{"id":3717,"date":"2020-08-27T00:00:00","date_gmt":"2020-08-27T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/erste-foundation.byinfinum.co\/die-existenzielle-bevoelkerungskrise-von-moldau\/"},"modified":"2021-08-17T13:42:39","modified_gmt":"2021-08-17T13:42:39","slug":"die-existenzielle-bevoelkerungskrise-von-moldau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/die-existenzielle-bevoelkerungskrise-von-moldau\/","title":{"rendered":"Die \u201eexistenzielle\u201c Bev\u00f6lkerungskrise von Moldau"},"content":{"rendered":"\n\n\t\n\t\t\t
\n\t\t\t
\n\t\t\t\t

\n\tVom Schwarzen Meer bis zur Adria haben die sinkenden Bev\u00f6lkerungszahlen dramatische Folgen. F\u00fcr die Republik Moldau ist es eine traumatische Erfahrung. Seit 1989 ist die Bev\u00f6lkerung um fast ein Drittel geschrumpft und in 15 Jahren wird von ihrer damaligen Gr\u00f6\u00dfe vielleicht nur noch etwas mehr als die H\u00e4lfte \u00fcbrig sein. Was die demografische Entwicklung betrifft, so sind das die niedrigsten Zahlen in ganz Europa.<\/strong><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t

\n\tEin derart verheerender Bev\u00f6lkerungsverlust f\u00fchrt bereits zu ernsthaften Problemen wie einem Mangel an Arbeits- und Fachkr\u00e4ften, beispielsweise im Gesundheitswesen, was aber auch f\u00fcr andere postkommunistische Staaten in Europa gilt. Der Unterschied besteht darin, dass der Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang in der Republik Moldau nun auch als existenzielle Krise diskutiert wird.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t

\n\tSeit der Unabh\u00e4ngigkeit im Jahr 1991 wird die Republik Moldau von politischen Umw\u00e4lzungen, Armut und Korruption im gro\u00dfen Stil geplagt. Gespalten ist das Land auch zwischen denen, die seine Zukunft mit jener der EU und des Westens verbunden sehen wollen \u2013 einschlie\u00dflich derer, die eine Vereinigung mit Rum\u00e4nien anstreben \u2013 und denen, die sich engere Beziehungen zu Russland w\u00fcnschen. Wenn Au\u00dfenminister Aureliu Ciocoi davon spricht, dass sein Land etwa ein Jahrzehnt Zeit habe, seine Probleme zu l\u00f6sen, dann denkt er dabei auch an den Bev\u00f6lkerungsverlust. \u201eUnsere Aufgabe\u201c, so Ciocoi gegen\u00fcber BIRN, \u201eist es, daf\u00fcr zu sorgen, dass der Staat lebensf\u00e4hig bleibt.\u201c<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t

\n\tBis Juli 2019 bestand eines der gr\u00f6\u00dften Probleme bei der Analyse der demografischen Entwicklung der Republik Moldau darin, dass es keine zuverl\u00e4ssigen Bev\u00f6lkerungszahlen gab (siehe Kasten). Auf der Grundlage neuer Sch\u00e4tzungen der Abwanderungsraten wurde der Bev\u00f6lkerungsstand am 1. J\u00e4nner 2019 mit 2,68 Millionen beziffert. Dies bedeutete einen massiven R\u00fcckgang von 1,8 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr. F\u00fcr 2020 ist mit weiteren Verlusten zu rechnen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t

\n\tNicht ber\u00fccksichtigt wurde hier Transnistrien. Bezieht man jedoch eine grobe Sch\u00e4tzung der Einwohner der abtr\u00fcnnigen Region mit ein, w\u00fcrde sich die Bev\u00f6lkerung der gesamten Republik Moldau auf etwa drei Millionen Menschen belaufen. Einer Studie<\/a> des Bev\u00f6lkerungsfonds der Vereinten Nationen und des Zentrums f\u00fcr demografische Studien der Republik Moldau zufolge wird die Bev\u00f6lkerung des Landes (ohne Transnistrien) bis 2035 auf 2,08 Millionen geschrumpft sein, was einem R\u00fcckgang von 22,38 Prozent gegen\u00fcber 2019 entspricht.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t\n
\n\t
\n\n\t\t\t\n\t\n\t<\/div>\t
\n\t\t

