{"id":3594,"date":"2019-03-07T00:00:00","date_gmt":"2019-03-07T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/erste-foundation.byinfinum.co\/brexit-kann-ein-rueckschlag-fuer-populisten-werden\/"},"modified":"2022-03-30T16:27:09","modified_gmt":"2022-03-30T16:27:09","slug":"brexit-kann-ein-rueckschlag-fuer-populisten-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/brexit-kann-ein-rueckschlag-fuer-populisten-werden\/","title":{"rendered":"&#8220;Brexit kann ein R\u00fcckschlag f\u00fcr Populisten werden.&#8221;"},"content":{"rendered":"<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>US-Politikwissenschafter Francis Fukuyama ist besorgt \u00fcber den Aufstieg des Rechtspopulismus in etablierten Demokratien, rechnet aber mit einem &#8220;R\u00fcckschlag&#8221; durch den Brexit. Dieser zeige, dass die Populisten &#8220;keine wirklichen L\u00f6sungen f\u00fcr die \u00c4ngste anbieten, auf die ihre W\u00e4hler reagieren&#8221;, so Fukuyama. In seinem neuesten Buch <em>Identit\u00e4t<\/em> versucht er zu erkl\u00e4ren, warum liberale Demokratien in den letzten Jahren zunehmend unter Druck geraten sind und was Donald Trump damit zu tun hat.<\/strong><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer stehen liberale Demokratien unter Druck, durch Nationalismus oder Rechtspopulismus. In dieser Form haben Sie das im <em>Ende der Geschichte<\/em> nicht kommen sehen, aber auch sonst niemand. Ist Identit\u00e4tspolitik eine ausreichende Erkl\u00e4rung f\u00fcr das, was seit damals geschehen ist?<\/strong><br><br>Wir haben derzeit weltweit viele verschiedene Probleme, und ich glaube sie fallen in mehrere verschiedene Kategorien. Eine ist ganz einfach eine Verschiebung in der Geopolitik. Nach 1991 gab es nicht viele gro\u00dfe, m\u00e4chtige autorit\u00e4re L\u00e4nder, die die Demokratie bedrohten, und jetzt gibt es China und Russland. Beide sind gewachsen, haben sich konsolidiert, sind sehr selbstbewusst und sie verschieben die Grenzen der bisherigen, amerikanisch-europ\u00e4isch gepr\u00e4gten Weltordnung. Das ist etwas Neues.<br><br>Das besorgniserregendere Problem ist jenes, das in den am besten etablierten Demokratien aufgekommen ist: Gro\u00dfbritannien und Vereinigten Staaten hatten 2016 Wahlen, in denen populistische Kandidaten gew\u00e4hlt oder Entscheidungen getroffen wurden. Nicht von einer gro\u00dfen Mehrheit, aber sie haben fortan die Politik in diesen beiden L\u00e4ndern dominiert. Speziell in den Vereinigten Staaten &#8211; wenn man bedenkt, wie wichtig sie f\u00fcr die Aufrechterhaltung einer liberalen Weltordnung sind -, signalisiert das eine sehr gro\u00dfe Verschiebung. Das ist etwas sehr \u00dcberraschendes, und hier glaube ich, dass Identit\u00e4t notwendig ist, um wirklich verstehen zu k\u00f6nnen, was vor sich geht. Die g\u00e4ngige Meinung dazu, warum das passiert ist, war eine \u00f6konomische Erkl\u00e4rung. Es ging um die Globalisierung. Es war die Tatsache, dass die Globalisierung alle reicher gemacht hat, aber nicht jeder hat davon profitiert. Speziell die Menschen in der Arbeiterklasse haben Jobs und M\u00f6glichkeiten an Menschen in China oder Indien verloren.<br><br>Aber es gibt eine Identit\u00e4ts-Komponente die erkl\u00e4rt, warum Populismus eher rechts so prominent vertreten war und ist als links. Weil die Rechte mit einem Narrativ aufwarten konnte, das besagte, der Grund warum du leidest ist wegen der Fremden. Es ist wegen dieser Invasion von Au\u00dfenseitern, wegen dieser fremden Konkurrenz. Und der echte Verlust ist nicht einmal dein Job, es ist dein Gef\u00fchl von nationaler Identit\u00e4t, du verlierst dein Gemeinschaftsgef\u00fchl mit anderen Menschen, diese Gesellschaft wirkt nicht mehr vertraut. Andere Kulturen kommen herein und niemand hat ihnen die Erlaubnis dazu gegeben. Ich glaube das ist es, was wirklich die Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Populismus in meinem Land und auch in Ihrem angetrieben hat.