{"id":3702,"date":"2020-05-11T00:00:00","date_gmt":"2020-05-11T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/erste-foundation.byinfinum.co\/wo-sind-denn-alle-hin\/"},"modified":"2021-07-07T09:44:21","modified_gmt":"2021-07-07T09:44:21","slug":"wo-sind-denn-alle-hin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wo-sind-denn-alle-hin\/","title":{"rendered":"\u201eWo sind denn alle hin?\u201c"},"content":{"rendered":"<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Wie die Welthauptstadt des Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgangs zu diesem traurigen Titel kam und ihre Jugend verlor.<\/strong><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tOgnyan Nenchev versucht seit 15 Jahren, aus Widin, einer Oblast [Verwaltungsbezirk] im Nordwesten Bulgariens, wegzukommen. Sechs Mal machte er sich auf die Suche nach einem besseren Leben, sechs Mal kam er zur\u00fcck. Seine Entscheidung, immer wieder in den \u00e4rmsten Winkel des \u00e4rmsten Landes der Europ\u00e4ischen Union zur\u00fcckzukehren, war ungew\u00f6hnlich. Sein Wunsch zu gehen war es nicht. Die stetige Abwanderung von Erwachsenen im erwerbsf\u00e4higen Alter hat dazu gef\u00fchrt, dass sich die Bev\u00f6lkerung Widins in den vergangenen 35 Jahren beinah halbiert hat \u2013 von 162.000 im Jahr 1985 auf rund 85.000 im Jahr 2018.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tOgnyan war Ende Vierzig, als er auf der Suche nach Arbeit fortging, nachdem er seinen Job als Tiergesundheitsinspektor in der Stadt Widin, der Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks, verloren hatte. Im Gegensatz zu den Millionen von Bulgarinnen und Bulgaren, die sich nach Westeuropa aufmachten, beschr\u00e4nkte er seine Suche auf sein eigenes Land. Zuweilen fand er dank seiner eigentlichen Ausbildung Arbeit als Tierarzt. Ein anderes Mal verschafften ihm seine Zusatzqualifikationen eine Anstellung als Lehrer f\u00fcr Naturwissenschaften oder als Heizungsinstallateur. Er kehrte immer dann nach Widin zur\u00fcck, wenn es keine Arbeit mehr gab, und jedes Mal mit dem gleichen Gef\u00fchl: Angst. \u201eEs f\u00fchlte sich an, als ob ich in mein Grab zur\u00fcckkehren w\u00fcrde\u201c, meinte er. \u201eDas ist eine sterbende Stadt.\u201c<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tWidin befindet sich in einem Teufelskreis aus stagnierender Wirtschaft und demografischem R\u00fcckgang. Die Menschen verlassen die Region auf der Suche nach Wohlstand, und der Wohlstand vor Ort bleibt aus, weil so viele Menschen die Region verlassen haben. Zwar ist in weiten Teilen Osteuropas eine \u00e4hnliche Dynamik festzustellen, doch in Widin sind die Folgen dramatisch. Im Bezirk gehen die Bev\u00f6lkerungszahlen innerhalb Bulgariens am schnellsten zur\u00fcck, und das in einem Land, das den schnellsten Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang in der EU und sogar weltweit verzeichnet. Widin kann mit Fug und Recht von sich behaupten, die Welthauptstadt des Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgangs zu sein \u2013 der Ground Zero des demografischen Zusammenbruchs.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tGlobal gesehen ist Widin eine Ausnahmeerscheinung, aber dennoch typisch f\u00fcr die Region. Seit dem Ende des Kommunismus vor 30 Jahren sind die L\u00e4nder Ost- und S\u00fcdosteuropas Schauplatz eines au\u00dfergew\u00f6hnlichen Ph\u00e4nomens \u2013 der schleichenden Entv\u00f6lkerung. Laut einem <a href=\"https:\/\/population.un.org\/wpp\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bericht der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2019<\/a> befinden sich in der Region neun der zehn L\u00e4nder mit der am schnellsten schrumpfenden Bev\u00f6lkerung der Welt.