{"id":3330,"date":"2017-04-06T00:00:00","date_gmt":"2017-04-06T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/erste-foundation.byinfinum.co\/sich-wehren\/"},"modified":"2021-07-01T07:10:26","modified_gmt":"2021-07-01T07:10:26","slug":"sich-wehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoint.net\/de\/sich-wehren\/","title":{"rendered":"“Sich wehren!”"},"content":{"rendered":"\n\n\t\n\t\t\t
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\n\tMit dem Ausstellungsexperiment \u201eMy Sweet Little Lamb (Everything we see could also be otherwise)\u201c in Zagreb gingen WHW<\/a> gemeinsam mit der Kontakt Sammlung<\/a> neue Wege bei der Ausstellung und Vermittlung von Kunst. The Showroom<\/a> in London zeigt bis 20. November 2017 die letzte Episode – den Epilog – der sieben Kapitel dieses Langzeitprojekts.<\/strong>

“Alles, was wir sehen, k\u00f6nnte auch ganz anders sein”, behauptete vor vielen Jahren der K\u00fcnstler Mladen Stilinovi\u0107 aus Zagreb, der 2016 im Alter von 69 Jahren verstorben ist. Und ganz in der Tradition Ren\u00e9 Magrittes, der schon Ende der 1920er-Jahre sein Publikum dar\u00fcber gr\u00fcbeln lie\u00df, ob gemalte Pfeifen wirklich Pfeifen sind, f\u00fcgte Stilinovi\u0107 wie zum Beweis dem verz\u00fcckten Ausruf \u201eMein s\u00fc\u00dfes kleines Lamm\u201c die Zeichnung eines Schweinchens hinzu.

Diesen quasi \u201epostfaktischen\u201c Werktitel von Mladen Stilinovi\u0107, einem wichtigen Vertreter der kroatischen Neo-Avantgarde, w\u00e4hlte das Kuratorinnenkollektiv What, How & for Whom\/WHW zum Titel einer Ausstellungsserie in Zagreb: \u201eMy Sweet Little Lamb (Everything we see could also be otherwise)\u201c. In London ist nun der Epilog zu sehen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tEverything we see could also be otherwise (My sweet little lamb)<\/h2>\n\t
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\n\tThe Showroom<\/strong>
63 Penfold Street,\u00a0London\u00a0<\/strong>
20. September\u201311. November 2017<\/strong>
Mittwoch\u2013\u00a0Samstag 12 \u2013 18 Uhr<\/strong><\/p>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n\n\n

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\n\tIvet \u0106urlin, Ana Devi\u0107, Nata\u0161a Ili\u0107 und Sabina Sabolovi\u0107 konzipierten gemeinsam mit Kathrin Rhomberg, der k\u00fcnstlerischen Leiterin der Kontakt Sammlung, eine vielf\u00e4ltige Reihe von Ausstellungen, Veranstaltungen, Vortr\u00e4gen und Performances. Ausgangspunkt des ungew\u00f6hnlichen Projektes, das viele oftmals kleine Institutionen der Kunstszene in Zagreb mehrere Monate lang immer wieder bespielte, war die Kontakt Sammlung selbst.<\/p>\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tDie Kontakt Sammlung ist keine Unternehmenssammlung. Rechtlich ist sie ein gemeinn\u00fctziger Verein, von dem die Erste Group, die Tochterbanken Banca Comerciala Romana, Cesk\u00e1 spo\u0159itelna, Erste Bank Croatia, Erste Bank Hungary und Slovensk\u00e1 sporitel\u2019\u0148a sowie die ERSTE Stiftung Mitglieder sind.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tKathrin Rhomberg<\/h2>\n\t
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\n\tKathrin Rhomberg ist unabh\u00e4ngige Kuratorin,\u00a0Lehrbeauftragte an der Akademie der bildenden K\u00fcnste Wien und Vorsitzende und K\u00fcnstlerische Leiterin der\u00a0Kontakt Sammlung.<\/p>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n\n\n

