{"id":3419,"date":"2018-01-01T00:00:00","date_gmt":"2018-01-01T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/erste-foundation.byinfinum.co\/blut-ist-nicht-gleich-blut\/"},"modified":"2021-08-23T15:45:28","modified_gmt":"2021-08-23T15:45:28","slug":"blut-ist-nicht-gleich-blut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/blut-ist-nicht-gleich-blut\/","title":{"rendered":"Blut ist nicht gleich Blut."},"content":{"rendered":"\n\n\t\n\t\t\t
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\n\tMan kannte sie auf dem Polizeirevier im S\u00fcden des Kosovo, wie sie sagt, wo sie so oft Zuflucht vor ihrem gewaltt\u00e4tigen Ehemann gesucht hatte. Sie war Anfang 20, als ihre Ehe zu einem Albtraum des Missbrauchs wurde. Neben anderen Qu\u00e4lereien verh\u00f6hnte er sie mit einer Pistole. Eines Tages nahm sie die Waffe an sich und brachte sie aus Angst um ihr Leben auf das Revier. \u201eDer Beamte, mit dem ich zu tun hatte, war zuf\u00e4llig ein Freund meines Mannes\u201c, erz\u00e4hlte die heute 31-J\u00e4hrige. \u201eEr sagte mir, dass, wenn ich seine Frau w\u00e4re, ich nicht in der Lage gewesen w\u00e4re, die Waffe abzuliefern, weil er mich vorher umgebracht h\u00e4tte.\u201c Schlussendlich war sie es, die ihren Mann t\u00f6tete. Sie schnitt ihm die Kehle mit einer Rasierklinge durch.<\/strong>

Sie sa\u00df auf einem abgenutzten B\u00fcrostuhl im Verh\u00f6rraum des einzigen Frauengef\u00e4ngnisses des Kosovo am Stadtrand von Lipjan s\u00fcdlich von Pristina und sinnierte \u00fcber ihre 12-j\u00e4hrige Freiheitstrafe wegen Mordes. Acht Jahre und vier Monate hatte sie bereits abgesessen, weniger als vier Jahre lagen noch vor ihr. Der Richter w\u00e4re zu streng gewesen, meinte sie, ihre Wimpern dick mit Mascara getuscht, vom Schminkkurs im Gef\u00e4ngnis. Was ist mit all den Jahren der Gewalt, den unbeantworteten Hilferufen? F\u00fcr Sevdije Morina, stellvertretende Oberstaatsanw\u00e4ltin in Pristina, handelte es sich um eine \u201enormale Verurteilung\u201c, bei der keine mildernden Umst\u00e4nde ber\u00fccksichtigt wurden. \u201eSie hat wirklich sehr unter ihrem Ehemann gelitten\u201c, meinte sie.

Im Kosovo seien laut Meinung von Juristen und Aktivisten Opfer h\u00e4uslicher Gewalt oft einem Justizsystem ausgeliefert, das sie nicht sch\u00fctzt und keine Milde walten l\u00e4sst, wenn aus Verzweiflung Notwehr oder Vergeltung wird. Ebenso wie in anderen patriarchalen Gesellschaften der Region bestimmen Diskriminierung und Doppelmoral gegen\u00fcber von M\u00e4nnern und Frauen ver\u00fcbten Gewaltverbrechen die Priorit\u00e4ten eines \u00fcberforderten Polizeiapparats, der Staatsanwaltschaft und Richter. Nirgendwo sonst ist man jedoch so von wichtigen Instrumenten der europ\u00e4ischen Justiz abgeschnitten wie im Kosovo, dessen ungel\u00f6ster politischer Status als Land den Aktivisten nur wenig Druckmittel gibt, um eine Ver\u00e4nderung herbeizuf\u00fchren. \u201eWir nennen es das schwarze Loch Europas\u201c, so Hilmi Jashari, Kosovos unabh\u00e4ngiger Ombudsmann, dessen B\u00fcro die Interessen der \u00d6ffentlichkeit vertritt. \u201eDer Kosovo ist wirklich das einzige Land [innerhalb Europas], in dem sich die B\u00fcrger und B\u00fcrgerinnen nicht an den Europ\u00e4ischen Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte in Stra\u00dfburg wenden k\u00f6nnen.\u201c

