{"id":3579,"date":"2019-01-10T00:00:00","date_gmt":"2019-01-10T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/erste-foundation.byinfinum.co\/polnische-kunst-in-zeiten-des-populismus\/"},"modified":"2021-07-01T05:54:21","modified_gmt":"2021-07-01T05:54:21","slug":"polnische-kunst-in-zeiten-des-populismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/polnische-kunst-in-zeiten-des-populismus\/","title":{"rendered":"Polnische Kunst in Zeiten des Populismus"},"content":{"rendered":"\n\n\t\n\t\t\t
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\n\tWie steht die zeitgen\u00f6ssische polnische Kunst zur gegenw\u00e4rtigen politischen Lage? Auf welche Art und Weise stellen sich polnische K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler den politischen Herausforderungen, und welche Rolle spielen dabei Kunstinstitutionen? \u2013 Adam Mazur, Redakteur der Kunstzeitschrift SZUM<\/a>, teilt seine Einsch\u00e4tzung der Situation. \u201eViele Menschen in der Kunstwelt, und zwar nicht nur die ganz jungen, bezweifeln, dass es tats\u00e4chlich gelingen kann oder sinnvoll ist, Kunst mit Politik zu vermischen. Und immer mehr K\u00fcnstlerInnen glauben auch nicht, dass dies der wesentliche Zugang von Kunst als solcher sein sollte\u201c, schreibt Adam Mazur, Mitbegr\u00fcnder des Online-Magazins BLOK, in seinem Beitrag zur gegenw\u00e4rtigen polnischen Kunstszene.<\/strong><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tPolen ist ein Land, mit dem uns eine Art Hassliebe verbindet. Katholischer Eifer, politische Wirren, genetischer Messianismus, Antisemitismus, Tschechophilie, Russophobie und Germanophobie und \u2013 nat\u00fcrlich auch \u2013 gro\u00dfartige zeitgen\u00f6ssische Kunst. Obwohl es nicht so aussieht, ist alles eng miteinander verwoben, wie immer in Polen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tVom kritischen zum eklektischen Museum<\/strong>

Wenn wir in dieser tristen Zeit \u00fcber Kunst sprechen, denken wir an Politik und m\u00fcssen daher auch mit Politik beginnen. Als die Populisten im Herbst 2015 an die Macht kamen, f\u00fchrte dies wider Erwarten nicht zu einem Erdbeben. Kein einziger Direktor einer Kunstgalerie, keine einzige Direktorin eines Museums wurde entlassen, kein Rektor und keine Rektorin einer Kunstakademie ihres Amtes enthoben, und auch die Kunstf\u00f6rderung wurde keiner staatlichen Kontrolle unterworfen. Als die Partei \u201eRecht und Gerechtigkeit\u201c (PiS) an die Macht kam, kam es im Fr\u00fchling 2016 nur zu zwei kleineren Vorf\u00e4llen. Der erste betraf die Entscheidung, keine weiteren F\u00f6rdermittel f\u00fcr den Ankauf zeitgen\u00f6ssischer Kunst f\u00fcr Museumsbest\u00e4nde bereitzustellen, und im zweiten Fall ging es um die Bestellung von rechtsradikalen AktivistInnen und PublizistInnen in F\u00f6rderkommissionen. Die F\u00f6rderungen wurden wieder aufgenommen, die Kommission wurde aufgel\u00f6st und eine neue eingesetzt, die die etablierte Kunstwelt besser repr\u00e4sentierte.

