{"id":3416,"date":"2017-12-01T00:00:00","date_gmt":"2017-12-01T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/erste-foundation.byinfinum.co\/die-juengsten-sind-zwischen-ruinen-aufgewachsen\/"},"modified":"2021-08-23T16:29:51","modified_gmt":"2021-08-23T16:29:51","slug":"die-juengsten-sind-zwischen-ruinen-aufgewachsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/die-juengsten-sind-zwischen-ruinen-aufgewachsen\/","title":{"rendered":"\u201eDie J\u00fcngsten sind zwischen Ruinen aufgewachsen.\u201d"},"content":{"rendered":"<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Von einem Kunstmarkt kann man kaum sprechen, die Wirtschaft ist instabil und die Lage schwierig. Mit der Kreativit\u00e4t verh\u00e4lt es sich umgekehrt: Die Kunstszene ist aktiv und lebendig. S\u00e1ri Stenczer vom ungarischen Online-Magazin Artportal\u00a0war in Sarajevo und f\u00fchrte ein Gespr\u00e4ch mit Pierre Courtin, dem Leiter der <a href=\"http:\/\/www.duplex100m2.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Galerie Duplex100m2<\/em><\/a>.<\/strong><br><br>Die <em>Galerie<\/em>\u00a0<em>Duplex100m2<\/em> aus Sarajevo d\u00fcrfte auch\u00a0in der Kunstszene au\u00dferhalb Bosniens bekannt sein, denn die Galerie stellte einerseits in den letzten zwei Jahren\u00a0auf dem Art Market Budapest aus; und ihre K\u00fcnstlerInnen nehmen au\u00dferdem regelm\u00e4\u00dfig an internationalen Ausstellungen teil. Die einzigartige Geschichte der Galerie kennen aber wahrscheinlich nur wenige.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t\n<div class=\"block-columns block-columns__gutter-large--10 block-columns__vertical-spacing-large--0\">\n\t\n\n<div class=\"block-column block-column__width-large--5 block-column__width-mobile--12\">\n\t\n<div class=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\">\n\n\t\n\t\t\t\n<div class=\"block-infobox\">\n\t<h2 class=\"heading heading__color--primary heading__size--small heading__align--left heading__font--secondary block-infobox__heading\">\n\tEAST ART MAGS lesen im erstestiftung.org Magazin<\/h2>\n\t<div class=\"block-infobox__content\">\n\t\t\n<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-infobox__paragraph\">\n\t<a href=\"https:\/\/artportal.hu\/kategoria\/east-art-mags\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EAST ART MAGS<\/a> (EAM) ist ein Gemeinschaftsprojekt von vier Kunstzeitschriften in Ostmitteleuropa: <a href=\"http:\/\/artalk.cz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artalk<\/a> (Tschechien\/Slowakei), <a href=\"https:\/\/artportal.hu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artportal<\/a> (Ungarn), <a href=\"http:\/\/revistaarta.ro\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Revista Arta Online<\/a> (Rum\u00e4nien) und <a href=\"https:\/\/magazynszum.pl\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SZUM<\/a> (Polen). EAM versteht sich als Plattform zur Aufbereitung und Ver\u00f6ffentlichung von Inhalten verbunden\u00a0mit dem Angebot von Capacity Building\u00a0f\u00fcr KunstjournalistInnen in der Region. EAM wird unterst\u00fctzt vom <a href=\"http:\/\/visegradfund.org\/home\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">VISEGRAD FUND<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.afcn.ro\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AFCN<\/a>.<br><br><em>erstestiftung.org<\/em> teilt ausgew\u00e4hlte EAM Artikel, \u00fcbersetzt sie ins Deutsche und &#8211; falls noch nicht verf\u00fcgbar &#8211; ins Englische.<br><br>Zum Ende dieses Sommers besuchte das ungarische Kunstmagazin <a href=\"https:\/\/artportal.hu\/magazin\/legfiatalabbak-romokon-nottek-fel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Artportal<\/em><\/a> Pierre Courtin, den Gr\u00fcnder der <em>Galerie Duplex100m2<\/em>, in der Innenstadt von Sarajevo. Im Dezember 2017 schlie\u00dft die Galerie f\u00fcr mehrere Monate.<\/p>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"block-column block-column__width-large--7 block-column__width-mobile--12\">\n\t\n<div class=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\">\n\n\t\n\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>K\u00f6nntest Du kurz erz\u00e4hlen, wie Du als Franzose in der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina von einem Erasmusstudenten zum Galeriebesitzer geworden bist?