\n\tBev\u00f6lkerungsver\u00e4nderung in der Republik Moldau (1945-2035). Infografik: \u00a9 Ewelina Karpowiak \/ Klawe Rzeczy<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t

\n\tGeht man davon aus, dass die Einwohnerzahlen Transnistriens ebenfalls um rund ein Viertel zur\u00fcckgegangen sind und sich bis dahin auf rund 300.000 belaufen, so wird die Bev\u00f6lkerung des gesamten Landes seit 1989 bis 2035 um satte 45 Prozent geschrumpft sein. Noch vor dem Zerfall der Sowjetunion 1991 konnten mehrere tausend moldauische Juden das Land Richtung Israel verlassen. Anfang der 1990er-Jahre nahmen diese Abwanderungen massiv zu. Heute ist von der einst riesigen bessarabischen Gemeinschaft nur noch ein kleiner Rest \u00fcbrig geblieben. Anfang der 1990er-Jahre schlossen sich dann andere, vor allem Russen und Ukrainer, der sogenannten \u201eethnischen Migration\u201c an. Zehntausende wurden durch den gewaltsamen Konflikt von 1992, im Zuge dessen Russland die Abspaltung des nicht anerkannten Kleinstaates Transnistrien unterst\u00fctzte, innerhalb des Landes und auch \u00fcber die Landesgrenzen hinaus vertrieben.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t

\n\tDie \u00d6ffnung der moldauischen Grenzen und der Zusammenbruch der alten Sowjetwirtschaft f\u00fchrten zun\u00e4chst dazu, dass eine gro\u00dfe Zahl von Moldauerinnen und Moldauern nicht als Migranten, sondern als Kleingewerbetreibende ins Ausland gingen. Als dann 1998 die russische Finanzkrise weitere Schockwellen in der Region ausl\u00f6ste, emigrierten zahlreiche Moldauerinnen und Moldauer in die Gro\u00dfst\u00e4dte Russlands, wo es vor allem auf den M\u00e4rkten und im Baugewerbe Arbeit gab, oder fanden anderswo Besch\u00e4ftigung als Saisonarbeiter. Gleichzeitig machten sich Moldauerinnen und Moldauer erstmals auch Richtung Westen auf und gingen dort h\u00e4ufig einer illegalen Besch\u00e4ftigung nach, insbesondere in Italien, wo ihnen das Erlernen der Sprache leichtfiel, da Rum\u00e4nisch (oder Moldauisch, wie es mitunter genannt wird) eine romanische Sprache ist.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t\n
\n\t
\n\n\t\t\t\n\t\n\t<\/div>\t
\n\t\t

\n\tRepublik Moldau \u2013 Demografische Kennzahlen. Infografik: \u00a9 Ewelina Karpowiak \/ Klawe Rzeczy<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t

\n\tW\u00e4hrend die Einreise nach Russland kein Visum erforderte, war eine Einreiseerlaubnis f\u00fcr westliche L\u00e4nder schwer zu bekommen. Und obwohl die Erlangung der rum\u00e4nischen Staatsb\u00fcrgerschaft f\u00fcr die meisten Moldauerinnen und Moldauer keine Schwierigkeiten darstellte, zeigte ein Gro\u00dfteil von ihnen daf\u00fcr zun\u00e4chst kaum Interesse, da auch Rum\u00e4nen im Westen nicht arbeiten durften. Auch Bulgarien vergibt Staatsb\u00fcrgerschaften f\u00fcr eine kleine Anzahl ethnischer Bulgaren in der Republik Moldau sowie f\u00fcr Angeh\u00f6rige der Minderheit der Gagausen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t