Kosovo, ein vorwiegend ethnisch-albanisches Land, das 2008 seine Unabh\u00e4ngigkeit von Serbien erkl\u00e4rte, wird von einigen Staaten wie Serbien, Russland und China nicht anerkannt. So konnte das Land auch bislang nicht dem Europarat beitreten, der die b\u00fcrgerlichen und politischen Rechte der 47 Mitgliedstaaten wahrt. Der Gerichtshof in Stra\u00dfburg (Frankreich) fungiert als Schiedsgericht. Was in Stra\u00dfburg passiert, hat theoretisch Einfluss darauf, wie man im Kosovo h\u00e4usliche Gewalt bek\u00e4mpft und deren Opfer sch\u00fctzt. Die Verfassung des Kosovo besagt, dass die Gesetze des Landes im Einklang mit den Entscheidungen des Gerichtshofs auszulegen sind. Da Stra\u00dfburg jedoch nicht die Befugnis hat, Sanktionen gegen den Kosovo zu verh\u00e4ngen, wirken sich die hehren Prinzipien der Verfassung kaum auf die Entscheidungen vor Ort aus. Solche Entscheidungen werden von den untersten Reihen eines Justizsystems getroffen, das in einer der \u00e4rmsten Volkswirtschaften Europas unter der Last zu vieler F\u00e4lle kollabiert. Sie bestimmen, wie Meldungen bez\u00fcglich h\u00e4uslicher Gewalt von der Polizei und Staatsanwaltschaft behandelt werden und ob Richter einstweilige Verf\u00fcgungen erlassen. Und in extremen F\u00e4llen, in denen die Opfer den Spie\u00df umdrehen und auf ihre Peiniger losgehen, ist es am Gericht, eine angemessene Strafe f\u00fcr M\u00f6rder festzusetzen, die unter dem Syndrom misshandelter Personen leiden, eine Art psychisches Trauma, das durch anhaltenden Missbrauch ausgel\u00f6st wird.

\u201eDer Europ\u00e4ische Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte fragt nicht danach, ob man genug Leute hat, die die Arbeit erledigen oder ob man es sich leisten kann\u201c, so Staatsanw\u00e4ltin Morina. \u201eMenschenrechte sind zu respektieren und wenn sie verletzt werden, w\u00fcrde der Staat aufgrund all der Sanktionen, die \u00fcber ihn verh\u00e4ngt w\u00fcrden [wenn der Kosovo Mitglied des Europarats w\u00e4re] in die Knie gehen… Das Volk w\u00fcrde den Staat zur Rechenschaft ziehen.\u201c Ombudsmann Jashari f\u00fchrte als Beispiel Italien an \u2013 ein Land, das seine Reaktion auf h\u00e4usliche Gewalt infolge der langj\u00e4hrigen Rechtsprechung des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs f\u00fcr Menschenrechte verbessert hat. In einem k\u00fcrzlich ergangenen Urteil im M\u00e4rz entschied der Gerichtshof, dass die italienischen Beh\u00f6rden eine Mutter und ihren Sohn nicht besch\u00fctzt hatten, da sie nicht schnell genug auf eine Beschwerde \u00fcber anhaltende h\u00e4usliche Gewalt reagiert hatten, die zum Mord an dem Sohn und dem versuchten Mord an der Mutter durch ihren Ehemann gef\u00fchrt hatte.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tDemonstranten in Pristina machen nach dem Mord an Diana Kastrati ihrem \u00c4rger Luft. Die 27-j\u00e4hrige Studentin wurde 2011 von ihrem Mann ermordet, nachdem ein Richter ihrem Antrag auf Erlassung einer einstweiligen Verf\u00fcgung nicht stattgegeben hatte. Foto: \u00a9 Amy di Giacomo<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tHinter verschlossenen T\u00fcren<\/strong>

In der Frauen- und Jugendvollzugsanstalt von Lipjan, einem von Feldern umgebenen, mit Stacheldraht eingez\u00e4unten Geb\u00e4udekomplex aus Beton, erz\u00e4hlte eine Handvoll Frauen, die des Mordes an ihren Ehem\u00e4nnern verurteilt waren, von den Gr\u00e4ueln, denen sie ausgesetzt waren, bevor sie die Beherrschung verloren. Die Strafvollzugsvorschriften verbieten es, sie namentlich zu nennen.