Wenn wirklich irgendjemand in der polnischen Kunstwelt nach drei Jahren PiS-Regierung frustriert ist, dann sind es eher die rechtsradikalen Kritikerinnen und Kritiker, die rechtsradikalen Redakteurinnen, die konservativen Kuratorinnen und Kuratoren und die erfolglosen nationalistischen Direktorinnen und Direktoren. Die Skandale, die sich au\u00dferhalb der Hauptstadt ereigneten \u2013 wie die Bestellung eines Fans von Bryan Adams und David Lynch zum Direktor des CSW (Centrum Sztuki Wsp\u00f3\u0142czesnej \u2013 Zentrum f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst) oder die Entlassung des angesehenen Direktors des MWW (Muzeum Wsp\u00f3\u0142czesnego Wroc\u0142aw \u2013 Museum der Gegenwart Wroc\u0142aw) \u2013, sind von geringer Bedeutung, da sie alle auf Liberale der \u201eB\u00fcrgerplattform\u201c (PO) und ihre loyalen lokalen Koalitionspartnerschaften zur\u00fcckgehen. Dies muss man ber\u00fccksichtigen, wenn wir nach den Gr\u00fcnden f\u00fcr den Siegeszug des Populismus suchen, der nicht aus heiterem Himmel kam. Er entstammt der Zeit, in der konservative Liberale an der Macht waren.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tDaniel Rycharski, The Bed, 2016. Mit freundlicher Genehmigung des Autors.<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tWarum haben die Rechtspopulisten nicht in die Hierarchie oder Normen der Kunstwelt eingegriffen? Zwei Antworten lassen sich dazu aus dem k\u00fcnstlerischen Milieu vernehmen, beide von Pessimismus getragen. Die erste Antwort basiert auf der Annahme, dass zeitgen\u00f6ssische Kunst f\u00fcr die Politik keine Gefahr darstellt und auch gesellschaftlich keinerlei Bedeutsamkeit hat, da sie nur eine kleine Nische innerhalb des Kulturbetriebes darstellt. Laut Statistik interessieren sich ca. 1 bis 2\u00a0Prozent der Bev\u00f6lkerung (also ca. 500.000 Menschen in Polen) f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst. Dabei handelt es sich um die liberalen Eliten in den gro\u00dfen St\u00e4dten, die sich niemals von den Populisten einnehmen lassen werden, weshalb es auch besser ist, sie von vornherein in Frieden zu lassen. Die zweite Antwort ist eine Fortf\u00fchrung der ersten und gr\u00fcndet auf der Annahme, dass es zu keinen Ver\u00e4nderungen gekommen ist, weil auch in der Kunstwelt Konformismus vorherrscht.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tEAST ART MAGS lesen im erstestiftung.org Magazin<\/h2>\n\t
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\n\tEAST ART MAGS<\/a> (EAM) ist ein Gemeinschaftsprojekt von vier Kunstzeitschriften in Ostmitteleuropa: Artalk<\/a> (Tschechien\/Slowakei), Artportal<\/a> (Ungarn), Revista Arta Online<\/a> (Rum\u00e4nien) und SZUM<\/a> (Polen). EAM versteht sich als Plattform zur Aufbereitung und Ver\u00f6ffentlichung von Inhalten verbunden\u00a0mit dem Angebot von Capacity Building\u00a0f\u00fcr KunstjournalistInnen in der Region. EAM wird unterst\u00fctzt vom VISEGRAD FUND<\/a> und AFCN<\/a>.

erstestiftung.org<\/em> teilt ausgew\u00e4hlte EAM Artikel, \u00fcbersetzt sie ins Deutsche und – falls noch nicht verf\u00fcgbar – ins Englische.

Diese Rezension von Adam Mazur wurde im Rahmen des Residency-Programms der EAM verfasst und mit Unterst\u00fctzung von AFCN und ICR Budapest erm\u00f6glicht. Es wurde erstmals auf Tschechisch am 10. September 2018 auf
Artalk.cz<\/a> und am 12. November 2018 auf Englisch auf East Art Mags<\/a>\u00a0publiziert.<\/p>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n\n\n

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\n\tDie DirektorInnen der wichtigsten nationalen Institutionen verpassten ihren Programmen schon vor den Wahlen eine prostaatliche Ausrichtung und gaben die Vision von zeitgen\u00f6ssischer Kunst als einer der Demokratie verschriebenen Kunst auf, da sie diese Vision f\u00fcr utopisch hielten. Die Institutionen passten ihre Programme aus freien St\u00fccken an die pomp\u00f6sen und mit reichlich F\u00f6rdergeldern dotierten Jubil\u00e4umsfeiern zur Unabh\u00e4ngigkeit des Landes und den Feierlichkeiten anl\u00e4sslich von \u201e100 Jahre Avantgarde\u201c an.

