{"id":3627,"date":"2019-06-25T00:00:00","date_gmt":"2019-06-25T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/erste-foundation.byinfinum.co\/auf-streifzug-durch-die-budapester-kunstszene\/"},"modified":"2021-07-07T18:44:54","modified_gmt":"2021-07-07T18:44:54","slug":"auf-streifzug-durch-die-budapester-kunstszene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/auf-streifzug-durch-die-budapester-kunstszene\/","title":{"rendered":"Auf Streifzug durch die Budapester Kunstszene"},"content":{"rendered":"<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>\u201eWer sich an die dunklen Zeiten vor 1989 erinnern und sie mit der Gegenwart vergleichen kann, den stimmt die aktuelle Richtung der Kulturpolitik zu Recht mutlos.\u201c Die tschechische Kunstkritikerin Natalie Drtinova besuchte Kunstr\u00e4ume und traf Menschen aus der Budapester Kunstszene.<\/strong><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tAls ich im Zuge der Planung meiner Residency in Budapest nach einem geeigneten Datum suchte, fragte ich meine Gastgeber von artPortal, ob es irgendwelche Veranstaltungen g\u00e4be, die ich dabei ber\u00fccksichtigen sollte. Die Antwort, die ich von Gergely, dem Chefredakteur, bekam, war entmutigend: \u201eAn Veranstaltungen herrscht derzeit Mangel. Wir leben unter seltsamen Bedingungen und zunehmender Unterdr\u00fcckung. Die sogenannte unabh\u00e4ngige, autonome Kunstszene hat zu k\u00e4mpfen. Es wird im November voraussichtlich keine interessanten Events geben. Dinge zu planen, zu organisieren und durchzuf\u00fchren, ist schwierig, weil die Bedingungen immer schwieriger werden. (\u2026) Aber ganz egal wann du kommst, du wirst etwas vorfinden: die Situation.\u201c Und so kam es auch. Aufgrund Gergelys Aussage und all den besorgniserregenden Nachrichten, die ich der internationalen Presse entnommen hatte, war ich auf ziemlich beunruhigende Verh\u00e4ltnisse gefasst: keine Veranstaltungen, eine Form von Zensur, etwas in dieser Art.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t\n<div class=\"block-columns block-columns__gutter-large--10 block-columns__vertical-spacing-large--0\">\n\t\n\n<div class=\"block-column block-column__width-large--5 block-column__width-mobile--12\">\n\t\n<div class=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\">\n\n\t\n\t\t\t\n<div class=\"block-infobox\">\n\t<h2 class=\"heading heading__color--primary heading__size--small heading__align--left heading__font--secondary block-infobox__heading\">\n\tEAST ART MAGS lesen im erstestiftung.org Magazin<\/h2>\n\t<div class=\"block-infobox__content\">\n\t\t\n<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-infobox__paragraph\">\n\t<a href=\"https:\/\/artportal.hu\/kategoria\/east-art-mags\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EAST ART MAGS<\/a> (EAM) ist ein Gemeinschaftsprojekt von vier Kunstzeitschriften in Ostmitteleuropa: <a href=\"http:\/\/artalk.cz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artalk<\/a> (Tschechien), <a href=\"https:\/\/artportal.hu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artportal<\/a> (Ungarn), <a href=\"https:\/\/kapital-noviny.sk\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kapit\u00e1l<\/a> (Slowakei), <a href=\"https:\/\/blokmagazine.com\/pl\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BLOK<\/a> (Polen) und <a href=\"http:\/\/revistaarta.ro\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Revista Arta Online<\/a> (Rum\u00e4nien).<br><br>EAM versteht sich als Plattform zur Aufbereitung und Ver\u00f6ffentlichung von Inhalten verbunden mit dem Angebot von Capacity Building f\u00fcr KunstjournalistInnen in der Region. EAM wird unterst\u00fctzt vom <a href=\"http:\/\/visegradfund.org\/home\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">VISEGRAD FUND<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.afcn.ro\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AFCN<\/a>.