\u201eEr schlug mich, qu\u00e4lte mich und provozierte mich st\u00e4ndig mit anonymen Anrufen und Nachrichten\u201c, berichtete eine 45-j\u00e4hrige Gefangene, die eine 11-j\u00e4hrige Haftstrafe f\u00fcr den Mord an ihrem Mann verb\u00fc\u00dft, mit dem sie eine arrangierte Ehe gef\u00fchrt hatte. Eine andere, 24-j\u00e4hrige Frau war zu einer 13-j\u00e4hrigen Freiheitsstrafe wegen Mordes verurteilt worden. Sie habe ihren Mann erschossen, nachdem er auf ihre kleine Tochter losgegangen war, erz\u00e4hlte sie. \u201eIch wollte ihn nicht umbringen\u201c, sagte sie. \u201eIch wollte ihm nur Angst machen.\u201c Nur bei einer sehr kleinen Zahl der Opfer kommt es zu Mord. Im Gef\u00e4ngnis von Lipjan sa\u00dfen 17 wegen Mordes verurteilte Frauen ein; sechs davon hatten ihre Partner umgebracht.

\u201eDie Frauen im Kosovo haben wirtschaftliche und soziale Probleme\u201c, erkl\u00e4rte Edi Gusia, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Agentur f\u00fcr Gleichstellungsfragen, die zum B\u00fcro des Premierministers geh\u00f6rt. \u201eSie sind nicht erwerbst\u00e4tig und wirtschaftlich abh\u00e4ngig, weil sie kein Recht auf das Erbe ihrer Eltern haben. Ohne ein Zuhause bleiben sie in einem Zyklus der Gewalt gefangen, was in einigen F\u00e4llen Todesopfer gefordert hat.\u201c<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\t\u201eEr schlug mich, qu\u00e4lte mich und provozierte mich st\u00e4ndig mit anonymen Anrufen und Nachrichten.\u201c<\/p>

\n\t\u2014 \u2013 Eine 45j\u00e4hrige Insassin, die eine 11j\u00e4hrige Haftstrafe f\u00fcr den Mord an ihrem Mann verb\u00fc\u00dft.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tRechtliche Situation<\/h2>\n\t
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\n\tLaut Menschenrechtsgruppen verf\u00fcgt der Kosovo \u00fcber eine stabile Gesetzeslage, was die Bek\u00e4mpfung h\u00e4uslicher Gewalt betrifft; in der letztendlichen Umsetzung versage das Land aber noch h\u00e4ufig.

Das Gesetz zur Gleichstellung der Geschlechter sch\u00fctzt und f\u00f6rdert die Gleichstellung zwischen Mann und Frau als einen wesentlichen Baustein der Demokratie. Das Gesetz zum Schutz vor h\u00e4uslicher Gewalt garantiert indes das Recht auf ein Leben ohne Angst vor physischer, verbaler und psychischer Gewalt, Einschr\u00e4nkungen der Bewegungsfreiheit und anderen Bel\u00e4stigungen.

Laut Verfassung sind Gesetze im Einklang mit zentralen internationalen Abkommen auszulegen, denen der Kosovo aufgrund seines ungel\u00f6sten Status als Land nicht beigetreten ist. Dazu z\u00e4hlen die UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau und die Istanbulkonvention des Europarats zur Bek\u00e4mpfung von Gewalt gegen Frauen. Das Verfassungsgericht kann dar\u00fcber entscheiden, ob ein Staat im Einklang mit diesen oder anderen Vertr\u00e4gen handelt.

Eine Reihe von Initiativen zielt darauf ab, die Rechte der Frauen im Kosovo zu st\u00e4rken. Ziel des 2006 gestarteten Programms zur Gleichstellung der Geschlechter ist es, die Gleichstellung in die \u00f6ffentliche Ordnung zu integrieren. Ein nationaler Aktionsplan zur Bek\u00e4mpfung h\u00e4uslicher Gewalt aus dem Jahr 2016 stellt Mittel bereit, um Misshandlung zu stoppen, Schutz zu bieten und Opfern dabei zu helfen, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren.

