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\n\tIm Stadtzentrum, das sich auf einer Fl\u00e4che von etwa 18 Hektar erstreckt, tummeln sich zuweilen bis zu 10.000 Touristen, f\u00fcr mehr w\u00e4re auch gar kein Platz. Die engen Gassen sind verstopft; die Menschenmassen kommen kaum voran; es l\u00e4sst sich fast nicht verhindern, die Selfies anderer Besucher zu crashen. Inmitten dieses Chaos sieht man vereinzelt Menschen, die sich mit starrem Blick hastig durch die Menge dr\u00e4ngen, um ihre t\u00e4glichen Besorgungen zu erledigen. Das sind die Einheimischen, eine bedrohte Spezies. Sollte sich die Altstadt zuf\u00e4lligerweise f\u00fcr einen Moment lichten, bietet sich einem eine atemberaubende Szenerie \u2013 eine perfekt proportionierte, aus Stein erbaute mittelalterliche Stadt, umgeben von imposanten Mauern mit T\u00fcrmen und Festungen, die seit Jahrhunderten ihre Unabh\u00e4ngigkeit besch\u00fctzen. Im S\u00fcden wird sie von der Adria umsp\u00fclt, im Norden wacht ein H\u00fcgel namens Srdj \u00fcber die Stadt.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n
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\n\t\u201eDer Tourismus in Dubrovnik hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Monster entwickelt, das immer schwieriger zu kontrollieren ist.\u201c<\/p>
\n\t\u2014 Bo\u017eo Beni\u0107, Pr\u00e4sident des Architektenverbandes von Dubrovnik<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n
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\n\tLord Byron hat nicht \u00fcbertrieben. Das tun auch die tausenden Touristen nicht, wenn sie Bilder von Dubrovnik in den sozialen Medien mit Hashtags wie #umwerfend, #wundersch\u00f6n #mustsee versehen. Der Einklang von Materiellem und Geistigem lie\u00df Dubrovnik die Zeiten \u00fcberdauern. Seit dem 7. Jahrhundert war die Stadt ihrer Gr\u00f6\u00dfe und ihrem Aufnahmeverm\u00f6gen entsprechend nach gut konzipierten Pl\u00e4nen gewachsen. Aus genau diesem Grund ist dieser perfekt erhaltene ehemalige Stadtstaat auf reizvolle Weise absolut einzigartig. Darum hat die UNESCO die Stadt 1979 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Darum waren sich die Produzenten der HBO-Serie Game of Thrones auch einig, die perfekte Kulisse f\u00fcr K\u00f6nigsmund, Hauptstadt der Sieben K\u00f6nigslande, gefunden zu haben. Und nun steht Dubrovnik auf der Wunschliste von so manchem Reisenden. Ein Ort, den man unbedingt einmal im Leben gesehen haben muss. Seine Popularit\u00e4t ist jedoch zu einem Fluch geworden. Nach Venedig ist Dubrovnik mittlerweile das zweitbeliebteste Kreuzfahrtreiseziel im Mittelmeer.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n
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\n\t\t\n\tKreuzfahrtschiffe im Hafen von Dubrovnik. Foto: \u00a9 Ana Opalic<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n
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\n\tLetztes Jahr besuchten unglaubliche 1,2 Millionen Touristen Dubrovnik \u2013 17 Prozent mehr als im Vorjahr. 2018 wird wohl wieder ein Rekordjahr werden. Und w\u00e4hrend die Zahl der Touristen zunimmt, werden die Einwohner der Altstadt immer weniger. Von den 42.615 Bewohnern des Gro\u00dfraums Dubrovnik leben nur 1.557 in der Altstadt. Das sind 25 Prozent weniger als 2011. Ein Drittel von ihnen ist \u00e4lter als 65. Einer k\u00fcrzlich durchgef\u00fchrten Studie des Instituts f\u00fcr die Restaurierung von Dubrovnik zufolge denken etwa 22 Prozent dar\u00fcber nach, wegzuziehen. \u201eIn der Innenstadt gingen wir schlafen und wurden von all dem L\u00e4rm geweckt. Wir lie\u00dfen die Fenster monatelang geschlossen\u201c, erz\u00e4hlte Sandra Ivi\u010devi\u0107-Bakuli\u0107, deren Familie vergangenes Jahr aus der Altstadt in das nahegelegene Zlatni Potok gezogen ist, um den Touristen zu entkommen. Drei Generationen ihrer Familie wurden innerhalb der Stadtmauern geboren. Von den etwa 30 Familien in ihrer Stra\u00dfe ist nur noch eine Handvoll \u00fcbrig. \u201eDer Stress war einfach zu viel\u201c, meinte sie. \u201eDie Stadt hat all das verloren, was wir so an ihr geliebt haben.\u201c<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n
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\n\tWir m\u00fcssen aufh\u00f6ren, Menschen zu z\u00e4hlen<\/strong> Der Fremdenverkehr ist eine tragende S\u00e4ule der kroatischen Wirtschaft. Letztes Jahr betrugen die Tourismuseinnahmen 9,5 Milliarden Euro, was beinah einem F\u00fcnftel der Wirtschaftsleistung des Landes entspricht. Diese Zahlen seien der beste Indikator daf\u00fcr, wie sehr sich der kroatische Tourismus entwickelt habe, meinte Tourismusminister Gari Capelli im M\u00e4rz. Aber zu welchem Preis?<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n