<br><br><em>erstestiftung.org<\/em> teilt ausgew\u00e4hlte EAM Artikel, \u00fcbersetzt sie ins Deutsche und &#8211; falls noch nicht verf\u00fcgbar &#8211; ins Englische.<\/p>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"block-column block-column__width-large--7 block-column__width-mobile--12\">\n\t\n<div class=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\">\n\n\t\n\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Die Paradoxa der Budapester Kunstszene<\/strong><br><br>Die Aufspaltung der Kunstszene in zwei parallele Systeme, wie Gergely sie in seinem k\u00fcrzlich erschienenen <a href=\"https:\/\/artalk.cz\/2018\/10\/08\/staronova-era-temny-podzim-kritickeho-umeni-v-madarsku\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Artikel<\/a> beschreibt, war nicht so eindeutig, wie ich erwartet hatte. Es stimmt schon, dass manche Institutionen wie die <a href=\"http:\/\/mucsarnok.hu\/index1.php\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Kunsthalle<\/a> f\u00fcr die lokale Kunstszene praktisch zu No-Go-Zonen geworden sind. Als ich den Leuten erz\u00e4hlte, dass ich mir angesehen hatte, was die Kunsthalle zu bieten hat \u2013 um diese verp\u00f6nte Einrichtung mit meinen eigenen Augen zu sehen \u2013 waren alle ziemlich verbl\u00fcfft, insbesondere wenn ich berichtete, dass eine umfangreiche Ausstellung \u00fcber die Lebensreformbewegungen des 19. Jahrhunderts und ihre Reflektion im Bereich der bildenden Kunst gezeigt wurde, die wirklich sehenswert war. Hidden stories basierte auf umfassenden Forschungsarbeiten und wirkte wie die gr\u00f6\u00dfere Version der erfolgreichen Ausstellung Artists and Prophets, die 2015 in der tschechischen Nationalgalerie zu sehen war. Gl\u00fccklicherweise war sie nicht von politischen Themen dominiert, weshalb jemand von au\u00dfen wie ich sich ein angemessenes Bild machen konnte. Dessen ungeachtet ist die Kunsthalle als De-facto-Aush\u00e4ngeschild der MMA [Ungarische Akademie der K\u00fcnste] mittlerweile eine der meistboykottierten Institutionen und ihr Programm wird von der Kunstwelt weitgehend ignoriert.<br><\/p>\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/mucsarnok-kunsthalle.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tM\u0171csarnok Kunsthalle. Foto: \u00a9 Follett, Wikimedia Commons <\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tEine weitere gro\u00dfe Institution mit einer bitteren j\u00fcngeren Geschichte, die ich mir ansehen wollte, war das <a href=\"https:\/\/www.ludwigmuseum.hu\/en\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Museum Ludwig<\/a>. Die einst gefeierte Kunstsammlung wurde unl\u00e4ngst zum Schauplatz einer <a href=\"https:\/\/art-leaks.org\/2013\/05\/12\/enough-is-enough-ludwig-museum-budapest-hungary\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Besetzungsaktion<\/a> und hat nach der umstrittenen Ernennung einer neuen Direktorin viel von ihrer Glaubw\u00fcrdigkeit und Relevanz verloren. Auch in diesem Fall hinterlie\u00df der Besuch bei mir gemischte Gef\u00fchle; ich hatte weder einen extrem positiven noch negativen Eindruck. Die Dauerausstellung \u2013 bzw. eine Auswahl aus den Best\u00e4nden der Sammlung, um genau zu sein \u2013 pr\u00e4sentierte zahlreiche gro\u00dfartige Werke, die sich in einen feministischen oder queeren Anti-Establishment-Kontext einordnen lie\u00dfen; sie wurden jedoch lediglich unter der Kategorie Rituale gef\u00fchrt. \u201eRiten sind gesellschaftlich bedingte Handlungen spirituellen Ursprungs, die als kulturelle Muster in ihrer allt\u00e4glichen Form etwas von ihrer religi\u00f6s-magischen Natur bewahrt