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tAus diesen Statistiken lassen sich zwei gro\u00dfe Trends ablesen: die Abwanderung nach Westen und sinkende Geburtenziffern. Millionen junger Menschen haben den Osten Europas verlassen und sind in die wohlhabenderen Volkswirtschaften des Westens gezogen. Gleichzeitig bekommen die, die zur\u00fcckgeblieben sind, weniger Kinder als fr\u00fchere Generationen. Diese Faktoren haben zusammengenommen zu einem in Friedenszeiten beispiellosen Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang gef\u00fchrt, der eher an Kriege und Pandemien erinnert.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/image-one.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"Foto: \u00a9 Nikolay Doychinov\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tVerlassene Geb\u00e4ude sind ein allt\u00e4glicher Anblick in der Oblast Widin. Foto: \u00a9 Nikolay Doychinov<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDieser Bericht des Balkan Investigative Reporting Network (BIRN) untersucht, wie Widin zum Epizentrum dieses Ph\u00e4nomens wurde und welche Bedeutung dies f\u00fcr Europa hat \u2013 einen Kontinent, der selbst von demografischen Problemen geplagt ist. Denn es sind nicht nur osteurop\u00e4ische Familien, die immer kleiner werden. In der gesamten Europ\u00e4ischen Union sinkt die Geburtenrate \u2013 die durchschnittliche Zahl der Kinder, die von Frauen im geb\u00e4rf\u00e4higen Alter zur Welt gebracht werden \u2013 seit Jahrzehnten. Wenn die Union insgesamt keinen so starken Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang wie Osteuropa zu verzeichnen hat, dann liegt das vor allem daran, dass in den westlichen Mitgliedstaaten Migranten sowohl von au\u00dferhalb als auch von innerhalb ihrer Grenzen hinzugekommen sind.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tIn Osteuropa stehen jedoch viele Regierungen der Migration, insbesondere aus Asien, Afrika und dem Nahen Osten, offen ablehnend gegen\u00fcber. Staats- und Regierungschefs in der gesamten Region fordern regelm\u00e4\u00dfig strengere Grenzkontrollen und akzeptieren die von der EU vorgegebenen Fl\u00fcchtlings- und Migrantenkontingente nur z\u00f6gerlich. Das Tempo des Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgangs zwingt sie allerdings auch zu einigen harten Entscheidungen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDer R\u00fcckgang verursacht langfristige wirtschaftliche Kosten. Eine schrumpfende Erwerbsbev\u00f6lkerung wird mit der Zeit f\u00fcr Investoren unattraktiv und kann die Bed\u00fcrfnisse einer alternden Bev\u00f6lkerung hinsichtlich Pensionen und Gesundheitsversorgung finanziell nicht mehr tragen. Die Anwerbung ausl\u00e4ndischer Arbeitskr\u00e4fte kann dazu beitragen, die Kosten abzufedern und ist praktikabler als andere Ma\u00dfnahmen, wie etwa Menschen dazu zu animieren, mehr Kinder zu bekommen oder Anreize f\u00fcr Expatriates zu schaffen, damit sie wieder in ihre Heimatl\u00e4nder zur\u00fcckkehren. L\u00e4nder wie Polen und Litauen f\u00f6rdern mittlerweile eine besondere Form der Migration \u2013 aus der nahegelegenen Ukraine, einem Nicht-EU-Land, dessen Wirtschaft durch den Konflikt mit Russland geschw\u00e4cht ist. S\u00fcdosteurop\u00e4ische Staaten wie Bulgarien verfolgen bislang noch keine solche Politik, doch die Geschwindigkeit des Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgangs k\u00f6nnte ihnen bald keine andere Wahl lassen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/image-two.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"Foto: \u00a9 Nikolay Doychinov\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tFr\u00fcher einmal war Widin dank seiner g\u00fcnstigen Lage an der Donau ein wichtiger Handelsknotenpunkt. Foto: \u00a9 Nikolay Doychinov<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t\u201eWir brauchen eine massive Migrationswelle\u201c, findet Georgi Burdarov, ein Demograf an der Universit\u00e4t St. Kliment Ohridski in der bulgarischen Hauptstadt Sofia, der die bulgarische Regierung ber\u00e4t. \u201eWenn wir das Land nicht mit Bulgaren bev\u00f6lkern k\u00f6nnen, dann werden andere kommen. Dieses Land wird eine bessere Zukunft haben.