<\/strong><br><br>Eigentlich war es\u00a0Zufall. Ich studierte an der ENSBA (<em>\u00c9cole Nationale Sup\u00e9rieure des Beaux-Arts, Paris \u2013 Red.<\/em>) und beantragte ein Stipendium f\u00fcr Sarajevo. Ich bekam es vielleicht auch deshalb, weil ich der einzige Bewerber war \u2013 das war im Jahr 2001. Danach fuhr ich\u00a0immer wieder nach Sarajevo und schlie\u00dflich\u00a0stand meine Entscheidung fest: ich muss im Stadtzentrum eine Galerie f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst er\u00f6ffnen. Das war die <em>Galerija 10m2<\/em>.<br><br>Zun\u00e4chst habe ich nicht geplant, hier zu bleiben; ich hatte vor, den Laden ungef\u00e4hr zwei Jahre lang zu betreiben, aber man konnte den Lauf der Dinge nicht aufhalten. Das Ganze entwickelte sich von Projekt zu Projekt und es war unm\u00f6glich, die Kommandobr\u00fccke zu verlassen. Noch dazu kam, dass ich mir schon lange gew\u00fcnscht hatte, eine eigene Galerie zu leiten. Als Teenager habe ich jahrelang an den Wochenenden in einer Galerie in Lille gearbeitet. 2004 hat es in Sarajevo einfach gepasst.<\/p>\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Mit wie vielen K\u00fcnstlerInnen kannst Du dich gleichzeitig besch\u00e4ftigen und auf welcher Grundlage f\u00fchrst du deine Galerie?<\/strong><br><br>Ich arbeite tagt\u00e4glich mit einem Dutzend K\u00fcnstlerInnen, aber auch Gastk\u00fcnstlerInnen stellen regelm\u00e4\u00dfig bei uns aus. Die Galerie hatte von Anfang an den Auftrag sich mit der zeitgen\u00f6ssischen Kunst Bosnien und Herzegowinas und des Balkan zu besch\u00e4ftigen. Noch konkreter: am meisten interessieren mich die Kultur der Erinnerung und die Fragen, die sich aus ihr ergeben.<br><br><strong>Arbeitest Du mit anderen Galerien oder Institutionen auf dem Balkan zusammen? Oder ist es leichter, Beziehungen au\u00dferhalb der Region zu kn\u00fcpfen?<\/strong><br><br>Es gab viele Gelegenheiten zur Zusammenarbeit, aber ehrlich gesagt sind es nie genug, und wir m\u00fcssen diesen Bereich unserer Arbeit st\u00e4rker verfolgen. In Sarajevo ist es nat\u00fcrlich leichter, weil wir uns auskennen. Ich arbeite hier st\u00e4ndig mit Festivals oder privaten Partnern zusammen. Weiters sind wir Teil des Balkannetzwerks geworden: wir haben \u00fcberall hin gute Verbindungen. Es fehlt nicht an Ideen oder Projekten, sondern an den finanziellen Grundlagen \u2013 und ich spreche hier in erster Linie \u00fcber Bosnien und Herzegowina, Serbien, Kroatien und Slowenien. Dies behindert die Bewegung, die heute so unentbehrliche Kooperation.<br><br><strong>Gibt es richtige SammlerInnen im Land oder verkaufst du \u00fcberwiegend ins Ausland? Und interessiert man sich dort noch f\u00fcr die s\u00fcdosteurop\u00e4ische Kunst oder hat sich der Fokus auf geografisch fernere Gebiete verschoben?<\/strong><br><br>In diesem Land gibt es eigentlich keinen Kunstmarkt. Das Sammeln hat hier keine Tradition und es gibt keine ernsthaften SammlerInnen zeitgen\u00f6ssischer Kunst. Es w\u00e4re aber zu einfach, das auf die Wirtschaftskrise und die st\u00e4ndige Notlage des Landes zuschieben. F\u00fcr mich ist es eher ein kulturelles denn ein finanzielles Problem. Wir haben nat\u00fcrlich einige inl\u00e4ndische KundInnen, aber sie kaufen eher aus Liebe zur Kunst. Meist sind es Mitglieder der hier lebenden internationalen Community. Sie haben einen guten Job und ein gutes Einkommen und k\u00f6nnen es sich leisten, mal ein Kunstwerk zu kaufen. Der Gro\u00dfteil der SammlerInnen, die mit denen wir in Kontakt stehen, sind also Ausl\u00e4nderInnen, meistens aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/pierre3.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tPierre Courtin. Foto: Krisztina Erdei<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Wie w\u00fcrdest Du in wenigen Worten die zeitgen\u00f6ssische Kunstszene in Bosnien charakterisieren? Welche Chancen hat hier ein junger K\u00fcnstler, eine junge K\u00fcnstlerin?