{"id":3706,"date":"2020-06-23T00:00:00","date_gmt":"2020-06-23T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/erste-foundation.byinfinum.co\/kosovos-demografisches-schicksal\/"},"modified":"2021-08-17T12:55:08","modified_gmt":"2021-08-17T12:55:08","slug":"kosovos-demografisches-schicksal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/kosovos-demografisches-schicksal\/","title":{"rendered":"Kosovos demografisches Schicksal"},"content":{"rendered":"
\n\tDer Kosovo mag zwar der j\u00fcngste Staat Europas sein, doch wer auch immer das Sagen hatte, hat nicht nur Steuern kassiert, sondern auch Daten erhoben.<\/strong><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tIn einer Urkunde des im Westen des Kosovo gelegenen serbisch-orthodoxen Klosters Visoki De\u010dani aus dem Jahr 1330 ist die Zahl der Siedlungen und Haushalte in der n\u00e4heren Umgebung und im heutigen Nordalbanien dokumentiert. Daraus scheint hervorzugehen, dass die \u00fcberwiegende Mehrheit der Menschen dort serbischer Herkunft waren. Vonseiten einiger albanischer Historiker wird dies bezweifelt. Sie argumentieren, dass albanische Namen von serbischen Beh\u00f6rden \u201eslawisiert\u201c und damit assimiliert worden w\u00e4ren.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tIn der Geschichte des Kosovo ging es immer um Krieg mit anderen Mitteln, weshalb es einfacher ist, detaillierte Analysen \u00fcber die Gr\u00f6\u00dfe der serbischen und albanischen Volksgruppen zu finden, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in den vergangenen Jahrhunderten im Kosovo gelebt haben, als Analysen \u00fcber Zahlen, Trends und damit \u00fcber die Bed\u00fcrfnisse der Menschen<\/em> \u2013 und nicht der serbischen, albanischen und anderer Ethnien, die heute im Kosovo leben \u2013 ausfindig zu machen. Statistiken wurden je nach Bedarf zur Unterst\u00fctzung der einen oder anderen Seite aufgestellt, zurechtgebogen oder einfach grob gesch\u00e4tzt \u2013 was eine schl\u00fcssige Analyse der demografischen Entwicklung im Kosovo weitaus schwieriger macht als irgendwo sonst auf dem Westbalkan.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tBev\u00f6lkerungsver\u00e4nderung im Kosovo. Abbildung: \u00a9 Ewelina Karpowiak \/ Klawe Rzeczy<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tIm Jahr 2010 betrug die Wohnbev\u00f6lkerung des Kosovo laut Eurostat, dem Statistischen Amt der EU, das seine Daten vom kosovarischen Statistikamt (ASK) bezieht, 2,2 Millionen Personen. Ein Jahr sp\u00e4ter waren es jedoch 1,79 Millionen. Sind also pl\u00f6tzlich mehr als 400.000 Menschen gestorben oder ausgewandert? Nat\u00fcrlich nicht. Die Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese statistische Kluft hilft uns zu verstehen, warum es die Politik ist, die sich der Ermittlung der genauen Zahl der Menschen im Kosovo in den Weg stellt.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tDie Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese statistischen Kluft hilft uns zu verstehen, warum es die Politik ist, die sich der Ermittlung der genauen Zahl der Menschen im Kosovo in den Weg stellt.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tIm Jahr 1981 betrug die Gesamtbev\u00f6lkerung gem\u00e4\u00df der jugoslawischen Volksz\u00e4hlung 1,58 Millionen Menschen, von denen 77,4 Prozent albanischer und 14,9 Prozent serbischer und montenegrinischer Herkunft waren. Bei der n\u00e4chsten Volksz\u00e4hlung 1991 hatte der serbische Machthaber Slobodan Milo\u0161evi\u0107 die Autonomie des Kosovo abgeschafft, weshalb die albanische Bev\u00f6lkerung die Volksz\u00e4hlung boykottierte, sodass das Statistische Bundesamt Jugoslawiens auf Sch\u00e4tzungen angewiesen war. Es kam zu dem Ergebnis, dass zu jenem Zeitpunkt 1,97 Millionen Menschen im Kosovo lebten, von denen 82,2 Prozent albanischer Herkunft waren.