<br><br>Nebenbei m\u00f6chte ich anmerken, dass nicht viele Leute den Teil vom <em>Ende der Geschichte<\/em> (Original: <em>The End of History and the Last Man<\/em> (1992); Anm.) gelesen haben, in dem ich wirklich \u00fcber Nietzsches letzten Menschen gesprochen habe, der am Ende der Geschichte ankommt. Dass er dann keine gro\u00dfen W\u00fcnsche mehr hat, wird von der menschlichen Natur L\u00fcgen gestraft, weil Menschen wollen Dinge, die sie anstreben k\u00f6nnen, und eine Art von Gerechtigkeit. Und das ist es, was Nationalismus, Religion und andere Formen nicht-demokratischer Politik in der Zukunft antreiben k\u00f6nnte. Es ist einfach so, dass vor 30 Jahren der dominante Trend in Richtung Demokratie ging, und jetzt bewegen wir uns davon weg.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t\n<div class=\"block-columns block-columns__gutter-large--10 block-columns__vertical-spacing-large--0\">\n\t\n\n<div class=\"block-column block-column__width-large--5 block-column__width-mobile--12\">\n\t\n<div class=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\">\n\n\t\n\t\t\t\n<div class=\"block-infobox\">\n\t<h2 class=\"heading heading__color--primary heading__size--small heading__align--left heading__font--secondary block-infobox__heading\">\n\tFrancis Fukuyama<\/h2>\n\t<div class=\"block-infobox__content\">\n\t\t\n<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--default paragraph__align--left paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-infobox__paragraph\">\n\tFrancis Fukuyama, geboren 1952 in Chicago, studierte Politikwissenschaft an der US-Universit\u00e4t Harvard. International bekannt machte ihn sein 1992 ver\u00f6ffentlichter Bestseller <em>Das Ende der Geschichte<\/em>. <br><br>Er lehrte an der Johns-Hopkins-Universit\u00e4t, erhielt 2015 den Skytteanischen Preis und ver\u00f6ffentlichte zahlreiche B\u00fccher zur US-Politik. Derzeit ist er Professor f\u00fcr Politikwissenschaft an der <a href=\"https:\/\/profiles.stanford.edu\/francis-fukuyama\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Stanford-Universit\u00e4t<\/a>.<br><br>Sein aktuelles Buch <a href=\"http:\/\/www.hoffmann-und-campe.de\/buch-info\/identitaet-buch-11173\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\"><em>Identit\u00e4t<\/em><\/a> ist auf Deutsch bei Hoffmann und Campe erschienen.<br><br><em>Foto: \u00a9 ERSTE Stiftung \/ e<\/em>SeL<\/p>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"block-column block-column__width-large--7 block-column__width-mobile--12\">\n\t\n<div class=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\">\n\n\t\n\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>W\u00e4hrend also die politische Rechte erfolgreich darin war, gewisse Probleme f\u00fcr sich zu nutzen, was hat die Linke gemacht &#8211; oder verabs\u00e4umt zu tun?<\/strong><br><br>Ich glaube, dazu gibt es mehrere Antworten. Eine ist, dass in den 1990ern die meisten linken Parteien in Europa und den Vereinigten Staaten begonnen haben, sich in die Mitte zu bewegen. Sie haben ihren Frieden mit dem Kapitalismus und M\u00e4rkten gemacht, etwa Bill Clinton, Tony Blair &#8230; und die SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands; Anm.) war jetzt ein Jahrzehnt in einer Koalition mit den Konservativen. Ich denke, dass viele Menschen, die eine linke Partei gew\u00e4hlt h\u00e4tten, das Gef\u00fchl hatten, dass diese das Gleiche anbieten wie die Konservativen. Es gab keine echte Wahl und so waren sie von nichts inspiriert, was die Linke tun k\u00f6nnte.