Ebenso skandal\u00f6s ist die vom Minister der liberal-konservativen Regierung der B\u00fcrgerplattform betriebene Entlassung von Piotr Piotrowski aus dem Nationalmuseum Warschau und die ohne \u00f6ffentliche Ausschreibung erfolgte Nachbesetzung durch Agnieszka Morawi\u0144ska, vormals Direktorin der Galerie Warsaw Zach\u0119ta. Morawi\u0144ska ersetzte Piotrowskis Programm eines \u201ekritischen Museums\u201c durch ihr eigenes \u201epatriotisches\u201c Programm, das sie als \u201eeklektisches Museum\u201c bezeichnete und das bei den Machthabern auf keinerlei Einw\u00e4nde stie\u00df.

Immerhin sind Ausstellungen \u00fcber das Biedermeier, ungarische Fotografie oder akademische Kunst vergangener Epochen ganz im Sinne der gegenw\u00e4rtigen Kulturpolitik.<\/p>\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tDie Loyalit\u00e4t der zentralen Institutionen ergibt sich aus ihrer Abh\u00e4ngigkeit von staatlicher Finanzierung. Warum protestieren, hat doch die Regierung ihr Versprechen hinsichtlich der F\u00f6rderung von (naturgem\u00e4\u00df nationaler) Kultur erf\u00fcllt? Wo doch zum ersten Mal in der Geschichte des unabh\u00e4ngigen Polen die Kulturf\u00f6rderung 1 Prozent des BNP \u00fcberstieg (wobei der Kulturminister gerne mit der Er\u00f6ffnung von 70 Museen in den letzten drei Jahren prahlt) und der bisher gr\u00f6\u00dfte Skandal nur darin bestand, dass Hunderte Millionen Zloty f\u00fcr den Erwerb der Sammlung der Familie Czartoryski sowie die Finanzierung von Museumsprojekten mit Bezug zur katholischen Kirche ausgegeben wurden. Man betrachtet diese Ausgaben klarerweise als unn\u00f6tig, unbegr\u00fcndet und suspekt.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tDie Loyalit\u00e4t der zentralen Institutionen ergibt sich aus ihrer Abh\u00e4ngigkeit von staatlicher Finanzierung.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tDoch die Betr\u00e4ge, von denen wir hier sprechen, sind von einer H\u00f6he, die fr\u00fchere Kulturminister und ihre Beamtenschar sich nicht einmal ertr\u00e4umen lie\u00dfen. Das ist alles skandal\u00f6s, aber auf eine andere Art als es die Budgetk\u00fcrzungen f\u00fcr Institutionen, das Einfrieren von Geh\u00e4ltern sowie die Deregulierung und Erh\u00f6hung der Steuern f\u00fcr AutorInnen waren, wie sie die vorherige liberale Regierung umgesetzt hat. PiS greift nicht in die Kunstwelt ein. Vielmehr betreibt die Partei ihre eigenen Museen und Propagandainstitutionen, die der Regierung wohlgesonnen sind und ihre Netze nach und nach in die Provinzen auswerfen. Sie untermauert ihr Fundament, konzentriert sich auf ihre W\u00e4hlerInnen und gelangt dabei an Orte, die die Institutionen in den gro\u00dfen St\u00e4dten niemals erreichen k\u00f6nnten. Dieses Verhalten ver\u00e4ndert die Dynamiken in der Kulturszene, verst\u00e4rkt aber nicht den Konflikt. Anders ausgedr\u00fcckt: K\u00fcnstlerInnen lehnen F\u00f6rdergelder nicht ab, protestieren nicht vor dem Ministerium, boykottieren keine Feierlichkeiten oder Er\u00f6ffnungen und retournieren auch keine Auszeichnungen, die ihnen vom Ministerium verliehen werden.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tGlobal denken, lokal handeln<\/strong>