\u201c<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Kosmopolitische Vergangenheit<\/strong><br><br>Mit dem Auto sind es f\u00fcnf Stunden von Sofia nach Widin. Die 240 Kilometer lange Strecke f\u00fchrt durch das Balkangebirge und ist Teil eines stark befahrenen G\u00fcterverkehrskorridors, der Mitteleuropa mit dem griechischen Hafen Thessaloniki verbindet. Pkws und Lkws qu\u00e4len sich auf schmalen, holprigen Stra\u00dfen durch das Gebirge. Nicht selten kommt es zu Unf\u00e4llen, die den Verkehr in beiden Richtungen lahmlegen. Jede Regierung verspricht den Ausbau der Stra\u00dfen, bislang wurde jedoch nichts Konkretes unternommen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tIn den 1980er-Jahren dauerte die Reise von Widin nach Sofia nur 35 Minuten. Passagierfl\u00fcge der staatlichen Fluggesellschaft verbanden die beiden St\u00e4dte miteinander. Die Tickets waren billig. \u00c4ltere Einwohner von Widin erinnern sich daran, nur zum Einkaufen in die Hauptstadt geflogen zu sein.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tNach dem Zusammenbruch des Kommunismus wurde die Flugverbindung jedoch unrentabel. Der Flugverkehr wurde 1992 eingestellt und Widins einziger Flughafen verlor seine Daseinsberechtigung. Heute wacht ein verlassener Kontrollturm \u00fcber die mit alten Reifen und Glasscherben \u00fcbers\u00e4ten Start- und Landebahnen. Erz\u00e4hlungen aus Widins Luftfahrt-\u00c4ra \u2013 wie etwa die Geschichte eines Passagiers, der ein Huhn an Bord des Flugzeugs brachte und es mit Branntwein ruhigstellte \u2013 sind in die Folklore eingegangen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/image-three.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"Foto: \u00a9 Nikolay Doychinov\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tWidins verlassene Synagoge zeugt von der einstmals gro\u00dfen j\u00fcdischen Gemeinde der Stadt. Foto: \u00a9 Nikolay Doychinov<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tMittlerweile verschmilzt in Widin die Natur mit der Stadt. B\u00e4ume und Str\u00e4ucher lassen die Plattenbauten aus der Zeit des Kommunismus weniger \u00f6de wirken. Im Fr\u00fchling erf\u00fcllt der Duft bl\u00fchender Lindenb\u00e4ume die leeren Stra\u00dfen. Auf dem Hauptplatz l\u00e4uft auf einer riesigen Leinwand ein Informationsvideo f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit in Endlosschleife \u2013 rund um die Uhr. Die kosmopolitische Vergangenheit l\u00e4sst sich hie und da noch erahnen. Das Stadtzentrum mit seinen Alleen und verfallenen Villen beherbergte ehemals die Konsulate von L\u00e4ndern wie Russland, \u00d6sterreich und Rum\u00e4nien. Die von Unkraut \u00fcberwucherte Synagoge war einst die zweitgr\u00f6\u00dfte in Bulgarien.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tWidin verdankt seinen einstigen Status seiner Lage. Die Stadt am Ufer der Donau war jahrhundertelang ein von serbischen, ungarischen und osmanischen Herrschern umk\u00e4mpfter Handelsst\u00fctzpunkt. Unter der kommunistischen Regierung Bulgariens entwickelte sie sich zu einem Industriezentrum. 1980 wurden hier s\u00e4mtliche Telefonapparate und zwei Drittel der Reifen des Landes hergestellt. Auf Souvenir-Aschenbechern prangte das bekannteste Wahrzeichen der Stadt, die mittelalterliche Festung Baba Vida \u2013 eingefasst in einem Reifen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>\u201eHenne-Ei-Problem\u201c<\/strong><br><br>Die beiden S\u00f6hne von Nikolay Tsochev schlossen sich der Abwanderung gen Westen an und zogen nach Spanien, um im IT-Bereich zu arbeiten. Der 65-j\u00e4hrige Sicherheitsbeamte verlie\u00df indes die Stadt Widin und zog in die nahegelegene Ortschaft Novo Selo, wo er mit seinem Gehalt von 320 Euro l\u00e4nger auskommt. Seine S\u00f6hne greifen ihm ab und zu finanziell unter die Arme. \u201eWas kann ich mehr verlangen?