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\n\tAus Mitgliedsbeitr\u00e4gen und Zuwendungen finanzieren sich Ausstellungs- und Sammlungst\u00e4tigkeit. Die Werke der Sammlung sind weder permanent ausgestellt noch verf\u00fcgt sie \u00fcber ein eigenes Museum. Auch die R\u00e4umlichkeiten der Erste Group schm\u00fccken keine Kunstwerke der Sammlung. Das liegt vor allem an ihrem Schwerpunkt, gesammelt wird Konzeptkunst. In den letzten zehn Jahren ist mithilfe eines k\u00fcnstlerischen Beirates, bestehend aus den KuratorInnen Silvia Eiblmayr, Georg Sch\u00f6llhammer, Ji\u0159\u00ed \u0160ev\u010d\u00edk, Branka Stipan\u010di\u0107 und dem Leiter der documenta 14, Adam Szymczyk, eine erstklassige, in dieser Form einzigartige Sammlung zeitgen\u00f6ssischer Kunst aus Zentral-, Ost- und S\u00fcdosteuropa entstanden, die einen klaren Schwerpunkt auf experimentelle k\u00fcnstlerische Praktiken legt.<\/p>\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tWhat, How & for Whom<\/h2>\n\t
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\n\tWHW ist ein Kuratorinnenkollektiv, das 1999 in Zagreb gegr\u00fcndet wurde. Seine Mitglieder sind Ivet \u0106urlin, Ana Devi\u0107, Nata\u0161a Ili\u0107 und Sabina Sabolovi\u0107. Seit 15 Jahren f\u00fchrt WHW die Galerie Nova in Zagreb und kuratierte zahlreiche internationale Ausstellungen, darunter die 11. Istanbul Biennale 2009.
www.whw.hr<\/a><\/p>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n\n\n

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\n\tEin wesentlicher Gesichtspunkt der sammlerischen T\u00e4tigkeit ist die konservatorische Sicherung und wissenschaftliche Aufarbeitung von Nachl\u00e4ssen und Archiven zentraler, kritischer k\u00fcnstlerischer Positionen der L\u00e4nder des ehemaligen sogenannten Ostblocks.

Die Ausstellung \u201eMy Sweet Little Lamb (Everything we see could also be otherwise)\u201c nutzte diese reichen Best\u00e4nde und stellte wichtige historische Werke aus der Kontakt Kunstsammlung neuen Arbeiten eingeladener K\u00fcnsterInnen an verschiedenen Orten der Kunstwelt Zagrebs gegen\u00fcber. Das Projekt entfaltete sich entlang einer Zeitachse und funktionierte wie ein Stadtrundgang, der \u00fcber Monate durch Galerien, K\u00fcnstlerateliers, Off-Kunstr\u00e4ume und sogar in eine Privatwohnung f\u00fchrte und mit vielen Veranstaltungen und immer neuen Er\u00f6ffnungen ein interessiertes Publikum anlockte. Die Kuratorinnen gliederten die Ausstellungsserie in sechs Episoden. Im Anschluss an die Pilotfolge erz\u00e4hlten weitere Episoden Geschichten wie die von \u201eK\u00f6rpern, Sex, Politik, Alter und Tod, die sich begegnen und durcheinandergeraten\u201c oder vom \u201eTanz der K\u00f6rper und Institutionen\u201c.<\/p>\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tNachdem im j\u00fcngsten Mitgliedsstaat der Europ\u00e4ischen Union eine explizit nationalistische Regierung an die Macht kam, hat sich die Kulturszene Kroatiens in den letzten Jahren wieder st\u00e4rker politisiert. Kunst ist wieder ein politisches Statement. Entsprechend spannend gestalteten sich die Dialoge, die sich aus den Zusammenstellungen von historischen und aktuellen gesellschaftlichen Interventionen ergaben.

Maribel K\u00f6niger sprach in Zagreb anl\u00e4sslich der Er\u00f6ffnung der f\u00fcnften Episode mit Ana Devi\u0107 und Sabina Sabolovi\u0107 von WHW sowie mit Kathrin Rhomberg, der k\u00fcnstlerischen Leiterin und Vorstandsvorsitzenden der als Verein organisierten Kontakt Kunstsammlung, \u00fcber ihr Ausstellungsexperiment und die aktuelle Situation in Zagreb.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\t\u201eMy Sweet Little Lamb (Everything we see could also be otherwise)\u201c war eine Ausstellung in sechs Episoden an vielen verschiedenen Orten in Zagreb. Wie kam es dazu?<\/strong>