Einzig das Museum f\u00fcr Moderne Kunst (MSN) in Warschau stemmt sich gegen den Konformismus der nationalen Institutionen. Das Museum hat nichts zu verlieren, denn es ist nur in einer notd\u00fcrftigen Halle unweit der Weichsel untergebracht, das Museumsgeb\u00e4ude ist noch im Bau. Die KuratorInnen des MSN besch\u00e4ftigen sich mit schwierigen Themen im Zusammenhang mit Frauenrechten, was politische Debatten ausl\u00f6ste (Ausstellungen von Natalia Sielewicz: \u201cThe Ministry of Internal Affairs. Intimacy as Text\u201d und \u201eHoolifemmes\u201c), mit Revolutionen\/Rebellionen (\u201ethe room with etchings\u201c) oder mit Reprivatisierung und den gegenw\u00e4rtigen polnisch-ukrainischen Beziehungen (Festival \u201eWarsaw Under Construction\u201c). Im Rahmen seines audiovisuellen Projekts \u201eDepartment of Presence\u201c initiierte das MSN ebenfalls zahlreiche Diskussionen.

Was die anderen Institutionen angeht, so sei das Zentrum f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst im Ujazdowski-Palast (CSW), das vormals als f\u00fchrendes polnisches Kunstzentrum galt, als Beispiel genannt. In den vergangenen Jahren hat diese Institution, die sich in unmittelbarer Umgebung der neuralgischen Pl\u00e4tze in Warschau befindet, wie dem Parlament, dem Pr\u00e4sidentenpalast und dem Amtssitz des Ministerpr\u00e4sidenten, sich nur ein einziges Mal dem heiklen Thema nationaler Mythen angen\u00e4hert, was erwartungsgem\u00e4\u00df zu St\u00f6raktionen f\u00fchrte. Doch anstatt eine Diskussion und eine kritische Reflexion \u00fcber das Thema in Gang zu setzen, entlie\u00df das CSW unmittelbar nach Ende der Ausstellung \u201eLate Polishness\u201c deren Kurator Stach Szab\u0142owski und entzog der Co-Kuratorin Ewa Gorz\u0105dek die Befugnis, Entscheidungen \u00fcber zuk\u00fcnftige Projekte zu treffen. Der Niedergang der zentralen, von der Regierung kontrollierten Institutionen gibt daher den kleineren Galerien Auftrieb, die von kommunalen Budgets und lokalen Regierungen finanziert werden, wodurch sie nicht vom Ministerium abh\u00e4ngig sind. Ausl\u00e4ndische Beobachter vergessen h\u00e4ufig, dass die PiS nur auf zentraler Ebene das Sagen hat, jedoch auf lokaler Ebene nach wie vor in der Minderheit ist.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tLaut Statistik interessieren sich ca. 1 bis 2 Prozent der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tDie interessantesten Institutionen, die am h\u00e4ufigsten im Gespr\u00e4ch sind, sind die Stadtgalerien Biuro wystaw artystycznych (BWA) in Gr\u00fcnberg, Arsena\u0142 in Bia\u0142ystok, BWA in Tarn\u00f3w, Kronika in Beuthen, Trafo in Stettin, Bunkier Sztuki in Krakau, Gda\u0144ska Galeria Miejska in Danzig sowie Pa\u0144stwowa Galerie Sztuki (PGS) in Zoppot. Die Galerien mit der radikalsten Ausrichtung sind Arsena\u0142 in Posen und Labirynt in Lublin, was kein Zufall ist, denn sie werden beide von K\u00fcnstlern geleitet: Marek Wasilewski bzw. Waldemar Tatarczuk. Wasilewskis Programm ist urban, kritisch und aktivistisch. Er verlinkt die Szene in Posen mit jener in Berlin, das geografisch ja nicht allzu weit entfernt ist. Jede Ausstellung im Arsena\u0142 tritt eine Diskussion los, die sich zu einem Medienskandal oder einer Klage gegen die Direktoren ausweiten kann: Bilder von Leon Tarasewicz und Ma\u0142gorzata Dmitruk, die Premiere eines Projekts von Annie Sprinkle und Beth Stephens, \u201eWorkshops of Revolution\u201c von GynePunk, Teilhabe am Kongres Kobiet (The Congress of Women) oder die seit Langem erste echte feministische Ausstellung \u201ePolish Women, Patriots, Rebels\u201c, kuratiert von Iza Kowalczyk.