Trotz dieser Gesetze und Initiativen sind Experten der Ansicht, dass der Kampf gegen h\u00e4usliche Gewalt durch antiquierte Denkweisen behindert wird. Dazu z\u00e4hlt auch die weitverbreitete Ansicht, dass Gewalt zwischen Ehepartnern eine private Familienangelegenheit ist.<\/p>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n\n\n

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\n\tFatmire Haliti, eine f\u00fcr das Rehabilitationszentrum f\u00fcr Folteropfer im Kosovo t\u00e4tige Juristin, meinte, man sollte das Gesetz, das dem Pr\u00e4sidenten Ermessensspielraum einr\u00e4umt, bedingte Haftentlassungen auszusprechen, dazu verwenden, um allzu strengen Haftstrafen f\u00fcr misshandelte Frauen, die zu Gewalt getrieben wurden, entgegenzuwirken. Seit 2010 haben 86 M\u00e4nner und f\u00fcnf Frauen, die wegen verschiedener Verbrechen verurteilt waren, vom Begnadigungsgesetz des Kosovo profitiert.

\u201eWenn man sich die Biografien der Frauen ansieht, dann sieht man die h\u00e4usliche Gewalt, unter der sie gelitten haben, die entsetzlichen Bedingungen, unter denen sie leben mussten, und die Motive hinter ihren kriminellen Handlungen\u201c, so Haliti. \u201eDie meisten dieser Frauen sind M\u00fctter, deren Kinder in Jugendheimen untergebracht werden m\u00fcssen. All diese Faktoren sind zu ber\u00fccksichtigen, wenn man einen Gnadenerweis erteilt.\u201c Heset Loku, Direktor der Haftanstalt von Lipjan, meinte, dass einige der H\u00e4ftlinge aufgrund ihres vulnerablen Hintergrunds und wegen guter F\u00fchrung begnadigt werden sollten. Das Justizministerium hat auf Bitten um Stellungnahme nicht reagiert.

Laut Menschenrechtsgruppen lassen Kriminalit\u00e4tsstatistiken in einem Land mit 1,8 Millionen Menschen das Ausma\u00df des Missbrauchs hinter verschlossenen T\u00fcren nur erahnen. Sch\u00e4tzungen der Agentur f\u00fcr Gleichstellungsfragen zufolge gelangen bis zu 90 Prozent der F\u00e4lle h\u00e4uslicher Gewalt nicht zur Anzeige. 2016 seien bei der Polizei 870 Anzeigen \u00fcber h\u00e4usliche Gewalt eingegangen, die meisten gegen Frauen, was zu 243 Festnahmen gef\u00fchrt habe, so die Angaben der Polizeidirektion f\u00fcr B\u00fcrgern\u00e4he und Pr\u00e4vention. Die \u00fcbrigen F\u00e4lle wurden von der Polizei an die Staatsanwaltschaft oder soziale Einrichtungen verwiesen. Eine Umfrage des kosovarischen Frauennetzwerks, einer Dachorganisation von Frauenrechtsorganisationen, ergab 2015, dass 68 Prozent der Frauen im Laufe ihres Lebens h\u00e4usliche Gewalt erfahren haben. \u00dcber 20 Prozent der m\u00e4nnlichen und weiblichen Befragten waren der Meinung, dass es manchmal zul\u00e4ssig sei, wenn ein Mann seine Frau schl\u00e4gt.

\u201eDer Kosovo verf\u00fcgt nicht \u00fcber die Kapazit\u00e4t, das Problem h\u00e4uslicher Gewalt anzugehen \u2013 weder um Menschen davor sch\u00fctzen, noch um dagegen zu ermitteln\u201c, meinte Tahire Haxholli, Leiterin der Polizeieinheit des Kosovo, die sich mit h\u00e4uslicher Gewalt und Kindesmissbrauch befasst. \u201eDas ist Aufgabe des Staates. Es muss ein solides Budget geben, um der kosovarischen Polizei zu helfen, gute Arbeit zu leisten.\u201c<\/p>\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tDieser Missstand steht seit langem auf der Agenda zivilgesellschaftlicher Gruppen, die den Wiederaufbau des Kosovo nach dem Konflikt mit Serbien in den sp\u00e4ten 1990er-Jahren unterst\u00fctzen. Aber nichts hat die \u00f6ffentliche Debatte derart erhitzt wie zwei aufsehenerregende F\u00e4lle, die das Versagen des Staates, Frauen vor anhaltendem Missbrauch zu sch\u00fctzen, deutlich vor Augen gef\u00fchrt haben. 2011 beantragte Diana Kastrati, eine 27-j\u00e4hrige Studentin aus Pristina, eine einstweilige Verf\u00fcgung, nachdem ihr Mann sie wiederholt bedroht und gestalkt hatte. Ein Richter lehnte ihr Ansuchen ab. Drei Wochen sp\u00e4ter wurde sie von ihrem Mann auf dem Weg zu einer Vorlesung erschossen. Er fl\u00fcchtete aus dem Land und lebt vermutlich in Spanien, glauben die Anw\u00e4lte der Familie Kastrati. Da der Kosovo nicht Mitglied der internationalen Polizeiorganisation Interpol ist und auch kein bilaterales Auslieferungsabkommen mit Spanien hat, gibt es keine M\u00f6glichkeit, ihn zur\u00fcckzuholen.