haben\u201c, so der Wandtext. Die im Bereich Spirituelles und Magisches ausgestellten K\u00fcnstler waren nat\u00fcrlich ausnahmslos Frauen. Eine weitere Ausstellung mit dem Titel Related by Sister Languages: Estonian-Hungarian Contemporary Art Exhibition widmete sich dem Thema der nationalen Identit\u00e4t. W\u00e4hrend die Auswahl vieler Werke schl\u00fcssig schien, gab es \u00fcberraschenderweise auch eine Videoreihe von Ilona Nem\u00e9th zu sehen: Statement (2015). In diesen f\u00fcnf Videos interviewt die K\u00fcnstlerin f\u00fcnf K\u00fcnstlerkollegen zu ihrer nationalen Identit\u00e4t. Sie diskutieren dabei aber auch die aktuelle politische Lage in Ungarn und wie sie mit ihrer Kunst darauf reagieren. Was ich damit sagen will, ist, dass die Dinge nicht schwarz-wei\u00df sind und man in diesen Einrichtungen keine unverbl\u00fcmte Propaganda finden wird. Was man jedoch vorfindet, sind schwankende Qualit\u00e4t und Inkongruenzen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/ludwig-museum.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tLudwig Museum. Foto: \u00a9 Wikimedia Commons<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Verunsicherung und Umgang mit sich ver\u00e4ndernden\/verschwindenden Strukturen<\/strong><br><br>W\u00e4hrend ich eine Ausstellungser\u00f6ffnung nach der anderen besuchte, dr\u00e4ngte sich mir der Gedanke auf, dass es um die Kunstszene nicht ann\u00e4hernd so schlecht bestellt war, wie ich erwartet hatte. Es schien jedoch, als herrschte eine tiefgreifende Verunsicherung, wobei die Mittelk\u00fcrzungen die gr\u00f6\u00dfte Bedrohung darstellten. Diese erhitzten durchaus die Gem\u00fcter, sobald ich diesen heiklen Punkt zur Sprache brachte. Die einen erz\u00e4hlten, dass sie mit dem Gedanken spielten, f\u00fcr eine Weile ins Ausland zu gehen; andere sprachen offen dar\u00fcber, wie sie ihren Lebensunterhalt tats\u00e4chlich bestreiten; wieder andere schienen nicht sonderlich beunruhigt. Ich begann mich daf\u00fcr zu interessieren, wie die Kunstszene mit der Situation umgeht und welchen Einfluss diese K\u00fcrzungen auf die alternative Szene haben. Eine M\u00f6glichkeit besteht darin, eine kommerzielle Richtung einzuschlagen, wie es etwa der ehemalige Direktor des Ludwig Museums Barnab\u00e1s Bencsik getan hat.<br><br><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tW\u00e4hrend einer privaten F\u00fchrung durch die Ausstellung von P\u00e9ter Puklus Hero Mother_Subtitle in Barnab\u00e1s\u2019 Galerie Glassyard erkl\u00e4rte Barnab\u00e1s: \u201eMich dem kommerziellen Bereich der Kunstwelt zuzuwenden, schien ein m\u00f6glicher Weg, um mich \u00fcber Wasser zu halten und trotzdem in der Kunstindustrie zu bleiben.\u201c Auch am anderen Ende des Spektrums nichtstaatlicher Formationen gibt es neue Strukturen und Formen von Allianzen, wie etwa die OFF-Biennale. Die basisdemokratische Biennale wird sich dieses Jahr strukturell ver\u00e4ndern, da ihr urspr\u00fcnglich finanzierungsfreies Modell nicht tragf\u00e4hig war. Neben der OFF-Biennale stie\u00df ich jedoch noch auf andere Plattformen, die ebenfalls ihre Strukturen ver\u00e4ndern.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/installation-view-of-the-peter-puklus-hero-mother.