Das Programm von Labirynt umfasst Tagungen mit der \u201eBasis\u201c, d. h. Treffen von K\u00fcnstlerInnen sowie anderen VertreterInnen und ProtagonistInnen der Kunstwelt, die \u00fcber die Gefahren des Populismus debattieren und ihm entgegentreten, und zeigt Ausstellungen von polnischen (Przemek Branas und Alicja \u017bebrowska) sowie ausl\u00e4ndischen K\u00fcnstlerInnen (Mykola Rydnyi und Nelly Agassi). Das Wesen beider Institutionen liegt in ihren Programmlinien und darin, f\u00fcr urbane Bewegungen und Studierende offen zu sein. Demokratie ist f\u00fcr sie nicht nur ein modisches Mantra, sondern allt\u00e4gliche Praxis. Auf diese Art und Weise setzen die Galerien bewusst ein Zeichen gegen die anhaltende politische Krise.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tDie von Piotr Piotrowski beschriebene \u201eAgoraphilie\u201c, die f\u00fcr die polnische Kunst der 1990er und Nullerjahre stand, ist mittlerweile definitiv verblasst. Sie hat sich zwar noch nicht unbedingt zur \u201eAgoraphobie\u201c gewandelt, doch die Abwesenheit bildender K\u00fcnstlerInnen in \u00f6ffentlichen Protestaktionen zur Verteidigung der Verfassung (im Gegensatz zur Anwesenheit von SchauspielerInnen, SchriftstellerInnen und PopmusikerInnen) ist symptomatisch. Zu den herausragendsten Projekten z\u00e4hlt ein skandaltr\u00e4chtiges von Pawe\u0142 Althamer, der eine Statue von Lech Kaczy\u0144ski erschuf und sie zu einer der Zusammenk\u00fcnfte im Pr\u00e4sidentenpalast zum Gedenken an den folgenschweren Absturz des Regierungsflugzeuges bei Smolensk im Jahre 2010 mitbrachte. Althamers Anti-Denkmal war als Reaktion auf das armselige Werk aus Granit von Jerzy Kalina gedacht, das zu Ehren der Opfer der Katastrophe am Pi\u0142sudski-Platz im Zentrum von Warschau errichtet worden war. An dieser Stelle ebenso erw\u00e4hnenswert sind die Arbeiten von Fotografen wie Rafa\u0142 Milach, die die Proteste nicht nur dokumentieren, sondern sich auch aktiv daran beteiligen. Die Agoraphobie resultiert m\u00f6glicherweise aus der fehlenden Unterst\u00fctzung durch \u00f6ffentliche Institutionen, teilweise jedoch auch aus dem Generationenwechsel.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tEs scheint, dass junge K\u00fcnstlerInnen Kunst und Politik auseinanderhalten wollen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tEs scheint, dass junge K\u00fcnstlerInnen Kunst und Politik auseinanderhalten wollen. Wenn sie gegen die Regierung protestieren wollen, malen sie kein Bild, stellen keine Skulptur her oder machen eine Performance \u2013 nein, sie gehen auf eine Demonstration. Dieses Problem k\u00f6nnte man l\u00f6sen, indem man es in den sozialen Netzen oder auf einer der zahlreichen Tagungen diskutiert, die Intellektuelle und Kulturschaffende f\u00fcr ihre eigenen Zwecke organisieren. Viele dieser Tagungen bieten ein eigenes Kunstprogramm inklusive Ausstellungen, zum Beispiel in Posen, wo The Congress of Women den Rahmen f\u00fcr eine Ausstellung in der Galerie Arsena\u0142 bildete, die die seit Langem erste ideologische Manifestation feministischer Kunst war. Im Labirynt in Lublin wurde der Kongress ebenso von Kunstevents unter dem gemeinsamen Titel \u201eDe-Mo-Kra-Cie\u201c begleitet.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tZeitgen\u00f6ssische Kunst, die als Werkzeug kritischer Reflexion der gesellschaftlichen Zust\u00e4nde gesehen werden kann, wird heute in Stadtgalerien und in den sich permanent \u00e4ndernden R\u00e4umen unabh\u00e4ngiger Institutionen gezeigt, wie z. B. bei Fundacja Profile (Krzysztof Wodiczko und Jaros\u0142aw Koz\u0142owski), die sich der Pr\u00e4sentation klassischer K\u00fcnstlerInnen widmet, oder der Fundacja Arton (Krzysztof Niemczyk und Ryszard Wa\u015bko). Polen ist ein Land ohne Biennale oder Triennale. Das vermutlich interessanteste Beispiel einer kritischen, und daher typisch polnischen, Definition von Kunst war die documenta im Jahr 2017. Die in Athen und Kassel vom Kollektiv rund um Adam Szymczyk kuratierten Ausstellungen waren eine direkte Weiterf\u00fchrung der \u201eOffenen Form\u201c von Zofia und Oskar Hansen, die ihren Wirkungsbereich in Gebiete erstreckten, die fern der polnischen provinziellen Szene schienen. Die Filme von Artur \u017bmijewski und Fotografien von Piotr U\u0142a\u0144ski kn\u00fcpfen auf geniale Weise an die H\u00f6henfl\u00fcge kritischer Kunst zur Jahrhundertwende an.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tPawel Althamer, Pr\u00e4sident, 2018. Foto: \u00a9 Katarzyna Pierzcha\u0142a, mit freundlicher Genehmigung des K\u00fcnstlers und Fundacja Galerii Foksal.<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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Eine gute Wirtschaftslage beg\u00fcnstigt nicht nur Populisten. Im vergangenen Jahrzehnt konnten wir die Entwicklung eines aufstrebenden Kunstmarktes beobachten. Als nach einem Boom der Institutionen zu Beginn der Nullerjahre wieder Stagnation einsetzte, traten die Galerien als Retter in der Not auf: die \u00e4lteren Galerien, die in den 1990er-Jahren gegr\u00fcndet wurden, und auch die sehr jungen, die sich als Konsortium \u201eWarsaw Gallery Weekend\u201c aufstellten. Es kann schon als Tradition betrachtet werden, dass ein Dutzend f\u00fchrender Galerien und zwei Dutzend weiterer die Kunstsaison in Warschau er\u00f6ffnen und dazu befreundete lokale und internationale Galerien, SammlerInnen und KuratorInnen in die polnische Hauptstadt einladen. Galerien gew\u00e4hren K\u00fcnstlerInnen die M\u00f6glichkeit, ihre Arbeiten zu verkaufen und von ihrer Kunst leben zu k\u00f6nnen, und \u2013 in weiterer Folge \u2013 die Chance zur Teilnahme an Messen sowie auf eine internationale Karriere. In Galerien k\u00f6nnen sie auch zeigen, was sie wollen und wie sie es wollen. Das ist ein wichtiger Gegenentwurf zu zentralen Kunstinstitutionen, die sich gerne auf sicheres Terrain begeben und dadurch farblose Programme pr\u00e4sentieren.