\u201eDer Staat ist f\u00fcr den Tod von Diana Kastrati verantwortlich\u201d, meinte der Anwalt Artan Qerkini, der ihre Eltern in einem richtungsweisenden Verfahren vor dem Verfassungsgericht vertreten hatte. \u201eEr hat nicht gem\u00e4\u00df den gesetzlichen und verfassungsm\u00e4\u00dfigen Bestimmungen gehandelt, um das Leben einer Person zu sch\u00fctzen, trotz ernstzunehmender Informationen \u00fcber die Gefahr, in der sie sich befand.\u201c 2013 entschied das Gericht, dass der Staat die durch die Verfassung und die Europ\u00e4ische Menschenrechtskonvention gew\u00e4hrleisteten Rechte Kastratis verletzt hatte. Die Familie fordert nun Schadenersatz vor dem Verfassungsgericht. Auch wenn dies einen wichtigen Pr\u00e4zedenzfall darstellte, glaubt Ombudsmann Jashari, dass ohne die M\u00f6glichkeit scharfer Sanktionen aus Stra\u00dfburg \u201ealles weiterhin im Ermessen der Beh\u00f6rden im Land liegt\u201c.

Unterdes hatte Zejnepe Bytyqi Berisha, eine 39-j\u00e4hrige Frau aus einem Dorf nahe der s\u00fcdlichen Stadt Suhareka, 16 Jahre lang die Gewalt ihres Mannes Nebi Bytyqi ertragen. Der Mann hatte ein langes Vorstrafenregister. Sie hatte ihn 13 Jahre lang wiederholt bei der Polizei angezeigt, die jedoch nichts unternahm. Eines Nachts im Oktober 2015 stach er 20 Mal auf sie ein, bis sie tot war. Er verletzte auch die gemeinsame halbw\u00fcchsige Tochter, als sie versuchte, ihn davon abzuhalten. Nebi Bytyqi wurde wegen schweren Mordes angeklagt \u2013 ein Tatbestand, f\u00fcr den als H\u00f6chststrafe ein lebenslanger Freiheitsentzug verh\u00e4ngt werden kann. Er bekam 12 Jahre.

Seine Verteidigung berief sich haupts\u00e4chlich darauf, dass er aus Eifersucht gehandelt h\u00e4tte, \u201eda der Verdacht bestand, dass seine Frau ihn mit einem Polizisten aus Suhareka betrog\u201c, wie es Bytyqis Strafverteidiger au\u00dferhalb des Gerichtssaals formulierte. Laut Staatsanw\u00e4ltin Morina w\u00fcrden Anw\u00e4lte, die gewaltt\u00e4tige M\u00e4nner vertreten, oft auf verminderte Schuldf\u00e4higkeit aufgrund vor\u00fcbergehender Unzurechnungsf\u00e4higkeit pl\u00e4dieren. \u201eEin Neuropsychiater kann aus einer gesunden Person jederzeit eine verr\u00fcckte machen\u201c, meinte sie. Die Staatsanwaltschaft legte gegen Nebi Bytyqis Verurteilung im August Berufung ein. Am Tag der Entscheidung fanden sich Dutzende Unterst\u00fctzer der Familie zu einer Mahnwache vor dem Justizpalast am Rande von Pristina ein. Sie trugen ein riesiges Plakat: \u201eGerechtigkeit f\u00fcr Zejnepe\u201c. Das Berufungsgericht erh\u00f6hte Bytyqis Strafma\u00df um ein halbes Jahrzehnt auf 17 Jahre.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tAktivisten entz\u00fcnden Kerzen in Tirana nach dem Mord an Fildeze Hafizi, einer albanischen Richterin, die nach Jahren angeblicher Bedrohungen von ihrem Ex-Mann get\u00f6tet wurde. Foto: \u00a9 BIRN\/Loreta Cuka<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tEin regionales Problem<\/strong>