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tTats\u00e4chlich lebten weniger Menschen im Land, weil in der jugoslawischen Volksz\u00e4hlung auch die im Ausland arbeitenden Personen und deren Familien erfasst wurden. Nach einer Sch\u00e4tzung des Bundesamts aus dem Jahr 1989 waren im Kosovo nur etwa 1,87 Millionen Personen ans\u00e4ssig.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tIn den 1990er-Jahren hie\u00df es jedoch verbreitet, dass die Bev\u00f6lkerung des Kosovo mindestens zwei Millionen Menschen betrug. Die erste Z\u00e4hlung nach dem Krieg im Jahr 2011 zeigte, dass die Einwohnerzahlen weitaus geringer waren als angenommen, was den abrupten R\u00fcckgang der Eurostat-Zahlen erkl\u00e4rt.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tKosovo \u2013 Demografische Kennzahlen. Abbildung: \u00a9 Ewelina Karpowiak \/ Klawe Rzeczy<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tDer Irrtum beruhte haupts\u00e4chlich auf dem R\u00fcckgang der Geburtenziffern, die zu Zeiten der Republik Jugoslawiens sehr hoch gewesen waren. Im Jahr 1950 bekamen Frauen im Durchschnitt 7,6 Kinder. Bis 1981 war diese Zahl auf 4,58 gesunken. 1991 lag der Wert bei 3,58 und fiel schlie\u00dflich 2015 unter die Reproduktionsrate auf 2,00, wo er 2018 unver\u00e4ndert blieb. Bis zur Volksz\u00e4hlung 2011 beruhten die Prognosen jedoch auf h\u00f6heren als den tats\u00e4chlichen Geburtenziffern.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tEs gab auch keine genauen Statistiken dar\u00fcber, wie viele Menschen das Land verlassen hatten und, wie im Fall der serbischen Volksgruppe, nach Serbien ausgewandert waren oder, im Fall der Kosovo-Albaner [Anm. d. Red.: im Folgenden jeweils im Sinn der Geschlechtergerechtigkeit alle Geschlechter gemeint], in andere L\u00e4nder. Die Volksz\u00e4hlung von 2011 war zwar die erste, die seit 1981 ein ann\u00e4hernd zuverl\u00e4ssiges Bild der Bev\u00f6lkerung des Kosovo bot, wurde aber von den Kosovo-Serben boykottiert, bzw. fand in den vier serbisch kontrollierten Gemeinden im Norden des Landes nicht statt. Ihre Zahlen beruhen daher auf Sch\u00e4tzungen des ASK.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tHeute wird die Gesamtbev\u00f6lkerung der vier \u00fcberwiegend serbisch bev\u00f6lkerten n\u00f6rdlichen Gemeinden auf ihren Webseiten mit 70.430 beziffert. Klammert man Studierende, insbesondere aus anderen Teilen Serbiens, jedoch aus, k\u00f6nnte diese Zahl aus politischen Gr\u00fcnden zu hoch angesetzt sein.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tDie serbische Bev\u00f6lkerung des Kosovo altert schnell und nimmt stetig ab. Es gibt nicht gen\u00fcgend Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Allgemeinbev\u00f6lkerung, geschweige denn f\u00fcr Kosovo-Serben, von denen ein gro\u00dfer Teil kein Albanisch spricht.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tIm Laufe des vergangenen Jahres haben die Pr\u00e4sidenten Serbiens und des Kosovo mit dem Gedanken eines Gebiets- und Bev\u00f6lkerungsaustausches gespielt, demzufolge der Norden des Kosovo gegen das mehrheitlich von ethnischen Albanern bewohnte Pre\u0161evo-Tal in S\u00fcdserbien (dessen albanische Bev\u00f6lkerung ihrerseits die letzte serbische Volksz\u00e4hlung boykottierte) getauscht werden soll. Aus serbischer Sicht sieht man ein Problem darin, dass im Falle eines Tausches die Mehrheit der Kosovo-Serben im S\u00fcden zur\u00fcckbleiben w\u00fcrde \u2013 es sei denn, die Zahlen der Gemeinden stimmten. Serbischen Quellen zufolge ist dies jedoch nicht der Fall.