<\/strong><br><br>Dar\u00fcber k\u00f6nnte man ein Buch schreiben. Erw\u00e4hnenswert ist vielleicht, dass sehr viele au\u00dfergew\u00f6hnliche K\u00fcnstlerInnen trotz der katastrophalen institutionellen Lage und fast ohne Subventionen intensiv arbeiten und die Szene sehr aktiv ist.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--biggest paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-quote__paragraph\">\n\tIch habe das Gef\u00fchl, dass ein eigent\u00fcmliches Gleichgewicht zwischen der \u00fcberbordenden Kreativit\u00e4t und den d\u00fcrftigen institutionellen M\u00f6glichkeiten besteht.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\tNat\u00fcrlich achtet jeder darauf, sein St\u00fcck vom Kuchen zu bekommen, aber nach meinen Erfahrungen in Sarajevo ist hier wechselseitige Solidarit\u00e4t lebenswichtig. Es haben sich auch viele Privatinitiativen gebildet, junge K\u00fcnstlerInnen und ForscherInnen er\u00f6ffnen unabh\u00e4ngige Orte. Das Fehlen von Institutionen zwang also die Protagonisten der Kunstszene andere Mittel und Wege zu finden, um arbeiten zu k\u00f6nnen. Daraus l\u00e4sst sich eindeutig schlie\u00dfen, wie beschr\u00e4nkt die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr junge K\u00fcnstlerInnen sind, in Erscheinung zu treten, ganz besonders auf internationaler Ebene. Sehr wenige Galerien stellen auf Kunstmessen bosnische K\u00fcnstlerInnen aus. Nie waren ausreichende finanzielle Mittel da, um\u00a0Kunst aus der Region nach Paris, New York, London, Basel zu bringen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/lana-cmajcaningeopolitical-zones-of-the-present-2016-.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tLana Cmajcanin, Geopolitical Zones of the Present, 2016, Galerie Duplex100m2, Foto: Krisztina Erdei<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Und die Politik? Besch\u00e4ftigen sich die K\u00fcnstlerInnen mit lokalen oder internationalen Konflikten, mit den vorhandenen Spuren ihrer nationalen Geschichte und den Jugoslawienkriegen? In welcher Form betrifft dieser belastete Kontext deine Arbeit?<\/strong><br><br>Auch dar\u00fcber k\u00f6nnte man einen Essay schreiben. Vergangenheit und Gegenwart von Bosnien und Herzegowina haben nat\u00fcrlich einen sehr gro\u00dfen Einfluss auf die zeitgen\u00f6ssische Kunst. Der Krieg hat das Land zerrissen und deformiert, gerade dort, wo es am sch\u00f6nsten war. Heute gibt es zwei Landesteile (<em>die Republika Srpska und die F\u00f6deration Bosnien und Herzegowina \u2013 Red<\/em>.), die in einem total unbrauchbaren, im Abkommen von Dayton\u00a0entworfenen gemeinsamen politischen System in wirtschaftlicher Agonie nebeneinander leben. Ihre Zukunft ist vollkommen unsicher.<br><br>Die K\u00fcnstlerInnen, mit denen ich arbeite, haben alle den Krieg erlebt. Manche machten direkte Erfahrungen, manche \u00fcberstanden die Kriegsjahre in Zwangsemigration. Die J\u00fcngsten sind zwischen Ruinen, dann auf einer riesigen Baustelle aufgewachsen. Doch viel mehr als der Krieg selbst treten zumeist Formen der Erinnerung und der Identit\u00e4t in den Werken in Erscheinung. Ged\u00e4chtnis bildet und wandelt sich bis zum heutigen Tag, da es in diesem Land nicht wirklich kollektiv gelebt wird. Vielleicht sind die K\u00fcnstlerInnen, die heuzutage ihre Ausbildung abschlie\u00dfen, die ersten, die versuchen, sich davon abzugrenzen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper wrapper--overflow wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12 wrapper__offset-large--0\">\n\t\t\t\t\n<figure class=\"block-image-caption\">\n\t<div class=\"image-wrap block-image-caption__image-wrap\" data-align=\"center center\">\n\n\t\t\t<img\n\t\t\tsrc=\"http:\/\/tippingpoint.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/kupujmo-domace-2-august-2017.jpg\"\n\t\t\tclass=\"image  block-image-caption__image\"\n\t\t\talt=\"\"\n\t\t\/>\n\t\n\t<\/div>\t<figcaption>\n\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--primary paragraph__size--small paragraph__align--center paragraph__font--secondary paragraph__font-weight--normal block-image-caption__paragraph\">\n\tAusstellung in der Galerie Duplex100m2, Sarajevo, August 2017. Foto: Krisztina Erdei<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<strong>Musstest Du in den vergangenen f\u00fcnfzehn Jahren deine Strategie \u00e4ndern? Hast Du konkrete Pl\u00e4ne f\u00fcr die Zukunft, die Du uns mitteilen m\u00f6chtest?