<br><br>Aber ich glaube, das andere Problem ist, dass die Linke ihre Agenda auf eine Art neu definiert hat, die sie weniger attraktiv f\u00fcr die alte Arbeiterklasse der dominanten Ethnie im Land gemacht hat. Linke Politik im 20. Jahrhundert hat sich komplett um die Arbeiterklasse, die Proletarier gedreht. Tats\u00e4chlich war die \u00e4u\u00dfere Linke marxistisch und daher wollte sie eine proletarische Revolution. Im Lauf der Zeit hat die Linke aber begonnen, Ungleichheit eher im Sinne von spezifischen Gruppen wie ethnischen Minderheiten, Frauen oder der LGBT-Community zu sehen und nicht so sehr im Bezug auf die alten, wei\u00dfen, in Gewerkschaften organisierten Arbeiter. Und dieser Wandel brachte viele der \u00e4lteren wei\u00dfen Arbeiter dazu, zu sagen, na ja, die bieten mir oder meiner Gruppe nichts an. Sie haben nicht diesen Gemeinschaftssinn, ich scheine nicht in die Art von Gemeinschaft zu geh\u00f6ren, die sie wollen. Und so w\u00e4hlen viele Leute, die bisher zum Beispiel die franz\u00f6sische kommunistische Partei gew\u00e4hlt haben, nun die Front National, also die rechte Gruppierung. Ebenso in den Vereinigten Staaten: Viele W\u00e4hler der wei\u00dfen Arbeiterklasse, die bisher die Demokratische Partei unterst\u00fctzt hatten, w\u00e4hlen nun Donald Trump.<\/p>\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Was w\u00e4re, in wenigen Worten, eine psychologische Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese neue Form der Identit\u00e4tspolitik?<\/strong><br><br>Ich denke, dass die Menschen eine Anerkennung ihrer W\u00fcrde wollen. Da ist ein griechisches Wort das Platon verwendet, Thymos, der ein Teil der menschlichen Seele ist, der sich nach Zustimmung und dem Respekt durch andere Menschen sehnt. Und das unterscheidet sich von der \u00f6konomischen Motivation, es geht hier nicht um Ressourcen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Und dieser Aspekt wurde Ihrer Ansicht nach bisher \u00fcbersehen?<\/strong><br><br>Wir stehen unter dem Einfluss der modernen \u00d6konomie, die diesen Teil der menschlichen Pers\u00f6nlichkeit nicht anerkennt. Aber ich glaube, das ist wirklich entscheidend, weil Menschen opfern \u00f6konomischen Wert, um Respekt von ihren Mitmenschen zu bekommen. Wir sind am Ende sehr soziale Wesen. Demokratie bietet ein Mindestniveau an Respekt, man hat das Recht zu w\u00e4hlen, zu sprechen, sich zusammenzuschlie\u00dfen und so weiter. Und das ist besser, als in einem autorit\u00e4ren Regime zu leben, das einen nicht wie einen Menschen behandelt.<br><br>Am Ende ist das aber f\u00fcr viele nicht genug. Menschen wollen f\u00fcr ihre Individualit\u00e4t oder ihre gemeinsame Identit\u00e4t mit ihnen \u00e4hnlichen Menschen anerkannt werden. Und das ist es, denke ich, wo moderne Identit\u00e4tspolitik herkommt. Es beginnt wirklich auf der Linken, weil es mit Gruppen beginnt, die marginalisiert oder diskriminiert wurden. Sie wurden von der breiten Gesellschaft nicht anerkannt und respektiert, also m\u00f6chten sie nat\u00fcrlich einen Anspruch auf ihre W\u00fcrde erheben. Daran ist \u00fcbrigens nichts Falsches.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Sie sagen, dass Identit\u00e4tspolitik zu einer dominanten und treibenden Kraft in der heutigen Politik geworden ist, aber auch, dass sie f\u00fcr sich genommen weder gut noch schlecht ist?<\/strong><br><br>Das stimmt. Zuerst einmal ist Identit\u00e4t nichts Fixes. Die Menschen glauben irgendwie, dass ihre Ethnie und ihr Geschlecht unver\u00e4nderbare Charakteristiken sind. Tats\u00e4chlich kann man alle Arten von verschiedenen Identit\u00e4ten kreieren, und sie k\u00f6nnen enger oder weiter gefasst sein. Was nun in der Politik passiert, ist, dass zunehmend enge Identit\u00e4ten definiert werden, die auf diesen unver\u00e4nderlichen Charakteristiken basieren. Das ist keine gute Sache f\u00fcr die Demokratie.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--biggest paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-quote__paragraph\">\n\t&#8220;Zuerst einmal ist Identit\u00e4t nichts Fixes.&#8221;<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tAndererseits ist eine demokratische, offene nationale Identit\u00e4t wichtig. Denn ich denke, es kann keine Demokratie geben, wenn die Menschen nicht glauben, dass sie Teil einer Gemeinschaft sind, die einander vertraut, die gewisse demokratische Prinzipien teilt. Der Trick ist, eine nationale Identit\u00e4t zu haben, die nicht exklusiv ist, die nicht intolerant ist, und doch Leute in einem gemeinsamen Wertekatalog vereint, der es ihnen erlaubt, als eine demokratische Einheit zu operieren.