Ana Devi\u0107<\/strong>: 2016 besuchten Kathrin Rhomberg und Hephzibah Druml von der Kontakt Kunstsammlung die Ausstellung von David Maljkovi\u0107. Die von WHW kuratierte \u201eRetrospective By Appointment\u201c war v\u00f6llig dekonstruiert. Anstatt seine konsistente, international bekannte k\u00fcnstlerische Praxis an einem einzigen Ort zu pr\u00e4sentieren, entschieden wir uns f\u00fcr ein Format, das ganz bewusst fragmentiert war. Wir nutzten kleine Galerien, unabh\u00e4ngige Kunstr\u00e4ume sowie Davids Atelier, also seinen privaten Bereich. Mit \u201eMy Sweet Little Lamb\u201c griffen wir erneut stark in die institutionelle Landschaft Zagrebs ein. In den vergangenen Jahren hatten wir bereits Ausstellungsserien mit mehreren Kapiteln und Schaupl\u00e4tzen konzipiert. Doch dieses Mal hatten wir das gro\u00dfe Gl\u00fcck, eine solch wichtige und konsistente Sammlung wie die Kontakt Kunstsammlung einem lokalen und internationalen Publikum pr\u00e4sentieren zu d\u00fcrfen. Von Anfang an standen wir in engem Dialog mit Kathrin und entwickelten das Projekt gemeinsam.

Unsere wichtigsten Fragen lauteten: Wie pr\u00e4sentiert man eine Sammlung und wie l\u00e4sst sich heute mit dem Ausstellungsformat experimentieren? Kontakt ist eine nomadische Sammlung. Sie ist nicht permanent in einem Museum ausgestellt, sondern bringt die Werke zur\u00fcck an den Ort ihres Entstehens, in das politische Terrain, aus dem diese Kunst stammt. Dies ist ein Akt der Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, die wir sowohl nutzen als auch zeigen wollten. Dar\u00fcber hinaus sollte es eine \u201eexhibition in time\u201c \u2013 eine Ausstellung zur rechten Zeit, die sich \u00fcber einen gewissen Zeitraum entwickelt \u2013 werden, die ihre Dynamik dadurch beibeh\u00e4lt, dass sie so viele interessante R\u00e4ume
und Organisationen wie m\u00f6glich miteinbezieht. In der ersten Episode stellte etwa Sanja Ivekovi\u0107 ihr Archiv in ihren Privatr\u00e4umen vor. In den vergangenen vier Monaten organisierten wir auf diese Weise laufend Veranstaltungen und Ausstellungen, um Menschen Orte der Begegnung zu bieten.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\t\u201eEs ist ein Akt der Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, die Kunst an den Ort ihres Entstehens zur\u00fcckkehren zu lassen.\u201c<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tWar es einfach, Institutionen f\u00fcr die Zusammenarbeit zu finden?<\/strong>

Ana Devi\u0107<\/strong>: Wir haben eine wirklich gute Energie rund um das Projekt entwickelt und hatten keine Schwierigkeiten, Organisationen wie die unsere f\u00fcr die Zusammenarbeit zu finden, da die Szene in Zagreb sehr stark von einem Netzwerk an unabh\u00e4ngigen Organisationen und kleineren R\u00e4umen gepr\u00e4gt ist, die alle \u00e4hnlich arbeiten. Wir haben auch neue R\u00e4umlichkeiten \u2013 das Apartment Softi\u0107 auf dem Hauptplatz in Zagreb \u2013 er\u00f6ffnet. Es wurde f\u00fcr die Ausstellung gemietet, um einen neuen Raum zu schaffen, der ein neues Publikum anzieht. Die AusstellungsbesucherInnen sa\u00dfen dort, unterhielten sich und genossen die Szenerie. Diese Atmosph\u00e4re l\u00e4sst sich in Museen oder Galerien nur sehr schwer erzeugen. Die Menschen nahmen diesen spektakul\u00e4ren Ort mit seinem wundersch\u00f6nen Ambiente und der Panoramaaussicht als Geschenk an.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tMy Sweet Little Lamb, venue in Zagreb; photo: Damir \u017di\u017eic<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tDie erste Episode der Ausstellung wurde als \u201ePilot\u201c angek\u00fcndigt, ein Begriff, den man von Fernsehserien kennt. Warum diese Analogie? Hat die Ausstellung eine Geschichte erz\u00e4hlt? <\/strong>

Ana Devi\u0107<\/strong>: Wir haben mit der Idee einer Serie gespielt. In der Pilotepisode stellten wir dem Publikum die Gr\u00f6\u00dfe und Bandbreite des Projektes vor. Au\u00dferdem wollten wir einen Dialog zwischen historischen und zeitgen\u00f6ssischen Werken herstellen. Wir untersuchten die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der T\u00e4tigkeit des Kuratierens und des Sammelns. Jede Ausstellungsserie hatte ihre eigene Geschichte. Da die Ausstellung dezentralisiert war, spielten wir mit Motiven, die an verschiedenen Orten echoartig immer wieder auftauchten.