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tInstallationsansicht in der Ausstellung von P\u00e9ter Puklus Hero Mother_Subtitle. Foto: \u00a9 Imre Kiss, mit freundlicher Genehmigung der Galerie Glassyard, Budapest<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tWeiter ging es zum renommierten Chimera-Projekt. Zu meiner Entt\u00e4uschung musste ich jedoch feststellen, dass es nur einige Wochen vor meiner Ankunft eingestellt worden war. \u201eDas Chimera-Projekt durchl\u00e4uft eine grundlegende Ver\u00e4nderung, was sein Modell und seine Rolle betrifft. Aufgrund ihrer Gr\u00f6\u00dfe und ihres in die aktuelle Struktur eingebetteten Profils sowie der Entwicklungen der internationalen und lokalen Kunstm\u00e4rkte und -szenen kann die Chimera-Projekt-Galerie nicht den Anspr\u00fcchen und Interessen der Gr\u00fcnder entsprechend nachhaltig gef\u00fchrt werden. Die Gr\u00fcnder haben sich deshalb entschlossen, das Chimera-Projekt nicht l\u00e4nger als Galerie zu f\u00fchren\u201c, hei\u00dft es auf der Webseite. Daraus schloss ich, dass hier ein alternativer Galerieraum infolge der j\u00fcngsten K\u00fcrzungen schlie\u00dfen musste.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tAls ich Patrick Urwyler, einen der Gr\u00fcnder des Chimera-Projekts, traf, ging ich davon aus, dass wir \u00fcber die j\u00fcngsten politischen Entwicklungen sprechen w\u00fcrden, die ihn dazu veranlasst hatten, seine Galerie zu schlie\u00dfen. Er kam jedoch sofort auf die Stellungnahme zu sprechen, die er und Mitbegr\u00fcnderin Bogl\u00e1rka Mittich auf ihrer Webseite ver\u00f6ffentlicht hatten. Bei der Er\u00f6ffnung der Chimera-Projekt-Galerie 2013, erkl\u00e4rte er, h\u00e4tten sie versprochen, in f\u00fcnf Jahren ihre Arbeit zu evaluieren und dann zu entscheiden, ob sie mit diesem Modell weitermachen w\u00fcrden. Urspr\u00fcnglich sollte das Chimera-Projekt f\u00fcr eine internationale Durchmischung der Budapester Kunstszene sorgen. Als Patrick nach Budapest kam, hatte er das Gef\u00fchl, dass sich die lokale Kunstszene nicht ausreichend mit den Kunstszenen anderer L\u00e4nder austauschte. Deshalb konzentrierten sich Patrick und Bogl\u00e1rka anfangs darauf, mehr Ausstellungen internationaler K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler ins Land zu holen. Erst sp\u00e4ter wurde daraus eine kommerzielle Galerie und nach einer k\u00fcrzlich erfolgten Neubewertung entschlossen sie sich, von diesem Modell abzur\u00fccken. Ihre Entscheidung, den Galerieraum zu schlie\u00dfen, hatte also lediglich mit der Neustrukturierung zu tun, die es ihnen erlauben w\u00fcrde, sich auf internationalen Austausch und Kooperationen zu konzentrieren und \u2013 was vielleicht noch wichtiger ist \u2013 auf das Management des ungarischen Neo-Avantgarde-K\u00fcnstlers G\u00e9za Perneczky und sein Oeuvre.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/geza-perneczky.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\t G\u00e9za Perneczky, Identification Program, Ausstellung in der Chimera-Projekt-Galerie. Foto: \u00a9 Norbet Juh\u00e1sz<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t\u201eDer Kunstmarkt hier in Budapest ist nicht ausreichend entwickelt, um viele kommerzielle Galerien erhalten und f\u00fchren zu k\u00f6nnen \u2013 es gibt nach wie vor nicht genug K\u00e4ufer. Nat\u00fcrlich funktioniert es f\u00fcr manche, aber nicht f\u00fcr alle. Eine andere M\u00f6glichkeit, den Cashflow zu steigern, besteht darin, auf staatliche F\u00f6rdermittel zur\u00fcckzugreifen.\u201c Die Regierung habe, so erkl\u00e4rte Patrick, begonnen, kommerzielle Galerien finanziell zu unterst\u00fctzen, damit diese an internationalen Kunstmessen teilnehmen und ungarische Kunst pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen \u2013 bis zu 75 Prozent der Kosten f\u00fcr einen Stand w\u00fcrden \u00fcbernommen. \u201eDas war keine Option f\u00fcr uns. Wir wussten von Anfang an, dass wir kein Geld von dieser Regierung annehmen w\u00fcrden, auch wenn es wirtschaftlich gesehen eine kluge Entscheidung sein mag.