{"id":3437,"date":"2018-01-23T00:00:00","date_gmt":"2018-01-23T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/erste-foundation.byinfinum.co\/learningfrom\/"},"modified":"2021-07-01T06:49:03","modified_gmt":"2021-07-01T06:49:03","slug":"learningfrom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/learningfrom\/","title":{"rendered":"#learningfrom"},"content":{"rendered":"<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Gro\u00dfausstellungen mit durchrecherchiertem Inhalt und einem aus gleichwertigen Stimmen zusammengesetzten\u00a0Statement vor dem Hintergrund der oberfl\u00e4chenbasierten, bunten und performativ-depressiven Kunst des posthumanen Zeitalters, in dem Statements in einen Song verpackt werden und h\u00e4ufig mit der gefilterten Welt von Instagram verschmelzen. Eine kluge Wahl im Fall der OFF-Biennale Budapest, angesichts des Misstrauens, mit dem die zweite Ausgabe erwartet wurde. <\/strong><br><br>Nach dem, was die <a href=\"https:\/\/frieze.com\/article\/bienn%C3%A1le\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kunstwelt als spontanen und sehr lauten politischen Aufschrei<\/a> gegen das derzeitige faschistische Regime in Ungarn bezeichnete, h\u00e4tte die zweite Ausgabe nur der gescheiterte Versuch werden k\u00f6nnen, die Frische der ersten zu replizieren, oder bestenfalls eine \u00fcberdeterminierte politische Positionierung, die K\u00fcnstlerInnen vor den Kopf gesto\u00dfen h\u00e4tte und bei der die Politik viel zu gut weggekommen w\u00e4re.<br><br>An die Stelle des vormaligen Feuerwerks von mehr als 100 in der Stadt pr\u00e4sentierten Shows trat eine straff kuratierte Auswahl von 40 Projekten, die von einem Kernteam koordiniert und gemeinsam mit den Gastinstitutionen (zum Gro\u00dfteil Off-Spaces und private Galerien, aber auch ausl\u00e4ndische Kulturinstitute) produziert wurden. Zudem wurden alle Projekte im Hinblick auf ihre Auseinandersetzung mit dem diesj\u00e4hrigen Thema <a href=\"http:\/\/offbiennale.hu\/en\/gaudiopolis-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gaudiopolis<\/a> (Stadt der Freude) ausgew\u00e4hlt, und das Kernteam hat die Ausstellungen oder Veranstaltungen oft kokuratiert. Das Ergebnis war die zeitgleiche Aktivierung aller wichtigen R\u00e4ume in Budapest, was die Stadt in eine Art Oase der Kunst verwandelte.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/somewhere-in-europe-osa-budapest-photo-daniel-vegel-off-biennale-budapest-archive-vegeldanielcom-2.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tSomewhere in Europe, OSA Budapest. Foto: D\u00e1niel V\u00e9gel \/ OFF-Bienn\u00e1le Budapest Archiv, www.vegeldaniel.com<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t\n<div class=\"block-columns block-columns__gutter-large--10 block-columns__vertical-spacing-large--0\">\n\t\n\n<div class=\"block-column block-column__width-large--5 block-column__width-mobile--12\">\n\t\n<div class=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\">\n\n\t\n\t\t\t\n<div class=\"block-infobox\">\n\t<h2 class=\"heading heading__color--primary heading__size--small heading__align--left heading__font--secondary block-infobox__heading\">\n\tEAST ART MAGS lesen im erstestiftung.org Magazin<\/h2>\n\t<div class=\"block-infobox__content\">\n\t\t\n<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-infobox__paragraph\">\n\t<a href=\"https:\/\/artportal.hu\/kategoria\/east-art-mags\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EAST ART MAGS<\/a> (EAM) ist ein Gemeinschaftsprojekt von vier Kunstzeitschriften in Ostmitteleuropa: <a href=\"http:\/\/artalk.cz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artalk<\/a> (Tschechien\/Slowakei), <a href=\"https:\/\/artportal.hu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artportal<\/a> (Ungarn), <a