{"id":3497,"date":"2018-05-17T00:00:00","date_gmt":"2018-05-17T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/erste-foundation.byinfinum.co\/europas-isolierte-jugend\/"},"modified":"2021-08-23T15:03:46","modified_gmt":"2021-08-23T15:03:46","slug":"europas-isolierte-jugend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/europas-isolierte-jugend\/","title":{"rendered":"Europas isolierte Jugend"},"content":{"rendered":"<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Unter Tr\u00e4nengasattacken beschloss das kosovarische Parlament ein Grenzabkommen mit Montenegro. Das Land kommt der Visafreiheit f\u00fcr den Schengen-Raum und damit dem Traum vieler junger Kosovaren einen gro\u00dfen Schritt n\u00e4her.<\/strong><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tRund 30 Minuten f\u00e4hrt man mit dem Taxi vom Zentrum Pri\u0161tinas, der j\u00fcngsten Hauptstadt Europas, zum Flughafen, vorbei an Shoppingmalls, Plattenbauten, unz\u00e4hligen Autowerkst\u00e4tten und unverputzten Ziegelsteinh\u00e4usern. Viele Kosovaren tr\u00e4umen davon, diese Strecke zu nehmen, ihren Koffer am Schalter abzugeben und in ein Flugzeug nach Wien, Kopenhagen, Berlin oder Prag zu steigen. Doch was f\u00fcr viele junge Menschen in Europa Normalit\u00e4t ist, bleibt ihnen verwehrt. Kosovo ist das einzige Land Europas, dessen B\u00fcrgerInnen f\u00fcr die L\u00e4nder des Schengen-Raums ein Visum brauchen. Wer seine Familie im Ausland besuchen, an einem Festival teilnehmen oder ein Auslandssemester einplanen will, der hat einen langen b\u00fcrokratischen Kampf auszufechten, muss Dokumente zusammentragen, Kontoausz\u00fcge beantragen, sich in lange Schlangen vor den Botschaften einreihen. Das Freiheitsgef\u00fchl bleibt auf der Strecke.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/06_vjosa_am_basketballbplatz_hinter_studentenwohnheim.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\u00a9 Martin Valentin Fuchs.\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tH\u00e4tte Vjosa nicht begonnen, Deutsch zu studieren, w\u00e4re ihre Wahl auf Sport gefallen. In ihrer Freizeit spielt sie gerne Basketball, etwa hier am Sportplatz hinter dem Studentenwohnheim in Pri\u0161tina. Foto: \u00a9 Martin Valentin Fuchs.<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Schlusslicht Kosovo<\/strong><br><br>Eine Ausreise aus Kosovo gen Schengen-Raum ist ein Privileg, auf das man monatelang warten muss. In den Nachbarstaaten des kleinen Balkanlandes sieht es anders aus. F\u00fcr Albanien und Bosnien wurde die Visapflicht 2010 aufgehoben, f\u00fcr Serbien, Montenegro und Mazedonien bereits 2009. Der Kosovo bleibt das Schlusslicht. Das liegt auch daran, dass Kosovos Unabh\u00e4ngigkeit weltweit und auch innerhalb der Europ\u00e4ischen Union nach wie vor umstritten ist. Dabei h\u00e4tte das Land einst so etwas wie das Prestigeprojekt der Europ\u00e4ischen Union und der USA auf dem Balkan werden k\u00f6nnen. Nachdem die NATO mittels Bombardements den Kosovokrieg von 1998\/1999 beendet hatte, die Provinz Kosovo dann per UN-Resolution eine \u201esubstanzielle Autonomie\u201c erhielt und die Vereinten Nationen die Interimsverwaltung UNMIK errichteten, erkl\u00e4rte Kosovo sich am 17. Februar 2008 zum \u201eunabh\u00e4ngigen, souver\u00e4nen und demokratischen Staat\u201c. Und obwohl seitdem Milliarden an Hilfsgeldern hierher geflossen sind, bleibt Kosovo eines der \u00e4rmsten L\u00e4nder in Europa. Lange hat sich die albanische Bev\u00f6lkerungsmehrheit diesen eigenen Staat herbeigesehnt, zum \u00c4rger Serbiens, das seine ehemalige Provinz noch immer als Teil des eigenen Staatsgebietes betrachtet. Doch heute, zehn Jahre nach der Unabh\u00e4ngigkeit, wollen viele der Kinder und Enkelkinder jener, die f\u00fcr diesen Staat gek\u00e4mpft haben, ihn auch einfach mal verlassen k\u00f6nnen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/14_vjosa_blickt_von_mutter_teresa_kathedrale.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\u00a9 Martin Valentin Fuchs\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tAn Pri\u0161tina gefallen Vjosa vor allem die hippen Bars und Caf\u00e9s, die sich in den Stra\u00dfen aneinanderreihen. Immer wieder steigt sie auf den Turm der Mutter-Teresa-Kathedrale, um die Stadt von oben zu betrachten und Fotos zu machen. Foto: \u00a9 Martin Valentin Fuchs.