\u201c, meinte er zu BIRN. \u201eIst es normal, dass das Kalb die Kuh f\u00fcttert?\u201c Fr\u00fcher f\u00fchrte er ein Unternehmen f\u00fcr Bauwerksabdichtungen, musste aber 2010, als die globale Finanzkrise \u00fcber Bulgarien hereinbrach, schlie\u00dfen. \u201eDie Menschen hatten kein Geld f\u00fcr die Renovierung ihrer H\u00e4user\u201c, erz\u00e4hlte er.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDas Pro-Kopf-Einkommen in der Oblast Widin liegt nach Angaben des Statistischen Amts der EU (Eurostat) bei 3640 Euro, was der H\u00e4lfte des Durchschnitts Bulgariens entspricht. Die Arbeitslosenquote im Bezirk betr\u00e4gt 13,5 Prozent und damit das Dreifache des Durchschnitts des Landes. Diese Zahlen sind jedoch mit Vorsicht zu genie\u00dfen, da sie die beachtliche Schattenwirtschaft nicht ber\u00fccksichtigen. Viele Menschen arbeiten ohne festen Vertrag und stocken ihr Einkommen diskret mittels Geldsendungen auf.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/image-four.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"Foto: \u00a9 Nikolay Doychinov\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tNikolay Tsochev (Mitte) sagt, er h\u00e4tte in Widin mit seinem Sicherheitsbeamtengehalt kaum \u00fcber die Runden kommen k\u00f6nnen. Foto: \u00a9 Nikolay Doychinov<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tIn der 56 Kilometer von Widin entfernten Stadt Belogradtschik vertreiben sich die Arbeitslosen ihre Zeit im Kaffeehaus. B\u00fcrgermeister Boris Nikolov ist der Meinung, sie w\u00fcrden lieber von den Geldsendungen leben, als arbeiten zu gehen. \u201eMan findet nicht einmal vier Leute, um einen mobilen Kaffeestand zu betreiben\u201c, erz\u00e4hlte er BIRN. Nikolov zufolge seien die offiziellen Bev\u00f6lkerungszahlen seiner Stadt irref\u00fchrend, da viele, die ins Ausland gegangen sind, nicht erfasst worden w\u00e4ren. \u201eIm Jahr 1991 lebten 10.000 Menschen hier, jetzt sind es 5.000 auf dem Papier und in Wirklichkeit vielleicht 3.000\u201c, so Nikolov.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tWidin ist ein Land der Alten und, vereinzelt, auch der Jungen geworden. Menschen im erwerbsf\u00e4higen Alter haben die Region verlassen. Einige der Migranten haben \u201eSkype-Kinder\u201c zur\u00fcckgelassen, so benannt nach der bekanntesten App, mit der sie miteinander in Kontakt bleiben.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDie Kinder werden in der Regel der Obhut der Gro\u00dfeltern anvertraut, die durch Geldsendungen unterst\u00fctzt werden. Im Nordwesten Bulgariens arbeitet von 44 Prozent \u2013 oder knapp der H\u00e4lfte \u2013 der Kinder im Alter von 10 bis 17 Jahren zumindest ein Elternteil im Ausland, wie aus einem Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef hervorgeht. In Bulgarien insgesamt lag der Durchschnitt bei 23 Prozent oder einem von f\u00fcnf Kindern.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t\u201eDie Eltern gehen nicht weg, weil sie wollen, sondern weil sie m\u00fcssen\u201c, meinte die 18-j\u00e4hrige Kristin Valentinova. Die junge Frau aus Widin hat ihren Vater 13 Jahre lang kaum gesehen, w\u00e4hrend er auf Zypern lebte und arbeitete. Zwei Jahre davon, als ihre Mutter zu ihrem Vater zog, wurde Kristin ausschlie\u00dflich von ihrer Gro\u00dfmutter betreut. Alle 26 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus ihrer Abschlussklasse haben Widin verlassen. Auch sie folgte im vergangenen Jahr diesem Beispiel und zog in die Niederlande, um dort Betriebswirtschaft zu studieren.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/image-five.