<\/strong><br><br>Meine Maxime ist dieselbe geblieben: totale Unabh\u00e4ngigkeit, besonders hinsichtlich der Professionalit\u00e4t des k\u00fcnstlerischen Programms. Die Galerie Duplex bietet M\u00f6glichkeiten f\u00fcr viele K\u00fcnstlerInnen, tr\u00e4gt zum Zustandekommen und zur Pr\u00e4sentation ihrer Werke bei, und veranstaltet Ausstellungen auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene. Sie verbessert die Pr\u00e4senz der K\u00fcnstlerInnen innerhalb und au\u00dferhalb des Landes, besonders auf internationalen Kunstmessen. Sie bringt sie mit der zeitgen\u00f6ssischen Szene zusammen \u2013 mit anderen K\u00fcnstlerInnen, KuratorInnen, Institutionen und Privatpersonen. Wir machen all dies in der Hoffnung, neue Projekte zu f\u00f6rdern und eine Plattform f\u00fcr Begegnungen und f\u00fcr Gelegenheiten zur Zusammenarbeit zu gr\u00fcnden.<br><br>Jetzt denke ich gerade dar\u00fcber nach, wie ich das n\u00e4chste Jahr gestalten soll. Im Dezember 2017 schlie\u00dfe ich den Ausstellungsraum, was nat\u00fcrlich nicht bedeutet, dass Duplex stillsteht. Sechs Monate widmen wir der Redaktion eines Buch, das auf unsere Aktivit\u00e4ten zwischen 2012 und 2017 zur\u00fcckblicken wird (<em>\u00fcber die Zeit zwischen 2004 und 2011 gibt es schon einen dicken Band \u2013 Red<\/em>.). Wir denken auch dar\u00fcber nach einen Dokumentarfilm \u00fcber Bosniens Kunstszene von 1995 bis heute zu drehen.<br><br>Wenn alles gut l\u00e4uft, k\u00f6nnen wir den Ausstellungsraum im Juni 2018 wieder er\u00f6ffnen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div\n\tclass=\"wrapper  wrapper__bg-color--transparent  wrapper__spacing-bottom-large--10\" \n\t>\n\n\t\n\t\t\t<div class=\"wrapper__container wrapper__container-width-large--default wrapper__gutter-large--default\">\n\t\t\t<div class=\"wrapper__inner wrapper__width-large--12\">\n\t\t\t\t<p class=\"paragraph paragraph__color--secondary paragraph__size--medium paragraph__align--left paragraph__font--primary paragraph__font-weight--normal block-paragraph__paragraph\">\n\t<em>Das Interview wurde auf Ungarisch abgehalten und aufgezeichnet. <br>Erstmals publiziert am 11. September 2017 auf <a href=\"https:\/\/artportal.hu\/magazin\/legfiatalabbak-romokon-nottek-fel\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Artportal.hu<\/a>.<br>Aus dem Ungarischen von Zs\u00f3ka Leposa.<br><br>Dieser Text ist urheberrechtlich gesch\u00fctzt: \u00a9 S\u00e1ri Stenczer. Bei Interesse an Wiederver\u00f6ffentlichung bitten wir um Kontaktaufnahme mit der <a href=\"http:\/\/magazine.erstestiftung.org\/de\/erste-stiftung\/impressum\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Redaktion<\/a>.<br>Urheberrechtliche Angaben zu Bildern, Grafiken und Videos sind direkt bei den Abbildungen vermerkt. Titelbild: Die ehemalige Bobbahn der Olympischen Winterspiele 1984 in Sarajevo diente w\u00e4hrend der Belagerung der Stadt den serbischen Streitkr\u00e4ften als Deckung. Foto: \u00a9 Krisztina Erdei.<\/em><\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pierre Courtin spricht mit Artportal \u00fcber die dynamische Kunstszene von Bosnien und Herzegowina<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":806,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[433,245,434],"tags":[247,293,252,264,267],"formats":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3416"}],"collection":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3416"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3416\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5678,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3416\/revisions\/5678"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/806"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3416"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3416"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3416"},{"taxonomy":"format","embeddable":true,"href":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/formats?post=3416"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}