href=\"http:\/\/revistaarta.ro\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Revista Arta Online<\/a> (Rum\u00e4nien) und <a href=\"https:\/\/magazynszum.pl\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SZUM<\/a> (Polen). EAM versteht sich als Plattform zur Aufbereitung und Ver\u00f6ffentlichung von Inhalten verbunden\u00a0mit dem Angebot von Capacity Building\u00a0f\u00fcr KunstjournalistInnen in der Region. EAM wird unterst\u00fctzt vom <a href=\"http:\/\/visegradfund.org\/home\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">VISEGRAD FUND<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.afcn.ro\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AFCN<\/a>.<br><br><em>erstestiftung.org<\/em> teilt ausgew\u00e4hlte EAM Artikel, \u00fcbersetzt sie ins Deutsche und &#8211; falls noch nicht verf\u00fcgbar &#8211; ins Englische.<br><br>Diese Rezension von Cristina Bogdan wurde im Rahmen des Residency-Programms der EAM verfasst und mit Unterst\u00fctzung von AFCN und ICR Budapest erm\u00f6glicht. Es wurde erstmals am <a href=\"http:\/\/revistaarta.ro\/en\/learningfrom\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">26. Oktober 2017<\/a> auf Revista Arta in rum\u00e4nischer Sprache und am <a href=\"https:\/\/artportal.hu\/magazin\/learningfrom\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">27. Oktober 2017<\/a> auf artportal.hu in englischer Sprache ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"block-column block-column__width-large--7 block-column__width-mobile--12\">\n\t\n<div class=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\">\n\n\t\n\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDie Wahl des Themas spiegelt meiner Meinung nach eine typische Entwicklung unserer Generation wider. Der anf\u00e4ngliche Aufschrei zorniger junger Menschen, die wissen, dass sie die Welt verbessern k\u00f6nnen \u2013 als direkte Reaktion auf empfundene Ungerechtigkeit \u2013 verebbt aufgrund von Rhetorik und finanziellen K\u00fcrzungen. Dem folgt eine Zeit der Selbstkritik und viele verlieren sich unterwegs. Aber diejenigen, die weitermachen, verstehen, dass der Kampf nach neuen Waffen verlangt, nach einer Neubewertung unserer alten Waffen, die wir von fr\u00fcheren Generationen \u00fcbernommen haben.<br><br>OFF versucht, die Gesch\u00fctze mit Freude zu f\u00fcllen: Freude im Sinn eines neuen Horizonts, der Wiederbelebung einer kurzen Zeitspanne (1945\u20131947), als Budapest Sitz der vorrangig j\u00fcdischen Kinderrepublik war, die auf der Gleichheit und gegenseitigen Unterst\u00fctzung ihrer aus dem Krieg geretteten Mitglieder basierte und vom Nazigegner G\u00e1bor Sztehlo, dem lutherischen Geistlichen und Widerstandshelden, organisiert wurde. Gewiss eine Episode, die auf aktuelle Bed\u00fcrfnisse so zugeschnitten ist, dass die Aufmerksamkeit auf die inklusive gemeinn\u00fctzige Arbeit gelenkt wird \u2013 ungeachtet ihrer Verbindungen zu Institutionen, denen wir nicht l\u00e4nger vertrauen, wie der Kirche.<\/p>\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tViele dieser Ideen decken sich mit \u00e4hnlichen lokalen Versuchen auf der ganzen Welt, die alle unter Einbeziehung der Erkenntnisse der Gegenwart an eine gew\u00e4hlte Vergangenheit ankn\u00fcpfen. Um ehrlich zu sein, wohnt keinem dieser Versuche wirklich Freude inne, auch nicht in Budapest: Freude ist mehr ein Codewort f\u00fcr Arbeit, Recherche, dem Abr\u00fccken von Bewegungslosigkeit und Depression, Freude als Nicht-Verzweiflung, also zumindest ein erster Schritt weg von Kritik, Dekonstruktion, davon, von unseren eigenen Waffen vernichtet zu werden. Die Pr\u00e4misse findet sich \u00fcbrigens auch in Rum\u00e4nien \u2013 nur sind wir hier leider nicht f\u00e4hig, weiterzugehen und den Schritt in Richtung kollektiver Arbeit zu machen.