<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tEs sind Menschen wie Flamur, 25, und Vjosa, 19, beide Studenten in Pri\u0161tina. Er studiert Informatik und programmiert nebenbei Webseiten f\u00fcr ausl\u00e4ndische Firmen, sie studiert Deutsch und will \u00dcbersetzerin werden. Als die beiden geboren wurden, war der sozialistische Vielv\u00f6lkerstaat Jugoslawien bereits zerfallen. An den Krieg, der Hunderttausende Familien zur Flucht zwang, k\u00f6nnen sie sich nur vage bis gar nicht erinnern. Ihre Kindheit war gepr\u00e4gt vom Wiederaufbau, angefangen bei den zerst\u00f6rten H\u00e4usern ihrer Familien bis hin zum Staat selbst, der bis heute um seinen Platz auf der internationalen B\u00fchne ringt und von f\u00fcnf EU-Mitgliedsl\u00e4ndern \u2013 Griechenland, Slowakei, Zypern, Spanien, Rum\u00e4nien \u2013 noch immer nicht anerkannt wird. Heute, da sich die Unabh\u00e4ngigkeit zum zehnten Mal j\u00e4hrt und Pri\u0161tinas Zentrum in den Staatsfarben Blau und Gold erstrahlt, haben sie es satt, in der Heimat isoliert zu sein. Sie wollen europ\u00e4ische St\u00e4dte sehen, Familie und Freunde im Ausland besuchen. Sie wollen nicht unbedingt auswandern, aber sie m\u00f6chten zumindest die M\u00f6glichkeit haben, sich auch in einem ganz anderen Land eine Zukunft aufzubauen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--biggest paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-quote__paragraph\">\n\tUm ein Visum zu bekommen, muss Flamur 6.000 Euro auf seinem Konto haben.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tIn einem Caf\u00e9 der Stadt erz\u00e4hlen die beiden von ihren W\u00fcnschen und Tr\u00e4umen. Flamur m\u00f6chte sein Informatik-Masterstudium in Wien absolvieren, doch er muss f\u00fcr das Visum nachweisen, dass er mindestens 6.000 Euro auf dem Konto hat. \u201eSo viel verdient im Kosovo nicht einmal eine Familie im Jahr\u201c, klagt er. Vjosa, die ihr Studium gerade erst begonnen hat, verfolgt andere Ziele. Sie m\u00f6chte ein paar Monate in M\u00fcnchen arbeiten, wo derzeit ein Teil ihrer Familie lebt: \u201eIn einem Restaurant, in einer Bar oder einem Hotel. Ganz egal, Hauptsache, ich kann eine andere Stadt sehen\u201c, sagt sie. Vjosa und Flamur sind in ihrem Leben noch nie weiter als in die Nachbarl\u00e4nder gereist \u2013 nach Albanien, Mazedonien und Montenegro.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/18_jugend_und_sportpalast_pristina.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\u00a9 Martin Valentin Fuchs\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tDer Jugend- und Sportpalast im Zentrum Pri\u0161tinas wurde im Jahr 1977 er\u00f6ffnet und z\u00e4hlt zu den typischen Bauten der sozialistischen Moderne. Heute befinden sich darin verschiedene Sporthallen, B\u00fcros und ein Einkaufszentrum. Foto: \u00a9 Martin Valentin Fuchs.<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tGeschichten wie die von Flamur und Vjosa sind oft zu h\u00f6ren in den Bars und Clubs von Pri\u0161tina, der Stadt, die auch als Teenager unter Europas Hauptst\u00e4dten bezeichnet wird. Denn hier leben so viele Menschen unter 30 wie an wenigen anderen Orten Europas. Die hippen Bars, in denen man Veggie-Burger, Avocado-Sandwiches und frisch gepresste Orangens\u00e4fte bestellen kann, unterscheiden sich kaum von jenen in Berlin oder Hamburg. Als sogenannter \u201eInternational\u201c kann man hier f\u00fcr wenig Geld ein angenehmes Leben f\u00fchren. F\u00fcr die Kosovaren hingegen, deren Durchschnittseinkommen bei 300 Euro liegt, sind die im westeurop\u00e4ischen Vergleich niedrigen Preise immer noch hoch: 1 Euro f\u00fcr Zigaretten, 3 Euro f\u00fcr ein Mittagessen, 350 Euro f\u00fcr eine gro\u00dfe Wohnung im Zentrum. Die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch, Sozialleistungen quasi nicht vorhanden. Was Kosovo am Leben h\u00e4lt, ist nicht nur die heimische Wirtschaft, sondern auch die Diaspora \u2013 ausgewanderte Kosovaren, die ihren Familienmitgliedern jeden Monat einen kleinen Euro-Betrag \u00fcberweisen. Die jungen Menschen, die zur\u00fcckbleiben, versuchen f\u00fcr die \u201eInternationals\u201c zu arbeiten \u2013 in Nichtregierungsorganisationen, Entwicklungsprojekten, Botschaften und Thinktanks. Abgesandte aus vielen EU-Mitgliedsl\u00e4ndern kommen hierher, um europ\u00e4ische Werte zu vermitteln. Aber die Kosovaren, die dieses Europa gerne mal selbst erleben w\u00fcrden, d\u00fcrfen nicht raus.