\u201c<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tPatrick zufolge unterscheiden sich die Bedingungen in Budapest letztendlich nicht so stark von jenen der Kunstschaffenden in anderen L\u00e4ndern. Kurzum hatte ihre Entscheidung, sich von dem Modell einer kommerziellen Galerie zu verabschieden, sehr wenig mit Politik und den j\u00fcngsten \u00c4nderungen in der Kunstf\u00f6rderung zu tun. Er musste jedoch eingestehen, dass viele Projekte und Kunstschaffende finanzielle Schwierigkeiten haben. Dies sei gewiss kein rein ungarisches Problem, sondern habe mit der prek\u00e4ren Lage der Kunstwelt insgesamt zu tun, betonte er abermals. \u201eEs stimmt schon, dass viele Galerien in j\u00fcngster Zeit geschlossen haben, es entstehen aber auch immer wieder neue.\u201c Auch wenn Patrick \u00fcber die harte Realit\u00e4t der Kunstwelt sprach, schien er ziemlich optimistisch und sehr daran interessiert zu sein, sein Projekt auf neue Art weiterzuf\u00fchren.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t\n<ol class=\"block-footnotes js-footnote-list\">\n\n<\/ol>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tAls ich sie fragte, warum sie in Erw\u00e4gung zog, FERi zu schlie\u00dfen, stellte sich heraus, dass es abermals wenig mit den j\u00fcngsten finanziellen K\u00fcrzungen im Kulturbereich zu tun hatte. Der Hauptgrund war, dass sie nicht das Gef\u00fchl hatte, es g\u00e4be viele kritische Stimmen in der jungen ungarischen Generation. Nachdem sich Kata jahrelang darum bem\u00fcht hatte, kritische Diskussionen anzusto\u00dfen, schien sie etwas genervt, irritiert und zugleich auch resigniert. \u201eIn anderen osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern wie Polen, Rum\u00e4nien oder Slowenien findet man weitaus ausgepr\u00e4gtere kritische Positionen als in Ungarn\u201c, erkl\u00e4rte sie, r\u00e4umte aber ein, dass sich in den vergangenen zehn Jahren vieles zum Besseren ver\u00e4ndert habe. \u201eVor zehn oder f\u00fcnfzehn Jahren wusste niemand wirklich, was Gender bedeutet und kaum ein K\u00fcnstler, dessen Arbeiten sich durch ein feministisches Prisma lesen lassen, wollte auch nur irgendetwas mit Feminismus zu tun haben. In dieser Hinsicht \u00e4ndern sich die Dinge langsam.\u201c<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/absence-by-horvath-krisztina-meszaros-zsolt-.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tAbsence von Horv\u00e1th Krisztina-M\u00e9sz\u00e1ros Zsolt. Foto: \u00a9 Facebook\/Feri, mit freundlicher Genehmigung der Galerie Feri, Budapest<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>T\u00e4gliche Gespr\u00e4che mit Gyula<\/strong><br><br>Die Person, mit der ich \u00fcber diese Themen am meisten sprach, war der junge Kurator und Theoretiker <a href=\"http:\/\/magazine.erstestiftung.org\/de\/a\/muskovics\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Gyula Muskovics<\/a>, der mich durch Budapest f\u00fchrte. Gyulas Ansichten \u00fcber die aktuelle Lage waren aufmunternder als das, was ich \u00fcberall sonst zu h\u00f6ren bekam. Immer wenn wir uns trafen und \u00fcber Themen sprachen, die mit Kunst zu tun hatten, dachte ich, es m\u00fcsste doch aus jeder vertrackten Lage einen Ausweg geben, w\u00e4hrend Gyula allem auch etwas Positives abgewann, einen Weg, widrige Umst\u00e4nde zu umgehen.<br><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tAls Gyula 2013 sein Masterstudium abschloss, hatte sich die politische Situation in Ungarn bereits verschlechtert. W\u00e4hrend seines Praktikums am Ludwig Museum schloss er sich sofort der Besetzung des Hauses 2013 an. Widerstand stand bald auf seiner Tagesordnung, wie f\u00fcr die meisten seiner Kolleginnen und Kollegen. Tranzit.hu, eine unabh\u00e4ngige und hochpolitische Institution, wurde eine der zentralen Drehscheiben dieses Widerstands. F\u00fcr diese Einrichtung begann Gyula auch nach seinem Studium zu arbeiten. \u201eDamals herrschte eine revolution\u00e4re Stimmung \u2013 Museumsdirektoren, Studierende und ihre Professoren kamen zusammen, um zu diskutieren und sich zu organisieren. In gewisser Weise war es eine sch\u00f6ne Zeit, aber diese Stimmung ist inzwischen verflogen. Viele Menschen haben seither das Land verlassen \u2013 die H\u00e4lfte meiner engsten Freunde lebt heute im Ausland und kommt nur hin und wieder nach Hause.