Welche \u201eProtagonisten\u201c trafen sich in einer Episode? K\u00f6nnen Sie einen solchen Dialog beschreiben?<\/strong>

Ana Devi\u0107<\/strong>: Das Tomislav Gotovac Institut ist eine kleine, aber feine, unabh\u00e4ngige Institution, die vor einigen Jahren von Sarah Gotovac, der Tochter des K\u00fcnstlers, und seiner Witwe Zora Cazi-Gotovac er\u00f6ffnet wurde. Wir setzten diesen ganz besonderen Ort in Dialog mit einem Werk von VALIE EXPORT aus der Kontakt Kunstsammlung. Ihre Arbeit weist viele Gemeinsamkeiten mit der von Tomislav Gotovac auf, insbesondere was die Ideologie des K\u00f6rpers betrifft. Zudem luden wir den russischen zeitgen\u00f6ssischen K\u00fcnstler Nikolay Oleynikov ein, der speziell f\u00fcr diesen Ort eine neue Arbeit schuf, die sich mit der Rolle von Gender, K\u00f6rper und Ideologie im \u00f6ffentlichen Raum auseinandersetzt.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tWerden die neuen Auftragsarbeiten in die Sammlung aufgenommen? <\/strong>

Kathrin Rhomberg<\/strong>: Nicht unbedingt. Wir haben einen Kunstbeirat, der Ank\u00e4ufe vorschl\u00e4gt. Dank der Zusammenarbeit mit WHW sehen wir die L\u00fccken in der Sammlung jedoch viel klarer und k\u00f6nnen uns vorstellen, in welche Richtung die Sammlung weiterentwickelt werden sollte. Das Ausstellungsprojekt in Zagreb ist eine Versuchsanordnung. Die Zusammenarbeit mit der Sammlung geschieht auf eine sehr offene und lebendige Weise. Das Projekt dringt nicht nur in die Stadt Zagreb ein, sondern auch in ihre Realit\u00e4t. Das war auch eine Forderung der Neo-Avantgarde, der die meisten Werke der Ausstellung angeh\u00f6ren.

Ana Devi\u0107<\/strong>: Viele der von uns gezeigten Arbeiten hatten zum Zeitpunkt ihrer Entstehung ein sehr kleines Publikum. Vor 20 Jahren entdeckten Ost und West die Kunst des jeweils anderen. Das war zum Teil problematisch, weil die Kunstszenen des ehemaligen Jugoslawien, in Rum\u00e4nien oder der Tschechischen Republik ihre eigene modernistische Avantgarde-Tradition haben. K\u00fcnstlerInnen, der Markt und die gesamte Kunstwelt werden sehr stark von einem \u00e4u\u00dferst m\u00e4chtigen Kunstsystem bestimmt. Menschen wie J\u00falius Koller, Tomislav Gotovac oder Mladen Stilinovi\u0107 nahmen eine richtiggehend anarchistische, wenn nicht gar Anti-Kunst-Haltung ein. Sie ordneten die Machtverh\u00e4ltnisse v\u00f6llig neu und hinterfragten die Art und Weise, wie Kunst produziert und vermittelt wird. Sie sind uns bei dem Versuch, unsere eigenen aktuellen Positionen zu \u00fcberdenken, nach wie vor sehr wichtige St\u00fctzen.

