie immer. Sp\u00e4ter erz\u00e4hlt sie BIRN, dass sie die richtige Theateratmosph\u00e4re vermisse, es aber insgesamt sehr angenehm finde, sich das St\u00fcck \u201evon ihrem gem\u00fctlichen Fauteuil aus\u201c anzusehen und \u201etrotzdem in der ersten Reihe zu sitzen\u201c. Masken seien auch keine vorgeschrieben, f\u00fcgt sie lachend hinzu.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tNur wenige Budapesterinnen und Budapester k\u00f6nnen sich an ein Leben ohne Theater erinnern; das letzte Mal blieben die B\u00fchnen 1944 w\u00e4hrend der Belagerung der ungarischen Hauptstadt leer<\/a>. Mehr als 70 Jahre sp\u00e4ter hat die Schlie\u00dfung der Theater und Konzerts\u00e4le den gesamten Kultursektor ersch\u00fcttert und die Kreativit\u00e4t von Schauspielerinnen und Schauspielern, Theaterdirektorinnen und -direktoren sowie Musikerinnen und Musikern auf die Probe gestellt. Gedichte wurden pl\u00f6tzlich am Telefon rezitiert, andere experimentierten mit Live-Streaming oder boten bereits aufgezeichnete Theaterst\u00fccke zu einem Bruchteil der \u00fcblichen Kosten oder gratis an. Bis zu einem gewissen Grad hat sich das Experiment ausgezahlt.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\t\u00dcber die bildende Kunstszene in Budapest<\/p>\t\t\t<\/a>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\t \n\tHeute stehen Dutzende von St\u00fccken entweder live oder on demand auf eSz\u00ednh\u00e1z<\/a> (eTheater) zur Verf\u00fcgung. Die gr\u00f6\u00dfte Streaming-Plattform h\u00e4lt so den Theaterbetrieb am Laufen und serviert einem Publikum, das sich im Laufe des Lockdowns an Netflix und kommerziellem Fernsehen zumeist sattgesehen hat, gute alte Kultur. Die Gr\u00fcnder von eSz\u00ednh\u00e1z sind der festen \u00dcberzeugung, dass es sich hierbei nicht um eine einmalige Gelegenheit zur Rettung des Theaters handelt, sondern um eine langfristige Chance, die Hochkultur zu demokratisieren und sie einer gr\u00f6\u00dferen Anzahl von Menschen, auch \u00fcber geografische Grenzen hinweg, zug\u00e4nglich zu machen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tDie unabh\u00e4ngige ungarische Theaterstiftung, der eSz\u00ednh\u00e1z angeh\u00f6rt, wurde 2016 mit dem vorrangigen Ziel gegr\u00fcndet, das \u201ekulturelle Ged\u00e4chtnis\u201c des Landes zu bewahren. \u201eWir boten Theaterdirektorinnen und -direktoren die M\u00f6glichkeit, Theaterst\u00fccke kostenlos aufzuzeichnen und f\u00fcr die Zukunft zu erhalten\u201c, erkl\u00e4rt Gergely Legradi, der Leiter von eSz\u00ednh\u00e1z, gegen\u00fcber BIRN. \u201eDas h\u00e4tte eigentlich die Aufgabe des ungarischen \u00f6ffentlich-rechtlichen Fernsehens sein sollen, der man aber seit Mitte der 2000er-Jahre kaum noch nachgekommen ist.\u201c<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\t\u201eWir boten Theaterdirektorinnen und -direktoren die M\u00f6glichkeit, Theaterst\u00fccke kostenlos aufzuzeichnen und f\u00fcr die Zukunft zu erhalten.\u201d<\/p> \n\t\u2014 Gergely Legradi, Leiter von eSz\u00ednh\u00e1z<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tAls Ungarn jedoch im M\u00e4rz 2020 von der Covid-19-Pandemie heimgesucht wurde, ging Legradi noch einen Schritt weiter und gr\u00fcndete mit eSz\u00ednh\u00e1z die erste Plattform, die B\u00fchnenst\u00fccke live streamte. Seitdem ist eSzinhaz in zweierlei Hinsicht zu einem Rettungsanker f\u00fcr das Theater geworden: Um an \u00f6ffentliche Mittel zu kommen, m\u00fcssen Theater nach ungarischem Recht einen laufenden Betrieb nachweisen, Proben abhalten und neue St\u00fccke auff\u00fchren. F\u00fcr Darstellerinnen und Darsteller, Regisseurinnen und Regisseure, Autorinnen und Autoren sowie B\u00fchnenarbeiterinnen und -arbeiter war es die Antwort auf die existenzielle Notwendigkeit, die Show am Laufen zu halten und zumindest etwas Einkommen