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/39_pristina_bei_nacht.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\u00a9 Martin Valentin Fuchs.\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tPri\u0161tina ist nicht nur die j\u00fcngste Hauptstadt Europas, sondern auch jene mit der j\u00fcngsten Bev\u00f6lkerung. Das schnelle Wachstum der Stadt l\u00e4sst sich am Erscheinungsbild ablesen. Zwischen Einfamilienh\u00e4usern und Wohnbauten ragen Hochh\u00e4user empor. Foto: \u00a9 Martin Valentin Fuchs.<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t\n<ol class=\"block-footnotes js-footnote-list\">\n\n<\/ol>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--biggest paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-quote__paragraph\">\n\tDas Durchschnittseinkommen im Kosovo: 300 Euro.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t2015 kam es zu einem regelrechten Massenexodus. 50.000 bis 60.000 Menschen sind in wenigen Monaten ausgewandert \u2013 von Serbien \u00fcber Ungarn nach Deutschland, \u00d6sterreich oder in die Schweiz. Nicht wenige von ihnen haben ihre H\u00e4user verkauft, nur um Monate sp\u00e4ter zur\u00fcck in den Kosovo abgeschoben zu werden, weil ihre Asylantr\u00e4ge abgelehnt wurden.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/42_flamur_beim_arbeiten_zu_hause-1.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\u00a9 Martin Valentin Fuchs\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tFlamur stellt eine Ausnahme unter seinen StudienkollegInnen dar. Er ist einer der wenigen, der gemeinsam mit seiner Schwester in einer ger\u00e4umigen Eigentumswohnung lebt. Foto: \u00a9 Martin Valentin Fuchs.<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tWer tr\u00e4gt Schuld daran, dass Menschen wie Vjosa und Flamur nicht ausreisen d\u00fcrfen? Immerhin f\u00fchrt der Kosovo schon seit sechs Jahren einen Visa-Dialog mit der EU. Doch zwei Bedingungen der EU blieben lange unerf\u00fcllt: die Forderung nach der Bek\u00e4mpfung von Korruption und organisierter Kriminalit\u00e4t sowie die nach einem Grenzabkommen mit Montenegro. Zumindest letztere Voraussetzung ist inzwischen erf\u00fcllt. Nach zweieinhalb Jahren kam im M\u00e4rz im Parlament die n\u00f6tige Mehrheit zur Ratifizierung zustande \u2013 trotz heftigem Protest der nationalistischen Oppositionspartei <a href=\"http:\/\/magazine.erstestiftung.org\/de\/die-gespaltene-opposition\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vet\u00ebvendosje<\/a>: Abgeordnete versuchten, das Abkommen mit Tr\u00e4nengas zu stoppen; der Plenarsaal musste mehrfach ger\u00e4umt werden. Nach f\u00fcnf Anl\u00e4ufen aber stand das Ergebnis: 80 von 120 Abgeordneten stimmten f\u00fcr das Abkommen und besiegelten damit das Ende von \u201eJahrzehnten der Isolierung\u201c, wie der kosovarische Pr\u00e4sident auf Twitter schrieb.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div class=\"embed-code\">\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-lang=\"en\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">I congratulate the <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Kosovo?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">#Kosovo<\/a> MPs from bot government &amp; opposition that just ratified the border demarcation agreement with <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Montenegro?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">#Montenegro<\/a> with 80 out of 92 MPs voting for. I thank friends from US and EU officials for support as well as <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Montenegrin?