\n\tIm Jahr 2002 verschaffte eine Amnestie in Italien illegal arbeitenden Moldauerinnen und Moldauern eine legale Aufenthaltserlaubnis und gab ihnen die M\u00f6glichkeit, ihre Familien nachzuholen. Dies bedeutete den ersten gro\u00dfen Schritt in Richtung legale Auswanderung in ein westliches Land. Trotz des Beitritts Rum\u00e4niens zur Europ\u00e4ischen Union 2007 konnten Rum\u00e4ninnen und Rum\u00e4nen einige Jahre lang nicht in allen EU-L\u00e4ndern legal arbeiten. Immerhin war es moldauischen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern \u2013 sofern sie rum\u00e4nische P\u00e4sse hatten \u2013 von nun an gestattet, \u00fcberall dort arbeiten, wo dies auch Rum\u00e4ninnen und Rum\u00e4nen erlaubt war.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t

\n\tDies bedeutete jedoch, dass sie nun in den ausl\u00e4ndischen Statistiken als rum\u00e4nische Staatsb\u00fcrgerinnen und -b\u00fcrger aufschienen, sodass ihre Zahl fast unm\u00f6glich zu bestimmen war. Im Jahr 2014 erhielten Moldauerinnen und Moldauer das Recht auf visumfreies Reisen in den grenzfreien Schengenraum der EU. Auch ohne rum\u00e4nischen oder bulgarischen Pass war es daher von nun an m\u00f6glich, in die EU zu reisen und dort illegal zu arbeiten.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t

\n\tIn welchem Land sich ausgewanderte Moldauerinnen und Moldauer befinden, ist heute schwierig festzustellen. Da es keine Definition daf\u00fcr gibt, wer zur Diaspora zu z\u00e4hlen ist, schwanken die Zahlen zwischen 800.000 und zwei Millionen. Bis Mitte der 2000er-Jahre gingen mehr Menschen nach Russland als in den Westen, aber mittlerweile macht sich die Mehrheit derer, die im Ausland leben und arbeiten wollen, Richtung Westen auf.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t\n
\n\t\n\n
\n\t\n
\n\n\t\n\t\t\t\n
\n\t

\n\t\u201eSTATISTISCHES \u00c4QUIVALENT EINER DROGENABH\u00c4NGIGKEIT\u201c<\/h2>\n\t
\n\t\t\n

\n\tValentina Istrati, Leiterin der f\u00fcr Volksz\u00e4hlungen zust\u00e4ndigen Abteilung des Nationalen Statistikamts (BNS) der Republik Moldau ist gl\u00fccklich. Sie kann endlich die Wahrheit sagen.

Nachdem jahrelang fiktive Daten ver\u00f6ffentlicht wurden, pr\u00e4sentierte das BNS im Juli 2019 endlich realistische Zahlen, die dar\u00fcber Auskunft gaben, wie viele Menschen (im gr\u00f6\u00dften Teil) der Republik Moldau leben. Am 1. J\u00e4nner 2019 waren es 2,68 Millionen.

Eine Googlesuche mit den Stichworten \u201eBev\u00f6lkerung der Republik Moldau\u201c oder eine Datenbankabfrage bei Eurostat l\u00e4sst das Problem erkennen. Dort lautet die Antwort 3,55 Millionen. Den Statistiken der UNO zufolge sind es 4,04 Millionen, aber diese Zahl inkludiert Transnistrien, den abtr\u00fcnnigen \u00f6stlichen Teil des Landes, der nicht unter der Kontrolle der Regierung steht. In den anderen Statistiken ist Transnistrien nicht ber\u00fccksichtigt und das BNS verf\u00fcgt seit 1998 \u00fcber keine Daten \u00fcber die Enklave.

Es war \u201etats\u00e4chlich schwierig\u201c, antwortete Istrati auf die Frage, wie und warum das BNS der Regierung, Eurostat oder der UNO falsche Zahlen \u00fcbermittelte \u2013 und von denen jeder, der auch nur eine ungef\u00e4hre Vorstellung von der Gr\u00f6\u00dfe der Bev\u00f6lkerung der Republik Moldau hatte, ebenso wusste, dass sie falsch waren.

Schlimmer noch: Aufgrund der falschen Angaben zur Bev\u00f6lkerungszahl waren auch viele der sonstigen offiziellen Daten der Republik Moldau, einschlie\u00dflich des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf und der Geburtenziffer, falsch \u2013 und sind es in vielen F\u00e4llen immer noch. Eine Aktualisierung s\u00e4mtlicher Daten ist nun geplant.

