{"id":3721,"date":"2020-08-11T00:00:00","date_gmt":"2020-08-11T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/erste-foundation.byinfinum.co\/lockdown-anno-81\/"},"modified":"2021-08-24T13:11:28","modified_gmt":"2021-08-24T13:11:28","slug":"lockdown-anno-81","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/lockdown-anno-81\/","title":{"rendered":"Lockdown anno &#8217;81"},"content":{"rendered":"<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>1981 bis \u201983 galt in Polen das Kriegsrecht. Das Leben stand still, die Rechte der B\u00fcrger waren au\u00dfer Kraft gesetzt. Eine junge, polnischst\u00e4mmige \u00d6sterreicherin geht auf Spurensuche zu jenem Ereignis, das die Generation ihrer Eltern pr\u00e4gte.<\/strong><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tAls Anfang M\u00e4rz der Corona-Ausnahmezustand zu einer immer konkreteren Realit\u00e4t wurde, machte ich eine Entdeckung: W\u00e4hrend in \u00d6sterreich die Politik von der gr\u00f6\u00dften Herausforderung seit 1945 sprach und sich niemand an Vergleichbares erinnern konnte, kamen meinen polnischen Eltern manche der Ma\u00dfnahmen nur zu bekannt vor: Ausgangsbeschr\u00e4nkungen, Versammlungsverbote, Grenzschlie\u00dfung, Schlie\u00dfung der Universit\u00e4ten, t\u00e4gliche Regierungsansprachen zur aktuellen Lage \u2013 das alles hatten sie vor fast 40 Jahren in ihrer Heimat schon einmal erlebt.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDamals aber ging es nicht um eine Pandemie. Der Ausnahmezustand hie\u00df &#8220;<em>stan wojenny<\/em>&#8220;, w\u00f6rtlich &#8220;Kriegszustand&#8221;, dauerte von 1981 bis 1983 und war verh\u00e4ngt worden, um die 1980 gegr\u00fcndete Bewegung Solidarno\u015b\u0107 und andere oppositionelle Kr\u00e4fte zu unterdr\u00fccken, ihre Unterst\u00fctzer aufzusp\u00fcren und zu verhaften. Die realsozialistische &#8220;Ordnung&#8221; sollte wiederhergestellt werden, koste es, was es wolle. Andernfalls w\u00fcrde die Sowjetunion sie mit Gewalt herstellen, wie 1968 in Prag \u2013 so jedenfalls lautete die Rechtfertigung von General Jaruzelski f\u00fcr seinen Staatsstreich, deren Wahrheitsgehalt unter Historikern bis heute umstritten ist. Auch, weil dieselbe Milit\u00e4rregierung, die hier so autorit\u00e4r und martialisch agierte, ein knappes Jahrzehnt sp\u00e4ter den unblutigen \u00dcbergang Polens zu einer pluralistischen Demokratie erm\u00f6glichte.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tIch selbst wei\u00df, so wird mir klar, so gut wie nichts \u00fcber dieses Kapitel polnischer Geschichte, obwohl dessen Folgen mein Leben gepr\u00e4gt haben: Dass meine Mutter 1991 mit mir als S\u00e4ugling bei erster Gelegenheit das Land verl\u00e4sst und nach Wien geht, ist ihre biografische Konsequenz aus den politischen Ereignissen, die 1981 ihren Anfang nahmen. Gesprochen haben wir dar\u00fcber in unserer Favoritner Wohnung nie. Mir f\u00e4llt nur ein, dass meine Mutter, seit ich denken kann, jedesmal fast manisch &#8220;Kriegsrecht!&#8221; ruft, wenn sie das Geburtsjahr meiner \u00e4lteren Halbschwester, 1981, erw\u00e4hnt. Vielleicht ist jetzt, wo der Ausnahmezustand ihre Erinnerungen aufgefrischt hat, der beste Zeitpunkt, um endlich mehr dar\u00fcber zu erfahren? Was genau ist damals eigentlich passiert, und wie sehr dominierte es anderthalb Jahre lang den Alltag von Millionen Menschen?<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--biggest paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-quote__paragraph\">\n\tGesprochen haben wir dar\u00fcber in unserer Favoritner Wohnung nie. Mir f\u00e4llt nur ein, dass meine Mutter, seit ich denken kann, jedesmal fast manisch \u201eKriegsrecht!