zu lukrieren, um L\u00f6hne bezahlen zu k\u00f6nnen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\t\u201eWir sind eine gemeinn\u00fctzige Stiftung mit Betriebs- und Technikkosten, aber 70 \u2013 90 Prozent der Ticketeinnahmen flie\u00dfen direkt an die Theater zur\u00fcck\u201c, erkl\u00e4rt Legradi. \u201eEs mag \u00fcberraschend klingen, aber unsere Erfahrung zeigt, dass es eine echte Nachfrage nach Live-Streams gibt; tats\u00e4chlich sehen sich mehr Menschen ein St\u00fcck online an als im Theater, selbst im Vergleich zu einem ausverkauften Haus. Ich bin \u00fcberzeugt, dass es f\u00fcr eSz\u00ednh\u00e1z eine Zukunft nach der Pandemie gibt.\u201c<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tKameraleute beim Vorbereiten einer Szene in einem Budapester Theater. Foto: eSz\u00ednh\u00e1z<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tSelbst wenn man wieder zur Normalit\u00e4t zur\u00fcckkehrt, habe das Publikum in Ungarn und anderswo weiterhin die M\u00f6glichkeit, sich viel umjubelte Auff\u00fchrungen anzusehen, die zuweilen schon Monate im Voraus ausverkauft sind, so Legradi. Auch traditionelle Sprachbarrieren k\u00f6nnen mit diesem System \u00fcberwunden werden, da einige Theaterh\u00e4user englische Untertitel f\u00fcr ein internationales Publikum anbieten. All dies erfordere jedoch massive Investitionen, r\u00e4umt Legradi ein. F\u00fcr die hochwertige Aufzeichnung eines Theaterst\u00fccks braucht es eine Crew von etwa 20 Leuten und acht Kameras, was diese Option f\u00fcr kleinere Theater und experimentelle Produktionen unerschwinglich macht.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tFidesz, kein Freund des unabh\u00e4ngigen Theaters<\/strong><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tBesonders hart traf die Pandemie unabh\u00e4ngige, unkonventionelle Schauspielgruppen, die f\u00fcr gew\u00f6hnlich auf Einnahmen aus Ticketverk\u00e4ufen f\u00fcr Live-Shows, Sondermittel oder Sponsoring angewiesen sind. Viele stehen nun kurz vor dem finanziellen Zusammenbruch, wobei einige Schauspieler gestehen<\/a>, dass sie, anstatt Hamlet zu rezitieren, Pizzas ausliefern. Andere mussten ihre Lebenshaltungskosten auf ein Minimum reduzieren. \u201eStaatliche Subventionen f\u00fcr Theater waren sehr begrenzt, und selbst die waren ungerecht verteilt\u201c, erz\u00e4hlt Judit Csaki, eine bekannte Theaterkritikerin und ehemalige Intendantin des Kaposvar-Theaters, gegen\u00fcber BIRN.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tIm vergangenen Mai k\u00fcndigte die Regierung ein 1-Milliarden-Forint-Paket<\/a> (2,8 Millionen Euro) an, mit dem unabh\u00e4ngige Theatergruppen unterst\u00fctzt werden sollten. Die Antr\u00e4ge wurden jedoch von den beiden Kulturaposteln der nationalistisch-populistischen Fidesz-Regierung gepr\u00fcft: dem Intendanten des Nationaltheaters Attila Vidnyanszky und dem Leiter des Pet\u0151fi-Literaturmuseums Szilard Demeter \u2013 beide notorische Nationalisten.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\t\u201cDas Problem ist, dass diese Regierung nicht wirklich an Kultur interessiert ist, es geht ihr nur ums Geld.\u201d<\/p> \n\t\u2014 Judit Csaki, Theaterkritikerin und ehemalige Intendantin des Kaposvar-Theaters<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tVidnyanszky ist auch Vorsitzender einer regierungsnahen Stiftung, an die die Universit\u00e4t f\u00fcr Schauspiel- und Filmkunst (SzFE) in Budapest \u00fcbergeben wurde, was im vergangenen Herbst zu einer zweimonatigen Pattsituation und einer Welle von Protesten f\u00fchrte<\/a>. Szilard Demeter schaffte<\/a> es derweil letzten November in die internationalen Schlagzeilen, als er Europa in einem Kommentar als \u201eGaskammer von George Soros\u201c bezeichnete und die multikulturelle Gesellschaft angriff, die f\u00fcr die europ\u00e4ische Lebensform Gift sei.