{"id":3624,"date":"2019-06-09T00:00:00","date_gmt":"2019-06-09T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/erste-foundation.byinfinum.co\/verliebt-verlobt-verhasst\/"},"modified":"2021-08-23T08:46:10","modified_gmt":"2021-08-23T08:46:10","slug":"verliebt-verlobt-verhasst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/verliebt-verlobt-verhasst\/","title":{"rendered":"Verliebt, Verlobt, Verhasst"},"content":{"rendered":"
\n\tSerbien hat eine lesbische Ministerpr\u00e4sidentin. Das \u00e4ndert nichts daran, dass viele Menschen auf dem Westbalkan Homosexualit\u00e4t immer noch f\u00fcr eine Krankheit halten. Homosexuelle haben auf dem Westbalkan mit Vorurteilen, Diskriminierung und Gewalt zu k\u00e4mpfen. Daran \u00e4ndern neue Gesetze noch nichts. Wie leben Schwule und Lesben in diesen L\u00e4ndern?<\/strong><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tFlankiert von Bodyguards, bahnt sich Ana Brnabi\u0107 ihren Weg durch die feiernde Menge. Aus den Boxen dr\u00f6hnen Hits von Lady Gaga, eine Kanone feuert Glitzer in die Luft. In Belgrad findet heute [16. September 2018, Anm.] die Regenbogenparade statt. Und Ana \u2013 eine 42-J\u00e4hrige mit Hemd, Sakko und ernstem Blick \u2013 ist der Ehrengast, auf den alle gewartet haben. \u201eIch hoffe, dass diese Gesellschaft toleranter wird und die Gewalt abnimmt\u201c, schreit Brnabi\u0107 gegen die Musik an, direkt in die Fernsehkameras hinein.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tBrnabi\u0107 ist seit einem Jahr die Ministerpr\u00e4sidentin von Serbien und hatte mit ihrer Kandidatur gleich zwei Tabus gebrochen. Sie ist die erste Regierungschefin in der Geschichte des Landes. Und sie ist lesbisch. Im konservativen Serbien, wo viele Menschen Homosexualit\u00e4t immer noch f\u00fcr eine Krankheit halten und orthodoxe Priester nach der Parade die Stra\u00dfen mit Weihwasser \u201ereinigen\u201c, kam das einer Sensation gleich. Brnabi\u0107 ist die erste homosexuelle Politikerin in einer Region, in der die sogenannte LGBT-Community \u2013 das englische K\u00fcrzel steht f\u00fcr Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender \u2013 mit grosser Ablehnung zu k\u00e4mpfen hat. Eine 2017 von der Equal Rights Association (ERA) und der Weltbank durchgef\u00fchrte Studie kommt zu dem Schluss, dass jeder Dritte mit LGBT-Hintergrund Gewalt aufgrund der sexuellen Orientierung erlebt hat. 80 Prozent der Befragten gaben an, nicht h\u00e4ndchenhaltend durch die Stra\u00dfen zu gehen. Die Premierministerin hingegen sagte kurz nach Amtsantritt: \u201eDieses Land ist nicht homophob!\u201c<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tTolerant an der Oberfl\u00e4che<\/strong> \n\t2018 gab es keine Zwischenf\u00e4lle oder gew\u00e4ltt\u00e4tige Angriffe. Im Gegenteil: Erstmals waren mehr Teilnehmer als Polizisten anwesend. Bedrohung und Diskriminierung sind jedoch st\u00e4ndige Begleiter im “Leben der Menschen abseits der Parade”. Foto: \u00a9 Andrej Isakovi\u0107 \/ AFP \/ picturedesk.com<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tDer Politikwissenschafter Koen Slootmaeckers, der seit Jahren zur LGBT-Szene auf dem westlichen Balkan forscht, ist sich da nicht so sicher. \u201eDie Parade gibt es nur, weil Serbien Beitrittsverhandlungen mit der Europ\u00e4ischen Union f\u00fchrt\u201c, sagt er. Der Druck Br\u00fcssels auf die L\u00e4nder am Westbalkan f\u00fchre zu einem Ph\u00e4nomen, das er \u201ePink-Washing\u201c nennt. \u201ePolitiker nutzen LGBT-Themen, um fortschrittlicher zu wirken, als sie es in Wirklichkeit sind\u201c, sagt Slootmaeckers und nennt ein Beispiel: \u201ePr\u00e4sident Vu\u010di\u0107 toleriert einmal im Jahr die Parade, damit Bilder von feiernden Menschen um die Welt gehen. Er ernennt eine lesbische Premierministerin und sagt: ‘Schaut her, wie modern und europ\u00e4isch wir sind.’