\u201c ruft, wenn sie das Geburtsjahr meiner \u00e4lteren Halbschwester, 1981, erw\u00e4hnt.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDie historischen Fakten: In der Nacht von 12. auf 13. Dezember 1981 wird in Polen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung v\u00f6llig unerwartet das Kriegsrecht verh\u00e4ngt. Am Sonntag wird ab sechs Uhr Fr\u00fch die Rede von General Wojciech Jaruzelski, damals Partei-, Regierungs- und Armeechef zugleich, st\u00fcndlich im Fernsehen ausgestrahlt \u2013 einer der wenigen \u00f6ffentlichen Auftritte, in denen Jaruzelski keine dunkle Sonnenbrille tr\u00e4gt, die er aufgrund seiner in sibirischer Zwangsarbeit entstandenen Schneeblindheit ben\u00f6tigt. Die administrative Verwaltung des Ausnahmezustands \u00fcbernimmt ein &#8220;Milit\u00e4rrat der Nationalen Rettung&#8221; (auf Polnisch abgek\u00fcrzt WRON) unter Jaruzelskis F\u00fchrung, bestehend aus Admir\u00e4len und Gener\u00e4len seines Stabs, insgesamt 21 Personen z\u00e4hlend.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/19810310_pd0016_solidarnosc.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\u00a9 Witold Rozmyslowicz \/ PAP \/ picturedesk.com\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tAm 10. M\u00e4rz 1981 treffen sich General Jaruzelski (links) und Solidarno\u015b\u0107-Vorsitzender Lech Wa\u0142\u0119sa zu einem Gespr\u00e4ch im B\u00fcro Jarzelskis. Wojciech Jaruzelski, damals Partei-, Regierungs- und Armeechef zugleich, meist mit einer dunklen Sonnenbrille, die er aufgrund seiner in sibirischer Zwangsarbeit entstandenen Schneeblindheit ben\u00f6tigt. Foto: \u00a9 Witold Rozmyslowicz \/ PAP \/ picturedesk.com<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDie Vorbereitung f\u00fcr diese seit einem Jahr streng geheim geplante milit\u00e4rische Operation, die unter dem Kryptonym &#8220;Operation Z&#8221; im Politischen B\u00fcro des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion lief, umfasst 70.000 Soldaten, 30.000 Milizen der Pr\u00fcgelpolizei ZOMO, 1.750 Panzer und 9.000 Fahrzeuge. Sie alle r\u00fccken aus, um innerhalb k\u00fcrzester Zeit tausende Verhaftungen Oppositioneller durchzuf\u00fchren, St\u00e4dte abzuriegeln und landesweit Kontrollpunkte zu errichten.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDas erlassene Ma\u00dfnahmenpaket umfasst: Das Verbot jeglicher Demonstrationen und Streiks; die Schlie\u00dfung der nationalen Grenzen und Einschr\u00e4nkung der Bewegungsfreiheit auf das eigene Wohnviertel; die Einf\u00fchrung einer polizeilichen Sperrstunde zwischen 22 Uhr abends und sechs Uhr Fr\u00fch; die Kontrolle und Zensur postalischer Korrespondenz; die Befugnis des Milit\u00e4rs, jeden Verd\u00e4chtigen zu durchsuchen; die Schlie\u00dfung aller kulturellen Einrichtungen sowie der Universit\u00e4ten. Au\u00dferdem: Verbot der freien Presse, Versammlungsverbot, Besetzung und \u00dcbernahme aller Rundfunk- und Fernsehstationen im Rahmen der Operation &#8220;Azalia&#8221;, wozu auch das Kappen aller Telefonverbindungen geh\u00f6rt, was das Verst\u00e4ndigen der Rettung oder Feuerwehr f\u00fcr die n\u00e4chsten 29 Tage verunm\u00f6glicht.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tWas das alles konkret bedeutet, wird mir erst richtig klar, als meine Mutter mir zum ersten Mal ausf\u00fchrlich von ihrer Erinnerung an diese Tage erz\u00e4hlt. Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck habe sie als damals 21-J\u00e4hrige in dieser Nacht und am darauffolgenden Tag gehabt, sagt sie mir am Telefon von ihrem Haus in G\u00e4nserndorf aus. Sie w\u00e4re wohl aufgrund der an ihrem Arbeitsplatz konfiszierten Flugbl\u00e4tter und B\u00fccher in ihrem Schreibtisch zumindest verh\u00f6rt worden \u2013 w\u00e4re sie nicht hochschwanger gewesen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tAls sie am 13.\u2009Dezember wie gewohnt zur Arbeit ins B\u00fcro gehen will (Mutterschutz gibt es damals in Polen nicht), steht sie vor verriegelten T\u00fcren: &#8220;Ich habe damals eine Bibliothek der Caritas in Warschau verwaltet&#8221;, erkl\u00e4rt meine Mutter, El\u017cbieta Dyk, &#8220;die Milizen sind in die Caritas eingedrungen, \u00adhaben die gesamte Bibliothek konfisziert, meinen Schreib\u00adtisch abgesperrt und alles dichtgemacht. Ich war dort direkt an der Quelle zu diversen verbotenen B\u00fcchern, es ist viel aus Frankreich gekommen, wir haben Flyer der Solidarno\u015b\u0107 gehabt, Zeitschriften, Pakete \u2013 all das ist nicht \u00fcber den offiziellen Postweg gekommen. Meine T\u00e4tigkeit bestand darin, alles in der Bi\u00adb\u00adliothek zu katalogisieren und zu dokumentieren. Das Kolportieren haben, aufgrund meiner Schwangerschaft, andere \u00fcbernommen.&#8221;<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tSie erz\u00e4hlt von Panzern auf den menschenleeren Stra\u00dfen, und von Arbeitskollegen, die untergetaucht oder verhaftet waren \u2013 was Sache war, lie\u00df sich nicht so leicht herausfinden, denn aufgrund der gekappten Leitungen konnte man nirgendwo anrufen, und au\u00dfer dem staatlichen Fernsehen gab es keine Informationsquellen. &#8220;Keiner wusste, wie es weitergeht. Wir wussten nur, dass wir einen geschlossenen Staat haben. Das, was uns normale Leute wirklich entsetzte, war die Angst davor, dass ein Krieg beginnen k\u00f6nnte. Jeder glaubte, dass wir nur darauf warten, dass die Russen-Panzer kommen und zu schie\u00dfen beginnen. Ich dachte damals, dass die Kommunisten vielleicht wirklich keinen anderen Weg wissen, um mit uns zurechtzukommen, und dass sie uns einfach niederschlagen werden. Uns zerst\u00f6ren, weil sie keine andere Methode haben.&#8221;<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/19810109_pd0004_solidarnosc.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\u00a9 Zbigniew Jodkowski \/ PAP \/ picturedesk.com\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tEin Mann liest die erste Ausgabe der Wochenzeitschrift &#8220;Jedno\u015b\u0107&#8221; (&#8220;Eintracht&#8221;), die am 9. J\u00e4nner 1981 mit einer Auflagenh\u00f6he von 100.000 in Szczecin, Koszalin und Gorz\u00f3w erschienen ist. Foto: \u00a9 Zbigniew Jodkowski \/ PAP \/ picturedesk.com<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tF\u00fcnf Tage nach Verh\u00e4ngung des Kriegsrechts kommt meine \u00e4ltere Halbschwester Anna zur Welt. Es ist ein besonders strenger Winter, der Schnee liegt kniehoch auf Warschaus Stra\u00dfen. Meine Mutter ist gerade zu ihrer eigenen Mutter in einen Vorort gezogen, um ihr Bautechnik-Kolleg auch mit Baby beenden zu k\u00f6nnen. Der Fu\u00dfweg zum Spital, in dem sie zu geb\u00e4ren geplant hatte, betr\u00e4gt fast drei Stunden. &#8220;Das Krankenhauspersonal hat mich zwei Mal weggeschickt, als ich mit Vorwehen ins gr\u00f6\u00dfte Warschauer Spital in Mokot\u00f3w kam. Sie sagten, sie h\u00e4tten die Anweisung von oben, die Betten freizuhalten. So \u00e4hnlich, wie sie jetzt wegen Corona sagen, dass du nur ins Krankenhaus fahren sollst, wenn es wirklich ernst ist. Aber das war insofern schwierig, als es absolut keine Verkehrsmittel gab, es ist nichts gefahren \u2013 ich hatte weder ein Auto, noch besonders viel Geld. Benzin-Marken hatte sowieso nur das Milit\u00e4r, oder Politiker. Das ist wirklich das Schlimmste f\u00fcr einen Menschen \u2013 da ist jemand, der Hilfe braucht, und sie sagen dir nur, dass es nicht geht, weil das Bett freibleiben muss.