Auf dem gesamten Balkan zerst\u00f6rt h\u00e4usliche Gewalt patriarchale Gesellschaften, in denen \u2014 zumindest f\u00fcr manche M\u00e4nner \u2014 Machismo und Aggression Hand in Hand gehen. Laut einer 2012 durchgef\u00fchrten Studie der SOS-Hotline f\u00fcr Frauen und Kinder, die Opfer von Gewalt wurden, haben in Montenegro \u2013 dem westlichen Nachbarn des Kosovo \u2013 \u00fcber 67 Prozent aller verheirateten Frauen Gewalt durch ihre Ehem\u00e4nner erfahren. Daten des Justizrates, der f\u00fcr die Ernennung der Richter eines Landes mit 620.000 Einwohnern zust\u00e4ndig ist, zeigen, dass h\u00e4usliche Gewalt seitens der Staatsanwaltschaft meist verharmlost wird; F\u00e4lle werden statt an Strafgerichte an Gerichte f\u00fcr Ordnungswidrigkeiten verwiesen oder man ist um Schlichtung bem\u00fcht.

Vergangenes Jahr gingen beinah 90 Prozent aller F\u00e4lle h\u00e4uslicher Gewalt \u2014 mehr als 2.000 \u2014 an Zivilgerichte in Montenegro. In vielen dieser F\u00e4lle handelte es sich es um schwere K\u00f6rperverletzung. Weniger als 30 Prozent f\u00fchrten zu Geld- oder Haftstrafen. \u201eIch habe mit einigen Staatsanw\u00e4lten gesprochen und sie meinten, dass F\u00e4lle von Gewalt keine Priorit\u00e4t h\u00e4tten. Sie seien leicht zu l\u00f6sen und es g\u00e4be umfangreiche F\u00e4lle von Korruption und organisierter Kriminalit\u00e4t\u201c, erz\u00e4hlte Maja Raicevic , Leiterin des Women\u2019s Rights Centre, einer Nichtregierungsorganisation in Podgorica.

In den vergangenen drei Jahren wurden f\u00fcnf montenegrinische Frauen von ihren Partnern ermordet. \u201eVier von ihnen haben \u00dcbergriffe wiederholt der Polizei und verschiedenen Institutionen gemeldet, erhielten jedoch keinen angemessenen Schutz\u201c, so Raicevic. Menschenrechtsorganisationen w\u00fcrden jedoch beginnen, sich auf internationale \u00dcbereinkommen zu st\u00fctzen, insbesondere die UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW), auch bekannt als die Magna Charta der Frauenrechte. \u201eWenn das CEDAW-Komitee entscheidet, dass Frauenrechte durch Institutionen verletzt wurden, dann ist der Staat per Gesetz dazu verpflichtet, diese Vorgehensweise zu \u00e4ndern.\u201c Kosovo ist das einzige Land in Europa, das CEDAW nicht unterzeichnet hat.

In Albanien wurde die Konvention 1994 ratifiziert. Aber ebenso wie im Kosovo g\u00e4be es auch hier in Bezug auf h\u00e4usliche Gewalt noch immer viel zu tun, meinen Rechtsexperten. \u201eWir sind beinah die gleiche Nation\u201c, meinte Zoje Jaka, Direktorin der Haftanstalt Ali Demi, Albaniens einzigem Gef\u00e4ngnis f\u00fcr Frauen. \u201eAlbanien und der Kosovo haben dieselbe Mentalit\u00e4t und den gleichen Umgang mit dem Gesetz.\u201c<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\t\u201eIch werde dir Schnittwunden zuf\u00fcgen und Salz hineinstreuen und dich mit hei\u00dfem Draht durchbohren.\u201c<\/p>