Kathrin Rhomberg:<\/strong> Genau genommen ist dieser k\u00fcnstlerische Ansatz heutzutage eine Inspiration f\u00fcr viele junge K\u00fcnstlerInnen und KuratorInnen. K\u00fcnstlerInnen einer j\u00fcngeren Generation haben Schwierigkeiten, eine Position au\u00dferhalb des zeitgen\u00f6ssischen Kunstsystems zu finden. Mitte der 1960er-Jahre stellte J\u00falius Koller die Kunst infrage, weil er sie f\u00fcr korrumpiert und machtlos hielt. Heute stehen wir vor einer \u00e4hnlichen Situation. Eine von J\u00falius Kollers Schlussfolgerungen war, nicht eine neue Kunst oder neue \u00c4sthetik, sondern vielmehr \u201eeine neue kulturelle Situation\u201c zu schaffen, die zu einem \u201eneuen Leben, einer neuen Kreativit\u00e4t und einer neuen kosmohumanistischen Kultur\u201c f\u00fchren sollte. \u201eEngagieren\u00a0statt arrangieren\u201c lautete sein Credo, sprich: auf die Wirklichkeit mit k\u00fcnstlerischen\u00a0Mitteln einzuwirken. Heute fragen wir uns erneut, wie wir die Kunst und ihre Stellung in\u00a0unserer Gesellschaft erneuern k\u00f6nnen.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tSweet little lamb (2017): Zagreb interior; Photo: Damir \u017di\u017eic<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tSpielte die Ausstellung mit Privatsph\u00e4re und \u00f6ffentlichem Raum? <\/strong>

Ana Devi\u0107<\/strong>: Die Sammlung diente uns als Ausgangspunkt und als Ressource. Da die Beziehung zwischen Privatem und \u00d6ffentlichem eines der zentralen Themen der Sammlung ist \u2013 abgesehen von der Position des Objektes im Raum oder der Begriffsanalyse \u2013, zog sich diese Fragestellung durch die gesamte Ausstellung. Es ging weniger um Kontrolle und \u00dcberwachung, sondern vielmehr darum, wie Politik und Ideologie den \u00f6ffentlichen Raum beherrschen. Und es ging um Zugang: Folglich waren alle Ausstellungen und Programme von \u201eMy Sweet Little Lamb (Everything we see could also be otherwise)\u201c gratis.

Sabina Sabolovi\u0107<\/strong>: Die Entscheidung, mit vielen Institutionen zusammenzuarbeiten und private R\u00e4ume in das Ausstellungsformat zu integrieren, hatte auch mit der politischen Situation zu tun, als wir das Projekt Anfang 2016 zu entwickeln begannen. Damals gab es in Kroatien die radikalste Rechtsregierung der letzten zehn Jahre. Insbesondere das Kulturministerium vertrat eine offen radikale rechte Position und startete einen Frontalangriff. Etliche progressive, kritische Initiativen der Kulturszene wurden geschlossen, aufgerieben oder eingeschr\u00e4nkt. Es war sehr wichtig, zu betonen, dass wir \u00fcber ein Netzwerk verf\u00fcgen und dass es viele Orte gibt, wo auf eine Art und Weise gearbeitet wird, die der kritischen Position der K\u00fcnstlerInnen entspricht, die der Kontakt Kunstsammlung angeh\u00f6ren. Wir wollten dieses Netzwerk unterst\u00fctzen. Deshalb bezogen wir eine Reihe kleinerer, progressiver Institutionen mit ein. Es war ein Zeichen, dass wir uns zur Wehr setzen und eine Vielzahl von M\u00f6glichkeiten schaffen w\u00fcrden, dass es Kulturschaffende gab, die ungeachtet der Kulturpolitik der Regierung auf dem Fortbestand ihrer kritischen Arbeiten
beharren w\u00fcrden.

Kathrin Rhomberg<\/strong>: Das Tolle an der Kontakt Kunstsammlung ist, dass wir sehr schnell\u00a0reagieren und sofort in eine solche Situation eingreifen k\u00f6nnen. Wir waren in der Lage, den Inhalt oder die Themen von einer Episode zur anderen zu \u00e4ndern, und mussten die Werksliste und das Konzept der Ausstellung nicht ein Jahr im Voraus festlegen. Das unterscheidet uns grundlegend von etablierten Institutionen wie Museen.