&#8221;<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDie Gr\u00fcndung der freien Gewerkschaft Solidarno\u015b\u0107 hatte auch bei meiner Mutter und ihrem Freundeskreis gro\u00dfe Hoffnungen geweckt. Sie erz\u00e4hlt von einem Gef\u00fchl der Gemeinsamkeit, der Zugeh\u00f6rigkeit, der Perspektive. Die wirtschaftliche Lage innerhalb des Landes war auch schon vor 1981 zunehmend schlechter geworden. Eine Welle von Streiks und Demonstrationen war die Folge, die widerst\u00e4ndigen Kr\u00e4fte im Land organisierten sich, bis sich schlie\u00dflich im August 1980 die Solidarno\u015b\u0107 formierte. Zehn der damals rund 35 Millionen Polen schrieben sich als Mitglieder ein. Das war nicht nichts. Das war eigentlich gewaltig.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDeshalb war der Ausnahmezustand 1981 auch f\u00fcr meine Mutter ein besonders heftiger Wendepunkt: &#8220;Vor dem Kriegszustand sind wir nach der Arbeit gemeinsam fr\u00f6hlich singend entlang der Eisenbahnschienen nach Hause spaziert. Ich war der Meinung, dass auch, wenn wir nur trockenes Brot mit Zucker essen, wir die Z\u00e4hne zusammenbei\u00dfen und k\u00e4mpfen m\u00fcssen, f\u00fcr ein besseres Morgen. Nach dem 13. Dezember ist das gekippt, mir kam vor, dass jemand anderer die Kontrolle \u00fcbernommen hat. Ich fand mich in einem Land wieder, in dem die Beh\u00f6rden mir zynisch ins Gesicht lachen, wenn ich um die Auszahlung der Pension meiner Mutter bettle, in dem Chaos herrscht und nur die, die Geld und Zugang zum Schwarzmarkt haben, mit ihren 20 Kilogramm Butter heimgehen. Und jeder sagt dir: &#8216;Wenn du ein Kind wolltest, dann ist das deine Sache, dann musst du selbst schauen, wo du bleibst.'&#8221;<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tAber wer waren die anderen Leute, die meine Mutter erw\u00e4hnt, die mit den 20 Kilogramm Butters\u00e4cken? Die nicht, wie alle anderen, ab vier Uhr Fr\u00fch Schlange stehen mussten, um ihre Fleischration im Gesch\u00e4ft zu ergattern; die sich nicht bem\u00fchen mussten, um Hilfspakete aus dem Ausland, die \u00fcber die Kirche verteilt wurden. Zwar wurden \u00fcber private Haushalte enorme Mengen an Hilfsg\u00fctern mobilisiert \u2013 allein aus Westdeutschland kamen zwischen 1981 und 83 circa 30.000 Hilfspakete in Polen an \u2013, aber es reichte einfach nicht f\u00fcr alle.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tIch rufe meinen Vater Piotr Dudzi\u0144ski an, der seit seiner Geburt, bis auf ein paar Wiener Jahre in den 90ern, in Warschau lebt. Er lacht, wie immer, wenn ich ihn neugierig ausfrage nach Episoden aus seinem Leben, die f\u00fcr mich wie aus einem absurden Roman klingen. Dass mein Vater streetwise ist, wie es die Amerikaner nennen, es mit Regeln und Gesetzen nicht immer so ernst nimmt und im Zweifelsfall ungeschoren davonkommt \u2013 all das wei\u00df ich schon lange. Trotzdem bin ich baff, als er mir locker von der F\u00e4lschung der Lebensmittelkarten in der Druckerei der gr\u00f6\u00dften noch erlaubten Tageszeitung Polens erz\u00e4hlt, vom Nachdrucken von Dollar-Bons, einer innerpolnischen Devisenw\u00e4hrung, und dem Schmuggeln von lebenden Ferkeln im Kofferraum seines Autos.