Genau in diesen relativ jungen Galerien entwickelten sich die Karrieren von K\u00fcnstlerInnen wie Wojciech B\u0105kowski, Piotr \u0141akomy (Galerie Stereo), Joanna Piotrowska (Galerie Dawid Radziszewski), Radek Szlaga (Galerie Leto) und Ewa Juszkiewicz (Lokal_30). Die eingesessenen und doch experimentierfreudigen Galerien haben zum Beispiel neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr das Kollektiv Potencja (Galerie Rastor) oder Alex Baczy\u0144ski-Jenkis (Fundacja Galerii Foksal) er\u00f6ffnet. Andere Kunstschaffende wie Iza Tarasewicz und Agnieszka Polska folgen dem in den 1990er-Jahren oft beschrittenen Weg (z. B. von Paulina O\u0142owska oder Goshka Macuga), wonach Erfolgswillige auswandern m\u00fcssen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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    \n\tArtur Zmijewski, Realism (Standbild), 2017. Mit freundlicher Genehmigung des K\u00fcnstlers und Fundacja Galerii Foksal.<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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    \n\tViele Menschen in der Kunstwelt, und zwar nicht nur die ganz jungen, bezweifeln, dass es tats\u00e4chlich gelingen kann oder sinnvoll ist, Kunst mit Politik zu vermischen. Eine stetig gr\u00f6\u00dfer werdende Anzahl von K\u00fcnstlerInnen glaubt auch nicht, dass dies der wesentliche Zugang von Kunst als solcher sein sollte. Eines der interessantesten, k\u00fcrzlich aufgetretenen Ph\u00e4nomene ist das KPP (Konsorcjum Praktyk Postartystycznych \u2013 Consortium of Post-Artistic Practices). Dieses Kunstkollektiv st\u00fctzt sich auf das vom ehemaligen Direktor des Warschauer MSN Sebastian Cichocki kuratierte Programm und realisierte ihr Programm f\u00fcr eine Form von Kunst nach dem Ende der Kunst. Die Gr\u00fcndungstagung wurde im Fr\u00fchling 2017 im Labirynt in Lublin abgehalten. Das KPP nimmt stark Anleihe an den Theorien von Stephen Wright und Jerzy Ludwi\u0144ski. Die Ergebnisse seiner Arbeit k\u00f6nnen im Internet und auf sozialen Kan\u00e4len verfolgt werden, ebenso wie bei den zahlreichen Protestkundgebungen gegen die Regierung, gegen Faschismus, f\u00fcr die Umwelt, f\u00fcr Feminismus und f\u00fcr Demokratie, f\u00fcr die das KPP Slogans und Transparente entwirft. Das KPP hat seine Lektion aus der Erfolglosigkeit politischer Kunst gelernt, sein Engagement in der Politik l\u00e4sst die Kunst als autonomen Bereich unber\u00fchrt.

