{"id":3665,"date":"2019-11-07T00:00:00","date_gmt":"2019-11-07T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/erste-foundation.byinfinum.co\/wir-brauchen-einen-europa-reflex\/"},"modified":"2022-04-01T16:57:25","modified_gmt":"2022-04-01T16:57:25","slug":"wir-brauchen-einen-europa-reflex","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wir-brauchen-einen-europa-reflex\/","title":{"rendered":"Wir brauchen einen Europa-Reflex!"},"content":{"rendered":"
\n\tBegleiten Sie uns auf unserer Zugreise mit Verena Ringler, Direktorin von\u00a0European Commons<\/a>\u00a0und Kuratorin der\u00a0Tipping Point Talks 2019<\/a>, die versucht den Boden f\u00fcr die n\u00e4chste EU vorzubereiten. Sie schl\u00e4gt vor Dinge anders zu tun um andere Dinge zu tun. In der\u00a0sechsten Folge erkl\u00e4rt sie, warum wir einen Europa-Reflex brauchen.<\/strong><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\t“Vor kurzem hatte ich mit einigen Firmenchefs zu tun, die europ\u00e4ische Projekte unterst\u00fctzen wollen. Ich bat sie, gemeinsam mit mir eine SWOT Analyse f\u00fcr Europa durchzuf\u00fchren: Wir formulierten die St\u00e4rken, Schw\u00e4chen, Chancen und Risiken, die sie mit Europa assoziierten. Und wissen Sie was? Vier von f\u00fcnf Assoziationen waren negativ: B\u00fcrokratie, Zerrissenheit, mangelnde Zusammenarbeit und fehlende Strategien im Umgang mit China, Russland und Afrika. Warum l\u00f6st das ehrgeizigste, zivilisatorischste und friedvollste Regierungsprojekt unserer Zeit in unseren K\u00f6pfen so viele negative Gedanken aus? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, wandte ich mich an alte Diplomatenfreunde aus gemeinsamen Kosovo-Zeiten. Sie sagten: An einem guten Tag in Br\u00fcssel finden wir bei 44 von 47 Themen einen Konsens. Das Problem ist aber, dass die Medien am n\u00e4chsten Tag \u00fcber die drei F\u00e4lle berichten, bei denen wir uns nicht einig waren. Also wandte ich mich an die Journalisten und fragte: Wie k\u00f6nnt ihr die 44 F\u00e4lle ignorieren, bei denen Einigkeit herrschte? Sie sagten: Einigkeit macht keine Schlagzeilen. Die Person, die entzweit, ist interessanter als eine Person, die eint.”<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tEine Rede an Europa 2019<\/p>\t\t\t<\/a>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\t \n\t“Dann habe ich in einem Buch nachgelesen: \u201eJean Monnet \u2013 The First Statesman of Interdependence\u201c von Fran\u00e7ois Duch\u00eane. Jean Monnet, der Erbe einer Cognac-Dynastie in Frankreich, beschloss im Sommer 1945, im Tr\u00fcmmerhaufen des 2. Weltkriegs, die europ\u00e4ische Integration als eine Chance zu sehen und unsere Kohle- und Stahlindustrie als eine St\u00e4rke. Also setzte er alles daran, die europ\u00e4ische Kriegsmaschinerie in ein Friedensprojekt zu verwandeln. Er brachte franz\u00f6sische Kohle- und Stahlproduzenten mit dem Erzfeind, der deutschen Kohle- und Stahlindustrie, zusammen. Sie trafen sich dann f\u00fcnf Jahre lang immer wieder, bis sie 1950 den Schuman-Plan pr\u00e4sentierten. Und das war der offizielle Start f\u00fcr die europ\u00e4ische Integration. Aber Moment mal … Wenn Jean Monnet nur an die Gefahren und Risiken gedacht h\u00e4tte, dann g\u00e4be es heute keine EU. Also habe ich schlie\u00dflich Psychologen konsultiert: Warum verbinden wir so viel Negatives mit der europ\u00e4ischen Einheit? Und sie erkl\u00e4rten mir, dass Menschen nicht einfach so l\u00f6sungsorientiert und an die Wahrnehmung von Chancen denken. Das muss gesellschaftlich gef\u00f6rdert und individuell ge\u00fcbt werden. Dieses Verhalten muss antrainiert werden, genauso wie man lernt, ein neues Musikinstrument zu spielen oder eine neue Sportart auszu\u00fcben. Was wir also brauchen, ist eine Morgenroutine f\u00fcr 500 Millionen Europ\u00e4erInnen, um \u00fcber den ersten und dritten Buchstaben von SWOT Europa nachzudenken. Die St\u00e4rken und die Chancen! Wir brauchen einen Europa-Reflex.”<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n
\n\t\n\t\tTimothy Snyder: Judenplatz 1010\t<\/h2>\n<\/a>\t\t\t\n\t\t\t\t
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