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tDie Zahlen zur Einschulung und zur serbisch-orthodoxen Kirche deuten auf eine kosovo-serbische Wohnbev\u00f6lkerung von etwa 100.000 Personen hin, von denen etwa 40 Prozent im Norden und der Rest im S\u00fcden leben. Wenn der Verdacht zutrifft, dass die Bev\u00f6lkerungszahlen des Nordkosovo in den Dienst politischer Ziele gestellt wurden, so w\u00e4re es nicht das erste Mal in der j\u00fcngeren Geschichte.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tGleichzeitig brauchten gro\u00dfe Familien Grund und Boden sowie H\u00e4user, und dieser Bev\u00f6lkerungsdruck f\u00fchrte dazu, dass viele Serben ihren Besitz an Albaner verkauften und nach Serbien \u00fcbersiedelten, wo sie mit dem Geld weit mehr kaufen konnten als im Kosovo.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tNach dem Krieg 1999, als die Serben vor ethnischen S\u00e4uberungen flohen, hie\u00df es von offizieller serbischer Seite, dass etwa 220.000 Serben nach Serbien gekommen seien. Schenkt man der Volksz\u00e4hlung von 1991 Glauben, waren dies mehr, als tats\u00e4chlich dort lebten. Damals nahmen Serben und Montenegriner an der Datenerhebung teil, bei der 215.346 von ihnen sowie 42.806 Roma erfasst wurden. Tats\u00e4chlich ergab eine genaue Analyse des Think-Tanks Europ\u00e4ische Stabilit\u00e4tsinitiative, dass die Anzahl der Gefl\u00fcchteten in Wirklichkeit bei etwa 65.000 lag.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tDamals griffen UN-Organisationen auf serbische Zahlen zur\u00fcck und verliehen ihnen so Glaubw\u00fcrdigkeit. Heute altert die serbische Bev\u00f6lkerung des Kosovo schnell und nimmt stetig ab. Es gibt nicht gen\u00fcgend Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Allgemeinbev\u00f6lkerung, geschweige denn f\u00fcr Kosovo-Serben, von denen ein gro\u00dfer Teil kein Albanisch spricht.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tGr\u00f6\u00dfte demografische Verlierer. Infografik: \u00a9 Ewelina Karpowiak \/ Klawe Rzeczy<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\t\u00dcberall auf dem Balkan deuten Trends auf alternde und schrumpfende Gesellschaften hin, aus denen junge und qualifizierte Menschen in Scharen abwandern. Heute hat der Kosovo dank seiner Bev\u00f6lkerungsexplosion, insbesondere in den 1980er-Jahren, die j\u00fcngste Bev\u00f6lkerung Europas. Doch nun, da die Geburtenrate unter das Reproduktionsniveau gesunken ist, sowie aufgrund der Abwanderung, beginnt auch die albanische Bev\u00f6lkerung des Kosovo und damit die gesamte Bev\u00f6lkerung zu altern und zu schrumpfen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tLaut Analysen des ASK k\u00f6nnte die Bev\u00f6lkerung des Kosovo bis zum Jahr 2061 auf 1,49 Millionen sinken. Im Jahr 2017 waren 25 Prozent der Bev\u00f6lkerung 14 Jahre alt oder j\u00fcnger und acht Prozent 65 Jahre alt oder \u00e4lter. Bis 2061 k\u00f6nnten es in der j\u00fcngsten Altersgruppe nur noch 13 Prozent sein, verglichen mit 27 Prozent in der Gruppe 65 plus. Die Abwanderung ist ein leidiges, politisch instrumentalisiertes Thema und l\u00e4sst sich aufgrund fehlender Daten auch nur schwer in Zahlen gie\u00dfen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tHeute hat der Kosovo dank seiner Bev\u00f6lkerungsexplosion, insbesondere in den 1980er-Jahren, die j\u00fcngste Bev\u00f6lkerung Europas.