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t&#8220;Das Kriegsrecht? Na ja, wie vorher auch schon: Man musste halt wissen, woher, mit wem und wie man seine Angelegenheiten erledigt bekommt&#8221;, sagt er gelassen, ganz ohne Wichtigtuerei, im Gegenteil: Seine durchaus positiven Erinnerungen sind ihm fast ein wenig unangenehm, angesichts der Erlebnisse anderer, wie meiner Mutter, von der er schon lange getrennt ist und mit der er damals noch nicht zusammen war.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tMein Vater besa\u00df \u201981 ein kleines Kaffeehaus, das an eine staatliche Tennisportanlage angeschlossen war. Wie viele andere gastronomische Betriebe war auch sein Lokal ein perfekter Vorwand, um gr\u00f6\u00dfere Mengen an Lebensmitteln zu beziehen und weiterzuverkaufen, also Umschlagplatz und Treffpunkt f\u00fcr die Eingeweihten. &#8220;Das Problem war ja nicht, dass die Leute kein Geld hatten \u2013 schlie\u00dflich hat doch jeder neben seinem staatlichen Gehalt noch schwarz gearbeitet, das Geld war da, und das wussten und wollten die da oben auch. Nur die Ware war schwer aufzutreiben.&#8221;<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tAlso machte mein Vater genau das zu seinem Alltagsgesch\u00e4ft. &#8220;Das lief so ab, dass ich mich mit meinen Kollegen zum Fr\u00fchst\u00fccken in einem Hotel traf, und dort wurde besprochen, wer was braucht \u2013 sei es Benzin, Zucker, Fleisch, Coca-Cola \u2013 und dann habe ich mich auf den Weg gemacht, bin zum Hintereingang der Markthallen gefahren und hab angeklopft. Ich muss sagen, das einzige Problem, das ich damals hatte, war, dass die Lokale alle um 22\u2009Uhr zusperrten und man nicht die ganze Nacht in meiner Lieblingsdiskothek verbringen konnte. Immerhin konnte ich mir einen Ausgangsschein bis Mitternacht organisieren.&#8221;<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t\n<ol class=\"block-footnotes js-footnote-list\">\n\n<\/ol>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDann gab es da noch seinen Nachbarn, der vor dem Ausnahmezustand Nachrichtensprecher war. Die WRON steckte ihn kurzerhand in eine Uniform, verkleidete ihn quasi als Soldaten, um ihn so die Nachrichten vorlesen zu lassen. Wir lachen. Eine schaurige Farce.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tUnd die Ferkel? &#8220;Die waren brav, die haben mir nie Probleme gemacht. Ich bin mit meinem VW Golf an den Stadtrand gefahren, hab sie abgeholt und in die Wohnung von einem Freund gebracht. Der hatte zwar keinen Warmwasseranschluss, verstand aber was vom Schlachten. Die Milizen haben mich \u00fcberhaupt nur selten angehalten, einmal hatte ich Pech, da hatte ich \u00fcber hundert Kilo Zucker im Kofferraum, da haben sie bl\u00f6d geschaut. Da musste ich nat\u00fcrlich schon mit auf die Wache und auch ordentlich Schmiergeld rausr\u00fccken. Die Leute waren total hei\u00df auf Fleisch und solche Sachen, es war ja wirklich f\u00fcr die meisten hart. Alles war rationiert. F\u00fcr eine Hochzeit zum Beispiel hast du nur 20 Flaschen Wodka zugeteilt bekommen!&#8221;, res\u00fcmiert mein Vater. Nur 20 Flaschen Wodka. F\u00fcr einen Polen eine deprimierend kleine Menge Alkohol f\u00fcr eine Trauung.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tBegehrte Ware waren aber nicht nur Zucker, Fleisch oder Benzin, sondern auch B\u00fccher, vor allem jene in dem ber\u00fcchtigten grauen Umschlag. Die Rede ist von den Ausgaben der kulturpolitischen Monatszeitschrift <em>Kultura<\/em>, die zuerst in Rom und dann in Paris herausgegeben wurde, eines der publizistischen Hauptorgane emigrierter Polen war und einen gro\u00dfen Leserkreis innerhalb Polens hatte.