{"id":3422,"date":"2017-12-20T00:00:00","date_gmt":"2017-12-20T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/erste-foundation.byinfinum.co\/das-puzzle-neu-zusammensetzen\/"},"modified":"2021-08-23T15:51:18","modified_gmt":"2021-08-23T15:51:18","slug":"das-puzzle-neu-zusammensetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/das-puzzle-neu-zusammensetzen\/","title":{"rendered":"Das Puzzle neu zusammensetzen"},"content":{"rendered":"
\n\tZwischen 2012 und 2013 fanden in ungarischen K\u00fcnstlerkreisen zahlreiche Proteste und Demonstrationen statt, die letzten Endes vergebens waren. Die OFF-Biennale<\/a> ist kein weiterer Protest, sondern der Versuch, konkrete Ergebnisse zu erzielen.<\/strong> \n\t<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n \n\tWas hat Sie dazu bewogen, f\u00fcr die OFF-Biennale zu arbeiten?<\/strong> \n\tEAST ART MAGS<\/a> (EAM) ist ein Gemeinschaftsprojekt von vier Kunstzeitschriften in Ostmitteleuropa: Artalk<\/a> (Tschechien\/Slowakei), Artportal<\/a> (Ungarn), Revista Arta Online<\/a> (Rum\u00e4nien) und SZUM<\/a> (Polen). EAM versteht sich als Plattform zur Aufbereitung und Ver\u00f6ffentlichung von Inhalten verbunden\u00a0mit dem Angebot von Capacity Building\u00a0f\u00fcr KunstjournalistInnen in der Region. EAM wird unterst\u00fctzt vom VISEGRAD FUND<\/a> und AFCN<\/a>.
Nikolett Er\u0151ss<\/strong>: Ich bin eigentlich gelernte Kunsthistorikerin, arbeite jedoch als Kuratorin. Ich war f\u00fcr Kunstinstitutionen in Budapest t\u00e4tig, zuletzt f\u00fcr das Ludwig M\u00fazeum, wo ich bis 2013 angestellt war. Bald darauf erreichte der langwierige Aufl\u00f6sungsprozess der Budapester Kunstinstitutionen seinen H\u00f6hepunkt. Da entschloss ich mich, f\u00fcr die OFF-Biennale zu arbeiten. Orb\u00e1n war damals bereits seit drei Jahren an der Macht und hatte begonnen, alle Kunsteinrichtungen von sich abh\u00e4ngig zu machen. Aspekte, die wir sch\u00e4tzten, wie soziales Engagement oder Kritik, wurden eliminiert. Dann kam Hajnalka Somogyi [Initiatorin und Chefkuratorin der OFF-Biennale \u2013 Red.] zu dem Schluss, dass, da es ja\u00a0eine lokale Kunstszene gab und\u00a0zahlreiche Ideen und die f\u00fcr das Organisieren von Ausstellungen notwendige Expertise und die Fertigkeiten vorhanden waren, es doch lohnenswert w\u00e4re, diese auch zu nutzen. Und so begannen wir, au\u00dferhalb der bestehenden institutionellen Strukturen t\u00e4tig zu werden.
Neue Vorhaben lassen sich auf unterschiedlichste Weise in Angriff nehmen; man muss sich nicht zwangsl\u00e4ufig von den Dingen trennen, die bereits vorhanden sind. In diesem Fall fanden wir es jedoch wichtig, etwas v\u00f6llig Eigenst\u00e4ndiges zu schaffen, ohne jegliche Vereinbarungen mit der Regierung, Institutionen oder irgendwelchen Autorit\u00e4ten \u2013 weder substanzieller noch symbolischer Art. Dieser Zugang spiegelte sich in unserer Arbeit wider: Wir wollten einen Rahmen f\u00fcr unabh\u00e4ngiges k\u00fcnstlerisches Schaffen entwickeln. Dabei mussten wir die ersten Schritte selbst setzen und eine transparente Basis schaffen. M\u00f6glicherweise wird sich unsere Herangehensweise in Zukunft \u00e4ndern. Vielleicht wollen wir in zwei oder vier Jahren die staatlich verwaltete Infrastruktur nutzen, wenn auch nur aus dem einfachen Grund, weil Museen \u00fcber eindrucksvolle Sammlungen verf\u00fcgen, gepaart mit Archiven und Wissen. Vorerst wollen wir jedoch unabh\u00e4ngig bleiben.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\tEAST ART MAGS lesen im erstestiftung.org Magazin<\/h2>\n\t
erstestiftung.org<\/em> teilt ausgew\u00e4hlte EAM Artikel, \u00fcbersetzt sie ins Deutsche und – falls noch nicht verf\u00fcgbar – ins Englische.
Dieses Interview von Martyna Nowicka mit den Kuratoren der OFF-Biennale, Nikolett Er\u0151ss und Eszter Szak\u00e1cs, entstand im Rahmen des Residenzprogramms des EAM in Zusammenarbeit mit Magazyn SZUM (PL).<\/span>
Es wurde erstmals am 11. November 2017 ver\u00f6ffentlicht.