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\t\u201eDas Problem ist, dass diese Regierung nicht wirklich an Kultur interessiert ist, es geht ihr nur ums Geld\u201c, meint Csaki. Bereits vor der Pandemie habe ihrer Ansicht nach politische Loyalit\u00e4t oder das Folgen einer national-konservativen Linie eine Rolle bei der Unterst\u00fctzung einiger Theater auf Kosten anderer gespielt.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tDas Festival Orchester Budapest gibt ein Gratis-Kammerkonzert \u2013 eine seiner Serenaden \u2013 in einem privaten Garten in Budapest. Foto: BFZ – Festival Orchester Budapest<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tDas Nationaltheater bekommt etwa dreimal so hohe Zusch\u00fcsse wie w\u00e4hrend der \u00c4ra des fr\u00fcheren liberalen Intendanten Robert Alfoldi, obwohl es weniger Auff\u00fchrungen gibt und die Besucherzahlen weitaus geringer<\/a> sind. Theater in einigen St\u00e4dten au\u00dferhalb Budapests, denen oppositionelle B\u00fcrgermeister vorstehen, werden unter Druck gesetzt, im Gegenzug f\u00fcr F\u00f6rdermittel der Regierung nahestehende Intendanten zu bestellen. Die Pandemie hat diese Situation noch verschlimmert, da die Theater viel schlechter dastehen und regierende Politiker ihnen ein regierungsfreundliches Narrativ aufzwingen k\u00f6nnen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tDennoch bleibt Csaki optimistisch. Das freie Theater werde nicht verschwinden, sagt sie, denn am Ende des Tages k\u00f6nne man zwischen guter Auff\u00fchrung und Propaganda unterscheiden. In diesem Sinne sei eSzinh\u00e1z eine sehr positive Entwicklung und k\u00f6nnte die \u00dcberlebenschancen der Theater im Land tats\u00e4chlich erh\u00f6hen, so Csaki.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tQuarant\u00e4nekonzerte halten die Musik am Leben<\/strong><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tZum Gl\u00fcck k\u00e4mpft das Festival Orchester Budapest (BFZ), das zu den Top-10-Orchestern der Welt geh\u00f6rt, nicht ums finanzielle \u00dcberleben. Es musste aber ebenfalls schon Kreativit\u00e4t und Einfallsreichtum unter Beweis stellen, um sein Publikum zu halten. \u201eEs war ein Schock. Anfang M\u00e4rz spielten wir noch Livekonzerte im Ausland, und dann kam das Leben pl\u00f6tzlich zum Stillstand\u201c, erz\u00e4hlt Orsolya Erdody, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des BFZ, gegen\u00fcber BIRN.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tIvan Fischer, musikalischer Leiter des BFZ, ist ebenfalls der Meinung<\/a>, dass die Musik gerade in Krisenzeiten f\u00fcr die Gesellschaft lebensnotwendig bleibt. Um sich \u00fcber Wasser zu halten, begann das BFZ zun\u00e4chst, kleine Kammerkonzerte mit vier oder f\u00fcnf Musikerinnen und Musikern, die zuvor getestet wurden, zu veranstalten und die Auftritte auf seiner Webseite zu streamen. Sie nannten sie \u201eQuarant\u00e4nekonzerte\u201c<\/a>. Es gelang ihnen damit \u00fcberraschenderweise, auch Menschen zu erreichen, die zuvor noch nie ein klassisches Konzert besucht hatten. \u201eWir haben eine Quarant\u00e4ne-Gruppe auf Facebook gegr\u00fcndet. Die Leute tauschten Gedanken und Eindr\u00fccke aus; manche gestanden, dass sie den ganzen Tag auf die Konzerte warteten, weil sie allein zu Hause festsa\u00dfen\u201c, erinnert sich Erdody.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\t“Der Pole Daniel Rycharski protestiert mit den Mitteln der Kunst, ohne je die Dialogf\u00e4higkeit zu verlieren.”<\/p>\t\t\t<\/a>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\t \n\tW\u00e4hrend der Sommermonate [2020, Anm. d. Red.], als die Beschr\u00e4nkungsma\u00dfnahmen gelockert wurden, begann das BFZ, kostenlose Kammerkonzerte, Serenaden genannt, in den G\u00e4rten von Wohnh\u00e4usern in Budapest zu veranstalten. Man konnte sich als Gastgeber f\u00fcr die Gratis-Konzerte bewerben und die Musik auch von den Terrassen und Balkonen der Nachbarschaft aus genie\u00dfen. Die Idee schlug sofort ein; jeden Monat wurden 224 Konzerte veranstaltet.