\n\t\u2014 \u2013 Die Worte eines mutma\u00dflichen albanischen Stalkers, zitiert von der Frau, die ihn t\u00f6tete.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tDer j\u00fcngste Mord an einer Richterin ist zu einem Symbol f\u00fcr das Versagen Albaniens, gef\u00e4hrdete Frauen zu sch\u00fctzen, geworden. Fildeze Hafizi wurde Ende August von ihrem Ex-Mann nach Jahren der Drohungen ermordet. Einige Tage nach dem Mord warfen Demonstranten in Tirana rote Farbe auf das Justizministerium und marschierten zum Parlament. \u201eT\u00f6ten macht dich nicht zu einem Mann, es macht dich zum M\u00f6rder\u201c stand auf einem der Transparente. Der Fall sorgte jedoch nicht \u00fcberall f\u00fcr Emp\u00f6rung. In den sozialen Medien verteidigten viele den M\u00f6rder von Hafizi, der des Mordes angeklagt wurde und die Tat gestand. \u201eZur H\u00f6lle mit dieser Hure, die mit dem Geld ihres Mannes Karriere gemacht hat und den Mann hinauswarf, der sie zu dem gemacht hat, was sie war\u201c, schrieb ein Facebook-User.

Der Generaldirektion f\u00fcr Haftanstalten zufolge verb\u00fc\u00dften in Albanien 816 M\u00e4nner Haftstrafen wegen Mordes, im Vergleich zu 14 Frauen (Stand Juli). In der Haftanstalt Ali Demi, eines von Wacht\u00fcrmen ges\u00e4umten, rot \u00fcberdachten Geb\u00e4udeensembles in einer Wohngegend von Tirana, haben viele der Frauen, die wegen Mordes einsitzen, ihre Ehem\u00e4nner oder Stalker umgebracht. Ein k\u00fcrzlich erschienenes Buch der albanischen Fernsehjournalistin Eni Vasili dokumentiert die Umst\u00e4nde, die zu einigen dieser Verbrechen gef\u00fchrt haben.

Fatbardha Gjonaj aus dem Dorf Mat im Norden des Landes wurde wegen des Mordes an einem Stalker, der ihr mit vorgehaltener Waffe mit Vergewaltigung drohte, zu 12 Jahren Haft verurteilt. \u201eWenn du nicht mit mir gehst, wird dein Bruder in einer Woche tot sein\u201c, erinnerte sie sich an seine Worte an dem Tag, an dem sie ihn mit der automatischen Waffe ihres Vaters t\u00f6tete. Sie war 26. \u201eUnd ich werde dich packen und in einem verlassenen Haus einsperren. Ich werde dir Schnittwunden zuf\u00fcgen und Salz hineinstreuen und dich mit hei\u00dfem Draht durchbohren.\u201d Gjonaj wurde im J\u00e4nner begnadigt.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tDie Haftanstalt Ali Demi in Tirana ist Albaniens einziges Frauengef\u00e4ngnis. Foto: \u00a9 Shqipe Gjocaj<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\t“Echte M\u00e4nner”<\/strong>

Wenn man die Gewalt gegen Frauen beenden will, meinen Rechtsexperten, dann m\u00fcsse man den Teufelskreis dort durchbrechen, wo er beginnt \u2014 bei den jungen M\u00e4nnern. \u201eWir sprechen kaum \u00fcber Gewalt gegen Kinder und Gewalt gegen m\u00e4nnliche Jugendliche\u201c, stellte Morina, die stellvertretende Oberstaatsanw\u00e4ltin des Kosovo, fest. \u201eUnsere Familien sind ziemlich autorit\u00e4r und viele dieser jungen M\u00e4nner werden von ihren V\u00e4tern, Onkeln und Gro\u00dfv\u00e4tern, die von ihnen verlangen, sich wie \u201aechte M\u00e4nner\u2018 zu benehmen, geschlagen und gewaltt\u00e4tig missbraucht.\u201c

Frauen sind oft die Hauptleidtragenden dieser Brutalisierung, besonders in traditionellen Gemeinden des Kosovo und in Albanien, wo Gewohnheitsrechte seit jeher Frauen abwerten. Seit dem Mittelalter diente das als Kanun des Lek\u00eb Dukagjini bekannte albanische Gewohnheitsrecht als Mittel zur Regelung des Gesellschaftslebens. Inwieweit der Kanun die moderne Gesellschaft Albaniens und des Kosovo beeinflusst, ist umstritten; traditionell wurde jedoch dem Leben der M\u00e4nner gro\u00dfe Bedeutung beigemessen, was etwa Blutrache an Verwandten von M\u00e4nnern, die m\u00e4nnliches Blut vergossen hatten, rechtfertigte.