<br><br>Die Projekte machen es sich zum Prinzip, das Thema genau unter die Lupe zu nehmen \u2013 eine Herangehensweise, die bei einer Veranstaltung dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung selten zu beobachten ist. Und ich meine damit nicht die Art, wie KuratorInnen mit Themen wie <em>Viva Arte Viva<\/em> umgehen, die heute im Wesentlichen luxuri\u00f6se Zurschaustellungen noch luxuri\u00f6serer Waren sind. Hier war ein deutliches Bestreben erkennbar, dem Inhalt Aussagekraft zu verleihen und neoliberalen Behauptungen, dass die Vergangenheit keine Rolle spiele oder dass die Oberfl\u00e4che die Botschaft sei, entgegenzuwirken. Solche Behauptungen haben unsere Vorstellungswelt vergiftet und die Macht der Kunst geschw\u00e4cht; sie haben uns in einer Welt, in der wir uns nicht einmal dazu entschlie\u00dfen k\u00f6nnen, sie zu retten (siehe KlimawandelleugnerInnen), ersch\u00f6pft zur\u00fcckgelassen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/forecasting-a-broken-past-aqb-photo-krisztina-csanyi-off-biennale-budapest-archive-1.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tForecasting a Broken Past, Aqb. Foto: Krisztina Cs\u00e1nyi, OFF-Bienn\u00e1le Budapest Archiv<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDas Er\u00f6ffnungswochenende zu besuchen bedeutete, auf die Gesamtheit der unabh\u00e4ngigen Szene zu treffen, die sich zu diesem Anlass zusammenfand. W\u00e4hrend der zwei Wochen, die ich dort verbrachte, hatte ich die Gelegenheit, mich mit vielen Mitwirkenden zu treffen und zu unterhalten. Der \u201eAnti-Biennale\u201c-Anspruch r\u00fchrt gewiss von der zur\u00fcckhaltenden Choreographie der gesamten Veranstaltung her, die vorwiegend von der kleinen und offenen Kunstszene, loyalen Einheimischen und FreundInnen aus dem Ausland frequentiert wurde \u2013 kurzum, aufgeschlossene Menschen und nicht die abschreckenden Massen auf den Biennalen und Messen rund um den Globus.<br><br>Es scheint, als ob die Veranstaltung den UngarInnen, die sich in den letzten Jahren dazu gen\u00f6tigt f\u00fchlten, das Land zu verlassen, die Gelegenheit bot, zur\u00fcckzukehren und ihm neues Leben einzuhauchen. Das von der in London lebenden Borb\u00e1la So\u00f3s kuratierte <em>Forecasting a Broken Past<\/em> ist so ein Projekt, in dem ausl\u00e4ndische K\u00fcnstlerInnen (darunter Englands Darling Andy Holden) neben ungarischen Stars wie Tamas Kasz\u00e1s vorgestellt werden. Die Schau geht der Frage nach, wie zuk\u00fcnftige Gemeinschaften aufgebaut werden k\u00f6nnen: Welche Werkzeuge stehen uns zur Verf\u00fcgung? Anarchismus, Aufrichtigkeit\/Ironie, utopische Moderne, Humor, Forschung, Popkultur und andere \u00e4hnliche, sich \u00fcberschneidende Begriffe, die wir von fr\u00fcheren Generationen \u00fcbernommen haben. Die Schau pl\u00e4diert f\u00fcr die Wiederentdeckung eines wertvollen Erbes anstelle eines radikalen Bruchs, der die Tradition infrage stellen w\u00fcrde, und steht damit im Einklang mit dem Ziel der Biennale, Verbindungen anstelle von Rissen zu suchen. Im Widerspruch zur Unzufriedenheit mit der derzeitigen Lage war diese stille, einf\u00fchlsame Schau f\u00fcr die von mir zuvor aufgezeigte Haltung repr\u00e4sentativ.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/hungarian-trilogy-institute-for-political-history-3-photo-krisztina-csanyi-off-biennale-budapest-archive-1024x683.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tFrom Fake Mountains to Faith (Hungarian Trilogy) \/ Installationsansicht. Foto: Krisztina Cs\u00e1nyi \/ OFF-Biennale Budapest Archiv<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tEs gab ein paar klare Themen, die sich durch die Biennale zogen: gemeinn\u00fctzige Arbeit, Alternativp\u00e4dagogik und Spiel, Kritik am Nationalismus und nationale Mythen (mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem Vertrag von Trianon und seine Nachwirkungen im gegenw\u00e4rtigen Bewusstsein), das historische Erbe der Nazizeit und der Zweite Weltkrieg. Alle Themen sind in der Vergangenheit Ungarns verortet, die mit dem erkl\u00e4rten Ziel bearbeitet wurde, angenehme Vorg\u00e4nger zu finden, sowie dem impliziten Ziel, der Welt ein besseres Ungarn zu pr\u00e4sentieren, das den Erwartungen der (Kunst)-Welt an eine freie, inklusive und radikale Gemeinschaft entspricht.