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"Foto: \u00a9 Nikolay Doychinov\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tEin Plakat mit dem Konterfei der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einer Mauer in Belogradtschik. Deutschland ist ein wichtiges Ziel f\u00fcr bulgarische Migranten. Foto: \u00a9 Nikolay Doychinov<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDie Hoffnungen auf gro\u00dfe Pl\u00e4ne zur Wiederbelebung Widins haben sich bislang nicht erf\u00fcllt. Mit der Einweihung einer Stra\u00dfenbr\u00fccke \u00fcber die Donau, die Widin mit Calafat in Rum\u00e4nien verbindet, erh\u00f6hte sich 2013 zwar das Verkehrsaufkommen in der Region, es wurden dadurch aber nur wenige Arbeitspl\u00e4tze geschaffen. Im Jahr 2017 lancierte die nationale Regierung ein mit einer Million Euro dotiertes Besch\u00e4ftigungsprogramm f\u00fcr den Nordwesten Bulgariens, das Arbeitgeber dazu anregen sollte, einheimische Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr mindestens ein Jahr zu halten. Nach Angaben von Radoslav Georgiev, einem in Widin ans\u00e4ssigen \u00d6konomen des Think-Tanks Active Society, wurden 90 Prozent der Besch\u00e4ftigten nach Auslaufen des Programms entlassen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tWidins stockende Wirtschaft und die r\u00fcckl\u00e4ufige Bev\u00f6lkerung haben laut Georgi Stoev, dem Gr\u00fcnder eines bulgarischen Tech-Inkubators, ein \u201eHenne-Ei-Problem\u201c geschaffen. Arbeitgeber w\u00fcrden Gegenden wie Widin mit dem Argument meiden, \u201edass es dort keine geeigneten Arbeitskr\u00e4fte gibt, die man einstellen k\u00f6nnte und die jungen Menschen ziehen weg, weil sie sagen, es gibt keine geeigneten Arbeitgeber\u201c.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>\u201eDemografischer Gegenwind\u201c<\/strong><br><br>Die Abwanderung bulgarischer Arbeitskr\u00e4fte begann in den 1990er-Jahren in den Wirren nach dem Kommunismus und setzte sich bis weit ins n\u00e4chste Jahrhundert fort. Dem EU-Beitritt des Landes 2007 ging die Sorge voraus, dass die Migration einen H\u00f6chststand erreichen w\u00fcrde, sobald die Personenfreiz\u00fcgigkeit f\u00fcr alle B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger Bulgariens galt. In Erwartung eines Zustroms verh\u00e4ngten wohlhabende EU-Volkswirtschaften \u2013 von Italien, \u00d6sterreich, Deutschland bis hin zu den Niederlanden, dem Vereinigten K\u00f6nigreich und Irland \u2013 tempor\u00e4re Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen aus Bulgarien und Rum\u00e4nien, das der Union ebenfalls 2007 beigetreten war. Die letzte dieser Beschr\u00e4nkungen lief 2014 aus.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tG\u00fcnter Verheugen, EU-Erweiterungskommissar von 1999 bis 2004, berichtete BIRN, er sei \u00fcber die m\u00f6glichen Auswirkungen auf die rum\u00e4nische und bulgarische Wirtschaft durch den Verlust von noch mehr Arbeitskr\u00e4ften besorgt gewesen. W\u00e4hrend der Beitrittsgespr\u00e4che habe man die tempor\u00e4ren Beschr\u00e4nkungen nicht nur als ein Mittel zum Schutz der Arbeitsm\u00e4rkte in Westeuropa betrachtet, sondern auch als eine Art Schutzmechanismus f\u00fcr die \u201eEntwicklung in den Kandidatenl\u00e4ndern\u201c. Die politischen Entscheidungstr\u00e4ger wurden jedoch von der Geschwindigkeit des Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgangs \u00fcberrascht. \u201eIm Fall Bulgariens und Rum\u00e4niens konnte niemand mit einer derart schnellen Entv\u00f6lkerung rechnen\u201c, so Verheugen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDer bulgarische Chefunterh\u00e4ndler bei den Beitrittsgespr\u00e4chen, der ehemalige stellvertretende Au\u00dfenminister Vladimir Kisyov, erkl\u00e4rte BIRN, dass die Staats- und Regierungschefs der EU in Bezug auf die Ausweitung der Personenfreiz\u00fcgigkeit im Gro\u00dfen und Ganzen \u201epragmatisch\u201c gewesen seien, da sie erkannt h\u00e4tten, dass die Ma\u00dfnahmen den Mangel an einheimischen Arbeitskr\u00e4ften entsch\u00e4rfen w\u00fcrden. \u201eEU-L\u00e4nder, denen Arbeitskr\u00e4fte fehlen, profitieren von unseren Leuten\u201c, sagte er.