Der Grund daf\u00fcr, dass die Zahlen f\u00fcr die Republik Moldau nicht mehr viel mit der Realit\u00e4t zu tun hatten, lag darin, dass das BNS keine Ahnung hatte, wie viele Menschen das Land verlie\u00dfen. Daher st\u00fctzte man sich auf Daten, die auf den Volksz\u00e4hlungen von 1989 und 2004 basierten, und nahm Sch\u00e4tzungen \u00fcber die Entwicklung der Bev\u00f6lkerung vor, ohne die tats\u00e4chlichen Zahlen zu kennen. Unter Verwendung veralteter Methoden wurde dann zur Gesamtbev\u00f6lkerung die Zahl jener Personen addiert, die laut Volksz\u00e4hlungen tats\u00e4chlich im Ausland leben. Die vor Juli 2019 verwendeten Zahlen waren also zwar falsch, aber dies geschah nicht in unlauterer Absicht, denn das BNS f\u00fchrte zwar die Hochrechnungen korrekt durch, war aber einfach au\u00dferstande, entscheidende Informationen mitzuber\u00fccksichtigen.

In Ermangelung von finanziellen Mitteln und Know-how wurden diese Zahlen verwendet, weil keine anderen zur Verf\u00fcgung standen und man einfach nicht zugeben konnte, nicht zu wissen, wie viele Menschen im Land lebten. Laut Eliahu Ben Moshe, einem israelischen Experten, der von der UNO beauftragt wurde, dem BNS bei der L\u00f6sung des Problems zu helfen, ergab dies das statistische \u00c4quivalent zu einer \u201eDrogenabh\u00e4ngigkeit\u201c.

Bei der Volksz\u00e4hlung 2014 reichte weder die Zeit noch das Geld, um mehr als 41 Prozent der Bev\u00f6lkerung der Hauptstadt Chi\u015fin\u0103u zu z\u00e4hlen. Dank einer anschlie\u00dfenden Umfrage konnte die Bev\u00f6lkerung ohne Transnistrien schlie\u00dflich mit 2,86 Millionen beziffert werden. Es gab jedoch nach wie vor keine Daten \u00fcber die Zahl der Abwanderungen und folglich \u00fcber die Bev\u00f6lkerungsentwicklung seit 2014 und in den Jahren zwischen den Volksz\u00e4hlungen.

Im Juli vergangenen Jahres wurde die neue, f\u00fcr 2019 aktualisierte Zahl schlie\u00dflich ver\u00f6ffentlicht. Sie basierte auf Daten, die von der Grenzpolizei anhand von Algorithmen erhoben wurden, um die gro\u00dfe Zahl von Moldauerinnen und Moldauern mit rum\u00e4nischen, russischen oder anderen P\u00e4ssen zu ermitteln. Die Zahlen seien nur bedingt zuverl\u00e4ssig, so Istrati, denn es w\u00fcrden nur jene Personen erfasst, die sich an der Grenze zumindest einmal mit moldauischen Papieren ausgewiesen haben. Au\u00dferdem kontrollieren die Transnistrier einen Gro\u00dfteil der moldauischen Grenze zur Ukraine, und so g\u00e4be es von dort \u00fcberhaupt keine Daten \u00fcber ein- bzw. ausreisende Personen. Das BNS ist jedoch der Ansicht, dass diese Zahlen nicht signifikant genug sind, um die Bev\u00f6lkerungssch\u00e4tzung des Statistikamts zu beeinflussen.

Folglich verf\u00fcgt die Republik Moldau zum ersten Mal seit Jahren \u00fcber nach internationalen Standards als zuverl\u00e4ssig geltende Bev\u00f6lkerungsdaten, zumindest f\u00fcr jenen Teil des Landes, der unter Regierungskontrolle steht.<\/p>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n\n\n

\n\t\n
\n\n\t\n\t\t\t

\n\tNach Italien gingen mehr Frauen, von denen sich viele als \u201ebadanti\u201c um \u00e4ltere Menschen k\u00fcmmern. Ihre Kinder lie\u00dfen sie, vor allem solange diese noch klein waren, bei den Gro\u00dfeltern zur\u00fcck. Die Mehrheit der M\u00e4nner ging indes nach Russland auf Arbeitssuche.