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tJetzt, da Livekonzerte \u2013 selbst kleine \u2013 gem\u00e4\u00df den neuen Lockdown-Ma\u00dfnahmen [im Februar 2021, Anm. d. Red.] nicht mehr m\u00f6glich sind, experimentiert das BFZ mit Streamingdiensten. Laut Erdody w\u00fcrden die Einnahmen daraus jedoch an jene aus einem Konzert vor vollem Haus nicht ann\u00e4hernd heranreichen. Fr\u00fcher wurde das BFZ zur H\u00e4lfte vom Staat finanziert \u2013 von der Zentralregierung und der Stadt Budapest \u2013, der Rest stammte aus Ticketverk\u00e4ufen und Sponsorengeldern, aber in letzter Zeit hat sich der Anteil staatlicher Subventionen erh\u00f6ht. <\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\t\u201cWir k\u00f6nnen uns nicht beklagen, wir werden vom Kulturministerium und vom ungarischen Staat finanziell tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzt. Die einzige Bedingung ist, dass wir weiter arbeiten.\u201d<\/p> \n\t\u2014 Orsolya Erdody, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des BFZ – Festival Orchester Budapest<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\t\u201eWir k\u00f6nnen uns nicht beklagen, wir werden vom Kulturministerium und vom ungarischen Staat finanziell tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzt\u201c, so Erdody. \u201eDie einzige Bedingung ist, dass wir weiter arbeiten. Ich stimme dem tendenziell zu \u2013 wenn man seine hohen Anspr\u00fcche ernsthaft aufrechterhalten will, kann man sich nicht einfach zur\u00fccklehnen und wochen- oder monatelang pausieren.\u201c Erdody und ihre Musikerkolleginnen und -kollegen in Ungarn finden es unfassbar, dass das Musikleben in New York zum Stillstand gekommen ist und Musikerinnen und Musiker entlassen wurden.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tDennoch sei es f\u00fcr alle, die im Kultursektor des Landes t\u00e4tig sind, weiterhin eine sehr harte Zeit, betont Emese Mali, eine Konzertpianistin aus Budapest. Obwohl sie versucht hat, dieses Jahr als Chance zu sehen, an sich zu arbeiten und sich mit neuen Technologien vertraut zu machen, kommt die zweifache Mutter nur durch ihre Lehrt\u00e4tigkeit an der Liszt-Ferenc-Musikakademie \u00fcber die Runden. Sie gesteht, dass es ohne dieses regelm\u00e4\u00dfige Einkommen sehr schwierig w\u00e4re zu \u00fcberleben.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tW\u00e4hrend Orchester \u00f6ffentliche Mittel erhalten k\u00f6nnen, bekommen einzelne K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler so gut wie nichts. Auslandstourneen oder Sondervorstellungen sind gestrichen, also gibt es wenig bis gar keine M\u00f6glichkeit f\u00fcr zus\u00e4tzliche Einnahmen. \u201eLive-Streaming ist als \u00dcbergangsl\u00f6sung in Ordnung, aber vor einem leeren Saal mit ein paar Musikerinnen und Musikern zu spielen, die Masken tragen, f\u00fchlt sich seltsam an\u201c, meint sie seufzend.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tOriginal auf Englisch.
\n\t\n\t\tHybrides Regime\t<\/h2>\n<\/a>\t\t\t\n\t\t\t\t
\n<\/div>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\t\n\t<\/div>\t
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\n\t\n\t\tMit Kunst k\u00e4mpfen\t<\/h2>\n<\/a>\t\t\t\n\t\t\t\t
\n<\/div>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n
Erstmals publiziert am 1. Februar 2021 auf\u00a0Reportingdemocracy.org<\/a>, einer journalistischen Plattform des Balkan Investigative Reporting Network.
Aus dem Englischen von Barbara Maya<\/a>.<\/em><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n