\u201c Slootmaeckers kritisiert, die Europ\u00e4ische Union habe den Blick auf das Wesentliche verloren \u2013 \u201edas Leben der Menschen abseits der Parade\u201c.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tSchwule und Lesben k\u00f6nnen in den westlichen Balkanl\u00e4ndern weder heiraten noch gemeinsam Kinder adoptieren. In Slowenien ist die eingetragene Partnerschaft seit 2006, in Kroatien seit 2014 erlaubt. Jedoch sprachen sich Bev\u00f6lkerungsmehrheiten der beiden EU-L\u00e4nder per Referendum f\u00fcr ein Verbot der Homo-Ehe aus. In den restlichen L\u00e4ndern der Region sind homosexuelle Paare vor dem Gesetzgeber de facto unsichtbar. Liegt der Partner nach einem Unfall im Krankenhaus, gelten sie nicht als n\u00e4chste Verwandte und haben weder Besuchs- noch Auskunftsrecht. Als Errungenschaft galten die Antidiskriminierungsgesetze, die im Zuge der EU-Ann\u00e4herung in allen Westbalkan-L\u00e4ndern bis auf Mazedonien verabschiedet wurden. Wer aufgrund seiner sexuellen Orientierung benachteiligt wird \u2013 zum Beispiel am Arbeitsplatz \u2013, kann das anzeigen. In der Praxis greifen diese Gesetze aber nicht. Einerseits, weil Polizisten und Staatsanw\u00e4lte nicht ausreichend sensibilisiert sind. Andererseits, weil Betroffene Angst vor einem Outing haben. Laut einer neuen Studie, die von der Equal Rights Association (ERA) in Kooperation mit der Weltbank durchgef\u00fchrt wurde, zeigen nur 8 Prozent der Betroffenen Diskriminierungsf\u00e4lle an.<\/p>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n\n\n \n\tDie Frage, wie der Alltag der LGBT-Community aussieht, ist schwer zu beantworten. Erstens, weil Menschen nur in ihren eigenen vier W\u00e4nden und einigen wenigen Klubs sie selbst sein k\u00f6nnen. Und zweitens, weil jene, die an die \u00d6ffentlichkeit gehen, meist einem privilegierten Kreis aus Aktivisten angeh\u00f6ren, die f\u00fcr eine der vielen LGBT-Organisationen arbeiten. Sie besuchen Workshops in skandinavischen L\u00e4ndern und verf\u00fcgen \u00fcber gute Kontakte zu westeurop\u00e4ischen Botschaften. Wer reisen darf und sieht, dass es in anderen L\u00e4ndern besser ist, f\u00fchlt sich in der Heimat nicht mehr ganz so allein. Wie geht es Menschen, die das nicht k\u00f6nnen? \n\tEs gibt Gr\u00fcnde daf\u00fcr, warum es Schwule und Lesben hier schwerer haben als in Westeuropa. \u201eDas hat einerseits mit der Post-Konflikt-Gesellschaft zu tun und andererseits mit den Nationalismen zwischen den Nachfolgestaaten Ex-Jugoslawiens\u201c, sagt der Politikwissenschafter Slootmaeckers. In Teilen Jugoslawiens wurde Homosexualit\u00e4t bereits in den siebziger Jahren legalisiert. 1987 fand in Slowenien die erste feministische Konferenz statt, die \u201eLesbische Liebe\u201c thematisierte. Doch im Zuge der Jugoslawienkriege in den 1990er Jahren kam es zu einer Re-Patriarchalisierung der Gesellschaft. \u201eDeserteure wurden als homosexuell diffamiert, und dieses negative ‘Verr\u00e4ter-Image’ h\u00e4lt sich bis heute\u201c, so Slootmaeckers. Seit den 1980er Jahren gewann die Kirche an Einfluss. Heute haben Muslime in Albanien, Orthodoxe in Serbien und Katholiken in Kroatien gemeinsam, dass sie die traditionelle Familie als etwas \u201eNationales\u201c empfinden und Homosexualit\u00e4t als einen vom Westen importierten Lifestyle. Nach dieser Logik kann jemand, der schwul ist, kein \u201erichtiger\u201c Kroate, Albaner oder Mazedonier sein. Als sich 2010 der Teilnehmer einer albanischen Reality-Show live auf Sendung outete, gingen in seiner Heimatstadt M\u00e4nner auf die Stra\u00dfe und protestierten, er habe kein albanisches Blut in den Adern. 