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Ist das im Lichte gegenw\u00e4rtiger Tendenzen nicht ein wenig idealistisch, wo oft eher die Unterschiede als die Gemeinsamkeiten von Menschen oder Gruppen hervorgehoben werden?<\/strong><br><br>Es kommt auf die Gesellschaft an. In den Vereinigten Staaten haben wir diese Idee der amerikanischen Identit\u00e4t gehabt, die vollst\u00e4ndig erst im sp\u00e4ten 20. Jahrhundert aufgekommen ist, wo ein Amerikaner zu sein nicht gehei\u00dfen hat, einer bestimmten Ethnie oder Rasse anzugeh\u00f6ren. Es hatte damit zu tun, an die Verfassung und ihre elementaren Werte zu glauben.<br><br>In Europa, w\u00fcrde ich sagen, ist das Problem ein wenig anders, weil die nationale Identit\u00e4t f\u00fcr die Linke sehr unbeliebt wurde. Sie wurde mit Rassismus und Nationalismus assoziiert. Viele linksgerichtete Menschen in Europa wollen einfach nicht \u00fcber nationale Identit\u00e4t reden, nicht einmal als Kategorie. Und was dann ungl\u00fccklicherweise auf der Rechten geschehen ist, war, dass eine alte Form der ethnisch basierten nationalen Identit\u00e4t wiedergekehrt ist und nun Teil der Agenda wird. Und so sagt Viktor Orb\u00e1n in Ungarn, dass die ungarische nationale Identit\u00e4t auf der ungarischen Ethnizit\u00e4t basiert, was automatisch jeden ausschlie\u00dft, der kein ethnischer Ungar ist.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Die Idee hinter der Identit\u00e4tspolitik ist ja, dass sie beinahe auf jede Gruppe mit bestimmten Interessen angewendet werden kann. Aber was ist zum Beispiel mit Gruppierungen auf extremen Gegenpolen des Spektrums, etwa der MeToo-Bewegung und einer Dschihadisten-Gruppe? Was haben sie gemeinsam?<\/strong><br><br>Ich m\u00f6chte betonen, dass ich diese nicht als moralisch gleichwertig erachte. Die Dschihadisten-Gruppen machen schreckliche Sachen und die MeToo-Bewegung ist auf eine grundlegende Form der sozialen Gerechtigkeit f\u00fcr Frauen aus. Ich w\u00fcrde sagen, was sie gemeinsam haben ist eine gemeinsame Psychologie, dass beide von ihnen auf Menschen basieren, die bef\u00fcrchten, nicht respektiert zu werden. Der junge K\u00e4mpfer, der nach Syrien geht, um sich dem Islamischen Staat anzuschlie\u00dfen, glaubt, dass Muslime auf der ganzen Welt unterdr\u00fcckt, missachtet und gering gesch\u00e4tzt wurden und will diese Situation nun korrigieren.<br><br>Und ich denke, dass Frauen, die sich gegen sexuelle \u00dcbergriffe und Bel\u00e4stigung wehren, das Gef\u00fchl haben, dass M\u00e4nner in ihrer Gesellschaft sie nicht als vollwertige menschliche Wesen wertsch\u00e4tzen, dass sie als sexuelle Objekte betrachtet werden, und sie m\u00f6chten das \u00e4ndern. Also geht es psychologisch gesehen in beiden F\u00e4llen um diesen mangelnden Sinn f\u00fcr Respekt und es ist eine Geltendmachung des Respekts f\u00fcr ihre Gruppe. Das Problem ist, dass die L\u00f6sung, die Islamisten wollen, gewaltt\u00e4tig und sehr destruktiv ist.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Wo sehen Sie die Limits f\u00fcr dieses Modell der Identit\u00e4ten und der Identit\u00e4tspolitik, was kann es nicht erkl\u00e4ren?<\/strong><br><br>Identit\u00e4t ist so sehr in die Art wie wir \u00fcber uns selbst denken eingebettet, dass ich nicht glaube, dass man ihr entkommen kann. Schlimm wird es dann, wenn sie an eine fixe Kategorie angeh\u00e4ngt wird. Wenn man also meint, weil man in eine bestimmte Gruppe geboren wird, muss man auf eine bestimmte Art denken oder politisch handeln, oder dass man \u00fcber bestimmte Dinge nicht mehr sprechen kann, weil man der falschen Gruppe angeh\u00f6rt. Du geh\u00f6rst nicht der richtigen Gruppe an, also hast du keine Legitimit\u00e4t bei mir.