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t&#8220;Die Aufregung, die dieser graue Umschlag damals in Polen ausl\u00f6ste, ist aus heutiger Perspektive wirklich schwer vorstellbar&#8221;, schmunzelt Danuta Sto\u0142ecka, eine Anh\u00e4ngerin der Solidarno\u015b\u0107, die 1981 in der Redaktion einer von der Bewegung herausgegebenen Zeitschrift in Wroc\u0142aw aktiv war.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--biggest paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-quote__paragraph\">\n\tInnerhalb weniger Tage wurden im Zuge der Aktion &#8220;Jod\u0142a&#8221; (&#8220;Tannenbaum&#8221;) insgesamt ungef\u00e4hr 5.000 Personen verhaftet und auf um die 50 Internierungslager im Land verteilt.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDanuta hatte weniger Gl\u00fcck als meine Mutter: Am 13.\u200912.\u20091981 wurde sie verhaftet und bis Juli 1982 interniert. Innerhalb weniger Tage wurden im Zuge der Aktion &#8220;Jod\u0142a&#8221; (&#8220;Tannenbaum&#8221;) insgesamt ungef\u00e4hr 5.000 Personen verhaftet und auf um die 50 Internierungslager im Land verteilt. Im Verlauf des Ausnahmezustands stieg diese Zahl auf circa 10.000 Personen und umfasste unter anderem einen gro\u00dfen Anteil nationaler und regionaler Protagonisten der Solidarno\u015b\u0107, Anh\u00e4nger demokratischer Bewegungen, Intellektuelle, Gewerkschaftsf\u00fchrer.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/19810301_pd0067_solidarnosc.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"Foto: \u00a9 Jerzy Kosnik \/ PAP \/ picturedesk.com\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\t&#8220;It&#8217;s exciting to be Polish&#8221; (&#8220;Es ist spannend Pole zu sein&#8221;) steht auf einer Tafel hinter der Windschutzscheibe. Im Fiat 125p sitzen Solidarno\u015b\u0107-Vorsitzender Lech Wa\u0142\u0119sa auf dem Beifahrersitz und Mieczyslaw Wachowski am Steuer, M\u00e4rz 1981. Foto: \u00a9 Jerzy Kosnik \/ PAP \/ picturedesk.com<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDanuta wurde gemeinsam mit anderen Frauen zuerst in einem regul\u00e4ren Gef\u00e4ngnis inhaftiert, dann nacheinander in zwei verschiedene Internierungslager \u00fcberstellt. Dort sa\u00df sie in Haft, bis sie am polnischen Nationalfeiertag, dem 22. Juli 1982, im Zuge einer Generalamnestie f\u00fcr Frauen entlassen wurde. Rechtsbeistand oder auch nur eine Angabe \u00fcber die geplante Dauer ihrer Internierung gab es in diesen ganzen sechs Monaten nicht. Dennoch bezeichnet Danuta das Internierungslager r\u00fcckblickend als eine Art &#8220;goldenen K\u00e4fig&#8221;, verglichen mit gew\u00f6hnlichen Haftbedingungen: &#8220;Die Einrichtung, in der ich interniert war, war ein ehemaliges Geb\u00e4ude der &#8220;<em>Radiokomitet<\/em>&#8221; \u2013 einer Institution der Partei, die Radio und Fernsehen verwaltete. Dort waren wir zwar vier Frauen in einem Zwei-Personen-Zimmer, aber wir hatten ein eigenes Bad und zwei gigantische Terrassen zur Verf\u00fcgung, mit wundersch\u00f6ner Natur rundherum. Nur raus konnten wir nicht.&#8221;<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tImmer wieder wurden Danuta und ihre Mith\u00e4ftlinge verh\u00f6rt, sie verweigerte aber jedesmal die Aussage \u2013 obwohl ihr mehrfach angeboten wurde, gegen eine schriftliche Loyalit\u00e4ts-Deklaration mit dem Staat vorzeitig freigelassen zu werden. Auch nach ihrer Entlassung wurde sie in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden f\u00fcr 48 Stunden eingesperrt: &#8220;Es gab monatliche &#8220;Jubil\u00e4en&#8221; zur Einf\u00fchrung des Kriegsrechts, da gab es immer Demonstrationen. Und damit wir daran nicht teilnehmen k\u00f6nnen, sind ich und viele andere vor diesen Aktionen jedesmal pr\u00e4ventiv verhaftet worden.