<br><br>Zwei sehr gute Archivausstellungen, <em>Somewhere in Europe<\/em> (CEU Archive) und <em>City Theatre<\/em> (die in vier Galerien gezeigt wurden: Csendes T\u00e1rs, Kisterem, Trap\u00e9z und Vintage), dokumentierten den Gaudiopolis-Moment beziehungsweise die Streetperformance der osteurop\u00e4ischen Neoavantgarde. Dokumentarischer Natur war auch Sari Embers Videorecherche \u00fcber UngarInnen der zweiten Generation in Sao Paolo, in der \u00e4ltere Mitglieder dieser Gemeinde zu sehen sind, die patriotische Lieder aus ihrer Kindheit singen.<br><br>Die ansprechendste Interpretation dessen, was wir als \u201eUngarntum\u201c bezeichnen k\u00f6nnten, war f\u00fcr mich Szabolcs KissPals <em>Hungarian Trilogy<\/em>, eine Wanderausstellung und Bestandsaufnahme nationaler Symbole und Mythen Ungarns, die sich mit dem Vertrag von Trianon und dem Antisemitismus befassen. Am Institut f\u00fcr politische Geschichte pr\u00e4sentierte die Ausstellung zwei Filme sowie museumartig zusammengestellte Objekte und versuchte in der Auseinandersetzung mit diesen, ihre Zusammenh\u00e4nge und Kontinuit\u00e4t zu verstehen: schlussendlich <a href=\"http:\/\/mezosfera.org\/from-fake-mountains-to-faith-hungarian-trilogy-by-szabolcs-kisspal\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">entpuppt sich der ungarische Nationalismus als Staatsreligion<\/a>. Wenn auch mit Humor gew\u00fcrzt, ist die Arbeit doch sehr d\u00fcster, im Gegensatz zu einer parallelen Auseinandersetzung mit dem Verm\u00e4chtnis von Trianon f\u00fcr die junge Generation: <em>For me, Trianon\u2026,<\/em> die in der Galerie Chimera Projects zu sehen war. Die vier KuratorInnen baten K\u00fcnstlerInnen aus den von diesem Ereignis betroffenen L\u00e4ndern, Arbeiten einzureichen, die ihr Verst\u00e4ndnis der historischen Vorg\u00e4nge darstellen, aber auch welchen Platz das Thema in ihrer pers\u00f6nlichen Geschichte einnimmt. Die meisten Arbeiten behandeln die in der umfangreichen Recherche von KissPal hervorgehobenen politischen Auswirkungen nur am Rande und konzentrieren sich stattdessen auf den pers\u00f6nlichen Umgang mit einem so \u00fcberw\u00e4ltigenden Ereignis wie diesem: Sie suggerieren auf ironische Weise, dass alle Seiten gleicherma\u00dfen manipulierend sind; erkennen in ihm fruchtbaren N\u00e4hrboden, aus dem neue politische Samen wachsen k\u00f6nnen; oder bedienen die nostalgische Schiene etc. Interessant ist dabei zu beobachten, wie der oder die Einzelne hoffen kann, sich der Geschichte zu stellen: Trotz einer Rhetorik, dass alles mit uns beginnt und jede noch so kleine Geste z\u00e4hlt (besonders beliebt bei Themen wie Recycling und Energiesparen), l\u00e4sst sich feststellen, dass selbst eine Sammlung solch simpler Gesten blass bleibt, wenn es darum geht die Bedeutung gro\u00dfer Ereignisse zu verdeutlichen. Um ihre Wirksamkeit zu entfalten, muss die Trianon-Ausstellung im gr\u00f6\u00dferen Kontext der Biennale und gewiss gemeinsam mit der <em>Hungarian Trilogy<\/em> gesehen werden.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/hungarian-trilogy-institute-for-political-history-2-photo-krisztina-csanyi-off-biennale-budapest-archive.