Ana Devi\u0107<\/strong>: Kontakt stellte seine Sammlung sowohl als Werkzeug als auch als unterst\u00fctzende Struktur zur Verf\u00fcgung. Es ist erstaunlich, wie gro\u00dfz\u00fcgig die Sammlung strukturiert ist und dadurch diese Art von Austausch erm\u00f6glicht.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tMladen Stilinovi\u0107 steuerte nicht nur den Ausstellungstitel bei. Sie haben ihn auch im Katalog zitiert: \u201eAll money is dirty, and all money is ours. (Alles Geld ist schmutzig und alles Geld geh\u00f6rt uns.)\u201c Eine \u00dcberlebensformel f\u00fcr die Kunst in schwierigen Zeiten? <\/strong>

Ana Devi\u0107<\/strong>: In Zeiten drastischer K\u00fcrzungen im Kultursektor und seiner zunehmenden Abh\u00e4ngigkeit von privaten Geldern als Folge von Finanzspekulationen, die verheerenden Schaden an sozialen Strukturen anrichteten, bedeutet, das Projekt Mladen Stilinovi\u0107 zu widmen, auch, seine Ansichten zu diesen Themen aufzugreifen. Die Frage, woher das Geld kommt, h\u00e4ngt mit der Frage zusammen, ob sich dadurch Einschr\u00e4nkungen ergeben und welcher Art diese Einschr\u00e4nkungen sind. Wir bestehen auf ein Wertesystem, das die k\u00fcnstlerische und kuratorische Ideenwelt nicht einschr\u00e4nkt und dem Publikum gegen\u00fcber gro\u00dfz\u00fcgig ist.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tSweet little lamb (2017): Zagreb interior; Photo: Damir \u017di\u017eic<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n\n\n

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\n\tHat Kunst heute Einfluss auf die Gesellschaft?<\/strong>

Ana Devi\u0107<\/strong>: Auf der internationalen Ebene der Realpolitik erleben wir einen eklatanten Mangel an progressiven politisch emanzipatorischen Ideen, mit denen sich all die Ungerechtigkeit, die die Welt um uns herum pr\u00e4gt, bek\u00e4mpfen lie\u00dfen. Zeitgen\u00f6ssische Kunst f\u00f6rdert die Fantasie, sie bef\u00e4higt Menschen, sich die Welt auf andere Art vorzustellen. Kulturschaffende sind auch oft diejenigen, die Aktionen wie Proteste initiieren und artikulieren und Werkzeuge f\u00fcr Selbstorganisation entwickeln.

Sabina Sabolovi\u0107<\/strong>: Die Werte, um die es eigentlich geht, sollten von Fragen hinsichtlich Gleichheit bestimmt sein. Wir brauchen pers\u00f6nliches, politisches und k\u00fcnstlerisches Engagement und Antworten auf die gewaltigen Herausforderungen unserer Zeit. Ich bin weder idealistisch noch naiv, was die Rolle der Kunst in diesem Prozess betrifft. Aber ihre Rolle ist dennoch wichtig. Anl\u00e4sslich dieser Ausstellung hatten wir die M\u00f6glichkeit, mit vielen fantastischen K\u00fcnstlerInnen, Vision\u00e4rInnen, ja gewisserweise K\u00fcnstlerphilosophInnen zu arbeiten. Sie bieten uns keine Heilmittel oder L\u00f6sungen, aber sie lehren uns, zu sehen. Deshalb w\u00e4hlten wir Mladens Zitat als Titel der Ausstellung: \u201eMy Sweet Little Lamb (Everything we see could also be otherwise)\u201c. Sein Text ist zugleich humorvoll, absurd und poetisch. Er geh\u00f6rt zu einer Zeichnung eines kleinen Schweins (kein Lamm). Es ist eine Metapher f\u00fcr das gegenw\u00e4rtige Leben und die Politik, mit der wir derzeit konfrontiert sind.

Viele Daten stehen uns heute zur Verf\u00fcgung: \u00fcber die globale Erw\u00e4rmung, die aktuelle Politik etc. Und doch weigern sich die Menschen noch immer, zu sehen, was vor sich geht. Die Herausforderung, klarer zu sehen, ist der erste Schritt, um die Politik, die Institutionen und uns selbst zu \u00e4ndern.<\/p>\t<\/div>\n\n<\/div>\n\n<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tWird die Ausstellung eine nachhaltige Wirkung haben? <\/strong>

Ana Devi\u0107<\/strong>: Momentan sind wir sehr pessimistisch. In Kroatien beobachten wir einen v\u00f6lligen Zusammenbruch der Institutionen. Das Audiovisuelle Zentrum Kroatiens etwa hat vor einigen Jahren gro\u00dfartige Arbeit f\u00fcr die Produktion zeitgen\u00f6ssischer experimenteller k\u00fcnstlerischer Filme geleistet. Heute ist es von der extremen Rechten in Beschlag genommen. Wird unser Projekt eine langfristige Wirkung haben? Das ist schwierig zu sagen. Was ich mit Sicherheit wei\u00df, ist, dass diese enge Verbindung zwischen Menschen auf lokaler und internationaler Ebene bleiben wird. In diesem Sinne hat es sich ausgezahlt.