&#8221;<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t1984 reiste Danuta Sto\u0142ecka schlie\u00dflich mit einem Pass aus Polen aus, mit dem man keine M\u00f6glichkeit zur R\u00fcckkehr hatte \u2013 einen anderen bekam sie nicht bewilligt \u2013 und kam nach Wien. Von hier aus wirkte sie bis zur Wende im Rahmen der sogenannten &#8220;Solidarit\u00e4t f\u00fcr die Solidarno\u015b\u0107&#8221;. Ihre polnischen Freunde unterst\u00fctzte sie mit Geld, Lebensmitteln und Arbeitsmitteln f\u00fcr die Druckereien im Untergrund. Danutas haupts\u00e4chliches Metier waren allerdings die begehrten Werke von in Polen verbotenen Autoren, sowie historisch-wissenschaftliche Publikationen \u2013 all diese verbotene Literatur gelangte \u00fcber ein dichtes Netz von Kontakten und nicht zuletzt \u00fcber Danutas Wohnung von Wien nach Polen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--biggest paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-quote__paragraph\">\n\tAm 22. Juli 1983 wurde der Ausnahmezustand formal beendet, das repressive gesellschaftliche Klima blieb der polnischen Gesellschaft aber bis zur Wende 1989 erhalten.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tAm 22. Juli 1983 wurde der Ausnahmezustand formal beendet, das repressive gesellschaftliche Klima blieb der polnischen Gesellschaft aber bis zur Wende 1989 erhalten. Letztendlich, \u00fcber Umwege, war das Engagement von Danuta, meiner Mutter und ihren Millionen Mitstreitern f\u00fcr ein anderes Polen erfolgreich. Im Februar 1989 kam es zum sogenannten &#8220;Runden Tisch&#8221;, General Jaruzelski und Solidarno\u015b\u0107-Vorsitzender Lech Wa\u0142\u0119sa unterzeichneten dabei eine Vereinbarung zur Wiederzulassung der Gewerkschaft Solidarno\u015b\u0107 und bereiteten die ersten &#8220;halb-freien&#8221; Wahlen zum polnischen Parlament vor. Der Rest ist Geschichte: Wa\u0142\u0119sa wurde 1990 erster frei gew\u00e4hlter polnischer Pr\u00e4sident der Nachkriegs\u00e4ra, und 2004, nicht einmal 15 Jahre sp\u00e4ter, trat Polen bereits der EU bei.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/19830616_pd0004_soldarnosc.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"Footo: \u00a9 Jacques Langevin \/ AP \/ picturedesk.com\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tLech Wa\u0142\u0119sa,am 16. Juni 1983, vor der Lenin-Werft in Danzig, wo er 1967 begann, als Elektriker zu arbeiten. Foto: \u00a9 Jacques Langevin \/ AP \/ picturedesk.com<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tIn dieser gilt es allerdings sp\u00e4testens seit dem Amtsantritt der PiS-Regierung unter Beata Szyd\u0142o 2015 als Problemfall, weil PiS-Chef Jaros\u0142aw Kaczy\u0144ski, wie sein Busenfreund Viktor Orb\u00e1n in Ungarn, demokratische Institutionen schrittweise unterh\u00f6hlt, die Unabh\u00e4ngigkeit des Rechtsstaates beschneidet und alle Kritiker als Volksfeinde beschimpft. Dabei sollte gerade er es besser wissen: Jaros\u0142aw Kaczy\u0144ski war n\u00e4mlich, wie sein bei einem Flugzeugabsturz 2010 ums Leben gekommener Zwillingsbruder Lech, einst selbst Mitglied der oppositionellen Solidarno\u015b\u0107.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tErst k\u00fcrzlich r\u00fcgte die EU-Kommission die polnische Regierung daf\u00fcr, die f\u00fcr 10.