Im Jahr 2019 gab es in Italien doppelt so viele moldauische Frauen wie M\u00e4nner. Dieses Verh\u00e4ltnis k\u00f6nnte sich in den letzten Jahren jedoch ge\u00e4ndert haben, da immer mehr Moldauerinnen und Moldauer als rum\u00e4nische Staatsb\u00fcrgerinnen und -b\u00fcrger im Ausland leben und arbeiten.

Dem Soziologen Vadim Pistrinciuc zufolge lebt etwa eine halbe Million Moldauerinnen und Moldauer in Russland, von denen viele heute die russische Staatsb\u00fcrgerschaft besitzen. Nach Angaben des rum\u00e4nischen Au\u00dfenministeriums besitzt eine weitere halbe Million die rum\u00e4nische Staatsb\u00fcrgerschaft, von denen vermutlich etwa die H\u00e4lfte in Rum\u00e4nien lebt.

Aus italienischen Statistiken geht hervor, dass sich 125.285 Moldauerinnen und Moldauer in Italien niedergelassen haben. Nicht bekannt ist jedoch, wie viele der 1,2 Millionen dort registrierten Rum\u00e4ninnen und Rum\u00e4nen aus Moldau sind oder wie viele Moldauerinnen und Moldauer es unter den 1,78 Millionen in Spanien, Deutschland und Gro\u00dfbritannien registrierten Rum\u00e4ninnen und Rum\u00e4nen gibt.

Angesichts des niedrigen Lohnniveaus in der Republik Moldau seien nicht nur die hohen Abwanderungszahlen au\u00dfergew\u00f6hnlich, sondern auch die gro\u00dfe Anzahl an Personen, die jeweils nur f\u00fcr kurze Zeitr\u00e4ume im Ausland leben, meint Eliahu Ben Moshe, ein israelischer Experte, der das Nationale Statistikamt bei der Ermittlung zuverl\u00e4ssiger Zahlen unterst\u00fctzt.

Im Jahr 2017 verlie\u00dfen zum Beispiel 159.000 Menschen das Land, aber knapp 110.000 kehrten zur\u00fcck, was einem Nettoverlust von 49.400 Menschen entsprach. Im Jahr 2016 waren es 153.200, die auswanderten, aber 107.200, die zur\u00fcckkamen. Die Nettoabwanderung lag also bei knapp 46.000. Es sind in erster Linie junge Menschen, die dem Land den R\u00fccken kehren, obwohl zunehmend ganze Familien abwandern. Im Jahr 2017 emigrierten rund f\u00fcnf Prozent der M\u00e4nner im Alter von 20 bis 24 Jahren, und in den letzten f\u00fcnf Jahren waren es in dieser Altersgruppe 20 Prozent. \u201eDas ist ein Exodus\u201c, meint Ben Moshe. \u201eWir sprechen hier von einer sehr starken Abwanderung.\u201c

Was man aus diesen Zahlen laut Ben Moshe jedoch nicht ablesen k\u00f6nne, sei die \u201eabsurde\u201c Anzahl von Menschen, denen es aufgrund von Billigfl\u00fcgen ein Leichtes ist, f\u00fcr jeweils ein paar Monate ins Ausland zu reisen, um dort zu arbeiten, was bedeutet, dass sie immer noch in der Republik Moldau wohnhaft sind. Diese Zahlen seien so hoch, dass \u201esie die Definition von Migration infrage stellen\u201c. Moshe sieht darin \u201eeine neue Form des Pendelns\u201c.

Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind nicht schwer zu verstehen.

Eine mittlere Beamtin erz\u00e4hlt, ihr Ehemann arbeite neben seinem Studium zum IT-Programmierer in einem Hotel in einem Londoner Vorort. Sie haben ausgerechnet, dass er, wenn er die Trennung von seiner Familie durchh\u00e4lt, die 30-j\u00e4hrige Hypothek in zwei Jahren abbezahlen k\u00f6nnte. Derart hohe Abwanderungsraten f\u00fchren in der Republik Moldau zu einem Arbeitskr\u00e4ftemangel. Verf\u00fcgbare Arbeitspl\u00e4tze sind aber h\u00e4ufig nicht dort zu finden, wo Menschen Arbeit suchen.