    Einer der herausragendsten K\u00fcnstler, der dem Konsortium sowie der kuratorischen Praxis von Cichocki und Tatarczuk nahesteht, ist Daniel Rycharski. Er bezeichnet sich als Landwirt, Bildhauer und homosexueller Katholik und baute ein Denkmal f\u00fcr einen Bauern, das der Bauernbefreiung gemahnt, sowie einen originellen Skulpturenpark an seinem Geburtsort, dem Dorf Kur\u00f3wko. Die K\u00fcnstlerin Jana Shostak, der nach und nach die meisten zu vergebenden Auszeichnungen verliehen wurden und deren Werke in vielen Ausstellungen von Arbeiten junger K\u00fcnstlerInnen gezeigt werden, stammt aus einer polnisch-wei\u00dfrussischen Familie. Ihr bekanntestes Werk mit dem Titel \u201eNOWAK\/NOWACZKA\/NOWACY\u201c (\u201eNeuank\u00f6mmling\/e\u201c) wurde auch 2017 bei der Ausstellung \u201eStartPoint\u201c in der polnischen Nationalgalerie ausgestellt. Shostak ruft die Gesellschaft dazu auf, von der Verwendung des Wortes \u201eImmigrant\u201c abzusehen und bietet ihr als Alternative den Begriff \u201enowak\u201c an, was nat\u00fcrlich in ganz Polen zu hitzigen Diskussionen f\u00fchrte. Der letzte Schrei in Polen ist wie \u00fcberall auf der Welt auch Tanz, Performance und Choreografie. Ohne Tanz keine Revolution, hei\u00dft es. Niemand gibt sich jedoch der Illusion ihres \u201egro\u00dfen\u201c k\u00fcnstlerischen und politischen Wertes hin. Marta Zi\u00f3\u0142ek und der bereits erw\u00e4hnte Alex Baczy\u0144ski-Jenkins z\u00e4hlen hier zu den Ausnahmen, die die Regel zu best\u00e4tigen scheinen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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    \n\tTschechophilie<\/strong>