\u201c Da es f\u00fcr Menschen wie Gyula immer weniger offene Stellen im Kulturbereich gibt, m\u00fcssen viele auf der Suche nach einem Job ins Ausland gehen. Gleichzeitig arbeiten viele Menschen in Budapest an internationalen Projekten und werden mit ausl\u00e4ndischen Mitteln gef\u00f6rdert. \u201eAls K\u00fcnstler ist es 2019 ohnehin essenziell, international t\u00e4tig sein, viele tun das also wahrscheinlich nicht einmal, weil sie dazu gezwungen sind.\u201c<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tNeben Performancekunst, Avantgarde-Mode und zeitgen\u00f6ssischem Tanz besch\u00e4ftigt sich Gyula in seinen Projekten h\u00e4ufig auch mit queeren Befindlichkeiten. Ich wollte wissen, ob er genug Freiraum hat, sich mit diesen Themen zu besch\u00e4ftigen: \u201eQueere Themen spielen im modernen Kunstdiskurs in Ungarn nur eine marginale Rolle. Die Kunstgeschichte behandelt nach wie vor in erster Linie die ernste, trockene Geschichte m\u00e4nnlicher K\u00fcnstler. Da das Thema Gender selbst innerhalb der Kunstszene eine so unbedeutende Rolle hat, kann man sich damit nur in den alternativsten und progressivsten R\u00e4umen auseinandersetzen. Daher sind die Plattformen, auf denen ich queere Projekte zeigen m\u00f6chte, nicht nur gegen\u00fcber der ungarischen Politik kritisch, sondern auch gegen\u00fcber der Kunstszene selbst. Im Augenblick wei\u00df ich also, dass ich nicht vor dem Problem stehe, queere Kunst im Museum der Bildenden K\u00fcnste auszustellen, weil es einfach nicht dazu kommt.\u201c Ebenso wie Kata ist ihm sehr wohl klar, dass er sich auf R\u00e4ume beschr\u00e4nken muss, die eher im Untergrund angesiedelt sind, wenn er sich mit kritischen und m\u00f6glicherweise Nischenthemen besch\u00e4ftigen will. Ist das ein Grund, um sich \u00fcber seine Zukunftsperspektiven Sorgen zu machen? \u201eEin wesentliches Merkmal dieser Institutionen ist ihre normative und hierarchische Struktur, weshalb mich der Gedanke, dort zu arbeiten, ohnehin nicht sehr reizt. Anstatt f\u00fcr jemanden zu arbeiten oder jemanden f\u00fcr mein Projekt arbeiten zu lassen, bevorzuge ich Kooperationen und die Arbeit mit Menschen auf Augenh\u00f6he.\u201c Es mag daher \u00fcberraschen, dass Gyula sich \u00fcber seine Zukunft nach seiner Promotion keine allzu gro\u00dfen Sorgen zu machen scheint. \u201eIch werde weiterhin freiberuflich t\u00e4tig sein. Jetzt, da ich an meiner Doktorarbeit schreibe, habe ich eine gewisse Freiheit, das zu tun und gleichzeitig ein festes Einkommen zu beziehen. Ich m\u00f6chte diese Zeit gerne n\u00fctzen, um etwas aufzubauen, das es mir hoffentlich erlauben wird, unabh\u00e4ngig zu bleiben.\u201c Gyula, der sich nicht erinnern kann, je unter sichereren Verh\u00e4ltnissen t\u00e4tig gewesen zu sein, schien nicht allzu besorgt. Er sprach stets \u00fcber neue Projekte, Kooperationen und Ideen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/image.jpeg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tDIY Magic von R\u00e9ka L\u0151rincz in der Galerie FERi (Aron Weber), Foto: \u00a9 mit freundlicher Genehmigung der Galerie Feri, Budapest<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Aufruf zu internationalen Kooperationen<\/strong><br><br>Ebenso wie Kunstschaffende m\u00fcssen Galeristinnen und Galeristen sowie Kuratorinnen und Kuratoren in Budapest ihre Projekte h\u00e4ufig mit Eigenmitteln finanzieren. Sofern man kein Fidesz-Anh\u00e4nger ist, muss man sich selbst um die