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tZu Zeiten der jugoslawischen Republik gab es im Wesentlichen drei Auswanderungsstr\u00f6me: Kosovo-Albaner und Serben, die als sogenannte Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter ins Ausland zogen, Kosovo-Serben, die nach Serbien gingen und Kosovo-Albaner, die sich in anderen Teilen Jugoslawiens niederlie\u00dfen. Die Zerst\u00f6rung Jugoslawiens setzte der legalen Auswanderung mit Ausnahme der Asylsuchenden ein Ende. Im Zeitraum 2013-16 belief sich in der EU die Zahl der wirtschaftlich motivierten Asylantr\u00e4ge von Kosovaren inklusive derer, die sich nachweislich illegal in EU-Staaten aufhielten, auf beachtliche 229.005.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tEuropa erlebt seine dramatischste und herausforderndste Zeit seit dem Ende des Zweiten Weltkrieg. Das europ\u00e4ische Projekt steht auf dem Spiel und die liberale Demokratie wird sowohl von innen als auch von au\u00dfen gefordert. Von allen Seiten der staatlichen und nicht-staatlichen Akteure ist es dringend erforderlich, sich mit den brennenden Problemen zu befassen und das, was durch das politische Friedensprojekt sorgf\u00e4ltig erreicht wurde, zu bekr\u00e4ftigen. \n\tNun wird ein neues Kapitel aufgeschlagen: W\u00e4hrend Menschen aus dem Kosovo weiterhin ohne Visum in den Schengen-Raum einreisen k\u00f6nnen, haben L\u00e4nder wie Deutschland und Kroatien damit begonnen, ihnen Arbeitsgenehmigungen in noch nie dagewesener Form und Zahl zu erteilen. \n\tDas trifft in den Jahren zuvor aber auch auf zahlreiche Personen zu, die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger Jugoslawiens oder Serbiens waren, und anhand dieser Zahlen l\u00e4sst sich unm\u00f6glich sagen, wer aus dem Kosovo kam oder wer serbischer oder albanischer Herkunft war. Deutschland hat erst ab 2008 mit der Erfassung der Einb\u00fcrgerungen von Menschen aus dem Kosovo begonnen. Ab diesem Zeitpunkt waren es bis 2018 insgesamt 33.966.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tAngesichts dieser Zahlen ist es durchaus m\u00f6glich, dass die Gesamtzahl der Diaspora in Europa, einschlie\u00dflich der Nachkommen mit ausl\u00e4ndischer Staatsangeh\u00f6rigkeit, etwa doppelt so hoch ist wie die Zahl der im Ausland lebenden B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger des Kosovo, also es sich de facto um etwa 700.000 Menschen handelt. Im Jahr 2018 machten die Geldsendungen der Diaspora nach Angaben des Internationalen W\u00e4hrungsfonds 11,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Das Medianalter im Kosovo liegt bei 29,06 Jahren, in Albanien bei 36,07 Jahren und in Serbien bei 43 Jahren.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tDer Kosovo sollte von seiner jungen Bev\u00f6lkerung weitaus mehr profitieren, als es derzeit der Fall ist. Der Mangel an Arbeitspl\u00e4tzen und die Chancenlosigkeit hemmen indes nach wie vor das Wachstum und f\u00f6rdern die Abwanderung. Die Trends sind jedoch eindeutig. Der Kosovo liegt in Bezug auf Alterung und Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang Jahre \u2013 wenn nicht gar Jahrzehnte \u2013 hinter dem Rest des Balkans zur\u00fcck, aber wenn sich nichts \u00e4ndert, bewegt sich das Land in genau dieselbe Richtung wie seine Nachbarn.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tDer Artikel gibt die Meinung des Autors wieder und repr\u00e4sentiert nicht den Standpunkt von BIRN oder der ERSTE Stiftung.<\/em><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\t Original auf Englisch. Erstmals publiziert am 7. November 2019 auf Reportingdemocracy.org<\/a>, einer journalistischen Plattform des Balkan Investigative Reporting Network. Der vorliegende Text ist im Rahmen des Europe\u2019s Futures<\/a> Projekts entstanden. Europas j\u00fcngster Staat ist vor der Alterung und Entv\u00f6lkerung, die die Gesellschaften auf dem Balkan aush\u00f6hlen, nicht gefeit.