2013 warb Zagrebs Erzbischof Josip Bozani\u0107 daf\u00fcr, in einem Referendum gegen die Homo-Ehe zu stimmen. Als Grund f\u00fchrte er eine \u201eVerantwortung f\u00fcr die Heimat\u201c an.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tKampagnen der Kirche<\/strong> \n\tMuslime in Albanien, Orthodoxe in Serbien und Katholiken in Kroatien verdammen Homosexualit\u00e4t als vom Westen importieren Lifestyle.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tSpricht man Daniel Martinovi\u0107 auf das Jahr 2013 an, sagt er einen unerwarteten Satz: \u201eUnbemerkt von der \u00d6ffentlichkeit erlebte die LGBT-Szene damals einen kleinen Babyboom.\u201c Martinovi\u0107 ist 37 Jahre alt, lebt in Zagreb und hat eine Organisation gegr\u00fcndet, die Homosexuellen hilft, Eltern zu werden. Kroatien ist neben Slowenien das einzige Land der Region, in dem Schwule und Lesben in einer eingetragenen Partnerschaft leben und \u00fcber Umwege Kinder bekommen k\u00f6nnen. Martinovi\u0107 erkl\u00e4rt, wie: \u201eLesbische Paare bestellen per Post Sperma von einer Samenbank in D\u00e4nemark. Sie f\u00fchren die k\u00fcnstliche Befruchtung zu Hause durch, weil es in kroatischen Kliniken verboten ist. Dann gibt die biologische Mutter an, dass der Vater unbekannt sei, und ihre Partnerin kann das Sorgerecht erhalten.\u201c Doch der Druck der Konservativen nehme nicht ab, sondern zu. Die wichtigsten Akteure sind einerseits die katholische Kirche und andererseits eine erzkonservative B\u00fcrgerinitiative namens \u201eU ime obitelji\u201c (Im Namen der Familie). \u201eSie schreiben in den sozialen Netzwerken, dass die ‘Homo-Lobby’ heterosexuellen Paaren die Kinder wegnehmen will. Sie ver\u00f6ffentlichen Interviews mit selbsternannten Experten, die warnend behaupten, dass Kinder von Homosexuellen drogenabh\u00e4ngig und suizidgef\u00e4hrdet w\u00fcrden\u201c, z\u00e4hlt Martinovi\u0107 auf.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tSein, wer man ist<\/strong> Wie leben Schwule und Lesben in den L\u00e4ndern am Westbalkan?<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1766,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[433,299,436],"tags":[355,373,249,375,305,263,376,310],"formats":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3624"}],"collection":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3624"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3624\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5483,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3624\/revisions\/5483"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1766"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3624"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3624"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3624"},{"taxonomy":"format","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/formats?post=3624"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}
Wer mit Aktivisten wie Alexandar Savi\u0107 spricht, merkt, dass das nicht stimmt. Er schmeisst heute eine kleine Feier f\u00fcr die Szene \u2013 in einem Zentrum auf der Kralja-Milana-Stra\u00dfe in Belgrad, vor dem zwei Polizisten patrouillieren. Es gibt Wein aus Plastikbechern und einen Filmabend. Hin und wieder komme es vor, dass jemand an die Scheibe spucke oder eine Bierdose werfe, erz\u00e4hlt Savi\u0107 und zuckt die Achseln: \u201eLappalien im Vergleich zu den fr\u00fcheren Jahren.