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tHungarian Trilogy, Institut f\u00fcr politische Geschichte. Foto: Krisztina Cs\u00e1nyi \/ OFF-Bienn\u00e1le Budapest Archiv<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDie Frage nach der Finanzierung dieses umfangreichen Programms ist zentral. In ihrer ersten Ausgabe wurde die Biennale auf der Basis ausschlie\u00dflich ehrenamtlicher Mitarbeit organisiert und jede\/r erwartete, dass sich dies bei der Ausgabe 2017 \u00e4ndern w\u00fcrde. Unentgeltlich zu arbeiten birgt Risiken \u2013 die Leute glauben, man kann und wird es immer wieder tun. Die Tatsache, dass die zweite Ausgabe wiederum sp\u00e4rlich finanziert war \u2013 mit nur einem Kernteam und eingeladenen K\u00fcnstlerInnen, die daf\u00fcr bezahlt wurden \u2013 ver\u00e4rgerte und entzweite zum Teil auch das gro\u00dfe Team. Auch wenn etwa ein Drittel der Projekte anhand einer offenen Ausschreibung ausgew\u00e4hlt wurde, mit klar formulierten Konditionen, konnte dies die Verstimmung nicht verhindern.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tStaatliche Finanzierung war 2015 ein wesentliches Angriffsziel \u2013 bis zum heutigen Tag boykottieren alle an der Biennale beteiligten R\u00e4ume und K\u00fcnstlerInnen staatliche Institutionen, entweder, indem sie um keine F\u00f6rderung ansuchen oder sich weigern, an deren Programmen teilzunehmen. Sie w\u00fcrden ohnehin nicht viel staatliche Unterst\u00fctzung bekommen. Ein k\u00fcrzlich erlassenes Gesetz, wonach extern finanzierte NGOs (dazu z\u00e4hlt auch die Organisation der Biennale) eine Erkl\u00e4rung zu ihrem Status abgeben m\u00fcssen, ist eine neue Methode, um Organisationen, die nicht mit dem Staat kooperieren, auf die schwarze Liste zu setzen. Andererseits werden viele Galerien vom Staat unterst\u00fctzt, auch solche, in denen OFF-Veranstaltungen stattfinden. Bevor Sie angesichts dieser \u201eKomplizenschaft\u201c die Stirn runzeln, stellen Sie sich kurz die Situation in ihrem Heimatland ohne staatliche Finanzierung vor \u2013 \u00fcbungshalber dachte ich an Bukarest ohne AFCN: ein Jammer. Der einzige Ort, an dem der Staat absolut keinen Verdienst an der Entwicklung der Kunst hat, ist \u2013 soweit ich das in Erfahrung bringen konnte \u2013 Indonesien: Dort haben sich die K\u00fcnstlerInnen zu selbstfinanzierten Kollektiven zusammengeschlossen. In diesem Teil der Welt gibt es keine derartige Tradition \u2013 ich fand die K\u00fcnstlerduos (ex-artists collective oder L\u0151rinc Borsos) am\u00fcsant, die sich als Kollektive vorstellten, w\u00e4hrend man in Yogyakarta von Kollektiven erst ab zehn Mitwirkenden spricht. Die \u00dcbung, an der sich OFF versucht, ist kompliziert, auch weil wir nicht wissen, wie wir es anders machen sollen \u2013 wir sind immer schon individuelle Kunstschaffende gewesen, die von einem m\u00e4chtigen Staat unterst\u00fctzt werden, den wir als Hintergrund f\u00fcr politische und \u00e4sthetische Aktionen nutzen k\u00f6nnten.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--biggest paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-quote__paragraph\">\n\tIn Osteuropa scheinen K\u00fcnstlerInnen nur ungern unter die oberste Schicht der Probleme schauen zu wollen \u2013 Korruption, mangelnde Finanzierung, willk\u00fcrliche Unterst\u00fctzung, Politisierung etc. \u2013 und suchen die Schuld bei den grunds\u00e4tzlicheren Themen des neoliberalen Systems, das in diesem Teil der Welt eng mit Selbstkolonisierung und sp\u00e4terer Kolonisierung verkn\u00fcpft ist.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tDar\u00fcber hinaus leben ungarische K\u00fcnstlerInnen unter der akuten Belastung eines aufkommenden Faschismus, was im Alltagsleben und sogar in sehr pers\u00f6nlichen Bereichen zutiefst beunruhigend ist. Wirtschaftliche und ideologische Themen werden unmittelbar mit dem Bild von Fidesz verbunden und unter diesem subsumiert. K\u00fcnstlerInnen \u2013 sofern sie nicht unter der Last, mit diesem m\u00e4chtigen und durchtriebenen Feind fertig zu werden, zusammenbrechen \u2013 bleibt nichts anderes \u00fcbrig, als ihn mit ihren d\u00fcrftigen