Diejenigen, die einen Wohnortswechsel in Betracht ziehen, w\u00fcrden Arbeitgebern zufolge lieber ins Ausland gehen, anstatt dorthin zu ziehen, wo es Arbeit gibt, weil die Bezahlung, die Arbeitsbedingungen und die Karrierechancen im Ausland weitaus besser seien.

Daraus folgt, dass mit 2,68 Millionen zwar die erste verl\u00e4ssliche Bev\u00f6lkerungszahl (f\u00fcr das von der Zentralregierung kontrollierte Gebiet der Republik Moldau) seit Jahren vorliegen mag \u2013 die Zahl der tats\u00e4chlich an einem beliebigen Tag im Land befindlichen Menschen jedoch wesentlich geringer sein k\u00f6nnte.

Ein Arbeitskr\u00e4ftemangel bedeutet zudem, dass die Bauern nicht gen\u00fcgend Erntehelfer finden k\u00f6nnen. Das betrifft auch wichtige Exportg\u00fcter wie moldauischen Wein und Branntwein. Jetzt kommen Usbeken und Kasachen, die nicht in der EU arbeiten d\u00fcrfen, als Saisonarbeiter \u2013 auch nach Transnistrien. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit moldauischen \u00c4rztinnen und \u00c4rzten, die den Job ihrer nach Westeuropa abgewanderten rum\u00e4nischen Kolleginnen und Kollegen \u00fcbernehmen.

F\u00fcr sie gibt es jedoch in ihrem Land keinen Ersatz. Im Jahr 2018 beantragten rund 600 \u00c4rztinnen und \u00c4rzte beim Gesundheitsministerium die f\u00fcr eine Auslandst\u00e4tigkeit ben\u00f6tigten Bescheinigungen, so Pistrinciuc.

Viele der besten und kl\u00fcgsten K\u00f6pfe der Republik Moldau werden sich um solche Formalit\u00e4ten nicht zu k\u00fcmmern brauchen. Laut Olga Gagauz, der stellvertretenden Direktorin des Nationalen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung, gibt es in der Republik Moldau zwar 100.000 Studierende, aber auch etwa 25.000 Moldauerinnen und Moldauer, die im Ausland studieren. Nach Abschluss ihres Studiums \u201ebleiben die meisten dort\u201c, meint sie.

An einem Samstagnachmittag erscheint Tiraspol, die kleine Hauptstadt Transnistriens, noch schl\u00e4friger und leerer als Chi\u015fin\u0103u. Aber wie in der moldauischen Hauptstadt findet man auch hier Jobannoncen und Personalagenturen, die Arbeitskr\u00e4fte an Firmen in der EU vermitteln.<\/p>\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t

\n\tIn der Zwischenkriegszeit geh\u00f6rte der \u00fcberwiegende Teil des heutigen Transnistriens zur Sowjetunion, im Gegensatz zum Rest der Republik Moldau, das zu Rum\u00e4nien geh\u00f6rte.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t

\n\tUm einen rum\u00e4nischen Reisepass beantragen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen Moldauerinnen und Moldauer nachweisen, dass ihre Vorfahren bis 1940 rum\u00e4nische Staatsb\u00fcrger waren. Das bedeutet, dass in Transnistrien weitaus weniger Menschen einen rum\u00e4nischen Reisepass erhalten k\u00f6nnen und in der Vergangenheit im Vergleich zum Rest der Republik Moldau viel mehr Menschen nach Russland als in den Westen arbeiten gingen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t

\n\tDie Aussicht auf h\u00f6here L\u00f6hne f\u00fchrt jedoch zunehmend dazu, dass sie entweder eine Arbeit mit Arbeitserlaubnis in der EU annehmen oder mit ihrem moldauischen Pass illegal in L\u00e4ndern wie Polen oder der Tschechischen Republik arbeiten.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t