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/image-six.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"Foto: \u00a9 Nikolay Doychinov\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tIn vielen Teilen Nordwestbulgariens gibt es mehr \u00e4ltere Menschen als junge. Foto: \u00a9 Nikolay Doychinov<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tRum\u00e4nien und Bulgarien sollten vom EU-Beitritt nat\u00fcrlich ebenso profitieren wie andere L\u00e4nder in der Region, die der Union beigetreten waren. Theoretisch k\u00f6nnten die mit der Mitgliedschaft einhergehenden wirtschaftlichen Vorteile dazu beitragen, das Tempo des Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgangs zu verlangsamen, da dadurch weniger Anreize zur Abwanderung gegeben sind.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDer Lebensstandard scheint sich nach dem Beitritt verbessert zu haben. Als Bulgarien 2007 Mitglied der Europ\u00e4ischen Union wurde, lag das Pro-Kopf-BIP bei 40 Prozent des Durchschnitts der EU-27. Im Jahr 2018 erreichte es 50 Prozent des Durchschnitts einer 28 Mitglieder umfassenden Union. Die Arbeitslosenrate ist auf einem historischen Tiefstand.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tAllerdings hat sich auch der Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang fortgesetzt. Zehntausende junger Bulgarinnen und Bulgaren ziehen nach wie vor jedes Jahr nach Westeuropa. Die Zahl der Bulgarinnen und Bulgaren, die im Ausland leben und arbeiten, hat sich nach Angaben der Statistikbeh\u00f6rde Eurostat seit dem EU-Beitritt Bulgariens verdoppelt. Zw\u00f6lf Prozent der Besch\u00e4ftigten des Landes leben heute in anderen EU-Staaten.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDie Abwanderung ist gewiss auch nicht der einzige Grund f\u00fcr den R\u00fcckgang. Die Geburtenrate Bulgariens liegt mit 1,5 Geburten je Frau weit unter dem bestandserhaltenden Niveau, und da ist der Verlust durch die Abwanderung noch gar nicht miteingerechnet. In der Oblast Widin ist die Zahl der Geburten pro Jahr seit 2000 um zwei Drittel zur\u00fcckgegangen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/image-seven.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"Foto: \u00a9 Nikolay Doychinov\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tEine schrumpfende Erwerbsbev\u00f6lkerung kann die Sicherstellung der staatlichen Pensions- und Gesundheitsversorgung \u00e4lterer Menschen erschweren. Foto: \u00a9 Nikolay Doychinov<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t\n<ol class=\"block-footnotes js-footnote-list\">\n\n<\/ol>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDie wirtschaftlichen Zuw\u00e4chse Bulgariens nach dem EU-Beitritt haben den Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang zwar nicht aufgehalten, aber dieser R\u00fcckgang hat die positive Entwicklung h\u00f6chstwahrscheinlich behindert. Laut einer <a href=\"https:\/\/www.imf.org\/en\/News\/Articles\/2019\/07\/14\/sp071519-tackling-demographic-challenges-in-cesee\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie des Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF)<\/a> k\u00f6nnte das f\u00fcr Mittel-, Ost- und S\u00fcdosteuropa prognostizierte Bruttoinlandsprodukt pro Kopf bis 2050 auf 74 Prozent des westeurop\u00e4ischen Durchschnitts steigen \u2013 ein starker Anstieg gegen\u00fcber dem derzeitigen Niveau von 52 Prozent. Unter Ber\u00fccksichtigung des Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgangs revidierte der IWF jedoch seine Prognose des BIP pro Kopf in der Region im gleichen Zeitraum auf nicht mehr als 60 Prozent des westeurop\u00e4ischen Durchschnitts. Der \u201edemografische Gegenwind\u201c hatte das Tempo der \u201eEinkommenskonvergenz\u201c verlangsamt, so die Studie.