\u2009Mai\u20092020 geplanten Parlamentswahlen trotz Coronakrise und erheblicher gesundheitlicher Bedenken gegen den erkl\u00e4rten Willen der Opposition durchdr\u00fccken zu wollen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tEine paradoxe Situation, wie auch Jerzy Kochanowski feststellt, Professor f\u00fcr Zeitgeschichte am Historischen Institut der Warschauer Universit\u00e4t, der den Ausnahmezustand des Jahres 1981 als 21-j\u00e4hriger Geschichtestudent miterlebte: &#8220;Es ist um 180 Grad umgekehrt als in den 80ern. F\u00fcr die PiS ist die Einf\u00fchrung eines echten Ausnahmezustands eine Unm\u00f6glichkeit, denn das w\u00fcrde bedeuten, dass man die Wahlen verschiebt. Die PiS hat Angst, dass sie in einem halben Jahr verlieren werden, weil es eine so gro\u00dfe \u00f6konomische Krise geben wird. Mein Umfeld ist gegen die Abhaltung der Wahlen, wir neigen eher zu einem Boykott, um zu zeigen, dass wir nicht vorhaben, daran teilzunehmen.&#8221;<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tEin solcher Wahlboykott \u2013 wenn er tats\u00e4chlich, wie von der Opposition erhofft, von einem wesentlichen Teil der Wahlberechtigten mitgetragen wird \u2013 k\u00f6nnte auch f\u00fcr die derzeit scheinbar fest im Sattel sitzende PiS-Regierung zum Problem werden. Denn nicht nur w\u00e4hrend des Ausnahmezustandes 1981\u201383 hat die polnische Bev\u00f6lkerung bewiesen, dass sie von einer autorit\u00e4ren F\u00fchrung auf die Dauer nur schwer unterzukriegen ist.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tOder, wie es Danuta Sto\u0142ecka formuliert: &#8220;Ob ich 1981 eine realistische Chance f\u00fcr die Solidarno\u015b\u0107 sah? Das Gef\u00fchl der Hoffnungslosigkeit wuchs. Aber ich wollte mit guten Leuten, mit Menschen, die ich wirklich sehr gern hatte, das tun, was ich als richtig empfand. Nicht, weil es realistische Aussicht auf Erfolg gab. Sondern um Sand im Getriebe zu sein.&#8221;<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<em>Erstmals publiziert im Mai 2020 im <a href=\"https:\/\/datum.at\/lockdown-anno-81\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DATUM<\/a>.<\/em><br><br><em>Dieser Text ist urheberrechtlich gesch\u00fctzt. \u00a9 DATUM \/ Julia Vitouch.\u00a0Bei Interesse an Wiederver\u00f6ffentlichung bitten wir um Kontaktaufnahme mit der <a href=\"http:\/\/magazine.erstestiftung.org\/de\/erste-stiftung\/impressum\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Redaktion.<\/a><br>Urheberrechtliche Angaben zu Bildern sind direkt bei den Abbildungen vermerkt. Titelbild: Eine Foto aus einer zur damaligen Zeit illegal verbreiteten Serie, welche die Polizeima\u00dfnahmen in Polen zwischen 1981 und vermutlich 1982 dokumentieren. Foto unter Gemeinfreiheit.<\/em><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Anfang der 1980er in Polen das Kriegsrecht galt.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2445,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[433,299],"tags":[445,255,358,351,344],"formats":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3721"}],"collection":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3721"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3721\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5736,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3721\/revisions\/5736"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2445"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3721"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3721"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3721"},{"taxonomy":"format","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/formats?post=3721"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}