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2255,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[360,436],"tags":[429,452,224,450,132,126,449],"formats":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3706"}],"collection":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3706"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3706\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5023,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3706\/revisions\/5023"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2255"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3706"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3706"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3706"},{"taxonomy":"format","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/formats?post=3706"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}\n\t\n\t<\/div>\t
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\n\tEUROPE’S FUTURES<\/h2>\n\t
Zwischen 2018 und 2021 engagieren sich jedes Jahr sechs bis acht f\u00fchrende europ\u00e4ische Expertinnen und Experten als\u00a0Europe\u2019s Futures<\/a>\u00a0Fellows. Sie schaffen damit eine einzigartige eine Plattform der Ideen, um grundlegende Ma\u00dfnahmen zu pr\u00e4sentieren, deren Ziel es ist, die Vision und Realit\u00e4t Europas zu st\u00e4rken und voranzutreiben. Europe\u2019s Futures basiert auf eingehenden Untersuchungen, konkreten politischen Vorschl\u00e4gen und dem Austausch mit staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren, dem \u00f6ffentlichen Diskurs und Medien.<\/p>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n\n\n
Mittlerweile k\u00f6nnen wir uns zwar auf die Statistiken anderer L\u00e4nder verlassen, was die Zahl der dort wohnhaften Kosovo-B\u00fcrgerinnen und -B\u00fcrger betrifft, die Gr\u00f6\u00dfe der Diaspora l\u00e4sst sich jedoch nur erahnen, auch wenn sie in Europa allgemein auf etwa 700.000 Personen gesch\u00e4tzt wird. Eine begrenzte Anzahl f\u00e4llt auf Nordamerika und andere au\u00dfereurop\u00e4ische L\u00e4nder.
Diese Angaben beziehen sich jedoch nur auf Kosovo-Albaner. W\u00e4hrend die Zahl der Kosovo-Serben au\u00dferhalb des Kosovo und Serbiens gering einzusch\u00e4tzen ist, trifft das wohl nicht auf die Anzahl der im Kosovo Geborenen und ihrer Nachkommen in Serbien zu. Jede Person, die im Kosovo geboren wurde oder einen Elternteil hat, der oder die als B\u00fcrger oder B\u00fcrgerin registriert ist, hat Anspruch auf die kosovarische Staatsb\u00fcrgerschaft und darf w\u00e4hlen.
Im Jahr 2018 lebten in der Schweiz 111.826 Menschen aus dem Kosovo, in Deutschland waren es 218.150 und in \u00d6sterreich 25.025. Zwischen 2010 und 2018 erwarben 25.311 Kosovaren das Schweizer B\u00fcrgerrecht. Das trifft in den Jahren zuvor aber auch auf zahlreiche Personen zu, die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger Jugoslawiens oder Serbiens waren, und anhand dieser Zahlen l\u00e4sst sich unm\u00f6glich sagen, wer aus dem Kosovo kam oder wer serbischer oder albanischer Herkunft war.
Deutschland hat erst ab 2008 mit der Erfassung der Einb\u00fcrgerungen von Menschen aus dem Kosovo begonnen. Ab diesem Zeitpunkt waren es bis 2018 insgesamt 33.966.<\/p>\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n
Aus dem Englischen von Barbara Maya<\/a>.<\/em>
Dieser Text ist urheberrechtlich gesch\u00fctzt: \u00a9 Tim Judah. Bei Interesse an Wiederver\u00f6ffentlichung bitten wir um Kontaktaufnahme mit der Redaktion<\/a>.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern, Grafiken und Videos sind direkt bei den Abbildungen vermerkt. Titelbild: Illustration: \u00a9 Ewelina Karpowiak \/ Klawe Rzeczy<\/em><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"