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--biggest paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-quote__paragraph\">\n\t&#8220;Generell sollten wir st\u00e4rker auf integrierende Formen der Identit\u00e4t fokussieren die wirklich versuchen, wieder eine gemeinsame Basis zwischen verschiedenen Menschen herzustellen.&#8221;<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tIch glaube das ist es wo es sehr problematisch wird. Es ist in vielen F\u00e4llen eine sinnvolle Kategorie &#8211; wenn es wirklich f\u00fcr Menschen, die bisher das Gef\u00fchl hatten, nicht anerkannt zu werden, ein Weg ist, W\u00fcrde und ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Es gibt also gute Formen von Identit\u00e4t und schlechte. Generell sollten wir st\u00e4rker auf integrierende Formen der Identit\u00e4t fokussieren die wirklich versuchen, wieder eine gemeinsame Basis zwischen verschiedenen Menschen herzustellen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Reden wir noch \u00fcber das gro\u00dfe Ganze: Wohin bewegt sich die Demokratie, ist sie in Gefahr?<\/strong><br><br>Es ist sehr schwer Vorhersagen zu machen. Ich glaube nicht, dass Leute, die eine liberale Demokratie wollen, zu pessimistisch \u00fcber gegenw\u00e4rtige Entwicklungen werden sollten, weil Demokratie hat noch immer eine gro\u00dfe Anziehungskraft und viele Ressourcen. Eines der gro\u00dfen Probleme mit den neuen Populisten ist, dass sie keine wirklichen L\u00f6sungen f\u00fcr die \u00c4ngste anbieten, auf die ihre W\u00e4hler reagieren. Sich also von der Welt abzuschotten ist keine Formel f\u00fcr wirtschaftlichen Erfolg. Wir sehen das gerade beim Brexit, wir kommen einem ungeordneten R\u00fcckzug Gro\u00dfbritanniens von der Europ\u00e4ischen Union sehr nahe. Wenn das passiert, wird es ein totales Desaster f\u00fcr sie werden. Und ich glaube, das wird einen R\u00fcckschlag f\u00fcr diese Art der populistischen Politik erzeugen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<div class=\"story-card block-story-card__story-card\">\n\t<hr class=\"story-card__divider\">\n\t<div class=\"story-card__wrap\">\n\t\t<a class=\"story-card__image-container\" href=\"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/das-paradox-des-brexit-votums\/\">\n\t\t\t<div class=\"image-wrap story-card__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<div\n\t\t\tstyle=\"background-image:url(https:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/cooper-1200x675.jpg)\"\n\t\t\tclass=\"image image--bg story-card__image\"\n\t\t>\n\t\t<\/div>\n\t\n\t<\/div>\t\t<\/a>\n\t\t<div class=\"story-card__content\">\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/das-paradox-des-brexit-votums\/\" id=\"\" class=\"link-heading link-heading__color--primary link-heading__size--small link-heading__align--left link-heading__font--primary  link-heading--no-margin story-card__link-heading\">\n\t<h2 class=\"link-heading__heading\" >\n\t\t&#8220;Das Paradox des Brexit-Votums&#8221;\t<\/h2>\n<\/a>\t\t\t<a href=\"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/das-paradox-des-brexit-votums\/\" class=\"story-card__link\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal story-card__paragraph\">\n\tTalk Europe! mit Luke Cooper<\/p>\t\t\t<\/a>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\t<hr class=\"story-card__divider\">\n<\/div>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t\u00c4hnlich scheint Pr\u00e4sident Trump in den Vereinigten Staaten gerade beim Handel auf einen Krieg von allen gegen alle zuzusteuern. Das ist auch keine Art, die gr\u00f6\u00dfte Wirtschaft der Welt zu managen. Aber es gibt nat\u00fcrlich Kontrollmechanismen. Wir haben das in den USA im November bei den Parlamentswahlen gesehen, als die Demokraten sehr gro\u00dfe Zugewinne gegen\u00fcber den Republikanern machen konnten, weil ich glaube, dass die Menschen den Trumpismus ablehnen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Wenn man heute \u00fcber den Zustand der Welt spricht, wird oft ein eher d\u00fcsteres Bild gezeichnet. Was ist f\u00fcr Sie positiv?