\u201c Zwischen 2002 und 2009 und sp\u00e4ter erneut zwischen 2011 und 2013 musste die Parade aus Sicherheitsgr\u00fcnden verboten werden. Hooligans hatten sich Stra\u00dfenschlachten mit der Polizei geliefert, Steine und Molotowcocktails auf Teilnehmer geworfen und Schaufenster eingeschlagen. In den anderen L\u00e4ndern der Region gab es \u00e4hnliche Ausschreitungen. In Split wurden Pride-Teilnehmer 2011 mit Flaschen, in Tirana ein Jahr sp\u00e4ter mit Feuerwerksk\u00f6rpern attackiert. 2013 versuchten Unbekannte ein LGBT-Zentrum in Skopje in Brand zu setzen. In Belgrad gab es 2018 keine Zwischenf\u00e4lle. \u201eWir hatten erstmals mehr Teilnehmer als Polizisten und durften nach der Parade in einem Park weiterfeiern\u201c, sagt Savi\u0107, sichtlich stolz. Ist das ein Indikator daf\u00fcr, dass die serbische Gesellschaft toleranter geworden ist?<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\t\n\t<\/div>\t
\n\tRechte nur auf dem Papier<\/h2>\n\t
R\u00fcckschritt durch Kriege<\/strong>
In einem abgedunkelten Zimmer, im obersten Stockwerk eines Belgrader Plattenbaus gelegen, z\u00fcndet sich ein junger Albaner mit verwuschelten Haaren und Sporthose eine Zigarette an. Er kann von Fl\u00fcgen nach Westeuropa nur tr\u00e4umen \u2013 Kosovo ist das einzige Land auf dem Westbalkan mit Visumzwang f\u00fcr die EU. Zu Hause, in Kosovo, hat sich der junge Mann nur vor den engsten Freunden geoutet: \u201eMeine Professoren haben zu Beginn des Semesters gefragt: ‘Wer von euch ist einer von denen?’ Ich habe mich nicht getraut, etwas zu sagen.\u201c Obwohl in Pristina mehr \u201eInternationale\u201c leben als sonst in der Region, findet man in der Stadt keine nennenswerten Treffpunkte f\u00fcr die Szene. Eine Pride fand dieses Jahr erst zum zweiten Mal statt. Der Mann in Sporthose erz\u00e4hlt, dass er M\u00e4nner nur \u00fcber das Internet kennenlerne. \u201eMan f\u00fchrt ein verstecktes Leben. Das war auch der Grund, warum ich mich von meinem Ex-Freund getrennt habe. Wir konnten unsere Beziehung nie \u00f6ffentlich ausleben\u201c, sagt er.<\/p>\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n
In keinem Westbalkan-Land ist die Kirche so einflussreich wie in Kroatien. 87 Prozent der rund 4,2 Millionen Kroaten sind Katholiken. Nur in Polen, auf Malta und im Vatikan ist der Anteil gr\u00f6sser. Kroatiens Kleriker predigen nicht nur, sie machen Politik. Im Mai 2013 sammelten konservative B\u00fcrgerinitiativen 700.000 Unterschriften f\u00fcr ein Referendum zum Verbot der Homo-Ehe, das im Dezember desselben Jahres abgehalten wurde. Priester sammelten nach dem Gottesdienst Unterschriften. Mit Erfolg. Heute ist die kroatische Ehe wieder exklusiv eine Verbindung zwischen Mann und Frau.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n
Ana Brakus l\u00e4sst sich von diesen Kampagnen wenig beeindrucken. Die 28-j\u00e4hrige Journalistin lebt seit einem Jahr mit ihrer Freundin Matea in eingetragener Partnerschaft. Am Fenstersims ihrer Wohnung in Zagreb stehen noch die Figuren der Hochzeitstorte \u2013 zwei Frauen, die sich an den H\u00e4nden halten. Brakus hat in ihrem Leben immer wieder Anfeindung erfahren m\u00fcssen. Heute habe sie eingesehen, dass sie nur dieses eine Leben habe, und sie sagt: \u201eIch m\u00f6chte es nicht verschwenden, indem ich nicht die sein kann, die ich sein m\u00f6chte.\u201c Vielleicht ist das, was Ana macht, effektiver als jede Regenbogenparade? Nicht nur einmal im Jahr, sondern tagt\u00e4glich zeigt sie den Menschen um sich herum, dass sie sich nicht \u00e4ndern wird. Wenn Ana sp\u00e4tnachts am Imbiss wartet, w\u00e4hrend der Verk\u00e4ufer gutgelaunt zwei fettige Burek in knisterndes Papier wickelt und dabei auf Kroatisch singt, wie sehr er Frauen liebe, blickt sie ihm in die Augen, l\u00e4chelt und sagt: \u201eIch auch.\u201c<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n<\/ol>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"