\n\tLaut der Volksz\u00e4hlung von 2015 lebten in Transnistrien 475.373 Menschen, von denen 70.587 \u201evor\u00fcbergehend abwesend\u201c waren. F\u00fcr Andrei Crivenco, Politikgeograf an der Universit\u00e4t in Tiraspol, entspricht dies \u201emehr oder weniger der Realit\u00e4t\u201c. Andere Daten st\u00fcnden nicht zur Verf\u00fcgung. Gagauz sch\u00e4tzt jedoch, dass sich die Einwohnerzahl heute auf etwa 350.000 Menschen bel\u00e4uft.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t

\n\tPersonen, die \u00fcber den Flughafen Chi\u015fin\u0103u ein- bzw. ausreisen oder die von der moldauischen Regierung kontrollierten Grenzen passieren, werden statistisch erfasst. Seitens der transnistrischen Grenzschutzbeamten werden jedoch keine Daten erhoben, und sie w\u00e4ren dazu, au\u00dfer sie t\u00e4ten dies handschriftlich, auch nicht in der Lage, da transnistrische Personalausweise nicht biometrisch sind. Und da Reisep\u00e4sse nicht anerkannt werden, berechtigen sie auch nicht zur Ausreise.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t\n
\n\t\n\n
\n\t\n
\n\n\t\n\t\t\t\n
\n\t

\n\tEUROPE’S FUTURES<\/h2>\n\t
\n\t\t\n

\n\tEuropa erlebt seine dramatischste und herausforderndste Zeit seit dem Ende des Zweiten Weltkrieg. Das europ\u00e4ische Projekt steht auf dem Spiel und die liberale Demokratie wird sowohl von innen als auch von au\u00dfen gefordert. Von allen Seiten der staatlichen und nicht-staatlichen Akteure ist es dringend erforderlich, sich mit den brennenden Problemen zu befassen und das, was durch das politische Friedensprojekt sorgf\u00e4ltig erreicht wurde, zu bekr\u00e4ftigen.

Zwischen 2018 und 2021 engagieren sich jedes Jahr sechs bis acht f\u00fchrende europ\u00e4ische Expertinnen und Experten als\u00a0Europe\u2019s Futures<\/a>\u00a0Fellows. Sie schaffen damit eine einzigartige eine Plattform der Ideen, um grundlegende Ma\u00dfnahmen zu pr\u00e4sentieren, deren Ziel es ist, die Vision und Realit\u00e4t Europas zu st\u00e4rken und voranzutreiben. Europe\u2019s Futures basiert auf eingehenden Untersuchungen, konkreten politischen Vorschl\u00e4gen und dem Austausch mit staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren, dem \u00f6ffentlichen Diskurs und Medien.<\/p>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n\n\n

\n\t\n
\n\n\t\n\t\t\t

\n\tVon der Republik Moldau bis nach Kroatien ist die Abwanderung nur die eine Seite der demografischen Entwicklung \u2013 die niedrige Geburtenrate und eine alternde Bev\u00f6lkerung ist die andere.

Bis Juli 2019 waren die von der Republik Moldau ver\u00f6ffentlichten Zahlen jedoch falsch, da sie auf einer weitaus h\u00f6heren Zahl der Wohnbev\u00f6lkerung basierten, als dies tats\u00e4chlich der Fall war. Man ging etwa davon aus, dass moldauische Frauen nur 1,28 Kinder zur Welt bringen, was die Geburtenziffer der Republik Moldau zu einer der weltweit niedrigsten machen w\u00fcrde. Diese Zahl wurde nun neu berechnet und liegt bei 1,82, was zwar unter dem f\u00fcr den Erhalt der Bev\u00f6lkerung notwendigen Wert von 2,1 liegt, aber h\u00f6her ist als in Rum\u00e4nien (1,71) und der EU-Durchschnitt von 1,59.