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>\u201eZur Kalaschnikow greifen\u201c<\/strong><br><br>Am anderen Ende Osteuropas wird der baltische Staat Litauen den j\u00fcngsten Prognosen der UNO zufolge bis 2050 die Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgangsrate Bulgariens erreichen. Seit 1990 hat das Land in erster Linie infolge der Abwanderung in die EU 883.000 Menschen bzw. fast ein Viertel seiner Bev\u00f6lkerung verloren.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tWie auch in anderen L\u00e4ndern der Region ist die Demografie zu einem wichtigen politischen Thema geworden, auch wenn sie nicht die Art von nativistischem Populismus gesch\u00fcrt hat, wie dies in Polen und Ungarn der Fall ist. Regiert wird das Land vom Bund der Bauern und Gr\u00fcnen, einer neuen Partei, die mit dem Versprechen gew\u00e4hlt wurde, Sozialleistungen zu verbessern und die Abwanderung in die EU einzud\u00e4mmen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tNeben Ma\u00dfnahmen, die darauf abzielen, im Ausland lebende Arbeitskr\u00e4fte zur R\u00fcckkehr zu bewegen, hat die Partei Subventionen f\u00fcr den Kauf von H\u00e4usern auf dem Land eingef\u00fchrt, um litauische B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger zu motivieren, sich im entv\u00f6lkerten l\u00e4ndlichen Raum niederzulassen. \u201eIn einem kleinen Gebiet k\u00f6nnen zehn neue Familien zehn neue Unternehmen bedeuten\u201c, so der stellvertretende Parteivorsitzende Tomas Tomilinas gegen\u00fcber BIRN. Er f\u00fcgte jedoch hinzu, dass die Auswirkungen der Subventionierung weitgehend \u201esymbolisch\u201c gewesen seien.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tAngesichts des chronischen Arbeitskr\u00e4ftemangels hat die litauische Regierung vor drei Jahren auch damit begonnen, die restriktive Zulassungspolitik f\u00fcr ausl\u00e4ndische Arbeitskr\u00e4fte zu lockern. Offizielle Zahlen sprechen von 58.000 im Land lebenden Ausl\u00e4ndern, weitere Zehntausende sollen illegal besch\u00e4ftigt sein. Die meisten kamen aus der Ukraine, eine kleinere Zahl aus Wei\u00dfrussland und Russland. Sie sind im Stra\u00dfeng\u00fcterverkehr und im Baugewerbe besch\u00e4ftigt, wo man sie f\u00fcr die sinkenden L\u00f6hne verantwortlich macht.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t\u201eUkrainer, die nach Litauen kommen, sind Opfer ihrer Unkenntnis des Gesetzes\u201c, meinte Volodymyr Kurylo, ein ukrainischer Migrant, der in Vilnius einen Bautrupp leitet. Er sei zwar froh, mehr zu verdienen als zu Hause, \u00fcberlege aber auch, mit seiner Familie nach Deutschland umzuziehen, wo die L\u00f6hne noch h\u00f6her sind.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tW\u00e4hrend Tomilinas einr\u00e4umte, dass der Zustrom von Wanderarbeitern gut f\u00fcr die Wirtschaft sei, gab er eines zu bedenken: Die Lockerungen der Einwanderungsbeschr\u00e4nkungen seien vergleichbar mit einer \u201eSchaufensterauslage voller Schokolade, Alkohol und Zigaretten\u201c \u2013 eine verlockende kurzfristige L\u00f6sung f\u00fcr das Problem des Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgangs.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/image-eight.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"Foto: \u00a9 Nikolay Doychinov\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tVersuche der Regierung, den Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang in Widin zu verlangsamen, haben bislang wenig Wirkung gezeigt. Foto: \u00a9 Nikolay Doychinov<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tEs gibt bislang kaum Anzeichen daf\u00fcr, dass Bulgarien versuchen wird, Wanderarbeiter in \u00e4hnlicher Gr\u00f6\u00dfenordnung wie Litauen anzulocken. Die Ablehnung vor allem gegen\u00fcber au\u00dfereurop\u00e4ischen Zuwanderern erreichte w\u00e4hrend der j\u00fcngsten Migrationskrise ihren H\u00f6hepunkt, als Tausende von Menschen auf der Flucht vor Krieg und Armut im Nahen Osten und in S\u00fcdasien auf ihrem Weg nach Westeuropa Bulgarien durchquerten.