<\/strong><br><br>Wenn man auf die Welt als Ganzes blickt, dann geht es ihr ziemlich gut. \u00dcber die letzten 15 Jahre hat es \u00f6konomisches Wachstum in allen Regionen gegeben und aufsteigende Mittelklassen. Wenn man \u00fcber globale Armut besorgt ist, sind die Dinge viel besser geworden. Und sogar in den entwickelten Demokratien, die ein so ungl\u00fcckliches Bild abgegeben haben, ist nicht alles so schlecht verglichen mit den 1920er-, 1930er- oder sogar den 1970er-Jahren, als wir eine \u00d6lkrise und Hyperinflation hatten und so weiter. Es gab Stagnation und Frustration, aber wir leben in Frieden, wir sind nicht in B\u00fcrgerkriege verwickelt, es gibt nicht die M\u00f6glichkeit von Gro\u00dfmacht-Konflikten, die die Politik der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts dominierten. Ich denke, man sollte das in Betracht ziehen im Bezug darauf, wo wir global gesehen stehen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Was braucht die EU um langfristig zu \u00fcberleben?<\/strong><br><br>Die EU braucht eine Reihe von Dingen. Ich glaube nicht, dass das grundlegende Problem mit dem Euro bereits wirklich gel\u00f6st wurde und ich bin nicht so sicher, ob das politische Motiv, das zu l\u00f6sen, derzeit wirklich ausreichend ist. Das andere hat mit Migration zu tun, weil ich nicht denke, dass das Migrationssystem in Europa ideal ist. Die Gestalter des Schengen-Systems hatten eine gute Idee, die von wirtschaftlichen \u00dcberlegungen getrieben war. Dass sich die Menschen frei innerhalb der Schengen-Zone bewegen sollen und Arbeitskraft dorthin gehen kann, wo sie am meisten gebraucht wird.<br><br>Das Problem ist, dass das insgesamt das Gemeinwohl der Individuen in der Schengen-Zone maximiert, aber es maximiert nicht notwendigerweise das Gemeinwohl individueller Staaten. Und so hat das in einigen Teilen wie Gro\u00dfbritannien, wo es sehr viel Einwanderung gab, eine gewaltige politische Gegenreaktion ausgel\u00f6st, weil es zu einem sehr raschen kulturellen Wandel und zu Unsicherheit gef\u00fchrt hat.<br><br>Aber der Teil auf den man sich viel zu wenig konzentriert hat ist, was das mit den L\u00e4ndern in Osteuropa gemacht hat, die die Leute geschickt haben. Ich habe viel Zeit in L\u00e4ndern wie Ukraine, Serbien oder Rum\u00e4nien verbracht, wo sie fast 20 oder 30 Prozent ihrer Bev\u00f6lkerung verloren haben. Einige der j\u00fcngsten und talentiertesten Leute sind nach Gro\u00dfbritannien gegangen, um Arzt zu werden oder in der Finanzwirtschaft zu arbeiten. Es ist also problematisch von beiden Seiten her, und ich denke dieses System ein wenig herunterzubremsen w\u00e4re nicht das schlechteste hinsichtlich des Gemeinwohls der individuellen L\u00e4nder, die darin involviert sind.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--biggest paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-quote__paragraph\">\n\t&#8220;F\u00fcr mich ist das wichtigste, was Europa braucht, eine Art Position der Mitte, die eine rassisch oder ethnisch basierte nationale Identit\u00e4t zur\u00fcckweist, die aber genauso die Wichtigkeit der nationalen Identit\u00e4t f\u00fcr eine Demokratie anerkennt.&#8221;<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tAu\u00dferdem denke ich, dass es ein gro\u00dfes Problem mit den Au\u00dfengrenzen in Europa gibt. Offene innere Grenzen werden nicht funktionieren, wenn es nicht einen Weg gibt die \u00e4u\u00dferen Grenzen zu sichern, und das ist etwas, was Europa nicht wirklich gel\u00f6st hat.<br><br>F\u00fcr mich ist das wichtigste, was Europa braucht, eine Art Position der Mitte, die eine rassisch oder ethnisch basierte nationale Identit\u00e4t zur\u00fcckweist, die aber genauso die Wichtigkeit der nationalen Identit\u00e4t f\u00fcr eine Demokratie anerkennt. Das ist es, worauf sich Europa heute fokussieren sollte.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Wie sch\u00e4tzen Sie \u00d6sterreich derzeit politisch ein, wof\u00fcr steht es f\u00fcr den Betrachter von au\u00dfen?