Waffen anzugreifen, wodurch sie vielleicht an der Oberfl\u00e4che kratzen, aber nur selten den Kern treffen. Es scheint, als ob man in solchen Zeiten der Not bei der Auswahl seiner FreundInnen nicht so w\u00e4hlerisch sein darf \u2013 folglich wurde die Biennale daf\u00fcr kritisiert, sich mit dem privaten (sprich: kommerziellen) Sektor zu verb\u00fcnden, was schon das Konzept einer unabh\u00e4ngigen Veranstaltung infrage stellt. Im Grunde genommen l\u00e4sst sich Unabh\u00e4ngigkeit mit Unabh\u00e4ngigkeit von einem (von Fidesz kontrollierten) Staat \u00fcbersetzen und verdeckt so das Kernproblem, n\u00e4mlich die neoliberale Ideologie der Regierungspartei, die in ihrer \u00fcberspitzten Form gegenw\u00e4rtig mit Faschismus, Populismus und Illiberalismus gleichzusetzen ist. Der Staat ist ebenso neoliberal wie die privaten Eigent\u00fcmer hinter den Kunstgalerien der Biennale; beide stehen letztendlich auf derselben Seite \u2013 der Seite der Hierarchie und Hegemonie; sie stehen generell f\u00fcr alles, gegen das sich der Inhalt der Biennale richtet.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/pedagogical-partisan-actions-der-punkt-photo-daniel-vegel-off-biennale-budapest-archive-vegeldanielcom-.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tPedagogical partisan actions der punkt. Foto: D\u00e1niel V\u00e9gel \/ OFF-Biennale Budapest Archiv, www.vegeldaniel.com<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tIch will damit aber nicht sagen, dass dies den Wert der gesamten Biennale schm\u00e4lert, insbesondere da ich nach Analyse des Inhalts sehen kann, dass man diese Themen bis zum logischen Ende bek\u00e4mpft hat und dass Allianzen so sorgsam wie m\u00f6glich geschlossen wurden. Niemand kann sich dem Neoliberalismus alleine entgegenstellen und gewinnen \u2013 und ich kann diejenigen nicht ausstehen, die am Rand sitzen und kritisieren, ohne dabei jemals das Risiko einzugehen, Fehler zu machen \u2013 Fehler, die zu bestimmten Zeiten den Anschein erwecken m\u00f6gen, den Kampf hinf\u00e4llig zu machen. OFF versuchte, gegen Inhalt und Methoden des derzeitigen politischen Systems zu k\u00e4mpfen und war in beiderlei Hinsicht recht erfolgreich. Nat\u00fcrlich ist das gesamte Team nun ersch\u00f6pft und \u00fcberdenkt seine Priorit\u00e4ten. Wenn sich die Situation nicht \u00e4ndert, werde man es in zwei Jahren und dar\u00fcber hinaus nicht mehr tun, sagen sie. Dennoch w\u00fcrde ich meinen, dass es bei der Biennale allein darum geht, auf eine dritte Ausgabe hinzuarbeiten \u2013 in der man \u00fcberdies versuchen sollte, genau das anzusprechen, was in der zweiten au\u00dfer Acht gelassen wurde (in der bereits wesentlich mehr thematisiert wurde als in der ersten Ausgabe): die regionalen Formen des Neoliberalismus, sprich die Situation in Ungarn weniger als ein lokales Dilemma zu begreifen, sondern eher als die Manifestation einer globalen Politik vor Ort, die durch Wandel, Atomisierung, Isolation etc. zustande kommt.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--biggest paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-quote__paragraph\">\n\tOFF versuchte, gegen Inhalt und Methoden des derzeitigen politischen Systems zu k\u00e4mpfen und war in beiderlei Hinsicht recht erfolgreich.