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t\u201eWenn die Migranten kommen, dann greif ich zur Kalaschnikow\u201c, meinte Nikolay Tsochev, der ehemalige Abdichtungsunternehmer. \u201eSelbst wenn sie keine Muslime w\u00e4ren, w\u00e4ren wir letzten Endes schlechter dran. Ein Ukrainer w\u00fcrde hier f\u00fcr einen geringeren Lohn arbeiten.\u201c<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tTierarzt Ognyan Nenchev steht dieser Aussicht eher aufgeschlossen gegen\u00fcber. \u201eEs w\u00e4re nicht schlecht, Migranten ins Land zu holen\u201c, meinte er. \u201eManche m\u00f6gen behaupten, dass Migranten die L\u00f6hne der B\u00fcrger Widins dr\u00fccken. Aber wo sind denn diese B\u00fcrger, von denen sie sprechen?\u201c<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tOgnyan ist wieder auf der Suche nach einem Job, der ihn von Widin wegbringt. Einmal, erinnert er sich, sei auch er versucht gewesen, ins Ausland zu gehen, und zwar wegen der Aussicht auf Besch\u00e4ftigung und g\u00fcnstige Unterkunft in Deutschland. Er kam bis zum Busbahnhof, wo man ihn abwies, als er versuchte, mit seiner Hauskatze in den Bus zu steigen. \u201eWie h\u00e4tte ich sie zur\u00fccklassen k\u00f6nnen?\u201c, erinnert er sich. Und so blieb er, frustriert von Widin und voller Zuneigung zu einer Katze.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<em>Original auf Englisch. Erstmals publiziert am 26. Februar 2020 auf <a href=\"https:\/\/balkaninsight.com\/2020\/02\/26\/where-did-everyone-go-the-sad-slow-emptying-of-bulgarias-vidin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Balkaninsight.com<\/a>. Aus dem Englischen von <a href=\"http:\/\/www.wordpool.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Barbara Maya<\/a>.<\/em><br><br><em>Dieser Text ist urheberrechtlich gesch\u00fctzt: \u00a9 Angel Petrov, bearbeitet von Neil Arun. Bei Interesse an Wiederver\u00f6ffentlichung bitten wir um Kontaktaufnahme mit der <a href=\"http:\/\/magazine.erstestiftung.org\/de\/erste-stiftung\/impressum\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Redaktion<\/a>.<\/em><br><em>Urheberrechtliche Angaben zu Bildern, Grafiken und Videos sind direkt bei den Abbildungen vermerkt. Titelbild: Ein Exodus von\u00a0erwerbsf\u00e4higen Bulgaren<\/em><em>\u00a0hat die nordwestlichen St\u00e4dte wie Belogradchik den \u00e4lteren Menschen \u00fcberlassen. Foto: \u00a9\u00a0Nikolay Doychinov<\/em><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10    wrapper__divider-bottom-large\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<em>Dieser Artikel entstand im Rahmen des\u00a0<a href=\"http:\/\/fellowship.birn.eu.com\/en\/page\/home\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Balkan Fellowship for Journalistic Excellence<\/a>, unterst\u00fctzt von der ERSTE Stiftung in Kooperation mit dem\u00a0<a href=\"http:\/\/birn.eu.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Balkan Investigative Reporting Network<\/a>.<\/em><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die langsame Entv\u00f6lkerung von Widin<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2236,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[433,299,436],"tags":[270,367,492,449,371,366],"formats":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3702"}],"collection":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3702"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3702\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5032,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3702\/revisions\/5032"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2236"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3702"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3702"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3702"},{"taxonomy":"format","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/formats?post=3702"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}