<\/strong><br><br>Ich sch\u00e4tze jeder schaut auf Herrn Kurz, um zu sehen, ob er wirklich ein gef\u00e4hrlicher rechtsgerichteter Populist ist, oder ob er ein Politiker der Mitte ist, der einfach versucht, mit einer Bedrohung von einem weit \u00fcbleren rechten Fl\u00fcgel umzugehen. Momentan kann ich aus meiner Perspektive heraus keine Einsch\u00e4tzung dar\u00fcber treffen, weil ich zu wenig dazu wei\u00df.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Am Ende des Buches sagen Sie, dass Identit\u00e4t zur Spaltung, aber auch zur Einigung verwendet werden kann, und dass diese Erkenntnis das Heilmittel f\u00fcr die populistische Politik der Gegenwart sein wird. Sie schlagen auch einige L\u00f6sungen vor, sagen aber gleichzeitig, diese k\u00f6nnten vielleicht nicht sehr realistisch sein. Welche L\u00f6sungen w\u00e4ren denn realistisch?<\/strong><br><br>Nun, die meisten meiner spezifischen L\u00f6sungen sind welche f\u00fcr die Vereinigten Staaten. In Europa w\u00fcrde ich ganz einfach Folgendes sagen: Ich glaube, die meisten europ\u00e4ischen L\u00e4nder m\u00fcssen ein Gef\u00fchl von nationaler Gemeinschaft und Identit\u00e4t schaffen, das auf liberalen Werten basiert, nicht auf Ethnizit\u00e4t. Das bedeutet, das Konzept der Staatsb\u00fcrgerschaft zu \u00e4ndern, sie offener f\u00fcr Au\u00dfenstehende zu machen. Es hat aber auch mit der Art zu tun, mit der politische F\u00fchrer \u00fcber ihre eigenen Gesellschaften sprechen. Die minimale Komponente davon w\u00e4re, was man Verfassungspatriotismus nennt, oder Verfassungsstaat, wo man nur diesen grundlegenden Glauben an die Verfassung hat, an die Rechtsstaatlichkeit, diese elementaren politischen Institutionen.<br><br>Dar\u00fcber hinaus braucht es aber eine Art des emotionalen Inhalts durch die richtige Art von Symbolen, die Menschen verbindet. Manchmal geschieht das im Sport, manchmal durch Literatur, Sprache, durch andere Arten von kulturellen Referenzpunkten, die es Menschen erlauben zu sagen, ja, das ist es, was es hei\u00dft ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Jedes Land in Europa wird eine andere Vorstellung davon haben und es wird in einigen L\u00e4ndern schwieriger sein das zu tun als in anderen. Aber letztlich denke ich, ist des das, was gebraucht wird.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Letzte Frage: Wie w\u00fcrden Sie Ihre eigene Identit\u00e4t beschreiben?<\/strong><br><br>Mein Gro\u00dfvater kam 1905 von Japan in die Vereinigten Staaten. Mein Vater und ich wuchsen beide auf, ohne wirklich Japanisch zu sprechen, also ich selbst spreche die Sprache nicht. Und als ich aufwuchs, dachte ich immer nur, dass ich ein Amerikaner war. Ich dachte, das war ziemlich nett, dass ich von mir selbst als Amerikaner denken konnte und nicht als japanischer Amerikaner und nicht als jemand grunds\u00e4tzlich Verschiedener. Und das ist eines der guten Dinge an den USA, dass es nicht so schwer ist, das zu tun.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t\n<ol class=\"block-footnotes js-footnote-list\">\n\n<\/ol>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Francis Fukuyama im Gespr\u00e4ch mit Mario Wasserfaller<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1623,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[433,436,245,434],"tags":[280,250,295,257,369,537,470,344],"formats":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3594"}],"collection":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3594"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3594\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6736,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3594\/revisions\/6736"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1623"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3594"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3594"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3594"},{"taxonomy":"format","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/formats?post=3594"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}