Sabina Sabolovi\u0107<\/strong>: In Zeiten anhaltender Notlagen, Br\u00fcche und Explosionen aller Art ist eine Bem\u00fchung in Richtung Kontinuit\u00e4t \u00e4u\u00dferst wichtig. Die Menschen begr\u00fc\u00dfen es, dass es Kulturschaffende gibt, die darum k\u00e4mpfen, Raum zu \u00f6ffnen, um in Dialog zu treten, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Wir brauchen einen Raum, der einen sicheren Ort f\u00fcr Konflikte und Meinungsverschiedenheiten, f\u00fcr neue Fragen bietet. H\u00e4tte man mir vor zehn Jahren gesagt, dass ich heute den elementaren Raum f\u00fcr die Pluralit\u00e4t der Meinungen verteidigen werde, so h\u00e4tte ich geantwortet: \u201eIch bitte Sie, dieser Kampf ist vorbei!\u201c Aber genau das tun wir jetzt. Und wir geben diesen Kampf nicht auf. Es ist ein \u00e4u\u00dferst wichtiger Raum, den man schaffen und erhalten muss.<\/p>\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tMladen Stilinovi\u0107
Red \u2013 Pink, 1975\/1976
Queen (1), 1976
\u00a9 Kontakt. The Art Collection of Erste Group and ERSTE Foundation<\/p>\t<\/figcaption>\n<\/figure>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t\n\t\t\t

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\n\tMy Sweet Little Lamb (Everything we see could also be otherwise)<\/strong>
Eine Ausstellungsreihe basierend auf der Kontakt Kunstsammlung, Mladen Stilinovi\u0107 gewidmet

Erste Episode<\/strong>
4. November \u2013 10.\u00a0Dezember 2016<\/strong>
Halil Altindere, Heimrad B\u00e4cker, M\u00e1ria Bartuszov\u00e1, Geta Br\u0103tescu, Dimitrije Ba\u0161i\u010devi\u0107 Mangelos, Stano Filko, Oliver Frlji\u0107, Ivan Ladislav Galeta, Marcus Geiger, Ion Grigorescu, Tomislav Gotovac, Sanja Ivekovi\u0107, B\u011bla Kol\u00e1\u0159ov\u00e1, J\u00falius Koller, Ivan Ko\u017eari\u0107, Edward Krasi\u0144ski, KwieKulik, Katalin
Ladik, Karel Malich, Dezs\u00f6 Magyar, Vlado Martek, Dalibor Martinis, D\u00f3ra Maurer, Jan Ml\u010doch, Paul Neagu, Roman Ond\u00e1k, Goran Petercol, Hans Scheirl, Mladen Stilinovi\u0107, Petr \u0160tembera, Slaven Tolj, Goran Trbuljak, Wu Tsang

Zweite Episode<\/strong>
29.\u00a0November \u2013 22. Dezember 2016<\/strong>
Geta Br\u0103tescu, Anna Dau\u010d\u00edkov\u00e1, Tim Etchells, VALIE EXPORT, Tomislav Gotovac, Ion Grigorescu, Tibor Hajas, Nikolay Oleynikov, Ewa Partum, Mladen Stilinovi\u0107, Artur \u017bmijewski

Dritte Episode<\/strong>
15.\u00a0Dezember 2016 \u2013 4. Februar 2017<\/strong>
BADco., Chto Delat, Keti Chukhrov, Sanja Ivekovi\u0107, Eva Ko\u0165\u00e1tkov\u00e1, KwieKulik, Ashley Hans Scheirl, Mladen Stilinovi\u0107

Vierte Episode<\/strong>
17.\u00a0Februar \u2013 25.\u00a0M\u00e4rz 2017<\/strong>
\u0110or\u0111e Andrejevi\u0107 Kun, Josef Dabernig, Ion Grigorescu, Sanja Ivekovi\u0107, G\u00fcls\u00fcn Karamustafa,
J\u00falius Koller, Ji\u0159\u00ed Kovanda, Ivan Ko\u017eari\u0107, Vlado Kristl, Katalin Ladik, Kazimir Malevich, Slavko
Mari\u0107, Vlado Martek, Rabih Mrou\u00e9, Ne\u0161a Paripovi\u0107, Goran Petercol, Marko Risti\u0107, Mladen
Stilinovi\u0107, Sven Stilinovi\u0107, Ana Vuzdari\u0107, Marko Guti\u0107 Mi\u017eimakov, Goran Trbuljak