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tIn dieser Hinsicht glaube ich, dass Kunstschaffende in den angrenzenden Staaten dem impliziten Aufruf der OrganisatorInnen der Biennale folgen und Projekte, Finanzierungen und personelle Unterst\u00fctzung auf die n\u00e4chste Ausgabe ausrichten sollten. OFF theoretisierte und inszenierte die Allmende, aber innerhalb der isolierten ungarischen Kultur. Die Tatsache, dass man nicht die ganze Breite der Kritik und Wirkung voraussagen konnte, zeigt, dass die Pr\u00e4missen korrekt waren: Eine Atomisierung ist die falsche Haltung gegen den Neoliberalismus; man muss Teil einer kollektiven Mission sein, um eine Stimme zu bekommen. Wenn man von der lokalen auf eine regionale Ebene \u00fcbergeht, kann man sagen, dass eine regionale Kooperation im Hinblick auf die dritte OFF-Biennale die einzelnen Stimmen in klare Botschaften verwandeln, die Moral der OrganisatorInnen st\u00e4rken und auch Auswirkungen auf die regionalen AkteurInnen haben w\u00fcrde. W\u00e4hrend meiner ersten Reise nach S\u00fcdostasien dieses Jahr wurde mir etwas Wichtiges klar: Eine Region, auch wenn sie ein (koloniales) Konstrukt ist, ist eine m\u00e4chtige Struktur auf globaler Ebene. Osteuropa ist kein Konstrukt, das es zu bauen gilt, es existiert schon seit geraumer Zeit, ob wir wollen oder nicht. Anstatt \u00fcber seine relativen Grenzen zu diskutieren, sollten wir beginnen, es auf unsere Weise und zu unserem eigenen Interesse zu nutzen. Eine transnationale Zusammenarbeit im Fall der dritten OFF-Biennale w\u00e4re ein interessanter und vielleicht wichtiger Test, eine Abkehr von unserer Selbstkolonisierung und ein Versuch, relevante Werkzeuge f\u00fcr die Gestaltung unserer Welt zu bauen.<br><br>Im weiteren Verlauf w\u00fcrde dieser Schritt OFF vielleicht bewusst machen, dass die von ihnen gestellten Fragen keine Kunstfragen per se sind \u2013 es sind Fragen, die die gesamte Gesellschaft betreffen. Daher sollten OFF-K\u00fcnstlerInnen, KuratorInnen und Organisationen Verb\u00fcndete weniger unter privilegierten Eigent\u00fcmern und Geldgebern suchen, die zwar gewichtige Ausstellungen erm\u00f6glichen k\u00f6nnen, mit denen sich durch die politische und symbolische Zusammenarbeit die derzeitige festgefahrene Situation aber nicht ungeschehen machen l\u00e4sst, sondern eher bei anderen Gruppen, die unter der Dominanz Privilegierter aller Art, ob staatlich oder privat, leiden. Der Faschismus l\u00e4sst uns vergessen, wer die Leidtragenden sind, und trennt Gemeinschaften, die zum Ausdruck ihres Schmerzes nicht l\u00e4nger dasselbe Vokabular benutzen; er bringt sie gegeneinander auf, sodass der wahre Unterdr\u00fccker im Verborgenen bleibt. Die Kunstwelt ist einer dieser Splitter der Gemeinschaft, eine Einheit, die von den anderen getrennt ist und ihrem Zorn \u00fcber die Regierung und jene, die ihr zur Macht verholfen haben, Ausdruck verleiht. Sie vergisst dabei ihre Rolle als eine der Schichten innerhalb der Gemeinschaft, die mit der Schaffung einer Fiktion des Widerstands beauftragt ist.<br><br><em>Ich m\u00f6chte allen danken, die sich die Zeit nahmen, die in diesem Essay er\u00f6rterten Themen mit mir zu diskutieren: Gergely Nagy, Barnabas Bencsik, Flora Gado, J\u00faliusz Huth, Martyna Nowicka, Piotr Sikora, Csaba Nemes und G.M. Tamas.<\/em><br><br>\u00a0<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cristina Bogdan entdeckt, dass die OFF Biennale Budapest recht erfolgreich sowohl gegen Inhalte als auch Methoden des derzeitigen politischen Systems k\u00e4mpft.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":868,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[433,299,434],"tags":[261,264,341,312,267],"formats":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3437"}],"collection":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3437"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3437\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4571,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3437\/revisions\/4571"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/868"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3437"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3437"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3437"},{"taxonomy":"format","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/formats?post=3437"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}