Finanzierung k\u00fcmmern oder einen Brotberuf (oder eine Doktorandenstelle) haben, um sein kreatives Schaffen finanzieren zu k\u00f6nnen, woraus mehr oder weniger eine Leidenschaft werden kann. Mehrere Personen, mit denen ich sprach, unterstrichen die Notwendigkeit, internationale Netzwerke zu bilden und zu festigen. Wenn sich die moderne Kunstszene in Ungarn immer mehr von der breiten \u00d6ffentlichkeit entfernt, bleibt als einzige M\u00f6glichkeit wirklich nur das Ausland \u2013 in Form von internationalen Kooperationen oder der Suche nach Mitteln ausl\u00e4ndischer Institutionen und Organisationen. Diese Form des internationalen Austausches bringt neue Hoffnung f\u00fcr die Situation in Budapest. Was mir w\u00e4hrend meiner Residency jedoch auffiel, war der ausgepr\u00e4gte Generationsunterschied, was Hoffnungen und Perspektiven betrifft. Wer sich an die dunklen Zeiten vor 1989 erinnern und sie mit der Gegenwart vergleichen kann, den stimmt die aktuelle Richtung der Kulturpolitik zu Recht mutlos. Diese Menschen erinnern sich aber auch an die 1990er-Jahre, als die Welt f\u00fcr eine Weile in Ordnung schien. Jene, die danach aufwuchsen und ihre Ausbildung beendeten \u2013 darf ich sie Millennials nennen? \u2013 haben noch nichts verloren. Und da sie nichts haben, worauf sie zur\u00fcckblicken k\u00f6nnen, kommen sie nicht umhin, die neuen Lebensweisen und -gestaltungen zu bemerken, die gerade am Entstehen sind.<br><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<em>Dieser Artikel entstand im Rahmen des <a href=\"https:\/\/artportal.hu\/kategoria\/east-art-mags\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">East Art Mags<\/a> Programms mit Unterst\u00fctzung der Erste Stiftung. Original auf Englisch. Erstmals publiziert am 18. Februar 2019 auf <a href=\"https:\/\/artportal.hu\/magazin\/ways-of-coping-in-the-budapest-art-scene\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Artportal.hu<\/a>. Aus dem Englischen von <a href=\"http:\/\/www.wordpool.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Barbara Maya<\/a>.<\/em><br><br><em>Dieser Text ist urheberrechtlich gesch\u00fctzt: \u00a9 Natalie Drtinova \/ artPortal. Bei Interesse an Wiederver\u00f6ffentlichung bitten wir um Kontaktaufnahme mit der <a href=\"http:\/\/magazine.erstestiftung.org\/de\/erste-stiftung\/impressum\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Redaktion<\/a>. Titelbild: Gyula Muskovics, Tam\u00e1s P\u00e1ll und Viktor Szeri, Performance Phoenix anl\u00e4sslich der Er\u00f6ffnung der Ausstellung WE WILL NOT CHANGE OUR SHOW im Haus der Kunst in Br\u00fcnn. Foto: \u00a9 M. Dvo\u0159\u00e1kov\u00e1. Mit freundlicher Genehmigung der K\u00fcnstlerin.<\/em><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die tschechische Kunstkritikerin Nat\u00e1lie Drtinov\u00e1 \u00fcber die Widerspr\u00fcche der zeitgen\u00f6ssischen Kunstszene in der ungarischen Hauptstadt<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3628,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[433,299,434],"tags":[381,264,312,267],"formats":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3627"}],"collection":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3627"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3627\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5104,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3627\/revisions\/5104"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3628"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3627"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3627"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3627"},{"taxonomy":"format","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/formats?post=3627"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}