Die Kehrseite ist, dass das Leben der Frauen als weitaus weniger wertvoll erachtet wurde. \u201eDas Blut einer Frau ist nicht dem Blut eines Mannes gleichzusetzen\u201c, so der Kanun in Bezug auf die Ehe. An anderer Stelle wird die Frau mit einem \u201eSack\u201c verglichen, \u201eder zu ertragen hat, so lange sie im Haus ihres Mannes lebt.\u201c F\u00fcr manche Experten findet diese Geisteshaltung in der Art und Weise, wie viele M\u00e4nner ihre Frauen heute noch behandeln, ihren Widerhall.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\t\u201eDas Blut einer Frau ist nicht dem Blut eines Mannes gleichzusetzen.\u201c<\/p>

\n\t\u2014 \u2013 Der Kanun des Lek\u00eb Dukagjini, albanisches Gewohnheitsrecht.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\t\u201eDie Bedeutung von Geschlechterrollen und -normen dar\u00fcber, was es hei\u00dft, ein Mann, eine Frau, ein Bub oder ein M\u00e4dchen zu sein, haben ihre Bezugsbasis im Kanun\u201c, meinte Nita Luci, eine Anthropologin an der Universit\u00e4t Pristina. \u201eSie sind im Alltagsleben verankert und finden in jeder sozialen Einrichtung Unterst\u00fctzung.\u201c
Strafrechtsexperten verweisen auch darauf, dass bei m\u00e4nnlichen und weiblichen Verurteilten, ungeachtet ihrer Verbrechen, mit zweierlei Ma\u00df gemessen wird. Wenn M\u00e4nner mit dem Gesetz in Konflikt geraten, setzen ihre Familien h\u00e4ufig alles daran, die besten Anw\u00e4lte zu bekommen \u2013 sie verkaufen Land, Autos oder Traktoren oder nehmen einen Kredit auf. Im Gegenzug dazu wenden sich Familien und Freunde vieler Frauen, die das Gesetz brechen, von diesen ab, sogar wenn diese selbst Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sind.

\u201eW\u00e4hrend meiner Zeit im Strafvollzug in Albanien fiel mir bei Gewaltverbrechen auf, dass je nach Geschlecht mit unterschiedlichen Ma\u00dfst\u00e4ben gemessen wurde\u201c, erz\u00e4hlte Klejda Ngjela, eine Projektmanagerin im albanischen Helsinki-Komitee, einer Menschenrechtsorganisation in Tirana. \u201eEs gab wenig Toleranz f\u00fcr Frauen, die jemanden get\u00f6tet hatten. Andererseits war eine offensichtliche Tendenz zu erkennen, M\u00e4nner, die ihre Frauen umgebracht hatten, in Schutz zu nehmen \u2013 insbesondere, wenn Eifersucht und h\u00e4usliche Belange als Motive in Betracht kamen.\u201c Zur\u00fcck im Gef\u00e4ngnis von Lipjan im Kosovo machten sich die weiblichen H\u00e4ftlinge vor ihren Zellen f\u00fcr den Hofgang bereit. \u201eWenn ein Mann jemanden t\u00f6tet, dann ist das M\u00e4nnlichkeit\u201c, meinte eine Insassin. \u201eWenn eine Frau das gleiche macht, nennt man es Trag\u00f6die.\u201c<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tOriginal auf Englisch. Erstmals publiziert am 8. November 2017 auf Balkaninsight.com<\/a> und am 11. November ge\u00e4ndert, um die rechtliche Situation bez\u00fcglich der Erbrechte zu kl\u00e4ren.
Aus dem Englischen von
Barbara Maya<\/a>.<\/em>

Dieser Text ist urheberrechtlich gesch\u00fctzt: \u00a9 Shqipe Gjocaj. Bei Interesse an Wiederver\u00f6ffentlichung bitten wir um Kontaktaufnahme mit der
Redaktion<\/a>.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern, Grafiken und Videos sind direkt bei den Abbildungen vermerkt. Titelbild: Eine Performancek\u00fcnstlerin spritzt aus Protest gegen Gewalt gegen Frauen rote Farbe auf einen Gehsteig in Pristina. Foto: \u00a9 Amy di Giacomo.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tDieser Artikel entstand im Rahmen des Balkan Fellowship for Journalistic Excellence<\/a>, unterst\u00fctzt von der ERSTE Stiftung und den Open Society Foundations<\/a> in Kooperation mit dem Balkan Investigative Reporting Network<\/a>.
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