    Zeitgen\u00f6ssische polnische Kunst findet vielleicht ihre bemerkenswerteste Auspr\u00e4gung, wenn sie \u00fcber ihre polnische Herkunft hinausw\u00e4chst und sich von ihr befreit. Das kann buchst\u00e4blich geschehen, wie im Falle der documenta von Szymczyk und Ausstellungen klassischer polnischer K\u00fcnstlerInnen: Edward Krasi\u0144ski in der Tate Modern sowie im Stedelijk-Museum, Katarzyna Kobro und W\u0142adys\u0142aw Strzemi\u0144ski im Museo Reina Sofia und im Centre Pompidou oder Ausstellungen angesehener K\u00fcnstlerInnen wie Goshka Macuga und Pawe\u0142 Althamer im New Museum in New York, Miros\u0142aw Ba\u0142ka im Hangar Pirelli Bicocca in Mailand, sowie j\u00fcngere Kunstschaffende wie die bereits erw\u00e4hnten Agnieszka Polska, Piotr \u0141akomy und Iza Tarasewicz. Die Tschechische Republik spielt dabei eine wesentliche Rolle. Die beste Ausstellung von Micha\u0142 Budny? Jene in der Galerie SVIT in Prag! Die Entdeckung des Warschauers Aditya Mandayam alias Brud? Im Prager Zentrum f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst, der Galerie Futura! Der Kurator, der den Puls polnischer Kunst am besten erkennt? Marek Pokorn\u00fd von der Galerie PLATO in Ostrava!

    Und dann gibt es nat\u00fcrlich auch die Tschechen mit polnischer Herkunft, uns ganz \u00e4hnlich und \u00e4u\u00dferst kontrovers: Adam Budak und Piotr Sikora. Es ist schade, dass die Talentsuche nicht in beide Richtungen funktioniert: Trotz der polnischen Tschechophilie wird tschechische Kunst in Polen nur sehr selten gezeigt. Das liegt an der vorherrschenden provinziellen Struktur der polnischen Kunstszene, wobei diese Provinzialit\u00e4t noch zus\u00e4tzlich von der nationalistischen und pro-polnischen Kulturpolitik der Regierung verst\u00e4rkt wird. In \u00f6ffentlichen Institutionen ist kaum internationale Kunst zu sehen, hier greifen wiederum die lokalen Institutionen hilfreich unter die Arme: Bunkier Sztuki in Krakau, Kronika in Beuthen, Arsena\u0142 in Bia\u0142ystok, Labirynt in Lublin, Arsena\u0142 in Posen, GGM in Danzig sowie kommerzielle Galerien innerhalb des FoaF-Netzwerkes (Friend of a Friend). Unter den \u00f6ffentlichen Institutionen sticht das Warschauer MSN heraus, das sein Flagship-Projekt \u201eWarsaw Under Construction\u201d diesen Herbst in die H\u00e4nde von K\u00fcnstlerInnen und KuratorInnen des ukrainischen VCRC-Kollektivs legen wird. Wer wei\u00df, vielleicht sind die Tschechen als n\u00e4chstes an der Reihe?<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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    \n\tAus dem Englischen von Margit Hengsberger.<\/em>

    Dieser Text ist urheberrechtlich gesch\u00fctzt: \u00a9 Adam Mazur \/ Artalk.cz. Bei Interesse an Wiederver\u00f6ffentlichung bitten wir um Kontaktaufnahme mit der Redaktion<\/a>.
    Urheberrechtliche Angaben zu Bildern, Grafiken und Videos sind direkt bei den Abbildungen vermerkt. Titelbild: Karolina Gembara & Rafa\u0142 Milach, Seeding (c), Performance im Mai Man\u00f3 H\u00e1z, Budapest, 2018. Foto: \u00a9 Archiv von Rafal Milach.<\/em><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

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