{"id":3485,"date":"2018-04-26T00:00:00","date_gmt":"2018-04-26T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/erste-foundation.byinfinum.co\/oesterreich-und-der-goldene-osten\/"},"modified":"2021-08-23T15:11:44","modified_gmt":"2021-08-23T15:11:44","slug":"oesterreich-und-der-goldene-osten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/oesterreich-und-der-goldene-osten\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreich und der goldene Osten?"},"content":{"rendered":"\n\n\t\n\t\t\t
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\n\tMigration aus den zentral- und osteurop\u00e4ischen Staaten nach \u00d6sterreich hat in den letzten Jahren zugenommen. Tobias Sp\u00f6ri vom Institut f\u00fcr Politikwissenschaft der Universit\u00e4t Wien \u00fcber Arbeitsmigration, wirtschaftliche Hintergr\u00fcnde und die Folgen f\u00fcr die Gesellschaften Zentral- und Osteuropas.<\/strong><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tIm vergangenen Nationalratswahlkampf war Migration das zentrale Wahlkampfthema. Neben der Frage nach dem Umgang mit Gefl\u00fcchteten aus au\u00dfereurop\u00e4ischen L\u00e4ndern, stellte die Drosselung der innereurop\u00e4ischen Migration einen beliebten Gegenstand der Debatten dar. Dies betrifft vor allem die Zuwanderung aus Zentral- und Osteuropa, die als Bedrohung f\u00fcr den \u00f6sterreichischen Arbeitsmarkt von fast allen nun im Nationalrat vertretenen Parteien beschrieben wurde.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tInnereurop\u00e4ische Migration als Problem?<\/strong>

Die FP\u00d6 forderte im Wahlprogramm<\/a> 2017 gem\u00e4\u00df dem Motto \u201eZuerst \u00d6sterreicher, dann Europ\u00e4er!<\/a>\u201c eine Arbeitsmarktsperre f\u00fcr \u201ebillige Arbeitskr\u00e4fte aus dem europ\u00e4ischen Osten\u201c. Dadurch solle dem Verdr\u00e4ngen von \u00f6sterreichischen ArbeitnehmerInnen, steigender Arbeitslosigkeit und der \u201eMigration in den Sozialstaat\u201c entgegengewirkt werden (Seite 15). \u00c4hnliche Forderungen nach einer Beschr\u00e4nkung von Arbeitsmigration aus dem EU-Ausland und Sozialleistungen f\u00fcr EU-B\u00fcrgerInnen finden sich in unterschiedlicher Sch\u00e4rfe bei der Volkspartei<\/a> (\u00d6VP) und im \u201ePlan A<\/a>\u201c der SP\u00d6 (Seite 30). Nachdem sich die zu erwartende Koalition aus \u00d6VP und FP\u00d6 in diesem Punkt sehr stark \u00e4hnelt, ist annehmbar, dass derartige Ma\u00dfnahmen ebenfalls im Regierungsprogramm zu finden sein werden.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tFakt ist, dass Migration aus den zentral- und osteurop\u00e4ischen Staaten nach \u00d6sterreich in den letzten Jahren zunahm: So stieg die Anzahl der Besch\u00e4ftigten aus Zentral- und Osteuropa seit 2013 von rund 180.000 auf knapp 300.000<\/a>. Den gr\u00f6\u00dften Anteil daran hatten im August 2017 Besch\u00e4ftigte aus Ungarn (90 Tsd.) vor Rum\u00e4nien (52 Tsd.), Polen (40 Tsd.) und der Slowakei (34 Tsd.).<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tEinem Bericht des AMS<\/a> vom Februar 2016 zufolge waren dabei die Bereiche \u201eBeherbergung und Gastronomie\u201c, das Baugewerbe sowie die Kategorie \u201eErbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen\u201c besonders stark vertreten. Letzteres betrifft laut AMS vor allem befristete Anstellungsverh\u00e4ltnisse und den Bereich \u201eReinigung von Geb\u00e4uden, Stra\u00dfen und Verkehrsmitteln\u201c. Das Gesundheitswesen, sprich die Pflege<\/a>, ist ein weiterer Bereich in dem \u00fcberdurchschnittlich viele Menschen, insbesondere Frauen, aus Zentral- und Osteuropa besch\u00e4ftigt sind.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tAll diese Berufsfelder weisen in \u00d6sterreich einen Mangel an Arbeitskr\u00e4ften<\/a> auf oder sind von besonders gro\u00dfem Druck auf die Lohnkosten gekennzeichnet. Viele dieser Berufsgruppen z\u00e4hlen somit zu den tendenziell schlecht bezahlten Anstellungsverh\u00e4ltnissen und das obwohl die Belastungen teilweise enorm sind. Anhand des Pflegebereichs l\u00e4sst sich dies besonders gut verdeutlichen, denn dieser ist von einem Missverh\u00e4ltnis von hoher Arbeitsbelastung, einem de facto 24\/7-Anstellungsverh\u00e4ltnis und dem geringen Gehalt gepr\u00e4gt. Nur wenige \u00d6sterreicherInnen w\u00fcrden wohl solchen Konditionen zustimmen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tDas Wohlstandsgef\u00e4lle innerhalb der Europ\u00e4ischen Union<\/strong>

Als eine der treibenden Kr\u00e4fte der Arbeitsmigration aus Zentral- und Osteuropa ist das immer noch gro\u00dfe Wohlstandsgef\u00e4lle zwischen alten und neuen Mitgliedstaaten zu nennen. Dieses bedingt die Migration von der \u00f6konomischen (Semi-)Peripherie zum Zentrum. Der folgende Vergleich des Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukts in Kaufkraftstandards (
KKS<\/a>) zeigt, dass der Unterschied zwischen \u201eOst\u201c und \u201eWest\u201c nach wie vor besteht.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n