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">#Montenegrin<\/a> leadership for working with us. 1\/2<\/p>\n<p>\u2014 Hashim Tha\u00e7i (@HashimThaciRKS) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/HashimThaciRKS\/status\/976518643415740416?ref_src=twsrc%5Etfw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">March 21, 2018<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p><script async=\"\" src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<\/div>\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tAnfang Februar hat sich die EU auf den Kosovo zubewegt, indem dem Land, wie den anderen f\u00fcnf Westbalkanl\u00e4ndern auch, eine EU-Mitgliedschaft in Aussicht gestellt wurde. Im Gegensatz zu Serbien und Montenegro, die bereits 2025 beitreten k\u00f6nnten, wurde f\u00fcr den Kosovo allerdings kein Zieltermin fixiert. Dass der Beitritt so schnell klappt, ist auf jeden Fall unwahrscheinlich, denn die Anforderungen auf dem Weg dorthin sind hoch. Aber es ist ein Signal, dass die EU den Kosovo nicht vergessen hat.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/35_flamur_am_weg_nach_hause.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\u00a9 Martin Valentin Fuchs\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tWenn Flamur das B\u00fcro verl\u00e4sst, ist es meist schon dunkel. Nachts arbeitet er an weiteren Auftr\u00e4gen, um sich sein Master-Studium zu finanzieren, das er im Ausland abschlie\u00dfen m\u00f6chte. Foto: \u00a9 Martin Valentin Fuchs.<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tEiner der gr\u00f6\u00dften Bremsfaktoren bleibt am Ende der Europ\u00e4ische Rat, also die Versammlung der Regierungschefs aller Mitgliedsl\u00e4nder. Viele von ihnen f\u00fcrchten sich vor einer Migrationswelle aus dem Kosovo. Die ehemalige Innenministerin \u00d6sterreichs, Johanna Mikl-Leitner (\u00d6VP), reiste 2015 sogar pers\u00f6nlich nach Pri\u0161tina, um bei einer Pressekonferenz dar\u00fcber zu informieren, dass es f\u00fcr Kosovaren kein Asyl in \u00d6sterreich geben w\u00fcrde. Junge Menschen wie Flamur und Vjosa wollen jedoch gar nicht fl\u00fcchten, sie wollen nur endlich ganz legal reisen k\u00f6nnen \u2013 und in den Genuss der Freiheit kommen, die f\u00fcr ihre Altersgenossen in der EU ganz normal ist.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<em>Erstmals publiziert am 22. M\u00e4rz 2018 auf <a href=\"https:\/\/www.fluter.de\/wann-bekommt-kosovo-visafreiheit\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Fluter.de<\/a>.<\/em><br><br><em>Dieser Text ist urheberrechtlich gesch\u00fctzt. \u00a9 Franziska Tschinderle. Bei Interesse an Wiederver\u00f6ffentlichung bitten wir um Kontaktaufnahme mit der <a href=\"http:\/\/magazine.erstestiftung.org\/de\/erste-foundation\/impressum\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Redaktion<\/a>.<br>Urheberrechtliche Angaben zu Bildern, Grafiken und Videos sind direkt bei den Abbildungen vermerkt. Titelbild: Flamur ist, wie so viele Kosovaren in seinem Alter, noch nie weiter als in die Nachbarl\u00e4nder Albanien, Mazedonien und Montenegro gereist. Seinen Master in Informatik m\u00f6chte er am liebsten in Wien absolvieren, wenn er die M\u00f6glichkeit dazu bekommt. Foto: \u00a9 Martin Valentin Fuchs.<\/em><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wann kommen junge Menschen im Kosovo in den Genuss einer Freiheit, die f\u00fcr ihre Altersgenossen in der EU ganz normal ist?<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1147,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[433,299],"tags":[246,269,450,449],"formats":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3497"}],"collection":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3497"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3497\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5619,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3497\/revisions\/5619"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1147"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3497"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3497"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3497"},{"taxonomy":"format","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/formats?post=3497"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}