Dennoch sterben seit 1999 jedes Jahr mehr Moldauerinnen und Moldauer als geboren werden, weshalb die Bev\u00f6lkerung des Landes auch ohne Abwanderung schrumpfen w\u00fcrde. Im Jahr 2018 gab es auf dem von der Zentralregierung kontrollierten Territorium der Republik 34.738 Lebendgeburten und 37.303 Todesf\u00e4lle. Die Neuberechnung der Bev\u00f6lkerungszahlen der Republik Moldau ergab zudem, dass die Lebenserwartung niedriger als angenommen war. Heute liegt sie bei 70,6 Jahren, auch wenn der Unterschied zwischen M\u00e4nnern und Frauen gro\u00df ist. F\u00fcr M\u00e4nner liegt die Lebenserwartung bei 66,2 Jahren und f\u00fcr Frauen bei 75 Jahren. Diese Zahlen entsprechen jenen in Russland, Belarus und der Ukraine und sind, vor allem was M\u00e4nner anbelangt, eine Folge schlechter Ern\u00e4hrung sowie des Alkohol- und Tabakkonsums.<\/p>\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t

\n\t\u00c4ltere Menschen, von denen ein gro\u00dfer Teil auf Geldsendungen aus dem Ausland angewiesen ist, z\u00e4hlen auch zur vulnerabelsten und armutsgef\u00e4hrdetsten Gruppe in Moldau, meint Eduard Mihalas vom Bev\u00f6lkerungsfonds der Vereinten Nationen. Wie \u00fcberall in Europa altert die Bev\u00f6lkerung, die Situation in der Republik Moldau ist jedoch nicht so dramatisch wie in vielen anderen L\u00e4ndern und wird es auch nicht sein, denn immer h\u00e4ufiger wandern ganze Familien ins Ausland ab, weshalb es in Zukunft weniger \u00e4ltere Menschen im Land geben wird.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

\n\t\t\t
\n\t\t\t\t\n
    \n\n<\/ol>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t
    \n\t\t\t
    \n\t\t\t\t

    \n\tF\u00fcr Pistrinciuc besteht die Kehrseite darin, dass ohne drastische Ver\u00e4nderungen in der Republik Moldau, einschlie\u00dflich eines vollst\u00e4ndigen \u201eUmbaus der politischen F\u00fchrung\u201c (d.h. eines Bruchs mit den korrupten und oligarchischen Praktiken der Vergangenheit), das Land dazu verdammt ist, ein \u201eUrlaubsdomizil\u201c f\u00fcr diejenigen zu werden, die es verlassen haben, und eine \u201eAltersresidenz\u201c f\u00fcr jene, die bleiben.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

    \n\t\t\t
    \n\t\t\t\t

    \n\tDer Artikel gibt die Meinung des Autors wieder und repr\u00e4sentiert nicht den Standpunkt von BIRN oder der ERSTE Stiftung.<\/em><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

    \n\t\t\t
    \n\t\t\t\t

    \n\tOriginal auf Englisch. Erstmals publiziert am 16. Januar 2020 auf\u00a0Reportingdemocracy.org<\/a>, einer journalistischen Plattform des Balkan Investigative Reporting Network. Der vorliegende Text ist im Rahmen des\u00a0Europe\u2019s Futures<\/a>\u00a0Projekts entstanden.
    Aus dem Englischen von\u00a0
    Barbara Maya<\/a>.<\/em>

    Dieser Text ist urheberrechtlich gesch\u00fctzt: \u00a9 Tim Judah. Bei Interesse an Wiederver\u00f6ffentlichung bitten wir um Kontaktaufnahme mit der\u00a0
    Redaktion<\/a>.
    Urheberrechtliche Angaben zu Bildern, Grafiken und Videos sind direkt bei den Abbildungen vermerkt. Titelbild: Illustration: \u00a9 Ewelina Karpowiak \/ Klawe Rzeczy<\/em><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

    Angesichts des schlimmsten Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgangs in Europa k\u00e4mpft die Republik Moldau darum, ein \u201elebensf\u00e4higer Staat\u201c zu bleiben, so der Au\u00dfenminister.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2338,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[360,436],"tags":[270,449,398],"formats":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3717"}],"collection":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3717"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3717\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4992,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3717\/revisions\/4992"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2338"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3717"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3717"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3717"},{"taxonomy":"format","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/formats?post=3717"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}