F\u00fcnfte Episode<\/strong>
17.\u00a0Februar \u2013 18.\u00a0Februar 2017<\/strong>
Zdenka Badovinac, Charles\u00a0Esche, Kate Fowle, Katalin Ladik, Joanna Mytkowska, Manuel Pelmu\u015f, Nikolay Punin, Erzen Shkololli, Fran\u00e7oise Verg\u00e8s

Sechste Episode<\/strong>
12. April \u2013 8.\u00a0Mai 2017<\/strong>
Pawe\u0142 Althamer, M\u00e1ria Bartuszov\u00e1, Pavel Br\u0103ila, Geta Br\u0103tescu, Boris Cvjetanovi\u0107, Josef Dabernig, Marijan Detoni, Stanis\u0142aw Dr\u00f3\u017cd\u017c, Nika Dubrovsky, R\u00f3za El-Hassan, Mikl\u00f3s Erd\u00e9ly, Tim Etchells,
VALIE EXPORT, Stano Filko, Heinz Gappmayr, Tomislav Gotovac, Ion Grigorescu, Tina Gverovi\u0107 und Sini\u0161a Ili\u0107, Sanja Ivekovi\u0107, B\u011bla Kol\u00e1\u0159ov\u00e1, Julije Knifer, Daniel Knorr, J\u00falius Koller, Ji\u0159\u00ed Kovanda, Pawe\u0142 Kwiek, Ivan Ko\u017eari\u0107, Katalin Ladik, Victoria Lomasko, David Maljkovi\u0107, Karel Malich, Dorit Margreiter, Vlado Martek, Dalibor Martinis, D\u00f3ra Maurer, Karel Miler, Jan Ml\u010doch, Paul Neagu, OHO, Roman Ond\u00e1k, Boris Ondrei\u010dka\/J\u00e1n Zavarsk\u00fd\/V\u00edt Havr\u00e1nek, Ne\u0161a Paripovi\u0107,
Cora Pongracz, Nedko Solakov, Margherita Spiluttini, Tam\u00e1s St. Auby, Mladen Stilinovi\u010b, Sven
Stilinovi\u0107, Petr \u0160tembera, Ra\u0161a Todosijevi\u0107, Slaven Tolj, Milica Tomi\u0107, Goran Trbuljak, Mona
V\u0103t\u0103manu und Florin Tudor, Clemens von Wedemeyer, Lois Weinberger, Heimo Zobernig,
\u017delimir \u017dilnik

Epilog (London)<\/strong>
20. September\u201311. November 2017<\/strong>
Geta Br\u0103tescu, Lutz Becker, Josef Dabernig, Nika Dubrovsky, Tim Etchells, VALIE EXPORT, Stano Filko, Marcus Geiger, Tomislav Gotovac, Vlatka Horvat, Sanja Ivekovi\u0107, B\u011bla Kol\u00e1\u0159ov\u00e1, J\u00falius Koller, Ji\u0159\u00ed Kovanda, KwieKulik, Katalin Ladik, Dora Maurer, Oscar Murillo, David Maljkovi\u0107, Paul Neagu, Ne\u0161a Paripovi\u0107, Ewa Partum, Manuel Pelmu\u015f, Cora Pongracz, Ashley Hans Scheirl, Mladen Stilinovi\u0107, Petr \u0160tembera, Goran Trbuljak, Mona V\u0103t\u0103manu and Florin Tudor, Stephen Willats

Ausstellungsorte in Zagreb:<\/strong>
Apartment Softi\u0107, Booksa, Cinema Tu\u0161kanac, DAZ, Galerie Forum, Galerie Greta, Galerie Nova, Galerie Vladimir Nazor, GMK, HDLU\/Kroatische K\u00fcnstlervereinigung, Institute for Contemporary Art, Tomislav Gotovac Institut, Sanja Ivekovi\u0107 Archiv, POGON-Jedinstvo, SC Galerie

Ausstellungsort in London:<\/strong>
The Showroom

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